Nach schwerfälligem Einstieg entwickelt sich eine facettenreiche Geschichte
Der Klappentext von „Die Tochter des Leuchtturmwächters“ verspricht eine berührende Geschichte über Neuanfang, Vergangenheit und eine große, noch unerfüllte Liebesgeschichte. Die Idee, eine junge Frau ...
Der Klappentext von „Die Tochter des Leuchtturmwächters“ verspricht eine berührende Geschichte über Neuanfang, Vergangenheit und eine große, noch unerfüllte Liebesgeschichte. Die Idee, eine junge Frau bei der Sanierung eines alten Leuchtturms auf geheimnisvolle Tagebuchseiten stoßen zu lassen, klingt spannend und atmosphärisch – eine tolle Ausgangslage für eine gefühlvolle und zugleich geheimnisvolle Erzählung.
Leider hatte ich zunächst Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Der Erzählstil wirkte auf mich stellenweise holprig und unausgewogen, was den Lesefluss erheblich störte. Immer wieder wurde ich durch Zwischengedanken oder unklare Formulierungen aus dem Geschehen gerissen. Auch die Orientierung fiel mir schwer, da manche Informationen nicht oder spät gegeben wurden, was das Verständnis erschwerte.
Nach einiger Zeit jedoch gelang es mir, in die Handlung einzutauchen. Die Figuren wurden greifbarer, auch wenn sie über weite Strecken eine gewisse Distanz bewahrten. Dennoch kam schließlich der Moment, an dem ich wissen wollte, wie es weitergeht – und wie sich die Geschichte am Ende auflöst. Mitunter entwickelte sich die Handlung zu einem kleinen Krimi, was für zusätzliche Spannung sorgte.
Trotz der erwähnten Schwächen bleibt die Grundidee des Romans reizvoll. Die Atmosphäre rund um den Leuchtturm, die geheimnisvollen Tagebuchseiten und die Andeutung einer vergessenen Liebesgeschichte haben durchaus Potenzial.
Eine wunderschöne Idee mit atmosphärischem Setting, die in der Umsetzung jedoch nicht immer überzeugt. Wer sich durch einen etwas schwerfälligen Einstieg nicht abschrecken lässt, findet hier eine solide Geschichte mit romantischen und mysteriösen Elementen.