Racing Heart
Dieses Buch von Annie Eisenhardt ist weit mehr als nur eine Liebesgeschichte im Krankenhaussetting. Denn es ist auch ein intensiver, ehrlicher und unglaublich berührender Roman über mentale Gesundheit, ...
Dieses Buch von Annie Eisenhardt ist weit mehr als nur eine Liebesgeschichte im Krankenhaussetting. Denn es ist auch ein intensiver, ehrlicher und unglaublich berührender Roman über mentale Gesundheit, Selbstzweifel und den Mut, sich seinen eigenen Dämonen zu stellen.
Helen ist eine Protagonistin, die mir absolut unter die Haut ging. Nach ihrem Scheitern in Oxford kehrt sie zurück nach London. Sie hat nur einen verzweifelten Wunsch, nämlich endlich alles unter Kontrolle zu haben. Doch genau dieser Drang nach Perfektion und dem ständigen Funktionieren müssen, wird zu ihrem größten Kampf. Ich finde ihre Gedanken, Ängste und inneren Konflikte sind so authentisch beschrieben. Ich konnte da sehr gut mitfühlen. Die Darstellung ihrer mentalen Gesundheit ist dabei unglaublich sensibel, realistisch und niemals beschönigt.
Simon hingegen ist ruhig und verständnisvoll. Sein Auftreten gefällt mir sehr. Eine absolute greenflag. Er ist kein Retter, sondern jemand, der Helen auf Augenhöhe begegnet. Außerdem gibt er ihr Raum und lässt sie trotzdem bzw trotzallem nicht fallen. Und das finde ich sehr bewundern.
Ich mag die Dynamik und den Einbau der gemeinsamen Vergangenheit. Zwischen stressigen Klinikschichten, Vorlesungen und unausgesprochenen Gefühlen entwickelt sich die Beziehung leise, aber intensiv. Jeder Blick und jede kleine Berührung fühlt sich bedeutungsvoll an. Gerade weil Helen mit sich selbst so sehr im Konflikt steht.
Besonders beeindruckt hat mich, wie feinfühlig das Thema mentale Gesundheit in die Geschichte eingebettet wurde. Es geht unter anderem um Druck, Versagensängste und das Gefühl, nicht genug zu sein. Aber auch darum, wie schwer es ist, Hilfe anzunehmen bei einer psychischen Erkrankung. Gleichzeitig zeigt das Buch aber auch Hoffnung und dass Heilung kein gerader Weg ist. Auch das Medizin-Setting verleiht der Geschichte eine besondere Atmosphäre.
Für mich eine ehrliche und wichtige Geschichte über mentale Gesundheit, Selbstfindung und Liebe. Schmerzhaft real, aber gleichzeitig voller Hoffnung. Mich hat das Buch berührt.