Cover-Bild Schattwald
8,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Piper ebooks in Piper Verlag
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 01.08.2016
  • ISBN: 9783492972444
Barbara Dribbusch

Schattwald

Roman
Als Anne Südhausen nach Innsbruck reist, um den Nachlass ihrer verstorbenen Großmutter Charlotte zu regeln, macht sie eine Entdeckung: Tagebücher aus dem Zweiten Weltkrieg, die von Charlottes Zeit im Nervensanatorium Schattwald erzählen – einem Ort, an dem schreckliche Dinge geschahen, die das Leben der Großmutter für immer veränderten. Auch in der Gegenwart passiert Unerwartetes: Ein außergewöhnlicher Mann tritt in Annes Leben, einige Personen entwickeln plötzlich großes Interesse an den Tagebüchern und Anne gerät immer mehr in Gefahr ...

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.11.2016

Nachdenklich

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Anne Südhausen, erfolgreiche Journalistin eines Frauenmagazins aus Hamburg könnte zufrieden und glücklich sein. Und doch ist sie es nicht. Ihr Mann hat sich gerade für eine Jüngere von ihr getrennt. Mit ...

Anne Südhausen, erfolgreiche Journalistin eines Frauenmagazins aus Hamburg könnte zufrieden und glücklich sein. Und doch ist sie es nicht. Ihr Mann hat sich gerade für eine Jüngere von ihr getrennt. Mit diesem Verlust kommt sie nicht richtig klar. Dann kommt auch noch der Anruf. Ihre Großmutter Charlotte ist in Innsbruck verstorben. Als einzige Erbin muss sie sich um den Nachlass kümmern. Sie hat ihre Großmutter viele Jahre nicht gesehen und hatte jahrelang auch keinen Kontakt zu ihr. Im Haus von Charlotte findet sie deren Tagebücher aus dem Jahre 1943 und beginnt darin zu lesen. Schon beim Lesen der Tagebücher wird ihr klar, dass sie Charlotte gar nicht richtig gekannt hat und viele wichtige Details aus ihrem Leben ihr gar nicht bekannt sind. Aber scheinbar sind auch Andere an den Tagebüchern interessiert. Erst verschwinden die beiden letzten Hefte der Tagebücher, dann findet sie Fußspuren in der Wohnung.
Anne versucht die Hinterlassenschaft und die Rätsel um die Tagebücher ihrer Großmutter zu lösen.
Barbara Dribbusch hat die Geschichten von Anne und Charlotte in zwei Zeitebenen angesiedelt. Wir erfahren von Anne und dem Fund der Tagebücher. Parallel wird uns durch die Tagebücher angesiedelt im Zeitraum 1943 die Geschichte Charlottes erzählt. Deren Einweisung in eine Nervenheilanstalt zu dieser Zeit war schon etwas Besonderes. Charlotte ist durch den Tod ihres Zwillingsbruders Robert schwer traumatisiert und dadurch nicht mehr in der Lage am Leben teilzunehmen. Ein Aufenthalt in der Klinik "Schattwald" soll Besserung und Heilung bewirken. Jedoch befindet man sich gerade mitten im Krieg und so ist ihr Aufenthalt in der Klinik nicht mit einem normalen Kuraufenthalt zu vergleichen.
Die Autorin hat sich hier einem Thema angenommen, über das ich nur sehr wenig wusste. Euthanasie im deutschen Reich ist schon bekannt, aber dass man auch Menschenversuche an psychisch Kranken unternommen hat, darüber wusste ich nicht so viel. Sie hat dieses Thema in eine spannende Geschichte verpackt, ohne zu sehr in die Tiefe zu gehen. Gut verpackt in eine Familiengeschichte ist hier ein düsterer Rückblick mit einigen Überraschungen und Wendungen geschrieben worden.
Mir hat das Buch gefallen - es hat mich zum Nachdenken angeregt. Von mir gibt es verdiente 5 Lesesterne und natürlich eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 02.10.2016

selten so unterhaltsame und spannende Familiengeschichte gelesen

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Anne reist nach Innsbruck um die Beerdigung ihrer Großmutter Charlotte zu organisieren. Seit fast zwei Jahrzehnten hatten beide keinen Kontakt mehr gehabt, obwohl Charlotte noch die einzige lebende Verwandte ...

Anne reist nach Innsbruck um die Beerdigung ihrer Großmutter Charlotte zu organisieren. Seit fast zwei Jahrzehnten hatten beide keinen Kontakt mehr gehabt, obwohl Charlotte noch die einzige lebende Verwandte in der Familie war. Im Haus der Großmutter findet Anne 13 Schulhefte mit Tagebucheintragungen ihrer Oma aus dem Jahr 1943 – geschrieben während eines Aufenthaltes im Sanatorium für psychisch Gestörte. Während des Lesens dieser Tagebücher erfährt Anne Dinge über ihre Großmutter, die sie bisher noch nie erfahren hatte. Aber auch andere Mitmenschen habe Interesse am Inhalt dieser Tagebücher….
Ich habe mich beim Lesen dieser Familiengeschichte sehr gut unterhalten gefühlt. Stück für Stück >genau wie Anne< lernt der Leser das Geheimnis ihrer Großmutter kennen. Dieses stilistische Mittel des Wechsels zwischen Gegenwart und Rückblende empfand ich als sehr spannend und unterhaltsam. Die geschilderten Charaktere, überhaupt die ganze Geschichte sind sehr glaubhaft geschildert. Dabei ist es Barbara Dribbusch gelungen die Spannung zu halten. Ich kann behaupten, während des Lesens auch mit in Innsbruck dabei gewesen zu sein.
Genau wie Anne habe ich Theres Kurz, Maria Pramstaller und deren Neffen und natürlich dem Professor misstraut und weitergerätselt.
Als die Geschichte dann zu Ende war, war ich zwar schlauer, aber irgendwie auch traurig, weil ich gerne noch weitergelesen hätte. So viel Spaß beim Lesen hatte ich lange nicht!
Von mir gibt’s (was ich selten vergebe) 5 wohlverdiente Lesesterne.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Unbedingt lesen!

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Das Buch hat mich wirklich sprachlos zurückgelassen. Ich habe es an einem faulen Lesetag verschlungen, weil ich es einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte. Und das hat mehrere Gründe.
Zum einen finde ...

Das Buch hat mich wirklich sprachlos zurückgelassen. Ich habe es an einem faulen Lesetag verschlungen, weil ich es einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte. Und das hat mehrere Gründe.
Zum einen finde ich es toll, dass das Buch aus zwei Perspektiven und in zwei Zeiten geschrieben ist. Abwechselnd wird aus der Sicht der Protagonistin Anne und ihrer Großmutter Charlotte erzählt. Anne findet nach dem Tod ihrer Oma deren Tagebücher und erfährt so nach und nach, was diese während des Krieges durchmachen musste, als sie in eine Nervenheilanstalt eingewiesen wurde. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs. Annes Erlebnisse sind in der Ich-Perspektive geschrieben. Dadurch kann man sich richtig gut in sie hineinversetzen. Die Tagebücher ihrer Großmutter sind in der dritten Person geschrieben, allerdings nicht in der typischen Tagebuchform, sondern "normal" als Roman. Das fand ich sehr gut, da es sich zum einen sehr gut liest und so zum anderen die Unterscheidung zwischen den beiden Frauen sehr leicht fällt. Zweimal eine Ich-Form wäre verwirrend gewesen.
Ein weiterer Vorteil dieser beiden unterschiedlichen Handlungsstränge, die natürlich miteinander verwoben sind, ist, dass man gleich zweimal mitfiebert. Einmal mit Charlotte in der Vergangenheit, einmal mit Anne in der Gegenwart. Es ist kein Krimi, sondern ein Roman, aber aufgrund des historischen Bezugs erst recht Gänsehaut-verdächtig. Und glaubt mir: Die Spannung wird wirklich bis zum Schluss hochgehalten! Es macht einfach unglaublich viel Spaß mit Anne gemeinsam die Lücken zu schließen und so ihrer Großmutter näher zu kommen.
Inhaltlich finde ich das Buch deswegen so besonders, weil es eine Seite des Zweiten Weltkriegs beleuchtet, von der man nur wenig mitbekommt. So geht es nicht um eine Hitler-Geschichte an sich, aber um den Umgang mit psychisch kranken Menschen zu dieser Zeit. Dieses Thema wird meiner Meinung nach zu wenig in der Öffentlichkeit behandelt - im Geschichtsunterricht wird meistens nur am Rande über das Euthanasie-Programm im Dritten Reich gesprochen. Natürlich ersetzt dieses Buch kein Geschichtsbuch, aber es gibt Einblicke in das Leben derer, die oft vergessen werden.
Aber nicht nur dieses Thema wird behandelt. Ganz nebenbei wird einem verdeutlicht, wie schwer die Rationierung von Lebensmitteln und Gebrauchsgütern in diesen Zeiten war. Das ist uns ja gar nicht mehr so bewusst. Aber keine Sorge, in diesem Buch wird nicht der drohende Zeigefinger erhoben - im Gegenteil: Dadurch, dass Anne genauso wie der Leser mehr oder weniger zum ersten Mal mit diesen Umständen direkt konfrontiert wird, zeigt sich der krasse Gegensatz zu heute deutlich, ohne mahnend zu sein.
Der Schreibstil des Buches ist einfach wunderbar. Der Schreibstil ist flüssig, lässt sich leicht lesen und einige Fremdwörter, die wir heute nicht mehr unbedingt in unserem Wortschatz haben, lassen sich durch den Kontext leicht erschließen. Durch die wechselnden Perspektiven gibt es immer wieder Mini-Cliffhanger, die einen zum Weiterlesen zwingen. Die Sprache ist einfühlsam und gefühlsbetont, bleibt aber an den richtigen Stellen sachlich.
Insgesamt ist das Buch für mich eine richtige Überraschung gewesen. Denn natürlich hat bereits der Klappentext interessiert, aber dass sich dahinter so ein toller Roman versteckt, hatte ich gar nicht erwartet. Ich sage nur: Unbedingt lesen - von mir gibt es 5 Sterne!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Schattwald -Die Schatten der Vergangenheit

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Als Anne nach Insbruck reist um den Nachlass ihrer verstorbenen Großmutter zu regeln findet sie alte Tagebücher aus der Zeit des zweiten Weltkriegs.darin beschreibt ihre Oma Charlotte die Zeit im Nervensanatorium ...

Als Anne nach Insbruck reist um den Nachlass ihrer verstorbenen Großmutter zu regeln findet sie alte Tagebücher aus der Zeit des zweiten Weltkriegs.darin beschreibt ihre Oma Charlotte die Zeit im Nervensanatorium Schattwald,die ihr leben total verändert hat.


Charlotte verliert im zweiten Weltkrieg ihren geliebten Zwillingsbruder und kommt damit nicht klar.Da sie für ihre Eltern eh nur das naja sagen wir mal ungeliebte Kind war wird sie nach Schattwald verfrachtet,weit weg ,denn ihr Anblick ist für die Eltern ein ständiges Mahnmal dessen ,was sie geliebt und verloren haben.Charlotte indes lernt in Schattwald wieder zu leben und trifft eine Menge Leute ,die ähnliche Probleme haben wie sie selbst.
Als einer der Heerführer einen Besuch in Schattwald macht kommt es zu einer Katastrophe,deren Auswirkungen bis in Annes Leben ihre Kreise ziehen.
Kaum ist Anne in Insbruck angekommen und hat die Aufzeichnungen ihrer Großmutter gefunden passieren seltsame Dinge im Umfeld von Anne. War der Tod von Charlottes Freundin ein Unfall oder Mord? Wer hat die Unterlagen gestohlen und wer trachtet Anne nach dem Leben und warum ?


Viele Fragen und eine wunderbar spannende Geschichte , die einen mitnimmt in längst vergangene Zeiten. Man merkt das die Autorin viel und gut recherchiert hat .Die einzelnen Charaktere sind toll ausgearbeitet un d es bleibt spannend bis zum Schluss ,das viel zu schnell kam.Man möchte eigentlich Schattwald gar nicht verlassen.
Ein wunderbares Buch ,das zu lesen sich wirklich lohnt.