Profilbild von Xanaka

Xanaka

Lesejury Profi
offline

Xanaka ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Xanaka über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.02.2017

Spannende schwedische Krimientdeckung

Der Mörder und das Mädchen
1 0

Cornelia hat sich endlich dazu durchgerungen ihren Mann Hans zu verlassen. Zu oft hat er sie schlecht behandelt und schreckte auch vor körperlicher Gewalt nicht zurück. Morgen nun endlich will sie mit ...

Cornelia hat sich endlich dazu durchgerungen ihren Mann Hans zu verlassen. Zu oft hat er sie schlecht behandelt und schreckte auch vor körperlicher Gewalt nicht zurück. Morgen nun endlich will sie mit ihre Tochter Astrid in die neue gemietete Wohnung ziehen. Vorher muss sie nur noch die Besichtigungstour möglicher Kaufinteressenten für das Haus und die kommende Nacht überstehen. Und dann findet sie Hans am nächsten Morgen ermordet im Gästezimmer auf. Spuren, die Aufschluss über den Täter geben könnten, sind nicht zu finden.
Als dann auch noch herauskommt, dass Hans sehr vermögend war und Cornelia als alleinige Erbin dann mehrfache Millionärin ist, rückt sie als Tatverdächtige immer mehr in den Vordergrund.
Aber es gibt in diesem Krimi auch noch interessante Nebenpersonen, die dann alle mit in diesen spannenden Fall involviert sind. Josefin, die beste Freundin von Cornelia, deren Schwester Emma die als ermittelnde Kommissarin den Mord aufklären soll und auch noch den Stalker Hugo, der die Trennung von Emma nicht akzeptieren kann.
In kurzen, angenehm zu lesenden Kapiteln bewegt sich die Handlung vorwärts. Stück für Stück erfahren wir mehr von den einzelnen Protagonisten und ihren persönlichen Dramen und Schicksalen und die sind nicht minder spannend.
Gekonnt lenkt die Autorin das Geschehen. Auch der Täter kommt immer mal wieder zu Wort. Und so bin ich als Leser auch ständig am Überlegen, wer denn nun der Täter sein könnte. Dass, das Ende dann doch noch ganz anders wird, damit hätte ich nicht gerechnet.
Ich habe mal nachgesehen, es gibt von Sofie Sarenbrant bis jetzt keine weiteren Bücher in Deutschland. Das ist auf jeden Fall eine Autorin, die man im Auge behalten sollte.
Mir hat dieser Krimi ganz besonders gut gefallen, es gibt von mir dafür verdiente fünf Lesesterne.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Familiengeschichte mit kriminellem Hintergrund

Die rubinrote Kammer
1 0

Die junge Victoria Bredon lebt im Jahr 1907 völlig unkonventionell mit ihrem Butler zusammen. Sie haben keine Beziehung, es ist eher eine Zweckgemeinschaft. Victorias Vater, ein angesehener Gerichtsmediziner, ...

Die junge Victoria Bredon lebt im Jahr 1907 völlig unkonventionell mit ihrem Butler zusammen. Sie haben keine Beziehung, es ist eher eine Zweckgemeinschaft. Victorias Vater, ein angesehener Gerichtsmediziner, ist vor kurzem verstorben. Er hat testamentarisch verfügt, dass Victoria, obwohl sie noch nicht volljährig ist, weiter in der väterlichen Wohnung unter Aufsicht des Butlers leben darf. Obwohl ihr Vater adliger Abstammung war, hat er sich durch eine nicht standesgemäße Heirat von der Familie abgewandt und sein Geld durch Arbeit verdient.

Auch Victoria und ihr Butler haben kaum Geld für den täglichen Lebensunterhalt. Victoria verdient sich ihr Geld durch den Verkauf von Fotografien, die sie selbst aufnimmt und entwickelt. Sie sympathisiert mit den Suffragetten und kämpft für das Wahlrecht der Frauen. Auch Hopkins trägt seinen Anteil zum Unterhalt durch das Schreiben von Kolumnen für eine Zeitschrift bei.
Bis dahin ist alles in Ordnung. Und doch gerät ihre relativ heile Welt in Unordnung, als sie mit einem Geheimnis aus ihrer Kindheit konfrontiert wird. Die für sie offenen Fragen können nicht mehr geklärt werden, da ihr Vater und auch ihre Mutter tot sind. Was ist damals passiert? Was will der Staatsbeamte von ihr, als er sie mit diesen offenen Fragen konfrontiert? Und es kommt noch schlimmer, dieser Beamte wird kurze Zeit nach einem Streit zwischen Victoria und ihm ermordet aufgefunden? Plötzlich steht Victoria unter Verdacht Sir Francis, den Staatsbeamten, ermordet zu haben.
Jetzt fragt ihr euch, wie es weitergeht? Lest selbst, es passiert noch so viel.

Als ich mit diesem Buch begonnen habe, dachte ich, es handelt sich um eine Art Familiengeschichte. Ich ahnte nicht, dass ich in diesen spannenden Krimi mit historischem Hintergrund geriet. Pauline Peters ist es gelungen, mich mit dieser historische Geschichte angenehm zu unterhalten. Ihr gelingt es dem Leser zu zeigen, wie anstrengend und schwer das Leben in dieser Zeit gerade für Frauen war. Auch der Kampf um das Frauenwahlrecht ist zu dieser Zeit schon ein wichtiges Thema gewesen. Auch das gelingt ihr passend mit in dieses Buch einzubeziehen. Mir haben besonders die beiden Protagonisten Victoria und Hopkins gefallen. Hier ist sicher noch Potential für weitere unkonventionelle Erlebnisse aus dem Leben der beiden. Ich hoffe auf weitere Bücher und freue mich jetzt schon darauf.

Von mir für dieses Buch verdiente fünf Lesesterne und eine ausgesprochene Leseempfehlung an alle.

Veröffentlicht am 17.06.2018

Mordsrevanche mit Überraschung

Mordsrevanche
0 0

Fenna Stern und Tammo Anders, beide nun mittlerweile glücklich verheiratet, haben ein riesiges Problem mit ihrem aktuellen Fall. Das Patenkind von Onkel Frido, Franziska Hinrichs, ist ermordet worden. ...

Fenna Stern und Tammo Anders, beide nun mittlerweile glücklich verheiratet, haben ein riesiges Problem mit ihrem aktuellen Fall. Das Patenkind von Onkel Frido, Franziska Hinrichs, ist ermordet worden. Beide Kriminalkommissare stürzen sich in die Ermittlungen, wollen diesen Fall schon für Onkel Frido auf jeden Fall lösen. Doch es kommt anders als geahnt. Beide erfahren vom zuständigen Personalmanager das ihre Dienststelle aufgelöst wird. Beide werden an verschiedene Orte versetzt und sind ab sofort vom Fall entbunden. Stark frustriert gehen beide erst einmal in Urlaub und wollen inoffiziell weiterermitteln. Im Urlaubsort angekommen erfahren sie von einem weiteren Opfer, bei dem es deutliche Parallelen zu ihrem Fall gibt. Für beide Kommissare ist schnell klar, diese Fälle müssen miteinander zu tun haben.

Dieses ist meines Erachtens der persönlichste Fall der beiden Ermittler. Beide sollen durch die Auflösung der Dienststelle weit über 100 km voneinander versetzt werden. Zusätzlich gibt es noch die persönliche Komponente in dem Fall. Vom Gefühl her ist Tammo ja fast mit Franziska verwandt. Ulrike Busch gelingt es sehr gut den Konflikt der beiden darzustellen. Imponierend, wie sie ihre Akteure agieren lässt, denn beide versuchen aus dieser fast ausweglosen Situationen das Beste zu machen. Damit gelingt es ihnen auch andere Menschen in ihrem Umfeld zu beeindrucken. Ob es den beiden gelingt, weiter an dem Fall zu arbeiten und auch noch ihr persönliches Dilemma zu lösen, lest es selbst! Es lohnt sich auf jeden Fall.

Ulrike Busch ist es mit diesem Krimi gelungen, nicht nur einen spannenden und komplizierten Fall darzustellen, auch ihre Protagonisten haben sich weiterentwickelt. Gerade das gefällt mir an ihren Büchern so gut. Die menschliche Komponente hat hier einen großen Raum und lässt uns die Ermittler so ans Herz wachsen. Dabei gelingt es ihr auch noch sehr gut, den aktuellen Fall im Auge zu behalten und den Ermittlungsfortschritt spannend zu gestalten. Ulrike Busch hat es wieder einmal verstanden, einen Krimi zu verfassen, der einem von der ersten Zeile weg fesselt. Man will einfach wissen, was weiter passiert. Seite um Seite vertieft man sich in den Fall. Während des Lesens versucht man mit zu ermitteln, doch immer wenn man denkt, ist doch klar, so muss es sein, taucht eine Wendung auf, die den Fall in eine andere Richtung lenkt. Und genau das ist es doch, was einen guten Krimi ausmacht. Die Ahnungslosigkeit bis zum Ende zum überraschenden Finale.

Von mir gibt es für diesen spannenden und unterhaltsamen Krimi verdiente fünf Lesesterne und eine ausgesprochene Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 13.06.2018

Unterhaltsam

After Work
0 0

Das erste Aufeinandertreffen zwischen Lexia und Adam ist ein großer Zufall. Sie betrinkt sich in einer Bar frustriert über den Verrat der Freundinnen, die sie sitzen gelassen haben. Er kommt zufällig in ...

Das erste Aufeinandertreffen zwischen Lexia und Adam ist ein großer Zufall. Sie betrinkt sich in einer Bar frustriert über den Verrat der Freundinnen, die sie sitzen gelassen haben. Er kommt zufällig in die Bar und setzt sich zu ihr. Sie erzählt ihm viel an diesem Abend, über die Arbeit, jüber den neuen Chef der Agentur, über den Frust in ihrem Leben. Er hört geduldig zu und gibt ihr weiter zu trinken. Aber da ist noch mehr zwischen beiden. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen. Er kann sich nicht erklären, was er an ihr findet, aber sie hat diese gewisse Anziehung. Der Abend ist zu Ende, nichts passiert und Lexia ist sich sicher, den sieht sie nie wieder.

Der Schreck am nächsten Morgen, als sie verkatert in der Werbeagentur erscheint, ist riesig. Denn Adam ist der neue Chef. Ihre männlichen Kollegen lassen sie auch gleich ins Messer laufen und lassen Lexia die letzten Projekte präsentieren. So verunsichert und verkatert wie sie ist, läuft die Präsentation so derart schlecht, dass sich alle Kollegen sicher sind, es ist in jedem Fall Lexia, die gefeuert wird.

Doch es kommt anders, ganz anders. Lexia gelingt es durch eigenen Initiative das sich die Agentur an der Ausschreibung für den Werbeetat von Damenunterwäsche teilnehmen kann. Sie ist sogar mit im Projektteam als es an die Erarbeitung der Vorschläge geht. Aber sie hat es nicht leicht. Von den männlichen Kollegen wird sie nicht ernst genommen. Bei Adam ist sie sich nicht sicher, wie es um ihr Verhältnis zueinandersteht. Und da ist dann auch noch Rebecca, die Tochter des Chefs, die als neue Mitarbeiterin und Projektleiterin mit ins Team geholt wird. Das Rebecca als ehemaliges Model unbedingt viel von Unterwäsche und Dessous versteht, scheint da nur verständlich. Es wird für Lexia immer schwieriger sich der Übermacht für die Kampagne zu erwehren. Sie hat als einzige wirklich verstanden, was die Eigentümerin mit ihrer neuen Kampagne erreichen wollte. Sie wollte unbedingt darauf aufmerksam machen, dass Frauen nicht nur schön sind, wenn sie dünn sind. Es gibt auch dicke Frauen, die mehr in der Werbung präsentiert werden sollen.
Wie die Geschichte ausgeht, ob Lexia sich durchsetzen kann, ob sie mit Adam eine Zukunft hat, lest es selbst.

Was mit an diesem Buch besonders gefallen hat, waren die Hauptpersonen Lexia und Adam. Während der einzelnen Abschnitte, die jeweils aus der Sicht von Lexia und Adam erzählt wurden, spürte man die Emotionen, das Knistern das zwischen ihnen herrschte. Aber es gab auch genug Personen, die einem während des Lesens zunehmend mehr unsympathischer wurden. Da ist Roy der arrogante Chef von Adam, der glaubt sich alles erlauben zu können. Er ist der große Macher, der immer das Sagen hat. Vor allem Adam versucht er mit dem Versprechen als sein Nachfolger sich an ihn zu binden. Dabei schreckt er auch vor Manipulationen um sein Ziel zu erreichen nicht zurück. Auch Leo der Sohn des ehemaligen Firmenchefs, der den Job wahrscheinlich nur hatte, weil er der Sohn war, ist ein echtes Miststück. Viel von dem Mobbing, das Lexia einstecken muss, geht von ihm aus. Er schreckt aber auch nicht davor zurück, ihre Arbeit als sein zu präsentieren.

Kurzum hier wird viel aus der Welt des Arbeitslebens und dem Konkurrenzkampf zwischen Mann und Frau erzählt. Möglicherweise ist manches überspitzt, aber so wird es doch viel deutlicher und anschaulicher erzählt. Die Geschichte zwischen Lexia und Adam bietet hier den wunderbaren Rahmen, gibt der Handlung die nötige Dramatik und hält die Story am Laufen.

Ich habe mich ausgesprochen gut unterhalten gefühlt, konnte viel von den Emotionen nachvollzuziehen und war nach der Lektüre des Buches rundum zufrieden.

Von mir gibt es eine Leseempfehlung und verdiente vier Lesesternen.

Veröffentlicht am 03.06.2018

Ausdrucksstarker Psychothriller von Leonie Haubrich

Die Sprache des Schmerzes
0 0

Ist Thomas Juchmann wirklich unschuldig? Er weiß, dass er die junge Frau nicht vergewaltigt und ermordet hat. Seine Argumente und Erklärungen, die er sich selbst und dem Leser darlegt, lassen einen das ...

Ist Thomas Juchmann wirklich unschuldig? Er weiß, dass er die junge Frau nicht vergewaltigt und ermordet hat. Seine Argumente und Erklärungen, die er sich selbst und dem Leser darlegt, lassen einen das auch wirklich glauben.

Der psychologische Gutachter im Prozess Christopher Günther sieht das aber ganz anders. Für ihn gibt es ein eindeutiges Ergebnis auf Grund verschiedener psychologischer Tests, die er durchführte, dass Thomas Juchmann in jedem Fall schuldig ist. Vorausschauend gibt er sogar noch die Prognose, dass von Juchmann auch in Zukunft wahrscheinlich ähnliche Taten zu erwarten sind. Sein Ergebnis stützt er u.a. auf den Rohrschachtest, einem über hundert Jahre alten Verfahren, welcher für ihn ein unverzichtbares Hilfsmittel ist.

Während des Lesens schwankte ich bereits von Thomas, der durchaus glaubhaft schilderte, dass er auf keinen Fall der Täter sein kann, dann doch wieder zu Christopher dem Gutachter. Dieser belegt nicht nur an Hand des Testes eine mögliche Täterschaft von Thomas. Doch wem soll ich nun glauben?
Thomas Juchmann wiederum nimmt den Verlauf der Handlung selbst in die Hand. Er flieht aus der Haft und will sich nun rächen.

Es ist aber auch die Geschichte von Liz und Jan. Jan, ein kleiner Junge, der zu Hause und auch in der Schule durch Gewaltphantasien auffällt. Liz ist seine Therapeutin. Ihr gelingt es in ersten Ansätzen zu ihm durchzudringen und ist der Meinung, sie kann ihm auf jeden Fall helfen.

Obwohl alle diese Personen bis auf wenige Ausnahmen eigentlich keine Gemeinsamkeiten haben, gelingt es der Autorin ungemein gut, diese zusammen zu führen. Am Anfang ahnte ich noch nicht worauf es hinausläuft.

Leonie Haubrich gelingt es auch in diesem Buch erneut, sich in die Psyche des Menschen so extrem hinein zu versetzen. Ob es nun die Gewaltphantasien von Jan sind, die nur zu Tage treten, wenn er mit Jakob seinem imaginären Freund spricht, oder aber auch das Sinnieren von Liz über ihre Ehe mit Christopher. Schon entsteht beim Lesen die Ahnung, ja so könnte es auf jeden Fall gewesen sein, und die eigenen Gedanken wandern weiter. Auch das Fortschreiten der Handlung wird geschickt durch die Gedanken der agierenden Personen gesteuert.
Die Dramatik entsteht während des Lesens. Anfänglich, wie oben beschrieben, ahnt man das Ausmaß des Ganzen noch gar nicht. Aber dann verselbstständigen sich die Gedanken und die Spannung erhält einen neuen Schub.

Dieser erneute Psychothriller von Leonie Haubrich spielt wieder mit den Gedanken der Protagonisten und lässt uns an ihnen teilhaben. Hilflos steht man als Leser und Zuschauer in der ersten Reihe und kann das Geschehen dann letztlich doch nicht verhindern. Für mich war auch dieses Buch von Leonie Haubrich wieder ein absolut gelungener Ausflug in die Psyche und die Abgründe der Menschen. Ich kann es allen nur empfehlen und vergebe verdiente fünf Lesesterne.