Sehr gut
Unterhaltsamer und spannender Krimi
Unterhaltsamer und spannender Krimi
Unterhaltsamer und spannender Krimi
Unterhaltsamer und spannender Krimi
2010, das Flair des spanischen Sommers vermischt sich mit der Fußballweltmeisterschaft, die in diesem Jahr in Südafrika stattfindet. Das ganze Land fiebert mit und wird bald belohnt werden, mit dem Titel ...
2010, das Flair des spanischen Sommers vermischt sich mit der Fußballweltmeisterschaft, die in diesem Jahr in Südafrika stattfindet. Das ganze Land fiebert mit und wird bald belohnt werden, mit dem Titel für seine Mannschaft. Doch gerade steht das Viertelfinale an und fast alle schauen zu. Doch das Verbrechen ruht nicht und so wartet auf Comisaria María Ruiz statt des Spiels eine junge männliche Leiche. Bald darauf gibt es einen zweiten Mord und eine Verbindung, die zu der von beiden besuchten katholischen Schule führt. Und es gibt Beweisstücke, Bilder von Missbrauchshandlungen, auf denen einer der dortigen Lehrer zu sehen ist, ein Priester. Im klerikalen Umfeld zu ermitteln ist schwer und das Vordringen in diese Abgründe seitens der Comisaria werden abgeblockt. Doch der Investigativreporter Luna, gerade frisch ausgemustert und arbeitslos, bietet seine Hilfe an. Schon in den 1970er Jahren hat er zu diesem Thema Recherchen angestellt und bereits damals tauchte der Name des Geistlichen in einem solchen Zusammenhang auf.
Dies ist ein packender und wirklich heftiger Ermittlungsroman mit einer sehr eigenen Hauptfigur, eben dieser Maria Ruiz und einem Thema, das heute in einem noch viel größerem Maße aktuell ist, nicht weil erst jetzt solche schlimmen Dinge passieren, sondern weil es noch nicht so lange her ist, dass die Mauern des Schweigens eingerissen werden konnten, weitgehend nicht freiwillig von kirchlicher Seite. Aber, das muss man sagen, es tut sich inzwischen etwas, leider viel zu langsam. Es ist viel passiert. Vertrauen wurde missbraucht und das Handeln der Obrigkeit war skandalös. Nun, dieser Kriminalroman, er handelt davon. Und gerade die Begründungen, Ausflüchte, Entschuldigungen? der klerikalen Institutionen, die hier offenbart werden, machen einen fassungslos.
Ein sehr spannendes Debüt, das Potential zeigt für mehr und dies ja auch bereits eingelöst hat. Vier Bände umfasst diese spanische Krimireihe inzwischen. Der letzte davon wurde sogar mit dem spanischen Krimipreis Premio Hammett ausgezeichnet und sicherlich auch auf Grund dessen als Vorreiter für die ganze Serie ins Deutsche übersetzt.
Ich bin mir sicher, wir werden noch viel Weiteres erleben, wenn die Comisaria sich durchkämpft, durch neue Morde, durch das intensive Drumherum und ein bisschen auch durch ihr eigenes Leben.
Berna González Harbour, von dieser Autorin habe ich bisher nichts gelesen oder gehört. Der Pendragon Verlag hat da einen kleinen Edelstein entdeckt, dass es das Debüt der Autorin sein soll, das glaubt ...
Berna González Harbour, von dieser Autorin habe ich bisher nichts gelesen oder gehört. Der Pendragon Verlag hat da einen kleinen Edelstein entdeckt, dass es das Debüt der Autorin sein soll, das glaubt man kaum, so routiniert zieht sich ihr roter Spannungsfaden durch das Buch.
Der Krimi spielt im Sommer der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 und ist damit für die Spanier sowieso schon ein heißer roter Sommer. Ständig fallen Tore und überall wird mitgefiebert. Dass Spanien am Ende sogar Weltmeister wird, ist natürlich toll, aber mit dem Krimi hat das nichts zu tun. Hier zählt anderes als die Tore von Villa oder Iniesta.
Zwei verschiedene Morde, zwei verschiedene Tatorte, sehr verschiedene Protagonisten, viele Gefahren und jede Menge Spannung birgt dieser Kriminalroman, dass schon fast ein Thriller ist. Nur langsam kann Comisaria María Ruiz den berühmten roten Faden entdecken, der schon 40 Jahre zuvor von ihrem Gegenspieler, dem Journalisten Luna, einmal angefasst wurde. Der Täter bleibt lange Zeit im Dunklen, wie auch der Anlass für den Titel „Roter Sommer“. Der Leser muss sich gedulden, aber er wird belohnt.
Aufgeklärt werden die Morde an zwei jungen Männern, deren gemeinsamer Hintergrund in den Untiefen der katholischen Kirche, in vertuschten Fällen von Kindesmissbrauch durch die ehrwürdigen Priester zu finden ist. Wie sich dieser widerwärtige Fall bis zum Ende der Aufklärung widersetzt, ist hochinteressant und spannend zu lesen. Die Autorin schreibt in einem sehr authentischen Stil, da fallen schon einmal Schimpfwörter, aber aus meiner Sicht ist es die gut eingefangene Sprache des Alltags der Polizisten und Kriminellen.
Sehr sympathisch ist die Rolle der Comisaria, die einige Male bis an die Grenzen des Erlaubten und auch ihrer eigenen Leistungsfähigkeit geht. Erst ganz am Ende wird dem Leser ihr psychisch belastendes Geheimnis enthüllt. Ihr Kollege und einmaliger Liebhaber Tomás ist sehr um sie besorgt, auch wenn sie seine Vorgesetzte ist. Diese Beziehung setzt zusätzliche Spannungspunkte.
Den Gegenpart Luna hat die Autorin sehr realistisch geschildert, der Vollblutjournalist, der vor dem Ende seiner Karriere steht und doch immer noch die wilde Recherchelust im Blut spürt, den habe ich sehr ins Herz geschlossen.
Beiden sehr ans Herz gewachsen ist der ehemalige, nun pensionierte und kranke Kriminalpolizist Carlos, der auf seine Weise mit beiträgt zur Aufklärung dieses verzwickten doppelten Mordfalls.
Weniger angenehm sind die Begegnungen mit den Klerikalen, die nichts an sich heran- und alle Vorwürfe abperlen lassen. Es tut gut, wenn man weiß, dass einige zur Verantwortung gezogen werden können. Es tut jedoch nicht gut, wenn man weiß, dass an Stelle der abgeschlagenen Köpfe dieser Schlangen wieder neue nachwachsen.
Fazit: Ich empfehle dieses Buch gern weiter, mir hat es trotz des schwierigen Themas sehr gut gefallen, es liest sich flott und am Ende wünschte ich mir eine Fortsetzung mit Comisaria María, mit Tomás und Luna.
Das Cover gefällt mir gut und hat mich sofort neugierig auf die Geschichte gemacht. Der Titel des Buches passt perfekt.
Die hnsldun g spielt 2010 zur Zeit der Fußball - WM in Spanien. Während sie alle ...
Das Cover gefällt mir gut und hat mich sofort neugierig auf die Geschichte gemacht. Der Titel des Buches passt perfekt.
Die hnsldun g spielt 2010 zur Zeit der Fußball - WM in Spanien. Während sie alle freuen und in Feierlaune sind muss sich Comisaria Maria Ruiz mit einem Mord beschäftigen. Die Ermittlungen gestalten sich schwieriger als gedacht, immer wieder kommt es zu Sackgassen, dann wird eine weitere Leiche gefunden, die Gemeinsamkeit ist ein geheimnisvollen Tattoo. Die Spuren führen zu einer katholischen Schule, Maria muss sich beeilen, denn es wird schnell sehr gefährlich.
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, er war interessant und lebhaft geschrieben. Comisaria Maria Ruiz ist ein eigenwilliger Charakter mit vielen Ecken und Kanten, man erfährt im letzten Teil einiges über sie, was mich sehr interessiert hat. Der erste Band dieser Reihe konnte mich komplett überzeugen und ich empfehle ihn auf jeden Fall weiter.
Berna Gonzalez Harbour war mir bisher unbekannt. Völlig unbedarft ob der Schwergewichtigkeit dieses Krimis bin ich an das Buch herangetreten und wurde überrollt.
Mit sehr geschickten Schachzügen behandelt ...
Berna Gonzalez Harbour war mir bisher unbekannt. Völlig unbedarft ob der Schwergewichtigkeit dieses Krimis bin ich an das Buch herangetreten und wurde überrollt.
Mit sehr geschickten Schachzügen behandelt die Autorin ein für ihr streng katholisches Heimatland Spanien sehr schweres Thema. Der massenhafte sexuelle Missbrauch Minderjähriger durch Priester der katholischen Kirche und die Rolle der Kirchenoberen bei der Verdeckung der Verbrechen. Dieses Hammer-Thema wird in einem spannenden Kriminalfall parallel zur Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika aus verschiedenen Perspektiven behandelt.
Der ständige Wechsel der Perspektiven macht den Kriminalroman zunächst etwas verwirrend und auch schwierig lesbar. Mit Fortschreiten der Handlung dient es aber dem Aufbau der Spannung und der Erklärung einiger Hintergründe.
Das Buch gewinnt deutlich durch die Tiefe der gezeichneten Charaktere: Maria, die 39-jährige Kommissarin, die nach der Einschätzung ihres Lehrmeisters und ehemaligen Chefs eine Berliner Mauer um sich errichtet hat; ebendieser ehemalige Chef, der einsame Wolf in der Provinz und natürlich Luna, Journalist mit dem richtigen Riecher, mit dem Gespür für die Story, gerade nach 40 Dienstjahren in die Arbeitslosigkeit entlassen, ausgemustert und ausweglos. Man möchte das Leben der drei sympathischen Protagonisten nach Abschluss der Lektüre dieses Buches nicht verlassen und wie ich erst im Nachgang erfahren habe, gibt es bereits drei Folgeromane um Comisaria Ruiz. Wobei erst ein weiteres Buch ins Deutsche übersetzt wurde. Ein Manko des Verlages, der schnellstens behoben werden sollte.
Die Vollblutspanierin Gonzalez Harbour erzählt den spannenden Kriminalfall mit viel spanischem Lokalkolorit und betrachtet die durch den jahrhundertelangen Einfluss der Kirche geprägte Mentalität der spanischen Seele sehr kritisch.
Meine Erwartungen an das Buch wurden stark übertroffen.
Fazit: Ein an die Nieren gehendes Thema, sehr gut bearbeitet, mit starkem Lokalkolorit - volle Lesempfehlung meinerseits!