Cover-Bild Schöne Scham
(4)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
16,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Frankfurter Verlagsanstalt
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 11.09.2025
  • ISBN: 9783627023423
Bianca Nawrath

Schöne Scham

Zwei Paare und eine Single-Freundin, ein Wochenende im Sommerhaus – was soll da schon schief gehen?
Mit einem scharfsinnigen Blick auf toxische Machtstrukturen schreibt Bianca Nawrath über Schuldgefühle, Selbstermächtigung und weibliche Solidarität.
Zwei befreundete Paare fahren für ein gemeinsames Wochenende an die Ostsee, und zum ersten Mal ist auch Ola dabei. Ola ist Single, liebt Frauen und Männer und hat eine Biografie von Hildegard von Bingen im Gepäck. Für Amalias Freund Christian ist Ola mit ihren feministischen Bemerkungen eine einzige Katastrophe. Schon der erste Abend droht über der Frage, wem es gelingt, den Grill anzuzünden, und einem Gespräch über weibliche Selbstbefriedigung zum Fiasko zu werden. Das zweite Paar, Kata und Lenny, ist zunehmend irritiert von Christians Verhalten, aber weitgehend mit ihren eigenen unterdrückten Streitereien beschäftigt. Spätestens als Amalia und Ola plötzlich unauffindbar sind, eskaliert die Situation. Wie befreie ich mich aus einer selbstzerstörerischen Beziehung, und ab wann ist Nicht-Einmischung Komplizenschaft? Bianca Nawrath beweist ein scharfes Auge für die Grauzonen innerhalb von Freundschaft und Liebe, für das leise Wirken von Scham- und Schuldgefühlen. Mit zugespitzten Dialogen, psychologischer Spannung und glaubhaften Figuren hinterfragt sie traditionelle Machtstrukturen und führt ihre Leser*innen über viele, oftmals hochamüsante Umwege zu der Erkenntnis, wie wertvoll weibliche Solidarität ist.
»Schöne Scham bewegt sich mit feinem Gespür durch das, was zwischen Menschen liegt: Begehren, Unsicherheit, Nähe, Herkunft, Körper. Es erzählt nicht von Lösungen, sondern von Widersprüchen – und schenkt gerade dort, wo Sprache oft stockt, einen Ton, der zärtlich und klar bleibt.« Sophia Fritz
»Bianca Nawrath trifft einen Nerv. Sie traut sich einiges und es ist, als würde sie einen dabei direkt anschauen.« Judith Poznan

Weitere Formate

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.09.2025

Fünf Menschen, ein Wochenende, ein Haus – und jede Menge unausgesprochene Wahrheiten.

0

In Schöne Scham prallen unterschiedliche Beziehungen, Herkunft und Selbstbilder aufeinander.
Erzählt wird abwechselnd aus den Perspektiven von drei Frauen: Amalia, Kata und Ola. Dieser Wechsel macht den ...

In Schöne Scham prallen unterschiedliche Beziehungen, Herkunft und Selbstbilder aufeinander.
Erzählt wird abwechselnd aus den Perspektiven von drei Frauen: Amalia, Kata und Ola. Dieser Wechsel macht den Roman sehr zugänglich, weil man nah an ihren Gedanken ist – und dabei erkennt, wie unterschiedlich Wahrnehmungen sein können.

Amalia stammt aus einfachen Verhältnissen und blickt mit Staunen (und auch Unsicherheit) auf den Wohlstand ihrer Freundin Kata. Klassismus ist damit zwar nicht das zentrale Thema des Romans, aber er durchzieht die Geschichte wie ein unterschwelliger Ton.

Im Fokus stehen vor allem die Beziehungsdynamiken:

– Amalias Partner Christian wirkt nach außen liebevoll, offenbart aber schnell ein hoch toxisches, narzisstisches Muster. Dass seine Herkunft dabei mitbeleuchtet wird, macht ihn komplexer und gleichzeitig noch unangenehmer.

– Besonders spannend fand ich, wie klar gezeigt wird, dass Freund:innen zwar oft merken, wenn etwas nicht stimmt, aber trotzdem wegsehen. Ein heikles, wichtiges Thema.

– Kata und Lenny, das vermeintlich „schlechtere“ Paar, entpuppen sich dagegen als Beispiel dafür, dass Alltag nicht gleich Stillstand ist. Ihre gesunde Kommunikation fand ich sehr erfrischend.

– Mein persönliches Highlight: Ola. Selbstbewusst, glücklich single und die Einzige, die Amalias Zwickmühle wirklich wahrnimmt. Sie ist eine Figur, die zeigt, dass Selbstbestimmung nicht nur möglich, sondern kraftvoll sein kann. Schade nur, dass ihre eigene Story um „Lotti“ offen bleibt.

Fazit: Schöne Scham ist leicht zugänglich geschrieben, hat mich komplett mitgerissen und regt dazu an, Beziehungsdynamiken neu zu betrachten. Wo fängt Fürsorge an und wo schlägt sie in Kontrolle oder sogar Gewalt um? Der Roman zeigt, dass nichts so ist, wie es scheint, und dass wir vorsichtig sein sollten, Beziehungen von außen vorschnell zu bewerten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.10.2025

Was für ein Werk

0

Ehrlich gesagt, konnte ich mich kaum losreißen.

Die Gesellschaftliche Strukturen und der Feminismus wurde sehr lebhaft und authentisch dargestellt. Es war gut Möglich die Handlung zu verfolgen und seine ...

Ehrlich gesagt, konnte ich mich kaum losreißen.

Die Gesellschaftliche Strukturen und der Feminismus wurde sehr lebhaft und authentisch dargestellt. Es war gut Möglich die Handlung zu verfolgen und seine Schlüsse zu ziehen.

Die weiblichen Charaktere sind sehr unterschiedlich aber passend charakterisiert, dass es leicht war den Pfaden der wechselnden POVs nicht zu verlieren. Jede der Charaktere hatte deren eigene Art und Weise und hat einen anderen Blick auf die Wirklichkeit dessen Umstände erklärt.

Die Story auch mit wichtigen thematischen Hintergrund war sehr mitreißend und hatte trotz allem noch Witz und eine priese Optimismus dabei.

Ich kann das Buch jedem Nahelegen, da ich die Thematik sehr relevant finde und meine es ist es Wert gelesen zu werden und sich eigene Gedanken an die Strukturen zu machen, in denen man steckt steckt

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.08.2025

Wann muss ich mich einmischen?

0

Der Roman startet mit einer alltäglichen Situation, indem zwei Paare und eine Single-Frau gemeinsam ihren Urlaub in einem Wochenendhaus verbringen möchten. Teilweise sind die Personen bekannt, teilweise ...

Der Roman startet mit einer alltäglichen Situation, indem zwei Paare und eine Single-Frau gemeinsam ihren Urlaub in einem Wochenendhaus verbringen möchten. Teilweise sind die Personen bekannt, teilweise sind sie sich noch fremd, aber man spürt schon bei der Anreise, das leise Brodeln. Die Gespräche werden intensiver, Fragen persönlicher und drängender und die Charaktereigenschaften der einzelnen Personen lassen sich nach einer gewissen Zeit nicht mehr verbergen, vor allem die negativen. Sehr gut gelungen finde ich die Problematik: Wann mische ich mich in die Beziehung anderer ein? Was darf ich, wann muss ich handeln? Es werden noch viele weitere Probleme und Themen angesprochen, die zum Nachdenken verleiten.

Veröffentlicht am 06.10.2025

Zwischen Nähe und Widerspruch – ein facettenreicher Blick, aber nicht ganz rund

0

Schöne Scham von Bianca Nawrath bietet eine spannende Ausgangslage: Zwei Paare und eine Single‑Freundin verbringen ein Wochenende an der Ostsee – ein Szenario, das zugleich idyllisch und spröde sein kann. ...

Schöne Scham von Bianca Nawrath bietet eine spannende Ausgangslage: Zwei Paare und eine Single‑Freundin verbringen ein Wochenende an der Ostsee – ein Szenario, das zugleich idyllisch und spröde sein kann. Schnell offenbaren sich unter der Oberfläche Spannungen, unausgesprochene Wahrheiten, Machtverhältnisse und Schamgefühle. Besonders gelungen finde ich, wie Nawrath das Thema weibliche Solidarität mit den Grauzonen zwischen Freundschaft, Begehren und gesellschaftlichen Erwartungen verknüpft. Die Dialoge sind oft scharf, die Beobachtungen treffend, und es ergibt sich eine Psychologie des Alltäglichen, die nachhallt.

Auch positiv: Der Schreibstil ist zugänglich und klar, die Kapitel kurz genug, um Spannung zu halten, und dennoch gibt es Momente, in denen sich Figuren ambivalent verhalten – das macht sie glaubwürdig. Relationen wie Schuld und Mitschuld, aktives Wegschauen versus Verantwortung werden subtil thematisiert, was zeigt, dass das Buch mehr sein will als nur Drama unter Freunden.

Auf der anderen Seite gibt es Elemente, die mich gestört haben: Manche Perspektivwechsel und Dialoge wirken etwas konstruiert, fast so, als wolle das Buch zu vielen Themen gleichzeitig gerecht werden, was aber nicht in allen Fällen gelingt. Es bleibt gelegentlich oberflächlich, wenn es darum geht, tiefer in die psychologischen oder gesellschaftlichen Dynamiken einzusteigen. Auch verblassen manche Nebenfiguren, sodass ihr Verhalten oft stereotyp erscheint oder wenig Eigenes bekommt. Zudem war das Tempo nicht durchweg gleich ausgeprägt – gegen Ende hin hätte ich mir mehr Zuspitzung gewünscht.
Schöne Scham ist ein lohnenswertes Buch für Leser*innen, die gern in Beziehungsgeflechte eintauchen, sich mit Themen wie Scham, Solidarität und Machtverhältnissen auseinandersetzen – besonders im Kontext moderner Freundschaft. Nicht perfekt, aber mit starkem Potenzial und einigen beeindruckenden Passagen. Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere