Cover-Bild Susi, die Enkelin von Haus Nummer 4

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15,00
inkl. MwSt
  • Verlag: arsEdition
  • Genre: Kinder & Jugend / Sachbilderbücher
  • Ersterscheinung: 19.09.2016
  • ISBN: 9783845815251
Birgitta Behr

Susi, die Enkelin von Haus Nummer 4

... und die Zeit der versteckten Judensterne
Ein berührendes Buch über die wahre Geschichte eines jüdischen Mädchens im Zweiten Weltkrieg, das sich jahrelang vor den Nazis verstecken musste und - dank der Hilfe von Freunden, aber auch von völlig Fremden - überlebte. Es ist ein Buch, das mit eindrücklichen Bildern vom Grauen einer vergangenen Zeit erzählt, aber auch von Solidarität, Freundschaft und Mut - und damit den Bogen zur heutigen Zeit schlägt, zu den Bemühungen um Frieden und Toleranz in unserer Gesellschaft.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.08.2017

Gegen das Vergessen

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Wenn mich nicht die liebe Carola von "Carolas Bücherwurm" auf dieses Buch aufmerksam gemacht hätte, dann hätte ich es vermutlich nie zur Hand genommen.
Das Cover hätte mich wahrscheinlich schon abgeschreckt...
Die ...

Wenn mich nicht die liebe Carola von "Carolas Bücherwurm" auf dieses Buch aufmerksam gemacht hätte, dann hätte ich es vermutlich nie zur Hand genommen.
Das Cover hätte mich wahrscheinlich schon abgeschreckt...
Die ängstlichen, riesigen Augen des Mädchens, in dem ich Susi vermutete...

Doch Carola hat so intensiv von diesem Buch berichtet, dass ich es mir anschauen wollte.
Eine kurze Rücksprache mit Arndt von "Astrolibrium", da wir einige Bücher zum Thema gemeinsam lasen (und hoffentlich noch lesen werden), und prompt wollte ich das Buch noch mehr selbst erleben...

Denn wo Carola es als gut empfand, dass sich ein Bilderbuch mit diesem Thema beschäftigt,
empfand Arndt es als zu viel Arbeit mit Angst.
Nun wollte ich mir gerne ein eigenes Bild machen.

Ich finde auch, dass in diesem Werk sehr viel mit Angst gearbeitet wird, was zwar mehr oder weniger der Realität entspricht, aber für Kinder heutzutage vielleicht nicht der richtige Ansatz ist, um Ihnen den Holocaust nahe zu bringen...


Manchmal muss man mutig sein, um das
Gute zu beschützen, und manchmal kostet es
das eigene Leben, aber vielleicht rettet man
damit eine ganze Welt.

Ich möchte hier mit "Das versteckte Kind" vergleichen. Den Artikel zu diesem Buch habe ich erst vor kurzem online gestellt ( >> hier zu finden << ).
Dort wird auch eine traurige und grausame Geschichte erzählt, doch in der Umsetzung der Bilder und Erzählungen kindgerechter und ohne Angst.

Dennoch hat mir "Susi" sehr gefallen, da es sprachlich schon sehr ansprechend ist. Metaphorisch und herrlich anzuschauen - als Erwachsener!
Kinder wird dieses Werk wohl eher abschrecken, wenn nicht gar verschrecken.

Viele der Bilder und Zeichnungen sind für Kinder wohl nicht zu erfassen. Sie benötigen einiges an Hintergrund wissen. Und ob Kinder viel mit Karikaturen anfangen können, dass weiß ich nicht.

Hier wurde eigentlich nur ein großer Fehler meiner Meinung nach begangen: Die Festlegung der Altersempfehlung.

Wenn die Geschichte mir schon einen Schauer über den Rücken laufen lässt, dann werde ich es keinem Kind zum Lesen geben...

"[...] meine Geschichte ist nicht ausgedacht!
Und Monster gibt es wirklich!
Sie erwachen, wenn man nicht aufpasst und die Menschlichkeit verloren geht.
Ist es dann nicht viel wichtiger, die wahren Monster zu kennen und sie zu besiegen, als sich vor den erfundenen Gänsehautfratzen unter der Bettdecke zu verkrümeln? Deshalb möchte ich dir alles erzählen. Du sollst Bescheid wissen, gut achtgeben auf dich und all die anderen, damit nie mehr ein Monster in einem Menschen erwachen kann und die Welt dunkel werden lässt."
- Seite 13

Aus erwachsener Sicht stilistisch großartig... Aus kindlicher Sicht von Fakten und Angst erschlagen...

Veröffentlicht am 11.10.2016

Ein sehr spezielles Buch.

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Inhalt:
Die Gesichte des Dritten Reiches wird erzählt von dem „Haus Nummer 4“.
In diesem Haus wurde 1936 Susi geboren; auch ihre Eltern und ihre Großmutter lebten dort.
Es wird das Schicksal der Juden ...

Inhalt:
Die Gesichte des Dritten Reiches wird erzählt von dem „Haus Nummer 4“.
In diesem Haus wurde 1936 Susi geboren; auch ihre Eltern und ihre Großmutter lebten dort.
Es wird das Schicksal der Juden anhand dieser Familie geschildert:
Susis Großmutter wird deportiert und Susi muss sich bei einer fremden Familie verstecken.

Meine Meinung:
Das Buch ist eine bunte Mischung:
Teilweise gibt es Text zu einer Zeichnung.
Manches ist comicartig, grell und schrill mit Sprechblasen.
Insgesamt ist das Buch optisch sehr dunkel gehalten (z.B. schwarze Sprechblasen von Hitler).
Susi wird als Manga-Mädchen mit großen Augen dargestellt (Kindchenschema).

Am besten fand ich noch die Begriffserklärungen und die zeitgenössischen Fotographien.

Die Texte sind teilweise etwas umständlich formuliert:
„Dort stand sie in der Klasse, mit Blicken voller Erwartung, fühlte sich ungelegen und zu viel und wäre am liebsten weggerannt. Doch dann klopfte es auf ihre Schulter, so als wolle man eine Tür öffnen, an der man anklopfte und jemand „Herein“ sagen müsste. Und irgendwie war es dann auch so. In Susi ging eine Tür auf, und ein Kinderlachen trat herein, nahm sie an die Hand und bat sie mitzuspielen. Und dann war Susi einfach nur Susi, ein kleines Mädchen, das mitspielen und dazugehören durfte, kein Ungeziefer, kein Abfall, keine aussortierte Menschenrasse.“ (S. 82)

Gut, was die Gesichte aussagen soll ist klar.
Mir persönlich sind die Seiten zu überfüllt und unübersichtlich.
Auch die Texte konnten mich nicht wirklich berühren oder meine emotionale Seiten ansprechen.

Ich finde dieses Buch sehr speziell und ich glaube die Art dieses Buches muss einem liegen, damit es einen ansprechen kann.

Fazit: Mir persönlich hat es leider nicht gefallen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Eine Geschichte über Menschlichkeit und Barbaren

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Januar 1933. Die Weltwirtschaftskrise ist auf dem Höhepunkt angelangt, die Inflation schreitet schneller voran als Leute überhaupt Geld ausgeben können und die Menschen sind verzweifelt. Da gelangt ein ...

Januar 1933. Die Weltwirtschaftskrise ist auf dem Höhepunkt angelangt, die Inflation schreitet schneller voran als Leute überhaupt Geld ausgeben können und die Menschen sind verzweifelt. Da gelangt ein Mann in Deutschland an die Macht, der hinter einer nicht sehr beeindruckenden Gestalt und einem Oberlippenbart, einem harmlosen Aussehen eine Bestie versteckt. Adolf Hitler heißt dieser Mann, und er zieht sofort in den Krieg. Nicht gleich gegen Polen, die Sowjetunion oder die restliche Welt, nein, zuerst wendet er sich den Juden zu. Immer mehr und mehr Einschnitte müssen diese hinnehmen. Erst dürfen sie nicht mehr ins Kino, Theater, oder zu nichtjüdischen Ärzten, dann werden sie mit dem Judenstern gekennzeichnet, schließlich ermordet.
April 1936. Inmitten dieser grausamen Zeit wird ein kleines Mädchen geboren, Susi, Tochter zweier Juden. Schon von frühester Kindheit an bemerkt sie, welche Unterschiede zwischen ihr und anderen Kindern gemacht werden, doch obwohl ihre Eltern und ihre Großmutter so unter den neuen Gesetzen leiden, vermitteln sie ihrem Kind tiefe Menschlichkeit. Immer schlimmer wird es - schließlich muss ihre Großmutter die Wohnung verlassen, wird deponiert und dann im September 1942 ermordet. Bevor auch sie deponiert werden sollen, werden sie gewarnt, und die Familie flieht. Zu Freunden, Bekannten, Unbekannten - Menschen, die sie getrennt aufnehmen und immer ihr Leben riskieren, um das Leben der Familie zu retten.

Das ist eine wahre Geschichte, und allein das Wissen darum lässt alles viel gewaltiger und erschüttender vor einem entstehen, als es eine erdachte Story könnte. Die Zeichnungen wechseln zwischen Bildern, die fast Fotos gleichen und Bleistiftzeichnungen ab, erzählt wird nicht nur die Geschichte von Susi und ihrer Familie, sondern es gibt eine kurze Zusammenfassung von der Machtübernahme der Nazis bis zum Ende des Krieges. Das geschieht in einer Art, der sowohl kindlich angemessen als auch manchmal fast poetisch zu bezeichnen ist und zieht einen noch tiefer in dieses Buch hinein. Ich kann dieses Buch nur völlig empfehlen und würde sogar so weit gehen zu sagen, dass es als Schullektüre Pflicht sein sollte, weil man damit Kinder und Jugendliche wahrscheinlich besser erreicht als mit trockenem und sachlichem Stoff.