Genau das richtige Maß an Kitsch
„Wir zwei im Dezember“ ist eine klassische romantische Komödie mit Weihnachtssetting – und genau das, was ich mir für gemütliche Lesestunden im Advent vorstelle. Wer Emily Henry oder Jenny Colgan gern ...
„Wir zwei im Dezember“ ist eine klassische romantische Komödie mit Weihnachtssetting – und genau das, was ich mir für gemütliche Lesestunden im Advent vorstelle. Wer Emily Henry oder Jenny Colgan gern liest, wird sich hier sofort zu Hause fühlen.
Im Mittelpunkt steht Megan, die vor einigen Jahren ihren Verlobten am Altar stehen ließ und seitdem ihr irisches Heimatdorf meidet. Als sie ihrer Mutter verspricht, Weihnachten endlich wieder dort zu verbringen, hält sich ihre Begeisterung in Grenzen. Noch komplizierter wird es, als sie Anfang Dezember in Dublin zufällig auf ihren ehemaligen Schulfreund Christian trifft. Auch er ist Single – grundsätzlich kein Problem, nur eben nicht zur Weihnachtszeit, wenn man von glücklichen Paaren umgeben ist. Kurzerhand schließen die beiden einen Deal: Sie geben über die Feiertage ein Paar, retten sich gegenseitig durch Familienfeste und peinliche Fragen.
Die Geschichte bedient bekannte Tropes, aber ich fand es sehr angenehm, dass Megan nicht als klischeehafte, unsichere Heldin gezeichnet wird, sondern selbstbewusst, reflektiert und mit einem guten Gespür für ihre eigenen Grenzen. Auch die Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren wirkt leicht und glaubwürdig, ohne ins Überzuckerte abzurutschen. Der Roman ist flüssig geschrieben, gut getaktet und genau richtig dosiert in Sachen Humor, Romantik und Weihnachtsatmosphäre. Es gibt Lichterketten, Familienchaos und emotionale Altlasten, aber nicht zu viel Kitsch. Alles in allem ein empfehlenswerter Weihnachtswolldeckenroman!