Cover-Bild Die dunklen Mauern von Willard State
9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Piper
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 464
  • Ersterscheinung: 09.11.2015
  • ISBN: 9783492307581
Ellen Marie Wiseman

Die dunklen Mauern von Willard State

Roman
Sina Hoffmann (Übersetzer)

Zehn Jahre ist es her, dass eine schicksalhafte Nacht für Izzy Stone alles veränderte: Ihre Mutter erschoss ihren Vater während er schlief. Seitdem lebt die nun 17-Jährige bei Pflegefamilien. Als sie für ein Museum Gegenstände ehemaliger Insassen der alten und berüchtigten psychiatrischen Anstalt Willard State Asylum katalogisiert, stößt sie auf einen Stapel ungeöffneter Briefe und das alte Tagebuch einer gewissen Clara Cartwright. Je mehr sie über Claras Leben in Erfahrung bringt, desto mehr klären sich auch die Rätsel ihres eigenen Lebens …

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.01.2020

Ein packender Roman über zwei junge Frauen, die für ihre Würde und Freiheit kämpfen

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Ein packender Roman über zwei junge Frauen, die für ihre Würde und Freiheit kämpfen

Die 17-jährige Izzy Stone lebt bei einer Pflegefamilie, da ihre Mutter ihren Vater erschossen hat. Auf der neuen Schule ...

Ein packender Roman über zwei junge Frauen, die für ihre Würde und Freiheit kämpfen

Die 17-jährige Izzy Stone lebt bei einer Pflegefamilie, da ihre Mutter ihren Vater erschossen hat. Auf der neuen Schule machen es ihr die Mitschüler nicht leicht. Besonders Shannon hat es auf sie abgesehen. Alex dagegen bietet Izzy ihre Freundschaft an. Doch meint sie es ehrlich oder steckt sie mit der hinterhältigen Shannon unter einer Decke?
Zusammen mit ihrer Pflegemutter katalogisiert Izzy für ein Museum die Gegenstände einer längst geschlossenen psychiatrischen Anstalt. Dabei findet sie das Tagebuch der jungen Clara Cartwright und erfährt mehr über die unmenschlichen Lebensbedingungen im Willard State Asylum in den 1920er Jahren.

Wir folgen zwei Handlungssträngen - dem von Izzy und dem Claras.
Clara ist die Tochter eines wohlhabenden Mannes. Ihr einziges “Vergehen” ist, dass sie sich in einen Mann verliebt hat, den die Eltern nicht gutheißen. Ihr Vater lässt sie einweisen. Wie kann sie den Arzt von Willard nur überzeugen, dass sie nicht geistig krank ist?

Anders als vom Cover erwartet, spielt der Hauptteil der Geschichte im grausigen Willard Asylum sowie in der Gegenwart in Izzys High-School.
Beide Protagonistinnen leiden darunter, dass ihre Stimmen nicht gehört werden, dass sie von Dritten benutzt und drangsaliert werden.
Der Plot ist sehr bedrückend. Dennoch konnte ich nicht aufhören zu lesen, da ich herausfinden wollte, welche Verbindung die beiden Frauen zueinander haben und wie ihre Geschichten enden. Durch verschiedene Wendungen lässt die Spannung nicht nach.

Der Roman zeigt die Geschichte der damalige Psychiatrie und die unmenschlichen Behandlungsmethoden. Im Anhang schildert die Autorin einige Hintergründe der Zeit. Menschen konnten schon bei geringen Auffälligkeiten wie einem öffentlichen Wutausbruch, Depressionen oder einem Streit eingewiesen werden und lebten teilweise bis zu ihrem Tod in den Anstalten. Frauen wurden zwangssterilisiert.

Ein ergreifendes Buch für Leserinnen mit starken Nerven.

Veröffentlicht am 23.02.2017

Die dunklen Mauern von Willard State

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Die 17-jährige Isabelle lebt bei Pflegeeltern, seitdem vor vielen Jahren ihre Mutter ihren Vater erschoss. Als Isabelles Pflegemutter für ein Museum alte Gegenstände von Insassen einer früheren Psychiatrie ...

Die 17-jährige Isabelle lebt bei Pflegeeltern, seitdem vor vielen Jahren ihre Mutter ihren Vater erschoss. Als Isabelles Pflegemutter für ein Museum alte Gegenstände von Insassen einer früheren Psychiatrie katalogisieren soll, begleitet Isabelle ihre Pflegemutter nach Willard State. Dort stößt Isabelle auf den alten Koffer von Clara, die in den 1930er Jahren unfreiwillig nach Willard State gebracht wurde. Isabelle liest Claras altes Tagebuch und ist schnell gefesselt von der Geschichte der ihr unbekannten Frau aus der Vergangenheit.

Mein Leseeindruck:

Dieses Buch hat mich sowohl begeistert als auch tief erschüttert. Es gibt zwei Handlungsstränge. Einmal erfahren wir Isabelles Geschichte in der Gegenwart, und dann blicken wir immer wieder zurück auf Claras Geschichte, die hier hauptsächlich in den 1930er Jahren spielt.

Beide Handlungsstränge werden mit der Zeit miteinander verknüpft, was der Autorin meiner Meinung nach sehr gut gelungen ist!

Mir haben auch beide Handlungsstränge sehr gut gefallen, wobei mich aber Claras Geschichte mehr mitgenommen hat. Über das, was Clara widerfahren ist, war ich tief erschüttert. Erschreckend ist auch, dass diese Geschichte zwar fiktiv ist, aber dennoch einen wahren Kern hat. Das "Willard State Hospital" hat es wirklich gegeben, und die Behandlungsmethoden sind leider auch nicht erfunden.

Ich denke, dieses Buch wird mich auch nach dem Lesen noch lange beschäftigen. Und ich kann den Roman auf jeden Fall weiterempfehlen; es ist eine ganz besondere, spannende und sehr mitreißende Geschichte!

Veröffentlicht am 17.10.2016

Bewegende Story

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Wir treffen in diesem Buch 2 Protagonistinnen, da es in 2 verschiedenen Jahren spielt. Zum einen geht es um die 17-jährige Isabelle "Izzy" Stone. Ihre Geschichte spielt in den 90er Jahren. Sie lebt bei ...

Wir treffen in diesem Buch 2 Protagonistinnen, da es in 2 verschiedenen Jahren spielt. Zum einen geht es um die 17-jährige Isabelle "Izzy" Stone. Ihre Geschichte spielt in den 90er Jahren. Sie lebt bei verschiedenen Pflegefamilien, seit ihre Mutter in einer Nacht ihren Vater erschoss und ins Gefängnis kam. Ihre jetzige Pflegemutter bittet sie um Hilfe bei der Katalogisierung von Koffern und deren Inhalte, die in einer leer stehenden psychiatrischen Anstalt auf dem Dachboden stehen. Dort stößt Izzy auf das Tagebuch von Clara Cartwright.
Clara lebt 1929 in New York. Sie ist Tochter aus gutem Hause, hat aber ihre eigene Sichtweise vom Leben. Sie geht gerne mit ihren Freunden Aus und lernt auf einer Feier einen hübschen Italiener kennen, in den sie sich verliebt. Allerdings ist sie schon einem Jungen aus gutem Hause versprochen. Als sie sich aber weigert die arrangierte Verbindung einzugehen, wird sie von ihrem Vater in ein Heim für Nervenleidende eingeliefert und ein Albtraum beginnt.
Je mehr Izzy über Clara erfährt, desto mehr lösen sich ihre eigenen Geheimnisse und Rätsel.

Das Buch ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich habe geweint, geflucht und mit gelitten, zumal es Izzy auch in der Schule nicht gerade leicht hat. Claras Geschichte hat mich ziemlich aufgewühlt, da man erfährt wie man früher mit angeblich psychisch kranken Menschen umgegangen ist. Aber auch Izzys Geschichte lies mich nicht kalt und ich lag mit meiner Vermutung richtig, weshalb ihre Mutter den Vater erschoss. Ich habe auch mitgefiebert, als sie anfing zu recherchieren.
Der Schreibstil ist leicht zu lesen. Ich selbst habe wenige Tage für dieses Buch gebraucht, da man nach jedem Kapitel erfahren möchte wie es weitergeht.
Das Buch kann ich wirklich jedem empfehlen, der gerne tiefgründige Geschichten liest die zum Nachdenken anregen.

Veröffentlicht am 06.10.2016

Emotional

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Es gibt zwei Handlungsstränge in diesem Buch. Der eine dreht sich um die Junge Clara in den 1920er Jahren, die gegen ihren Willen in ein Irrenhaus gesperrt wird, nur weil ihr Vater nicht mit ihrem Freund ...

Es gibt zwei Handlungsstränge in diesem Buch. Der eine dreht sich um die Junge Clara in den 1920er Jahren, die gegen ihren Willen in ein Irrenhaus gesperrt wird, nur weil ihr Vater nicht mit ihrem Freund Bruno einverstanden ist und Clara sich nicht den Lebensvorstellungen des Vaters für sie beugen will. Es wird erläutert, wie Clara in der Anstalt behandelt wird und wie es zu dieser Zeit in solchen Institutionen vor sich ging. Der andere Handlunsstrang dreht sich um Izzy, deren Mutter ihren Vater erschossen hat, als diese erst 7 Jahre alt war. Ihre Mutter sitzt seither im Gefängnis und Izzy wurde von Plfegefamilie zu Pflegefamilie geschoben. Nun wohnt sie bei den sehr liebevollen Ehepartnern Peg und Harry. Hier engagiert sie sich in einem Projekt, dass sich um die damaligen Insassen von Willard dreht. Sie findet Claras Koffer und versucht mehr über ihr Leben in Willard zu erfahren.

Ich brauchte ein bisschen um in das Buch reinzufinden, auch wegen den zwei Handlungssträngen. Dann jedoch ist das Buch sehr packend und spannend. Man ist oft entsetzt über die Umstände in der Irrenanstalt und lernt sehr viel über Psychatrien zu dieser Zeit. Auch der Handlunststrang um Izzy ist spannend geschrieben und man erlebt, wie unwohl sie sich dabei fühlt schon wieder eine neue Schule besuchen zu müssen. Die Autorin hat es gut geschafft die beiden Stränge miteinander zu verbinden.

Das Ende hat mir sehr gefallen und der Schreibstil ist auch ganz gut.

Insgesamt ist das Buch sehr interessant und emotional, bei dem man auch mal Tränen verdrücken musst. Ich kann es also allen weiterempfehlen, die sich für die Umstände in damaligen Psychatrien interessieren und eine spannende Geschichte mögen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Schicksalhafte Verknüpfung der Geschichte zweier Frauen

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Ellen Marie Wiseman erzählt in ihrem Roman „Die dunklen Mauern von Willard State“ die Geschichte von zwei jungen Frauen, die zu unterschiedlichen Zeiten leben. Clara ist in behüteten Verhältnissen der ...

Ellen Marie Wiseman erzählt in ihrem Roman „Die dunklen Mauern von Willard State“ die Geschichte von zwei jungen Frauen, die zu unterschiedlichen Zeiten leben. Clara ist in behüteten Verhältnissen der 1920er Jahre aufgewachsen, Isabelle hat eine turbulente Jugend in den ersten Jahren der 1990er erlebt. Soweit sind sie sehr unterschiedlich, doch das Schicksal lässt Isabelle auf den Lebensweg von Clara aufmerksam werden. Sie ist davon so bewegt, dass sie ihn weiter verfolgen möchte. Ob sie dabei erfolgreich ist, erfährt der Leser am Ende des Buchs.

Der Roman beginnt im Jahr 1995. Auf dem Cover ist ein altes Foto der psychiatrischen Anstalt Willard State Asylum zu sehen. Hier soll die 17jährige Isabelle Stone, genannt Izzy, an der Seite ihrer Pflegemutter Peg, die die Kuratorin des örtlichen Museums ist, den Inhalt dort lagernder Koffer ehemaliger Insassen dokumentieren. Seit ihre Mutter vor zehn Jahren ihren Vater erschossen hat, fühlt Izzy sich zum ersten Mal in einer Pflegefamilie wohl. Sie beginnt ihr letztes Highschooljahr und wird als neue Mitschülerin von ihren Klassenkameraden gemobbt. Nicht nur in der Familie, sondern auch in der Schule ist Izzy um Harmonie bemüht, aber nachdem sie ohne Erlaubnis in den Besitz des Tagesbuchs der früheren Anstaltsinsassin Clara Cartwright gekommen ist, lassen deren Erlebnisse sie nicht mehr los. Um mehr über Clara zu erfahren, muss sie gegen die Weisungen Pegs handeln.

Der Leser begleitet Izzy dabei, wie sie lernt, Ängste zu überwinden, Freunde zu finden und sich ihnen gegenüber zu öffnen. Sie beginnt, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen und weitreichende Entscheidungen selbst zu treffen. Jede Lüge, sei sie auch nur aus der Not geboren, tut ihr weh, denn sie weiß, dass sie sich damit die Zuneigung ihrer Pflegeeltern verscherzen kann. Sie hat ein schweres Trauma in ihrer Kindheit erlitten und versucht durch physischen Schmerz den psychischen zu überdecken. In ihrer neuen Klasse begegnet sie einem Mädchen, das genauso verletzt ist wie sie. Doch deren Verhalten ihren Freunden gegenüber heißt sie nicht gut und gerät dadurch selbst in den Fokus. Ihr Mut, Stellung zu beziehen, bringt ihr Sympathien und Freunde, verschärft aber natürlich gleichzeitig den Konflikt. Gleichzeitig beschäftigt sie sich mit dem Leben von Clara, die in herrschaftlichem Hause aufgewachsen ist, aber nicht die Freiheit besessen hat, ihren Lebensweg selbst zu bestimmen. Ihr Vater spielt seine Macht aus, die ihm durch sein Vermögen gegeben ist und seine Tochter verfügt über keine Möglichkeiten sich einer Einweisung in die psychiatrische Klinik zu widersetzen.

Auch ich war fasziniert von der fiktiven Story in der realen Umgebung der Nervenheilanstalt. Dank der guten Recherche der Autorin und der bildhaften Beschreibung konnte ich mir das Leben von Clara in der Institution entsprechend vorstellen. Es ist unglaublich und verstörend, welche Möglichkeiten es gab, gesunde Menschen mit einer Krankheit zu behaften und sie gegen ihren Willen festzuhalten.

Durch die Beschäftigung mit der Geschichte Claras beginnt Izzy über ihr eigenes Verhältnis zur Mutter und ihre Versäumnisse in der Vergangenheit nachzudenken. Erst dadurch beginnt Isabelle sich mit ihrem eigenen Schicksal mit Herz und Verstand auseinanderzusetzen. Claras Geschichte lässt sie erkennen, dass es auch für sie trotz des Stigmatas ihrer Herkunft eine Zukunft geben wird, die bestimmt ist durch ihren Willen, ihren Leistungen und ihrer Integrität.

Ellen Marie Wiseman schafft es, die beiden Handlungsstränge gekonnt miteinander zu verknüpfen. Ich war fasziniert von beiden Geschichten und unglaublich traurig über das Schicksal Claras, das sie sicher tausendfach mit realen Menschen teilt. Gerne gebe ich dem Buch meine Leseempfehlung.