Ein leises Buch für zwischendurch
Inhaltlich passiert nicht viel und genau das ist Programm. Arenz interessiert sich weniger für Handlung als für das, was zwischen zwei Menschen entsteht, wenn der Alltag kurz ausgesetzt ist. Die Beziehung ...
Inhaltlich passiert nicht viel und genau das ist Programm. Arenz interessiert sich weniger für Handlung als für das, was zwischen zwei Menschen entsteht, wenn der Alltag kurz ausgesetzt ist. Die Beziehung der von Peter und Paula steht in einem Schwebezustand: offen, vorsichtig, nie ganz sicher, ob sie Bestand haben kann oder nur ein Moment bleibt. Das Buch liest sich schnell und flüssig, was vor allem an Arenz’ klarer, ruhiger Sprache liegt. Er kann Stimmungen sehr gut einfangen: Herbstlicht, leere Straßen, das Gefühl von Zeit, die plötzlich keine Rolle mehr spielt. Die Atmosphäre ist definitiv die größte Stärke von Katzentage. Die Illustrationen von Florian Bayer untermauern diese außergewöhnliche Stimmung. Er bleibt seinem Schreibstil, den ich in all seinen anderen Werken so gerne mag, treu. Mit den beiden Hauptfiguren bin ich allerdings nicht ganz warm geworden. Trotz der Nähe, die zwischen ihnen entsteht, blieben Paula und Peter für mich seltsam unnahbar. Ihre Gedanken und Gespräche wirken oft zurückhaltend, fast vorsichtig kalkuliert, sodass ich sie eher aus der Distanz beobachtet habe, statt mich ihnen wirklich verbunden zu fühlen. Gerade weil das Buch stark auf Stimmung und Beziehung setzt, hätte ich mir hier mehr emotionale Tiefe gewünscht. Die Katze zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Sie taucht immer wieder auf, und beobachtet die Figuren. Dabei wird sie fast selbst zu einem Charakter.
Das Buch ist für all diejenigen, die ruhige Geschichten schätzen und sich gern auf Stimmungen statt auf Handlung einlassen. Katzentage überzeugt vor allem durch die großartige Atmosphäre. Ein leises Buch für zwischendurch, das einen den Alltag kurz ausblenden lässt. Ich habe das Buch innerhalb kürzester Zeit weggelesen und mochte gerade, dass es sich gut nebenher lesen lässt. Der gewohnte Ewald-Arenz-Stil ist sofort wieder da, hier allerdings in einer deutlich kürzeren Form. Das tut dem Schreibstil keinen Abbruch, im Gegenteil. Katzentage liest sich sehr angenehm und leicht. Trotzdem freue ich mich nach dieser kleinen Zwischenlektüre wieder auf den nächsten großen Roman.