Cover-Bild Juni 53. Ein Fall für Max Heller
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19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Der Audio Verlag
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 23.12.2019
  • ISBN: 9783742410924
Frank Goldammer

Juni 53. Ein Fall für Max Heller

Lesung mit Heikko Deutschmann (1 mp3-CD)
Heikko Deutschmann (Sprecher)

Dresden, 18. Juni 1953, ein Tag nach dem blutig niedergeschlagenen Arbeiteraufstand in der DDR: Max Heller wird zu einem Todesfall in einem Betrieb für Wärmeisolierungen gerufen. Dem dortigen Betriebsleiter wurden brutal die Atemwege mit Isolierwolle verstopft. Unter Mordverdacht gerät eine ehemalige Angestellte, die von sich selbst behauptet, eine frühere KZ-Aufseherin und jetzt Spionin für den Westen zu sein. Doch Heller glaubt ihr nicht. Zumal alle Angestellten des kleinen Betriebes hartnäckig die Aussage verweigern. Als es Heller gelingt, bei einem Mitarbeiter das Schweigen zu brechen, kommt er dem wahren Täter gefährlich nah.

Lesung mit Heikko Deutschmann
1 mp3-CD | ca. 10 h 4 min

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.03.2020

Der Tag danach

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Wir schreiben den 18. Juni 1953. es ist der Tag danach....gestern gab es DEN bedeutendsten Arbeiteraufstand in der DDR. Der Tag wird definitiv in die Geschichtsbücher eingehen.
Max Heller wird zu einer ...

Wir schreiben den 18. Juni 1953. es ist der Tag danach....gestern gab es DEN bedeutendsten Arbeiteraufstand in der DDR. Der Tag wird definitiv in die Geschichtsbücher eingehen.
Max Heller wird zu einer Leiche gerufen. Fundort ist ein Betrieb für Wärmeisolierung und der Tote wurde brutal mit Isolierwolle aus dem Leben gerissen. Unter Mordverdacht steht eine sehr sehr merkwürdige Frau mit einem angeblichen sehr grausamen Hintergrund....Max glaubt aber dem Verdacht nicht und forscht akribisch weiter und kommt den wahren Täter bald auf die Spur - oder doch nicht?

Wenn man einmal mit Frank Goldammers Geschichte um Max Heller angefangen hat, kommt man nicht mehr von ihm und seinem Protagonisten ‚Heller‘ los. Hier im Hörbuch „Juni 53“ nimmt uns Sprecher und Schauspieler Heikko Deutschmann wieder mit nach Dresden und in die Welt von Max Heller. Goldammer lässt hier die wahre Geschichte sehr gut wieder lebendig werden und Deutschmann trägt mit seiner markanten Stimme sehr gut dazu bei. Goldammer kann einen wunderbar verwirren und auf falsche Fährten schicken und am Ende der Geschichte wird man eines besseren belehrt.
Alles in allem vergeht die Zeit bei diesem Hörbuch wirklich in Windeseile, denn die Geschichte ist einfach nur fesselnd und clever.
Hier gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 29.01.2020

Krimi und Zeitzeugnis meisterhaft vereint

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Ich muss gestehen, dass ich diese Reihe immer weniger wegen der Kriminalfälle, sondern vielmehr wegen der authentischen Beschreibung des zeitgeschichtlichen Hintergrunds lese. Was das angeht, kenne ich ...

Ich muss gestehen, dass ich diese Reihe immer weniger wegen der Kriminalfälle, sondern vielmehr wegen der authentischen Beschreibung des zeitgeschichtlichen Hintergrunds lese. Was das angeht, kenne ich keine andere Buchreihe, die beides so gut vereint. Dazu kommt, dass es für mich als Dresdnerin immer wieder Neues über die Geschichte meiner Heimatstadt zu entdecken gibt.

Diesmal habe ich mich für die Hörfassung des Romans ent-schieden und bin Max Heller lauschend durch die Wirren des Arbeiteraufstands im Juni 1953 gefolgt. Ich weiß nicht, ob es mir nur beim Hören so ging oder ob es beim Lesen ähnlich wäre – ich musste mich schon ganz schön konzentrieren, um den Faden zu behalten und alle Charaktere zuordnen zu können. Es gibt eine Vielzahl an (zunächst) möglichen Verdächtigen, die für den Mord an dem Betriebsleiter einer Rohrisolationsfirma in Frage kommen. Hellers Aufgabe ist es nun, Licht ins Dunkel zu bringen – doch das ist gar nicht einfach, denn persönliche und politische Motive scheinen sich mitunter zu verbinden. Auch Heller persönlich hat es in diesem Band nicht leicht. Da er noch immer nicht in die Partei eingetreten ist, wappnet er sich gegen Anfeindungen und Druck „von oben“. Besonders ärgerlich ist es, dass ihm ein Mitarbeiter der Staatssicherheit vor die Nase gesetzt wird, der ihm sehr deutlich zu verstehen gibt, dass er am längeren Hebel sitzt.

Die Zustände werden also persönlich für ihn immer schwieri-ger, zumal seine Frau drängt, über eine Ausreise in den Westen nachzudenken. Da Sohn Erwin bereits im Westen lebt und der zweite Sohn Klaus mit seiner MfS-Ideologie immer mehr zum Konfliktherd für den Vater wird, sieht Heller kaum noch eine andere Möglichkeit, als sein geliebtes Dresden zu verlassen. Seine innere Zerrissenheit zieht sich durch den gesamten Roman, ebenso wie die fortschreitende Demenz von Hellers Hauswirtin Frau Marquardt. Besonders Hellers Frau Karin leidet unter der zunehmenden Verwirrtheit der alten Frau. Beide jedoch wissen, dass sie ihr so viel zu verdanken haben. Dass Frau Marquardt ihnen ein Heim gegeben hat, als sie ausgebombt waren. Die Dankbarkeit sitzt so tief, dass sie sich unheimlich schwer tun, Frau Marquardt in professionelle Hände zu geben.

Frank Goldammer entwirft hier ein Lebensbild, das es tatsächlich so gegeben haben könnte – vielleicht vielfach so gegeben hat. Menschen, die sich zerrissen fühlen, vielleicht auch überrumpelt von dem Sozialismus, der ihnen übergestülpt wird. Menschen, die bereits eine extreme Ideologie erlebt haben – und fürchten, dass auch ein gegenteiliges Extrem möglich wäre. Menschen, die ihre Wurzeln verloren haben und für eine Existenz kämpfen müssen, obwohl der Krieg schon jahrelang vorbei ist. Menschen wie meine eigenen Großeltern…

Mich berühren die Bücher von Frank Goldammer nie nur auf der „kriminalistischen Ebene“, sondern vor allem auf der persönlichen. Die Schicksale werden authentisch, aber niemals überfrachtet dargestellt. Es mag hunderte Hellers gegeben haben damals, vielleicht tausende. Und man steht als Leser/Hörer direkt neben ihm und erlebt eine Zeit, in die man zum Glück selbst nicht hineingeboren wurde. Wie immer kann ich nur meinen Hut ziehen vor der detaillierten Recherchearbeit und der Kunst, den Charakteren ein Leben einzuhauchen, das man ihnen von der ersten bis zur letzten Seite abnimmt. Meisterhaft!

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Veröffentlicht am 19.01.2020

Ein Mord in den bewegten 50er Jahren der DDR

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Aus den Berichten meiner Eltern und Zeitzeugen ist mir der 17. Juni 1953 in der DDR noch gut in Erinnerung,
Aus diesem Grund wurde ich sehr neugierig als ich das sehr einprägsame Cover mit dem Titel des ...

Aus den Berichten meiner Eltern und Zeitzeugen ist mir der 17. Juni 1953 in der DDR noch gut in Erinnerung,
Aus diesem Grund wurde ich sehr neugierig als ich das sehr einprägsame Cover mit dem Titel des Hörbuchs sah.
Auch ist mir der Autor Frank Goldammer bisher nicht bekannt gewesen und das macht mich immer neugierig!

Aus dem Inhalt:

In Dresden wird einen Tag nach dem Arbeiteraufstand welcher brutal niedergeschlagen wurde ein Toter aufgefunden.
Der Ort des Geschehens ist ein Betrieb welcher für Wärmeisolierungen zuständig ist.
Bei einem Protest wird der Tote, welcher der Betriebsleiter war und welchem die Atemwege mit Isolierwolle verstopft wurden, aufgefunden.
Als eine ehemalige Angestellte unter Mordverdacht gerät ist Max Heller von deren Aussagen nicht überzeugt.
Ein weiterer Mitarbeiter welcher als ein Funktionär fungiert wird vermisst.
Auch bekommt Max keine Zuarbeit von den Mitarbeitern des Betriebes.
Als ein Mitarbeiter sein Schweigen bricht, spitzt sich die Lage bedrohlich zu!

Meine Meinung:

Es ist Herrn Goldammer gut gelungen die damalige Zeit sehr vorstellbar in einen spannenden Krimi einzuweben.
Diese Zeit mit ihrer Bedrohlichkeit von den geplagten Menschen und deren Unzufriedenheit, oder das harte Durchgreifen des SED Staates – alles wird einem sehr deutlich erzählt.
Die Protagnisten bekommen ein Gesicht.
Ob es sich um den Genossen Bach handelt, welcher Heller und seinem Kollegen Oldenbusch an die Seite gestellt werden oder auch die an Dement Erkrankte Frau Marquard oder auch Hallers Frau Karin.
Die Erzählweise ist flüssig und eingängig.
Dazu trägt natürlich Heikko Deutschmann welcher meiner Meinung nach treffend als Erzähler ausgewählt wurde bei.
Der Spannungsbogen hielt an und der Täter war für mich nicht klar.
Der Fall ist ein abgeschlossener Fall, dennoch anspruchsvoll und komplex, und es wäre besser gewesen wenn ich noch mehr Vorkenntnisse aus den vier Vorgängerbänden gehabt hätte.
Zwar habe ich der Handlung folgen können, aber für jemanden der keine Zeitzeugen kennt, könnte dadurch das Grundverständnis eventuell etwas vertieft werden.

Fazit:

Ein spannender aber auch komplexer Kriminalfall welcher in einer bewegten Zeit der DDR eingebettet ist.
Ich empfehle das Hörbuch gern weiter und bewerte es mit 4,5 Sternen.

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Veröffentlicht am 18.01.2020

Sommer 1953 im Osten

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Inhalt: "Sommer 1953. Der Alltag in der jungen DDR ist beschwerlich, die Unzufriedenheit der Bevölkerung wächst und die Zahl derer, die das Land verlassen, steigt unaufhörlich. Mit harter Hand setzt die ...

Inhalt: "Sommer 1953. Der Alltag in der jungen DDR ist beschwerlich, die Unzufriedenheit der Bevölkerung wächst und die Zahl derer, die das Land verlassen, steigt unaufhörlich. Mit harter Hand setzt die SED-Regierung ihre Forderungen durch. Auch Max und Karin Heller erwägen die Flucht in den Westen. Als es am 17. Juni zu großräumigen Protestbewegungen kommt, wird Heller zu einem Dresdner Isolierungsbetrieb gerufen: Der Leiter wurde brutal mit Glaswolle erstickt. Ein Opfer der Aufständischen? Heller hat einen ganz anderen Verdacht und sucht in den Wirren des Volksaufstands einen unberechenbaren Mörder. Währenddessen drängt Karin zu Hause auf eine Entscheidung: gehen oder bleiben?"

Dieses Hörbuch greift ein sehr spannendes geschichtliches Thema auf, das mir bis jetzt gar nicht so bekannt war. In der noch jungen DDR macht sich Unmut gegen die harte Linie der Regierung breit und es kommt zu Protesten, wobei es einen Toten gab und Max Hellers nimmt seine Ermittlungen auf.
Leider konnte mich das Hörbuch überhaupt nicht abholen oder gar faszinieren. Allerdings muss ich fairerweise sagen, dass ich die Vorgänger-Hörbücher nicht kannte und das vermutlich der Grund ist, warum ich keinen Anschluss gefunden habe, deshalb möchte ich mich auch mit meiner Kritik etwas zurückhalten.

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Veröffentlicht am 31.12.2019

Totale Überwachung

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Im Sommer 1953 steht Max Heller vor einer schwierigen Entscheidung. In der DDR wird das Überleben immer schwieriger und die Unzufriedenheit der Bevölkerung wächst. Es gibt erste Demonstrationen und die ...

Im Sommer 1953 steht Max Heller vor einer schwierigen Entscheidung. In der DDR wird das Überleben immer schwieriger und die Unzufriedenheit der Bevölkerung wächst. Es gibt erste Demonstrationen und die Flucht ins Westdeutschland reizt.

Die SED hingegen regiert mit harter Hand und schreckt weder vor scheinbar planlosen Verhaftungen sowie fragwürdigen Befragungsmethoden zurück.

Max Heller kann mit diesen Umständen kaum noch arbeiten. Als er am 17. Juni nach einer großräumigen Protestbewegung in den Betrieb für Wärmeisolierung gerufen wird, steckt dort eine Leiche kopfüber in einer Tonne mit Glaswolle.

Während seine Kollegen und sein neuer Dienststellenleiter natürlich die Protestbewegung hinter dem fiesen Mord vermutet, muss Heller sich eingestehen, dass sein Bauchgefühl etwas ganz anderes andeutet. Er ist sich sehr wohl darüber im Klaren, wohin sein Bauchgefühl in diesen unruhigen Zeiten im jetzigen Kontrollstaat noch führen wird.

Zuhause lässt Frau Marquart mit ihrer immer schlimmer werdende Demenz an Karin aus und macht die Nacht zum Tag. Sichtlich um Fassung bemüht kümmert sich diese dennoch liebevoll um die alte Witwe, derer sie ihr Überleben nach dem zweiten Weltkrieg zu verdanken haben.

Als Klaus, der jüngere Sohn sich ganz dem Kommunismus verschreibt wird Max bewusst, dass er bald schon eine wichtige Entscheidung treffen muss.

Hellers Ermittlungen bringen Bech auf den Plan. Der fiese SED-Mann behauptet mit Macht, Folter und Gewalt seinen Posten bei der Polizei und kommt Heller und seinem Team mehr als einmal in die Quere. Doch auch hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Mit Frank Goldammer und seinem Max Heller bewegen wir uns wie in einer wabernden Blase. Während Max mit seinen Ermittlungen immer tiefer in die Vergangenheit stößt und Machenschaften und Kriegsverbrechen aus dem vergangen Krieg aufdeckt, zeigt er mit dem neu eingeführten Charakter Bech, dass auch in der DDR die Zeit nicht stehen geblieben ist.

Gewalt, Konfrontation und Inhaftierung stehen an der Tagesordnung während das Volk sich nur schwer zwischen Rebellion und schweigsamer Hinnahme entscheiden kann.

Heikko Deutschmann verleiht Max Heller wie auch den restlichen Charakteren wieder die gewohnte Stimme und als Hörer hofft man natürlich auf ein baldiges Wiederhören.

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