Cover-Bild Das Polenhaus
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22,00
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  • Verlag: Anthea Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 264
  • Ersterscheinung: 24.03.2025
  • ISBN: 9783899984439
Gregor Höppner

Das Polenhaus

Wo das Glück nicht ist
Frankreich. 1914. Die zwanzigjährige polnische Landarbeiterin Teresa freut sich auf das Ende der Saison – endlich nach Hause, zurück nach Polen. Doch dann bricht der erste Weltkrieg aus. Kontrollverlust. Zwischen die Fronten geraten führt sie den täglichen Kampf ums Überleben – gegen ihren gewalttätigen Mann, für sich, ihre Kinder, ihre Zukunft.

Frankreich. 2014. Ein Jahrhundert später findet der Journalist Stéphane einen Ausweg aus dem Hamsterrad der Verpflichtungen in einem verfallenen Bauernhaus. Die anfängliche Freude wird schnell gebremst. Ungereimtheiten über die polnischen Vorbesitzer kommen ans Licht. Immer wieder wird ihm geraten, das „Polenhaus“ abzureißen. Doch Stéphane ist fest entschlossen, es wieder aufzubauen. Dabei wird er nicht nur mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert und mit der Geschichte der ehemaligen Bewohner, deren Schicksal in einem Netz aus Geheimnissen und Widersprüchen verstrickt ist.

Das Polenhaus ist der zweite Roman von Gregor Höppner.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.01.2026

Düster und ehrlich - ein herausforderndes Buch.

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Mich hat der Titel neugierig auf das Buch gemacht. Das Cover wirkt auf mich düster und trist. Die Haptik des Hardcover Buches finde ich sehr ansprechend.

Das Buch spielt in zwei Zeitebenen, einmal 1914 ...

Mich hat der Titel neugierig auf das Buch gemacht. Das Cover wirkt auf mich düster und trist. Die Haptik des Hardcover Buches finde ich sehr ansprechend.

Das Buch spielt in zwei Zeitebenen, einmal 1914 und dann in 2014. Dadurch entsteht eine tolle Dynamik, die mich als Leser fesseln konnte.

1914 in Frankreich, die Landarbeiterin Teresa sehnt sich nach dem Saisonende, denn dann kann sie in ihre Heimat nach Polen zurückkehren. Jedoch bricht der 1. Weltkrieg aus und alles gerät aus den Fugen. Der Kampf ums Überleben beginnt und Teresa muss für ihre Kinder und sich selbst kämpfen. Nicht nur der Krieg ist allgegenwärtig, sondern auch ihr gewalttätiger Mann.

2014 der Journalist Stéphane ist glücklich, er möchte ein altes Bauernhaus wieder aufbauen, jedoch stößt er auf Gegenwehr. Die Frage der Vorbesitzer ist unklar und mehr als einmal wird ihm geraten, das Haus abzureißen. Doch er möchte mehr über die Vergangenheit erfahren und so arbeitet er auch seine Vergangenheit auf.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil war treffend ehrlich und detailliert. Die Charakter habe sich im Laufe der Geschichte anders entwickelt als gedacht. Ein düsteres Buch, dass die damalige Zeit gut wiedergibt. Ich fand es sehr interessant und empfehle es auf jeden Fall weiter.

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Veröffentlicht am 09.12.2025

Das Polenhaus

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Darum geht es (Klappentext) :

Frankreich. 1914. Die zwanzigjährige polnische Landarbeiterin Teresa freut sich auf das Ende der Saison – endlich nach Hause, zurück nach Polen. Doch dann bricht der erste ...

Darum geht es (Klappentext) :

Frankreich. 1914. Die zwanzigjährige polnische Landarbeiterin Teresa freut sich auf das Ende der Saison – endlich nach Hause, zurück nach Polen. Doch dann bricht der erste Weltkrieg aus. Kontrollverlust. Zwischen die Fronten geraten führt sie den täglichen Kampf ums Überleben – gegen ihren gewalttätigen Mann, für sich, ihre Kinder, ihre Zukunft.

Frankreich. 2014. Ein Jahrhundert später findet der Journalist Stéphane einen Ausweg aus dem Hamsterrad der Verpflichtungen in einem verfallenen Bauernhaus. Die anfängliche Freude wird schnell gebremst. Ungereimtheiten über die polnischen Vorbesitzer kommen ans Licht. Immer wieder wird ihm geraten, das „Polenhaus“ abzureißen. Doch Stéphane ist fest entschlossen, es wieder aufzubauen. Dabei wird er nicht nur mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert und mit der Geschichte der ehemaligen Bewohner, deren Schicksal in einem Netz aus Geheimnissen und Widersprüchen verstrickt ist.



Meine Meinung :

"Das Polenhaus" hat mich Seite für Seite gefangen genommen. Ich musste einfach wissen, wie es mit Teresa weitergeht und auch 100 Jahre später wie Stéphane sich auf Spurensuche begibt. Warum heißt es immer:"das Polenhaus bringt Unglück!"?

Was ist da vor so langer Zeit passiert?? Welche Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart gibt es? Auch von den polnischen Saisonarbeiter in Frankreich zu lesen, fand ich total spannend und traurig zugleich. Ich habe viel neues gelernt und erfahren.

Der Schreibstil war sehr tiefgründig und emotional. Das ist wirklich selten, das mich ein Buch so gefangen nehmen konnte!! Gregor Höppner hat es geschafft.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Die Geschichten des alten Hauses

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Ein verlassenes Bauernhaus mit einem wunderschönen Obstgarten hat dem Journalisten Stéphane angetan: Er beschließt das Grundstück mit dem verfallenen Haus, eigentlich schon eine Ruine, im Jahre 2014 zu ...

Ein verlassenes Bauernhaus mit einem wunderschönen Obstgarten hat dem Journalisten Stéphane angetan: Er beschließt das Grundstück mit dem verfallenen Haus, eigentlich schon eine Ruine, im Jahre 2014 zu kaufen und es neu zu errichten. Die Menschen in der Gegend raten dem neuen Hausbesitzer das „Polenhaus“, wie man es abschätzig im Dorf nennt, sogar abzureißen.
Während der Umbauarbeiten stößt Stéphane auf die Spuren der dramatischen Vergangenheit seiner Vorbesitzer; ein unheimlicher Fund lässt ihm keine Ruhe mehr. Nicht nur die ungeklärte geheimnisvolle Geschichte des Hauses und seiner früheren Bewohner raubt ihm den Schlaf, er versucht auch mit der eigenen dramatischen Vergangenheit abzuschließen.

In dem parallel verlaufenden Handlungsstrang erzählt der Autor die Geschichte der früheren Besitzer des Hauses. Diese Geschichte beginnt Anfang des 20. Jahrhunderts; damals wohnte Teresa mit ihren Eltern und Brüdern in einem kleinen Dorf in Russisch-Polen.
Um dem Hunger und Armut zu entkommen, melden sich Teresa und ihr Bruder Adam bei einer Anwerbeagentur, die Saisonmitarbeiter für die Landwirtschaft in Frankreich suchte. Das Leben in Frankreich und die Arbeit sind nicht einfach, doch als 1914 der Krieg ausbricht, sind die polnischen Saisonarbeiter gezwungen vorerst in Frankreich zu bleiben.

Für Teresa beginnt ein leidvoller Lebensabschnitt in der Fremde; voreilige Heirat, das Leben mit einem gewalttätigen alkoholsüchtigen Mann, unzählige Schwangerschaften, schwere Arbeit, Heimweh und Angst vor der ungewissen Zukunft.

Beide Geschichten sind sehr interessant und emotional. Beide Hauptfiguren, Teresa und Stéphane, erleben Tragisches, was ihr Leben nachhaltig prägt. Während Stéphane einen Neuanfang wagt, blieb Teresa ihrem alten Leben mit all seinen Regeln und Zwängen treu.
Teresas Lebensgeschichte hat mir besonders gefallen; ihr leidvoller Lebensweg in der Fremde, aus heutiger Sicht schwer nachvollziehbar, macht sie – trotz all ihrer Verfehlungen - zu einer sympathischen Figur, mit der man mitfühlt und mitleidet.
Sehr interessant fand ich die geopolitische Lage Europas zu der Zeit, und das Leben der Menschen in einem Land, das sie ihre Heimat nannten, obwohl es auf keiner Karte zu finden war. Genauso spannend sind die Einblicke in das Leben der polnischen Saisonarbeiter in der Fremde; und wie sie, trotz aller Vorurteile und Gemeinheiten, ihr Leben meistern konnten. Hier hätte ich die entsprechenden Landkarten sehr begrüßt.

Überwiegend nüchtern und sachlich erzählt Gregor Höppner die beiden Geschichten, welche mit ihren Höhen und Tiefen gleichermaßen faszinieren, wie auch berühren. Die Protagonisten wirken lebensecht, authentisch. Wie der Autor im Nachwort verrät, Teresas Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten.
Das spannende Buch habe ich mit großem Interesse gelesen und empfehle es gerne weiter.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Was für eine Geschichte oder besser gesagt, zwei.

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Wir haben den Handlungsstrang von 1914 und 2014 und es könnte nicht unterschiedlicher zugehen.

Teresa, unsere Protagonistin im Jahr 1914, hat es nicht leicht. Sie kam als Gastarbeiterin nach Frankreich ...

Wir haben den Handlungsstrang von 1914 und 2014 und es könnte nicht unterschiedlicher zugehen.

Teresa, unsere Protagonistin im Jahr 1914, hat es nicht leicht. Sie kam als Gastarbeiterin nach Frankreich - zusammen mit ihrem Bruder Adam - und als der erste Weltkrieg ausbricht, können sie nicht mehr in die Heimat zurück. Alleine dieser Umstand (neben den schrecklichen Geschehen des Krieges natürlich) ist schwer vorstellbar. Der ältere Bruder blieb zurück um den Vater zu pflegen und sich um den Hof zu kümmern.

Was bleibt ihnen für eine Wahl? Sie bauen sich ein neues Leben in der Fremde auf. Und das ist wahrlich nicht einfach. Wie die Gastarbeiter behandelt wurden, ist echt eine Schande.

Ich konnte Teresas Schmerz nachvollziehen, aber ab einem Punkt hatte ich kein Verständnis für ihr Handeln mehr.

2014 steht Stéphane vor einem heruntergekommenen Bauernhaus und entscheidet sich spontan dieses zu kaufen und zu sanieren. Der Beginn einer wunderbaren, aufregenden und teilweise auch kuriosen Geschichte 🤭

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Veröffentlicht am 17.12.2025

Tiefgang und Rückblicke

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Cover

Das schwarze Cover ist düster und zurückhaltend gestaltet und spiegelt die Grundstimmung des Romans gut wider. Für sich genommen hätte es mich vermutlich nicht sofort angesprochen, im Kontext der ...

Cover

Das schwarze Cover ist düster und zurückhaltend gestaltet und spiegelt die Grundstimmung des Romans gut wider. Für sich genommen hätte es mich vermutlich nicht sofort angesprochen, im Kontext der Geschichte passt es jedoch stimmig.

Dagegen steht eben der Nebensatz ganz deutlich, was man erwarten kann "Wo das Glück nicht ist"



Inhalt

Der Roman erzählt auf zwei Zeitebenen: 1914 und die folgenden Jahre sowie 2014 während der Renovierung eines stark heruntergekommenen Bauernhauses.

In der historischen Ebene steht Teresa im Mittelpunkt, die mit ihrer Familie als Saisonarbeiter nach Frankreich kommt, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Stattdessen ist ihr Alltag geprägt von harter Arbeit, Ausbeutung, Gewalt und den Folgen des Krieges.

Die Gegenwartsebene begleitet Stéphane, dessen Leben von Verlusten und einer ungelösten Vergangenheit bestimmt ist. In der körperlichen Arbeit am Haus sucht er Struktur und Halt. Nach und nach treten Menschen in sein Leben, die ihn unterstützen. Die Verbindung zwischen beiden Zeitebenen entwickelt sich schrittweise und bildet das erzählerische Rückgrat des Romans.



Persönliche Meinung

Dieses Buch verlangt durchaus recht viel von seinen Leserinnen. Es ist eben keine Geschichte, die Trost oder Hoffnung spendet, sondern eine, die konfrontiert. Die harte Wahrheit ans Licht bringt. Schon der Einstieg hat mich kalt erwischt und sofort klar gemacht, dass hier Dunkelheit dominiert. Leid ist allgegenwärtig, fast erdrückend, und es gibt nur wenige Momente, in denen man als Leserin kurz Luft holen kann.

Gerade deshalb hat mich die Geschichte so stark beschäftigt. Ich habe das Buch trotz – oder vielleicht wegen – seiner Schwere schnell gelesen. Der Schreibstil ist ruhig und flüssig, ohne das Grauen zu beschönigen. Besonders Teresa hat mich tief berührt: eine Frau, die nicht heroisch kämpft, sondern still erträgt, aushält und weitermacht, bis man spürt, wie sehr sie innerlich verhärtet und gleichzeitig zerbrechlich bleibt. Diese Figur wirkt lange nach.

Auch Stéphane hat mich emotional erreicht. Sein Versuch, durch Arbeit Ordnung in ein innerlich zerrüttetes Leben zu bringen, fühlte sich sehr menschlich an. Nichts wird wirklich gelöst, nichts geheilt – und genau das macht seine Geschichte glaubwürdig.

Das offene Ende hat mich zwiespältig zurückgelassen. Einerseits passt es zur Konsequenz des Romans, andererseits blieb bei mir ein Gefühl von Leere zurück, fast so, als hätte man mich mit all dem Leid allein gelassen. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – ist Das Polenhaus ein Buch, das bleibt. Kein leichtes, kein schönes, aber ein ehrliches. Eine Empfehlung für Leser*innen, die bereit sind, sich auf Dunkelheit einzulassen und Geschichten auszuhalten, die nicht versöhnen. Zudem ein Buch, welches eben viel Emotionen beherbergt und auch sich in die Vergangenheit zurückversetzen lässt. Manko ist leider dass es hier und da in den Charakterentwicklungen unlogisch erscheint oder auch mal ein paar Zeitangaben nicht stimmig sind.

Dennoch sehr empfehlenswert.

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