Cover-Bild Emma

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9,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Reclam, Philipp
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 600
  • Ersterscheinung: 10.02.2016
  • ISBN: 9783150204047
Jane Austen

Emma

Roman
Christian Grawe (Herausgeber), Ursula Grawe (Übersetzer), Christian Grawe (Übersetzer)

Emma Woodhouse ist schön, aufgeweckt, reich – und alleinstehend. Doch anstatt sich um ihr eigenes Liebesleben zu kümmern, mischt sie sich mit Vergnügen in das romantische Leben ihrer Mitmenschen ein. Eine unerwartete Wendung nehmen die Dinge allerdings, als Emma entgegen den Warnungen ihres guten Freundes Mr. Knightley versucht, eine passende Partie für ihren Schützling Harriet Smith zu finden. Missverständnisse und Liebeskummer sind die Folge ihrer Bemühungen, an deren Ende aber auch Emma ihr Glück finden wird.

Mit ihrer unvollkommenen, aber charmanten Emma hat Jane Austen eine Heldin erschaffen, die sich nur zu gerne in das romantische Leben anderer einmischt und damit für allerlei Verstrickungen sorgt. Scharfsinnig und mit Humor schreibt Austen über die Sorgen und Schwierigkeiten vornehmer Frauen im georgianischen England – ein Roman voller Ballabende, Parkspaziergänge und geistreicher Dialoge.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2020

Perfekte Unvollkommenheit

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Austen zu lesen ist für mich wie schwimmen in einem See; an einem brütend heißen Tag in kühles, klares Wasser steigen und sich treiben zu lassen.
Man ist augenblicklich umhüllt von der Materie, gleitet ...

Austen zu lesen ist für mich wie schwimmen in einem See; an einem brütend heißen Tag in kühles, klares Wasser steigen und sich treiben zu lassen.
Man ist augenblicklich umhüllt von der Materie, gleitet völlig mühelos von Satz zu Satz, wird getragen von dieser unglaublichen Sprache und fühlt sich ganz leicht und wohl. Der pure Genuss!
Die Autorin mutmaßte zu ihrer Zeit, sie sei die Einzige, die ihre Hauptfigur mögen würde. Heute wären wir mindestens zu zweit.
Mir gefällt an Emma besonders gut, daß sie kein ätherisches Überwesen ist. Sie hat Ecken und Kanten, an denen man sich stoßen und schneiden kann. Mit ihren besten Absichten pflastert sie zugleich den Weg zur Hölle. Sie macht Fehler, besitzt aber die Gabe der Reflexion und ist ehrlich um Wiedergutmachung bemüht.
Austens Talent ist es geschuldet, daß keine einzige ihrer Figuren abstrakt erscheint, sondern sie in ihren Stärken und Schwächen, Gedanken und Taten so außergewöhnlich lebendig wirken, wie Wesen aus Fleisch und Blut.
Darüber hinaus existiert wohl keine einzige noch so schwer zu greifende Gefühlslage, die nicht von ihr in Worte gefasst werden könnte.
Der Umgang ihrer Figuren, der Menschen unter- und miteinander ist dabei so reizvoll und durchweg spannend, daß ich niemals genug davon bekommen kann – nicht als Buch und auch nicht als Film.
Completely lost in Austen!

Veröffentlicht am 02.09.2018

Trotz kleinerer Macken sehr lesenswert

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Auch ich habe mich nun endlich einmal diesem Roman von Jane Austen gewidmet. Mir hat er im Großen und Ganzen sehr gut gefallen, auch wenn ich einzelne Nebenpersonen doch als sehr nervig empfand.

Inhalt:
Emma ...

Auch ich habe mich nun endlich einmal diesem Roman von Jane Austen gewidmet. Mir hat er im Großen und Ganzen sehr gut gefallen, auch wenn ich einzelne Nebenpersonen doch als sehr nervig empfand.

Inhalt:
Emma lebt alleine mit ihrem Vater, nachdem sich ihre Gouvernante verheiratet hat. Da Emma der Meinung ist, diese Hochzeit erfolgreich in die Wege geleitet zu haben, versucht sie nun auch andere Personen in ihrem Umfeld miteinander zu verkuppeln und führt so allerlei Missverständnisse herbei.

Meinung:
Emma selbst ist sicher eine Person, die zwiespältige Gefühle wachruft. Vor allem aus heutiger Sicht scheinen ihre Standesdünkel doch recht immens zu sein. Zudem versucht sie immer wieder Schicksal zu spielen und spielt dadurch immer auch mit den Gefühlen ihres Umfeldes. Sie missdeutet das Verhalten anderer und schürt damit Hoffnung, wo es gar keine Hoffnung geben sollte und zerstört gute Chancen ohne Rücksicht auf die Gefühle der anderen.

Nichtsdestotrotz habe ich sehr gerne von Emma gelesen und ihre Entwicklung beobachtet. Sie wächst an den Fehlern, die sie macht. Vielleicht kann man zu ihren Gunsten sagen, dass sie noch relativ jung ist und es nicht besser weiß, vor allem, da ihr Vater ihr nicht Einhalt gebieten kann und auch ihre ehemalige Gouvernante ihr noch zu viel durchgehen lässt.

Viel mehr gestört haben mich einige der Nebencharaktere. Emmas Vater, Mr. Woodhouse, hat vor jedem Luftzug Angst und wenn es nach ihm ginge, würden alle immer nur Haferbrei essen. Bis zuletzt muss auf seine Eigenarten geachtet werden. Zudem gibt es noch eine Miss Bates, die gefühlt ohne Punkt und Komma reden kann und dabei vom Hölzchen aufs Stöckchen kommt. Diese wird nur noch von der guten Augusta übertroffen, auf die die Bezeichnung "impertinent" am besten passt. Wenn in der damaligen Zeit nicht alle so schrecklich höflich zueinander gewesen wären, hätte sie sicher ein paar sehr harte Worte zu hören bekommen. Von mir hat sie das beim Lesen auf jeden Fall.

Natürlich darf auch der männliche Part in diesem Roman nicht fehlen. Da macht Mr. Knightley wie ich finde eine sehr gute Figur, andere Figuren haben mir nicht ganz so gut gefallen, vielleicht auch einfach, weil mir ihre Beweggründe bis zum Ende nicht ganz klar waren.

Alles in allem muss ich zustimmen, auch wenn ich noch nicht alle Jane Austen Romane gelesen habe, dass in "Emma" relativ wenig geschieht. Es gibt immer mal wieder Dinners oder Kartentische oder Spaziergänge, die Zahl der Bälle und Tänze hält sich allerdings in Grenzen. So lebt der Roman eher von seinen Unterredungen, die insbesondere, wenn Emma daran teilnimmt, häufig witzig und geistreich sind.

Insgesamt hat mir "Emma" doch sehr gut gefallen. Ich kann den Roman wie gesagt nicht mit ihren anderen Werken vergleichen, da ich die meisten erst noch lesen muss, habe mich hier aber schon sehr gut unterhalten gefühlt.

Veröffentlicht am 20.04.2018

emma - jane austen

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England im frühen 19. Jahrhundert: Emma ist eine lebenslustige und hübsche Tochter aus gutem Hause. Seit ihre geliebte Erzieherin Miss Taylor allerdings verheiratet ist, fehlt ihr die vertraute Freundin. ...

England im frühen 19. Jahrhundert: Emma ist eine lebenslustige und hübsche Tochter aus gutem Hause. Seit ihre geliebte Erzieherin Miss Taylor allerdings verheiratet ist, fehlt ihr die vertraute Freundin. Um ihren Kummer zu vergessen, steigert sie sich in eine fixe Idee hinein: Um jeden Preis möchte sie andere Menschen glücklich unter die Haube bringen. Doch je mehr sie dem Schicksal anderer auf die Sprünge helfen möchte, umso weniger Beachtung schenkt sie ihren eigenen Gefühlen.

Ein richtig unterhaltsames Buch von Jane Austen, welches richtig lustig zu lesen ist! "Emma" ist hebt sich deutlich ab von den anderen Romanen der Autorin, da es so erfrischend anders ist !

Veröffentlicht am 31.10.2017

Unterhaltsam und charmant

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Mit „Emma“ habe ich den dritten Roman, den ich mir von Jane Austen vorgenommen habe.
Die Handlung ist eigentlich ziemlich leicht erklärt: Emma ist die Tochter eines wohlhabendes Mannes in einem kleinen ...

Mit „Emma“ habe ich den dritten Roman, den ich mir von Jane Austen vorgenommen habe.
Die Handlung ist eigentlich ziemlich leicht erklärt: Emma ist die Tochter eines wohlhabendes Mannes in einem kleinen Ort, ist unglaublich lebhaft und denkt ein Talent dafür zu haben, Menschen zu verkuppeln, da sie das bei ihrer Erzieherin Miss Taylor schon geschafft hat. Ihr neues Ziel ist die junge Harriet und Emma verbringt einen Großteil ihrer Zeit damit, Harriets Leben zu beeinflussen und eben vor allem einen passenden Ehemann für sie zu finden. Dass hier nicht alles so verläuft, wie Emma sich das vorstellt, erklärt sich von selbst und es kommt zu einigen Missverständnissen.
Ich finde die Geschichte unglaublich interessant und denke, wenn ich nicht durch die Verfilmung schon ungefähr gewusst hätte, wie alles endet, wäre ich bestimmt überrascht worden. So habe ich mich über kleine und größere Andeutungen gefreut, die im Buch verstreut zu finden sind und konnte mir die Zusammenhänge schön ausmalen. Die Handlung an sich macht vielleicht auf den ersten Blick nicht viel her, es sind die typischen Gesellschaften und ab und zu ein Ball oder ein Ausflug, aber der Roman wird durch seine Charaktere und deren Verhältnisse zueinander, die Dialoge einmalig.
Aber erst einmal zum Schreibstil. Hier ist mir mal wieder aufgefallen, wie toll der Stil ist. Meist schreibt die Autorin aus Sicht von Emma, der Protagonistin, aber manchmal bekommt man auch einen Einblick in die Gedanken anderer Charaktere, was es noch spannender macht. Immer wieder kommentiert Jane Austen ihre Figuren, macht sich lustig und so weiter und hat mich damit zum Schmunzeln gebracht. Ich kann zwar nicht sagen, dass sich ihr Stil sehr leicht lesen lässt wie ich es zum Beispiel bei aktuellen Liebesromanen gewöhnt bin, aber das heißt nicht, dass ich nicht gefesselt war und unbedingt weiterlesen musste.
Dann mal zu den Charakteren. Ich bin wirklich selten so toll ausgearbeiteten Charakteren wie in "Emma" begegnet. Das fängt mit Emma an, die ich als Hauptfigur einfach nur toll finden kann. Gut, sie ist nicht unbedingt die Sympathischste, zumindest am Anfang nicht, aber sie hat eine lebhafte Art, ist intelligent und humorvoll. Außerdem sind ihre Versuche, in die Leben anderer Menschen zu griffeln, sehr amüsant, auch wenn sie vielleicht nicht immer die besten Ideen hat. Emma macht zudem eine tolle Entwicklung durch und wird einsichtiger, etwas, das ich sehr gut beschrieben finde. Genauso klasse finde ich die Wandlung von Harriet Smith, vor allem, wie sich Emmas Einfluss auf sie auswirkt.
Andere Charaktere wurden mir von Anfang an sehr sympathisch. Allen voran Mrs. Weston, sie kommt mir wie die gute Seele im Buch vor und ich konnte mir ihre liebenswürdige und nette Art gut vorstellen. Aber auch Mr. Knightley, der Einzige, der Emma auch mal Kontra gibt, oder Frank Churchill mit seiner offenen Art sind Charaktere, die mir einfach ans Herz gewachsen sind.
Andere hatten es ein bisschen schwerer, zum Beispiel Mr. Woodhouse. Er wurde zwar als umgänglicher Mensch beschrieben, aber mich hat sein ständiges Gerede über Krankheiten und "Oh nein, haben Sie sich auch keine Erkältung geholt?" oder "Mr. Perry empfieht bla bli blub" ziemlich genervt und das hat sich ja bis zum Ende durchgezogen.
Wen ich als Charakter an sich mehr oder weniger schrecklich fand, aber von der Darstellung her super, sind Miss Bates und Mrs. Elton. Miss Bates ist ja noch in Ordnung, sie kam mir einfach wie eine einsame Frau vor, die sich unabsichtlich darauf verlegt hat, andere Menschen mit ihren Redeflüssen zu langweilen, "nicht wahr?". Aber Mrs. Elton... ooooh Gott, diese Frau! Schon allein wenn ich mir nur vorstelle, mit ihr in einem Raum zu sein, bekomme ich Zustände, aber von ihr zu lesen, war einfach göttlich, ich musste oft laut loslachen, weil Mrs. Elton wieder mal wie ein Wasserfall ihren Quatsch verzapft hat. "Ich bitte Sie, Miss Woodhouse, genau gleich", "Mr. Suckling hier und Maple Grove da" und natürlich immer wieder dieses "ich bitte Sie"... Die Frau hat ganz besonders dazu beigetragen, dass mir "Emma" als unglaublich unterhaltsam in Erinnerung bleiben wird.
Das Einzige, was mich an der Geschichte ein wenig mehr gestört hat, ist, dass es zwei Kapitel gibt, die sich ausschließlich mit den Hintergründen einer Person beschäftigen. Gut, die paar Seiten über die Charaktere sind wohl nötig, um sie zu verstehen, aber es hat mich in dem Moment einfach ein wenig genervt, dass es nicht mit der Handlung vorangeht... Ansonsten kann ich "Emma" mit "Stolz und Vorurteil" auf eine Stufe stellen.