Eine neue Lieblingsserie
Beim Online-Stöbern bin ich auf "Ransom Canyon" aufmerksam geworden. Das Cover, auch mit dem Sticker, verweisen auf die gleichnamige Serie - von der hatte ich allerdings noch nie gehört, weil ich nicht ...
Beim Online-Stöbern bin ich auf "Ransom Canyon" aufmerksam geworden. Das Cover, auch mit dem Sticker, verweisen auf die gleichnamige Serie - von der hatte ich allerdings noch nie gehört, weil ich nicht so der Serienfan bin.
Der Klappentext klang nach genau der richtigen Art Buch für mich: Kleinstadtsetting, Familiengeschichten und Farmleben. Schon mit den ersten Seiten hat mich der Auftakt dieser Western-Romance-Reihe dann in seinen Bann gezogen – vermutlich auch, weil ich diesen "einfachen Lebensstil" so gerne mag. Die raue Atmosphäre, die Weite von Texas und dieses unterschwellige Drama haben mich sofort abgeholt. Der Einstieg ist intensiv und emotional, besonders das Schicksal von Staten Kirkland, der Frau und Sohn verloren hat, hat bei mir direkt einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Jodi Thomas erzählt ruhig und sehr bildhaft. Während des Lesens hatte ich ständig Staub, Viehgeräusche und diese melancholische Schwere des texanischen Canyons vor Augen. Der Stil ist nicht reißerisch, sondern bewusst entschleunigt – etwas, das ich grundsätzlich sehr schätze, auch wenn es das Erzähltempo insgesamt eher gemächlich hält - ohne dabei langweilig zu werden.
Die Handlung wird aus mehreren Blickwinkeln erzählt, was mir besonders gefallen hat, weil es das Kleinstadtgefüge lebendig macht: Alle sind miteinander verbunden, jeder kennt jeden, Geheimnisse und Konflikte laufen parallel. Es gibt der Handlung und den Charakteren auch mehr Tiefgang, weil man sich so gut in ihre Gedanken, Gefühle und Besonderheiten hineinversetzen kann.
Ich fand alle vier Hauptcharaktere und ihre Geschichten wirklich spannend - und auch, wie sie zusammenlaufen und eben zu einer Gemeinschaft gehören, wo jeder seine Rolle hat. Zwei Charaktere - Quinn und Yancy - sind mir besonders ans Herz gewachsen, weil sie jeweils sehr besondere Schicksale haben. Bei diesen beiden war es auch besonders spannend, ihre Entwicklungen im Laufe des Buches mitzuerleben. Auch die Liebesgeschichte zwischen Staten und Quinn war etwas ganz besonderes - und es gab eine schwerwiegende Wendung, die total spannend war. Der ruhige, authentische Schreibstil war dabei umso passender.
Mein einziger kleiner "Kritikpunkt" ist das Cover: Ich finde das US-Original viel schöner und hätte mir gewünscht, man hätte dieses beibehalten, anstatt das Seriencover zu wählen. Ich werde die Serie bewusst nicht schauen, weil sie wohl stark vom Buch abweicht. Da möchte ich mir das Leseerlebnis lieber nicht kaputt machen.
Insgesamt ist "Ransom Canyon" für mich ein ruhiger, stimmungsvoller Reihenauftakt für Fans von Small-Town-Stories und authentischen Familien- und Liebesgeschichten. Von dem tollen Setting über die Dorfgemeinschaft und das Western-Feeling - das Buch konnte mich rundum überzeugen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ich hoffe, dass der zweite Band bald auf deutsch erscheint (sonst werde ich ihn irgendwann auf englisch lesen, weil ich die Serie unbedingt weiter verfolgen möchte).