Cover-Bild Adressat unbekannt
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18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Hoffmann und Campe
  • Themenbereich: Belletristik - Abenteuerroman: Krieg und Militär
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 112
  • Ersterscheinung: 17.09.2016
  • ISBN: 9783455405866
Kathrine Kressmann Taylor

Adressat unbekannt

Dorothee Böhm (Übersetzer)

Der Longseller in einer exklusiven Sammlerausgabe mit Zusatzmaterial: Ein Gespräch mit der Autorin, Fotos und Dokumente - die Geschichte eines Welterfolgs.
Adressat unbekannt, der große literarische Erfolg von Kathrine Kressmann Taylor, die als Schriftstellerin nur mit ihren beiden Nachnamen an die Öffentlichkeit trat, ist ein Kurzroman von beklemmender Aktualität. Gestaltet als Briefwechsel zwischen einem Deutschen und einem amerikanischen Juden in den Monaten um Hitlers Machtübernahme, schildert er die tragische Entwicklung einer Freundschaft und die Geschichte einer bitterbösen Rache.
»Ich habe nie auf weniger Seiten ein größeres Drama gelesen «, schreibt Elke Heidenreich in ihrem Nachwort. »Diese Geschichte ist meisterhaft, sie ist mit unübertrefflicher Spannung gebaut, in irritierender Kürze, kein Wort zu viel, keines fehlt … Nie wurde das zersetzende Gift des Nationalsozialismus eindringlicher beschrieben.«

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.01.2025

Ein literarisches Mahnmal, das die Vergangenheit und Gegenwart gleichermaßen beleuchtet

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Ich hatte nicht erwartet, daß Du für mein Volk zur Waffe greifen würdest, weil es mein Volk ist, sondern weil Du ein Mann warst, der die Gerechtigkeit liebte. (Buchzitat Seite 41)

Adressat unbekannt von ...

Ich hatte nicht erwartet, daß Du für mein Volk zur Waffe greifen würdest, weil es mein Volk ist, sondern weil Du ein Mann warst, der die Gerechtigkeit liebte. (Buchzitat Seite 41)

Adressat unbekannt von Kathrine Kressmann Taylor ist ein kurzweiliger, aber äußerst eindringlicher Briefroman, der die zerstörerische Kraft von Ideologien und die Tragik einer zerbrochenen Freundschaft thematisiert. Die 1903 geborene Autorin war Journalistin und Werbetexterin und veröffentlichte 1938 diesen Kurzroman, der weltweit große Beachtung fand, jedoch lange in Vergessenheit geriet. Erst in den 1990er-Jahren wurde das Werk wiederentdeckt und erfreut sich seither wachsender Aktualität.

Worum geht's genau?

Der Roman erzählt in nur 18 Briefen und einem Telegramm die Geschichte zweier Männer, deren Freundschaft durch die politische Radikalisierung in den Jahren um Hitlers Machtergreifung zerbricht. Der Deutsche Martin Schulse und der amerikanische Jude Max Eisenstein, früher Geschäftspartner und enge Freunde, tauschen sich über Briefe aus. Doch mit der Zeit zeigt sich, wie die nationalsozialistische Ideologie Martin verändert – bis hin zu Verrat und letztlich bitterer Rache. Trotz seiner Kürze entfaltet der Roman eine enorme emotionale Tiefe und beleuchtet auf schockierende Weise die Verführbarkeit durch totalitäre Systeme.

Meine Meinung

Das Buch wurde mir von einer Bekannten empfohlen, und obwohl ich zunächst nicht wusste, worum es ging, habe ich es kurzerhand bestellt. Schon das Vorwort von Elke Heidenreich hat mich begeistert: Die Autorin gibt darin interessante Einblicke in die Entstehungsgeschichte und die Bedeutung des Romans. Heidenreichs Resümee zum Buch: „Wenn es auf Leben und Tod geht, das zeigt die Autorin, dann geht es nur noch ums Überleben. Dann spielt Menschlichkeit keine Rolle mehr, auf beiden Seiten nicht. “

Beim Lesen war ich tief erschüttert. Es ist unglaublich, wie Kathrine Kressmann Taylor es schafft, auf nur knapp 50 Seiten eine derart kraftvolle und tragische Geschichte zu erzählen. Der kurze, prägnante Stil lässt kein Wort zu viel erscheinen, kein Detail fehlt. Die Entwicklung von Martin, der zunehmend den Ideologien des Nationalsozialismus verfällt, und der verzweifelte, verletzte Ton in Max' Briefen sind aufwühlend und schockierend zugleich. Mich hat die schlichte, aber umso beklemmendere Art, mit der Taylor zeigt, wie schnell politische Überzeugungen Freundschaften zerstören können, nachhaltig beeindruckt und zum Nachdenken gebracht – nicht nur über die Vergangenheit, sondern auch über die Gegenwart. Es verdeutlicht auf erschreckende Weise, wie Ideologien Menschen verändern können und wie gefährlich es ist, sich von ihnen einnehmen zu lassen. Die Botschaft ist universell und zeitlos: Adressat unbekannt ist ein Mahnmal gegen das Vergessen und ein Plädoyer für Wachsamkeit gegenüber Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus.

Fazit

Adressat unbekannt ist ein literarisches Meisterwerk, das trotz seiner Kürze eine enorme Wucht entfaltet. Kathrine Kressmann Taylor zeigt in bewegender Schlichtheit, wie Ideologien Freundschaften zerstören und Leben ruinieren können. Für alle, die sich mit der Vergangenheit auseinandersetzen und die Gegenwart besser verstehen wollen, ist dieses Buch ein absolutes Muss. 5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 28.08.2024

Macht die Eskalationsspirale der Nazizeit, ihre Sogwirkung auf die Massen und ihre zerstörerische Wucht spürbar

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Wow! Ein kleines, schmales, kurzes Büchlein, bestehend aus einem fiktiven Briefwechsel zwischen zwei Männern, die anfangs beste Freunde und Geschäftspartner sind... einer davon Jude und in Amerika, der ...

Wow! Ein kleines, schmales, kurzes Büchlein, bestehend aus einem fiktiven Briefwechsel zwischen zwei Männern, die anfangs beste Freunde und Geschäftspartner sind... einer davon Jude und in Amerika, der andere Deutscher und in seine Heimat zurückgekehrt, in den 1930er-Jahren.

Dieses Buch wurde tatsächlich schon 1938 geschrieben, von einer Amerikanerin, möglicherweise beruht es zum Teil auf einem echten Briefwechsel.

Es beschreibt unglaublich prägnant die Wucht der Veränderung in diesen Jahren in Deutschland und die Entzweiung der beiden Freunde, in einer rasanten Eskalationsspirale. Unglaublich gut geschrieben und sehr nachdenklich machend!

Empfehlenswert für alle, die sich damit auseinandersetzen möchten, unglaublich gut geschrieben!

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Veröffentlicht am 20.02.2022

Lest es!

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67 Seiten. 67 Seiten, auf denen kein Satz zu viel, kein Satz zu wenig ist. 67 Seiten, die beeindrucken, zum Nachdenken anregen, nachhallen. 67 Seiten, die nur aus Briefen bestehen und die jeder gelesen ...

67 Seiten. 67 Seiten, auf denen kein Satz zu viel, kein Satz zu wenig ist. 67 Seiten, die beeindrucken, zum Nachdenken anregen, nachhallen. 67 Seiten, die nur aus Briefen bestehen und die jeder gelesen haben muss. Unbedingt!

Es ist kaum zu glauben, wie zeitlos dieses Buch ist. Die Zeilen hätte erst gestern jemand zu Papier gebracht haben können. Tatsächlich wurde dieses kurze Meisterwerk aber bereits 1938 verfasst – noch vor Beginn des 2. Weltkriegs, als das Unrecht schon um sich griff, aber das volle Ausmaß noch niemand erahnen konnte. Und wahrscheinlich deshalb spiegelt es die Unruhen, Ängste und Zerwürfnisse dieser Zeit so glaubhaft und kraftvoll wider, dass es einem unter die Haut geht.

Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung. Nein, vielmehr eine Aufforderung: Lest es!

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Veröffentlicht am 18.05.2022

Starkes Buch

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Ein starkes, dünnes Büchlein, das mich teilweise wütend und traurig gemacht hat.
Die Message hinter dem Buch "Worte sind stärker als Taten" fand ich genial.

Ein starkes, dünnes Büchlein, das mich teilweise wütend und traurig gemacht hat.
Die Message hinter dem Buch "Worte sind stärker als Taten" fand ich genial.

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