Winter an der Küste - Weihnachten, Schnee und viele Probleme
Dieses Mal wird die ganze Familie die Winterferien bei Oma Inge in Sommerby an der Küste verbringen. Die Geschwister Martha, Mikkel und Mats freuen sich, alle tierischen und menschlichen Freunde wieder ...
Dieses Mal wird die ganze Familie die Winterferien bei Oma Inge in Sommerby an der Küste verbringen. Die Geschwister Martha, Mikkel und Mats freuen sich, alle tierischen und menschlichen Freunde wieder zu sehen. Neben unvorhersehbaren Ereignissen, ungünstigen Wetterverhältnissen sowie kleinen Wundern setzen sie sich mit ihren ganz eigenen großen und kleinen Problemen auseinander. Außerdem gilt es Weihnachten vorzubereiten.
Am liebsten habe ich die Kapitel gelesen, in denen ein Schneesturm über das Dorf zieht. Die Auswirkungen von klirrender Kälte und massig Schnee sowie dem dadurch verursachten Stromausfall sind sehr gut beschrieben. Alle im Dorf helfen einander, rücken näher zusammen, machen das Beste aus der Situation und finden positive Lösungen. Mir wurde ganz warm ums Herz. Ebenfalls die Stellen mit Plattdeutschem Dialekt haben mich angesprochen. Sie bringen den Flair des Lebens an der Küste gut rüber. Falls einzelne Passagen zu schwierig sein sollten, kann der Leser im Anhang die Bedeutung nachschlagen.
Obwohl ich mit meiner Tochter gerne andere Bücher der Autorin, z.B. die „Möwenweg“-Reihe, gelesen habe, konnte mich diese Geschichte nicht überzeugen. Es wird aus den Perspektiven der drei Kinder in der dritten Person erzählt. Aber der Blickwinkel wechselt an den sonderbarsten Stellen, was mich total durcheinander gebracht hat. Außerdem ist eine sehr negative Grundstimmung tonangebend. Die Autorin schildert eine krasse Realität, die überladen wirkt. Die einzelnen Probleme tauchen zu dicht gedrängt auf. Es werden kaum Lösungsansätze aufgezeigt, geschweige alle verzwickten Situationen vollständig aufgelöst. Die Konflikte schwelen weiter. Hoffentlich werden diese in einem weiteren Band zu einem Ende gebracht. Richtige Weihnachtsstimmung kam nicht auf. Hier ein Zitat über Weihnachtskarten aus dem Buch: „Keine Chance, mein Schatz“, sagt Mama. „Das kauft keiner. Die Karten zeigen, wonach wir uns sehnen, nicht die Wirklichkeit. Das wollen die Leute.“ Stimmt, vor den Weihnachtstagen sind die meisten Leute voll im Stress und in vielen Familien liegen die Nerven blank. Warum soll ich also diese Geschichte lesen? Damit ich mich danach besser fühle, weil es in anderen Familien noch mehr Streitereien und größere Probleme gibt? Oder brauche ich nicht etwas „heile Welt“ wie auf den Weihnachtskarten?
Gerne empfohlen zum Vorlesen bei einer Zuhörerschaft aus unterschiedlichen Altersstufen. Für jedes Alter existiert mit Sicherheit ein Charakter zum Identifizieren und ein Problem, das diskutiert werden will. Ansonsten sollten diejenigen zugreifen, die den norddeutschen Dialekt kennenlernen möchten. Im Anhang werden die plattdeutschen Worte und Sätze gut erklärt. Allen, die es trotz Problemen etwas unbeschwerter und positiver mögen, empfehle ich die Solupp-Reihe von Annika Scheffel. Winterlich weihnachtliche Stimmung findet ihr in Band zwei „Winter auf Solupp“.