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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2026

Atmosphärischer Psychothriller mit Längen

Home Before Dark
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Vor vielen Jahren verschwindet ein junges Mädchen spurlos aus einem kleinen Ort – ein Fall, der nie vollständig aufgeklärt werden konnte. Jahre später kehrt ihre Schwester zurück und beginnt, ...

Vor vielen Jahren verschwindet ein junges Mädchen spurlos aus einem kleinen Ort – ein Fall, der nie vollständig aufgeklärt werden konnte. Jahre später kehrt ihre Schwester zurück und beginnt, die Ereignisse von damals neu zu hinterfragen. Dabei stößt sie auf alte Geheimnisse, verdrängte Erinnerungen und Verbindungen, die weit in die Vergangenheit reichen.

Das Buch hat mich insgesamt gut unterhalten, auch wenn ich zwischendurch ein paar Schwierigkeiten damit hatte. Besonders am Anfang mochte ich die Atmosphäre sehr gern: ruhig, etwas düster und mit diesem unterschwelligen Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt. Die Geschichte entwickelt sich eher langsam, was grundsätzlich gut zur Stimmung passt, für mich aber stellenweise auch ein wenig zu langatmig war.

Was mir wirklich gefallen hat, ist, wie sich die verschiedenen Handlungsstränge nach und nach miteinander verbinden. Man bekommt immer wieder neue Hinweise, die das eigene Bild verändern, und genau dieses Miträtseln hat für mich einen großen Reiz ausgemacht. Ich war mir bis zum Schluss nicht sicher, in welche Richtung sich alles auflösen wird – und das passiert mir tatsächlich nur sehr selten.

Auch die psychologische Komponente fand ich spannend. Es geht weniger um klassische Spannung oder Action, sondern eher um Wahrnehmung, Erinnerungen und das Gefühl, dass man sich nicht auf alles verlassen kann. Dadurch entsteht eine besondere, teils auch beklemmende Atmosphäre.

Allerdings hatte das Buch für mich auch einige Schwächen. An manchen Stellen wirkte der Erzählfluss etwas holprig, als würden Informationen fehlen oder Übergänge zu schnell passieren. Das hat mich teilweise aus dem Lesefluss gerissen. Außerdem gab es immer wieder Passagen, die sich etwas gezogen haben, wodurch die Spannung zwischendurch nachgelassen hat.

Die Auflösung fand ich insgesamt passend zur Geschichte – eher ruhig und tragisch als spektakulär. Sie fügt sich gut in das Gesamtbild ein, hat mich aber emotional nicht komplett abgeholt.

Insgesamt ein solider, atmosphärischer Psychothriller mit einer interessanten Idee und viel Raum zum Miträtseln, der für mich aber durch Längen und kleinere Schwächen in der Umsetzung nicht ganz überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Sommerliche Backfreude mit einfachen Rezepten

Sunny Baking Time
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„Sunny Baking Time“ von Theresa Haubs ist genau das, was der Titel verspricht: ein Gute-Laune-Backbuch voller sommerlicher Rezepte, die Lust machen, direkt den Ofen anzuwerfen. Schon beim Durchblättern ...

„Sunny Baking Time“ von Theresa Haubs ist genau das, was der Titel verspricht: ein Gute-Laune-Backbuch voller sommerlicher Rezepte, die Lust machen, direkt den Ofen anzuwerfen. Schon beim Durchblättern bekommt man richtig Appetit auf Erdbeeren, Rhabarber & Co. – und genau so ging es mir dann auch beim Nachbacken.

Ich habe bereits einige Rezepte ausprobiert, darunter „Rhabarber mit Streuselns“, „Käsekuchen auf schnell“ und das „Blaubeer-Bananen-Brot“. Alle Rezepte ließen sich problemlos umsetzen und sind gut gelungen. Besonders gefreut hat mich, dass mein erster selbstgebackener Rhabarberkuchen direkt funktioniert hat. Die Anleitungen sind übersichtlich, verständlich formuliert und auch für weniger erfahrene Hobbybäckerinnen und -bäcker gut geeignet. Die Autorin legt großen Wert auf einfache, schnelle Rezepte mit Zutaten, die man meist ohnehin zu Hause hat oder problemlos bekommt .

Sehr angenehm ist zudem der Schreibstil: locker und modern, ohne übertrieben zu wirken. Dadurch macht nicht nur das Backen, sondern auch das Lesen Spaß.

Auch die Vielfalt im Buch überzeugt. Von klassischen Kuchen über Muffins bis hin zu Desserts ist alles dabei, sodass für jeden Geschmack etwas Passendes zu finden ist . Ich habe mir bereits viele weitere Rezepte markiert, die ich in nächster Zeit ausprobieren möchte.

Fazit: Ein gelungenes Backbuch für alle, die unkomplizierte, gelingsichere und sommerliche Rezepte suchen. Besonders für Einsteiger geeignet, aber auch für alle, die sich inspirieren lassen und neue Ideen ausprobieren möchten.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Gute Idee, schwache Umsetzung

Das makellose Mädchen
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Das makellose Mädchen von Lisa Unger startet mit einer vielversprechenden Idee, konnte meine Erwartungen insgesamt jedoch nicht erfüllen.

Der Einstieg in die Geschichte rund um Wren und die Bekanntschaft ...

Das makellose Mädchen von Lisa Unger startet mit einer vielversprechenden Idee, konnte meine Erwartungen insgesamt jedoch nicht erfüllen.

Der Einstieg in die Geschichte rund um Wren und die Bekanntschaft über eine Dating-App ist zunächst spannend und emotional erzählt. Der Schreibstil ist flüssig und ermöglicht es leicht, in die Gedankenwelt der Protagonistin einzutauchen. Gerade zu Beginn entsteht eine interessante Atmosphäre, die neugierig auf die weitere Entwicklung macht.

Leider verliert die Handlung im Verlauf zunehmend an Spannung. Statt eines packenden Thrillers entwickelt sich die Geschichte eher zu einem ruhigeren Kriminalroman, bei dem der Fokus stark auf den Hintergründen und Motiven der Figuren liegt. Zwar gibt es viele Ansätze und verschiedene Erzählstränge, doch wirken diese oft überladen und werden nicht konsequent zu Ende geführt. Dadurch entsteht der Eindruck, dass viel Potenzial verschenkt wurde.

Auch die Figuren konnten mich nur bedingt überzeugen. Wren bleibt über weite Strecken distanziert und in ihrem Verhalten nicht immer nachvollziehbar, was es schwierig macht, eine wirkliche Bindung zu ihr aufzubauen. Hinzu kommt eine ungewöhnliche Erzählweise, die stellenweise eher irritierend als bereichernd wirkt.

Während das Buch im Mittelteil noch zum Miträtseln einlädt, verliert es gegen Ende deutlich an Stärke. Die Auflösung wirkt wenig überraschend und lässt einige Fragen offen, wodurch das Gesamtbild nicht ganz rund erscheint.

Insgesamt ein Roman mit interessanter Grundidee und guten Ansätzen, der aber weder die erwartete Spannung noch eine wirklich überzeugende Umsetzung bieten konnte.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Winterliche Vibes und große Gefühle in London

Two steps away - London Hearts 2
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Der zweite Band der London-Hearts-Reihe, Two Steps Away von Valentina Fast und Lorena Schäfers, hat mich vollkommen überzeugt und mir wunderschöne Lesestunden beschert.

Im Mittelpunkt steht diesmal Pippa, ...

Der zweite Band der London-Hearts-Reihe, Two Steps Away von Valentina Fast und Lorena Schäfers, hat mich vollkommen überzeugt und mir wunderschöne Lesestunden beschert.

Im Mittelpunkt steht diesmal Pippa, die ihr Leben bis ins kleinste Detail durchplant und stets alles unter Kontrolle haben möchte. Umso spannender ist es zu erleben, wie dieses Kartenhaus ins Wanken gerät, als ihr sicher geglaubter Praktikumsplatz plötzlich bedroht ist – und ausgerechnet Ben, ihre große Vergangenheit, wieder in ihr Leben tritt. Die Dynamik zwischen den beiden ist von Anfang an spürbar: geprägt von alten Verletzungen, unausgesprochenen Gefühlen und gleichzeitig einem deutlichen Knistern.

Besonders gefallen hat mir die Entwicklung der Figuren. Pippa wirkt zunächst kühl und distanziert, doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr zeigt sich ihre verletzliche Seite. Ihre innere Zerrissenheit und ihr Wachstum sind authentisch und berührend dargestellt. Auch Ben gewinnt im Verlauf deutlich an Tiefe, selbst wenn er es mir anfangs nicht leicht gemacht hat, ihn zu mögen. Gerade diese Ecken und Kanten machen die Charaktere lebendig und glaubwürdig.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig, emotional und gleichzeitig leicht, ohne dabei an Tiefe zu verlieren. Durch Perspektivwechsel und lebendige Dialoge entsteht eine Nähe zu den Figuren, die das Mitfiebern leicht macht. Die winterliche London-Atmosphäre und die Einblicke in die Welt des Fashionlabels verleihen der Geschichte zusätzlich einen besonderen Charme.

Ein echtes Highlight ist erneut die WG am Willow Square. Der Zusammenhalt der vier Freundinnen sorgt für viele warme, humorvolle und emotionale Momente und gibt der Geschichte eine besondere Wohlfühlatmosphäre, die sich durch das gesamte Buch zieht.

Die Liebesgeschichte selbst entwickelt sich angenehm langsam und nachvollziehbar. Statt überstürzter Dramatik steht hier das behutsame Aufarbeiten der Vergangenheit und das Zulassen von Gefühlen im Vordergrund. Genau diese Mischung macht die Geschichte so besonders und intensiv.

Für mich ist dieser Band sogar noch stärker als der Auftakt und hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert. Eine gefühlvolle, atmosphärische und gleichzeitig spannende New-Adult-Geschichte, die lange nachwirkt.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Ein Thriller mit Potenzial, der nicht ganz überzeugt

Meeresdunkel
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„Das Meer gibt nichts zurück“ – schon der Klappentext von Meeresdunkel verspricht einen düsteren, psychologischen Thriller. Zwei Familien reisen unabhängig voneinander in ein abgelegenes Ferienhaus ...

„Das Meer gibt nichts zurück“ – schon der Klappentext von Meeresdunkel verspricht einen düsteren, psychologischen Thriller. Zwei Familien reisen unabhängig voneinander in ein abgelegenes Ferienhaus auf Mallorca, das eigentlich Erholung und Versöhnung bringen soll. Doch durch eine vermeintliche Doppelbuchung treffen sie aufeinander, und aus der zunächst unangenehmen Situation entwickelt sich nach und nach ein Geflecht aus Geheimnissen, Spannungen und einer unterschwelligen Bedrohung. Was zunächst wie ein Zufall wirkt, scheint dabei zunehmend mehr Kalkül zu haben.

Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, vor allem aus der von Henrike, Samuel und dessen Sohn Juri. Der Fokus liegt dabei weniger auf actionreichen Wendungen, sondern auf zwischenmenschlichen Konflikten, Wahrnehmungen und der Frage, was hinter den Figuren steckt. Immer wieder werden kleine Hinweise gestreut, die neugierig machen und eine gewisse Unruhe erzeugen sollen.

Für mich blieb diese Spannung jedoch über weite Strecken zu verhalten. Besonders zu Beginn fiel es mir schwer, richtig in die Geschichte hineinzufinden. Zwar werden immer wieder interessante Ansätze und Fragen aufgeworfen, doch ein echter Sog wollte sich nicht einstellen. Erst im späteren Verlauf nimmt die Handlung etwas an Tempo zu, ohne dabei jedoch das Niveau eines wirklich packenden Thrillers zu erreichen.

Ein zentraler Punkt war für mich die Figurenzeichnung. Trotz der Einblicke in ihre Gedanken und Beziehungen blieben mir die Charaktere emotional eher fremd. Viele wirkten unsympathisch oder distanziert, und ihre Handlungen waren nicht immer nachvollziehbar. Dadurch entstand bei mir eher das Gefühl, das Geschehen von außen zu beobachten, anstatt wirklich mitzufiebern. Besonders auffällig war auch, dass manche Reaktionen auf einschneidende Ereignisse überraschend nüchtern ausfallen, was die Glaubwürdigkeit für mich etwas geschwächt hat.

Hinzu kommt, dass die Handlung stellenweise recht konstruiert wirkt. Die Verbindungen zwischen den Figuren und die Entwicklungen im Verlauf der Geschichte erscheinen teilweise sehr gezielt aufgebaut, was den Eindruck von Natürlichkeit etwas mindert. Auch einzelne Figuren – wie etwa der junge Juri – wirkten in ihrer Darstellung nicht immer ganz überzeugend.

Positiv hervorzuheben ist jedoch der flüssige Schreibstil, der sich angenehm lesen lässt und durchaus atmosphärische Momente schafft. Die Idee, einen Thriller stärker über psychologische Spannung und zwischenmenschliche Dynamiken aufzubauen, ist grundsätzlich interessant und wird auch in Ansätzen gut umgesetzt. Zudem gibt es gegen Ende einige Auflösungen, die überraschen können.

Insgesamt bleibt Meeresdunkel für mich jedoch ein eher durchschnittlicher Thriller: mit guten Ansätzen und einer stimmungsvollen Grundidee, der aber weder emotional noch spannungstechnisch wirklich zünden konnte. Wer ruhigere, psychologisch geprägte Geschichten mag, könnte hier eher auf seine Kosten kommen – mir persönlich fehlte es jedoch an echter Spannung und greifbaren Figuren.

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