Cover-Bild Insel der Waisen
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17,00
inkl. MwSt
  • Verlag: mixtvision
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 300
  • Ersterscheinung: 18.08.2020
  • ISBN: 9783958541467
  • Empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Laurel Snyder

Insel der Waisen

Elisa Martins (Übersetzer)

Neun Kinder leben allein auf einer paradiesischen Insel. Woher sie kommen und wohin sie gehen, wenn die Glocke ertönt, weiß niemand. Die Insel versorgt die Kinder mit allem, was sie brauchen. Jeder weiß, wofür er verantwortlich ist und es gibt klare Regeln. Doch als Jinny, die Älteste, die wichtigste Regel bricht und als zehntes Kind auf der Insel bleibt, wendet sich die Natur gegen sie ...

Ein modernes Robinson Crusoe Abenteuer voller Spannung und Rätselhaftigkeit!

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.10.2020

Eine ganz besondere Geschichte!

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Bei „Insel der Waisen“ stand für mich sehr schnell fest: Das Buch muss ich sie unbedingt lesen! Das bunte, zugleich aber auch sehr geheimnisvoll wirkende Cover konnte meine Neugierde auf den ersten Blick ...

Bei „Insel der Waisen“ stand für mich sehr schnell fest: Das Buch muss ich sie unbedingt lesen! Das bunte, zugleich aber auch sehr geheimnisvoll wirkende Cover konnte meine Neugierde auf den ersten Blick wecken und auch der Klappentext hatte ich mich sofort. Das Buch klang einfach nur mega gut, daher zögerte ich auch gar nicht lange und ließ es nur zu gerne bei mir einziehen.

Eine idyllische Insel irgendwo im Nirgendwo. Hier leben neun Kinder, ganz auf sich allein gestellt. Woher sie kommen und wohin sie gehen, wenn ihre Zeit auf der Insel vorbei ist, das weiß niemand. Jedes Jahr erreicht ein Boot das kleine Paradies und bringt ein neues Kind. Das älteste Kind muss dafür gehen. So lautet die wichtigste Regel. Es dürfen immer nur neun Kinder auf der Insel sein. Das nun neue älteste Kind erhält die Aufgabe, sich um das jüngste, das sogenannte Mündel, zu kümmern. In diesem Jahr ist Jinny an der Reihe. Sie muss die kleine Ess betreuen und ihr alles erklären und beibringen, was sie wissen muss. Dieses Mal aber ist alles anders. Jinny wird die Erste sein, die sich der wichtigsten Vorschrift widersetzt. Als das Boot kommt und ein neues Kind bringt, bleibt Jinny auf der Insel. Was wird das für Konsequenzen haben? Wie wird die Insel auf diesen Regelbruch reagieren?

Ich muss gestehen, dass mir „Insel der Waisen“ nicht so wirklich die Story beschert hat, mit der ich gerechnet habe. So im Nachhinein kann ich nur irgendwie gar nicht mehr sagen, was genau ich eigentlich erwartet hatte. Vermutlich etwas mehr spannende Abenteuergeschichte. Ehe ihr jetzt aber denkt, dass ich deswegen enttäuscht von „Insel der Waisen“ bin – nein, bin ich nicht. Es war anders als gedacht, ja, das schon, aber keineswegs schlecht anders. Ich habe wundervolle Lesestunden mit dem Buch verbracht und obwohl die Handlung sehr ruhig ist, konnte sie mich von Anfang bis Ende an die Seiten fesseln. Also ich würde sagen, dass es doch definitiv für das Buch spricht, dass ich es in weniger als zwei Tagen durchgelesen habe, oder? :D

Vermutlich haben einige von euch aber schon gesehen, dass ich „Insel der Waisen“ nicht die volle Sternenzahl gegeben habe. Es gab leider einen Punkt, der mir nicht so gut gefallen hat, daher konnte ich dem Buch letztendlich „nur“ 4 Sterne geben. Aber wie gesagt, ich bin dennoch begeistert von dem, was Laurel Snyder da Außergewöhnliches aufs Papier gezaubert hat!
Was mir nicht so zugesagt hat, sind die vielen Fragen, die am Ende unbeantwortet bleiben. So bleibt zum Beispiel unklar, warum die Kinder eigentlich auf der Insel sind. Man muss sich als Leser über vieles selbst seine Gedanken machen und die Geschichte einfach so nehmen wie sie ist. Ich persönlich gehe davon aus, dass es sich bei „Insel der Waisen“ um ein alleinstehendes Buch handelt, hoffe aber sehr, dass es noch eine Fortsetzung geben wird, in der die vielen Rätselhaftigkeiten gelüftet werden.

Obwohl mich das Ende etwas unzufrieden zurückgelassen hat, habe ich es zugleich auch mit einem beeindruckten „Okay. Wow!“ beenden können. Laurel Snyder ist mit „Insel der Waisen“ in meinen Augen ein ganz besonderer Jugendroman gelungen, dessen Handlung mir ganz bestimmt noch sehr lang sehr gut im Gedächtnis bleiben wird.

Die Geschichte verströmt von Beginn an eine geheimnisvolle, mysteriöse und, ja, fast schon magische Atmosphäre und übt einen Sog auf uns Leser aus, welchem man sich einfach nicht mehr entziehen kann. Bei mir zumindest war es so. Ich habe die Stimmung stellenweise fast schon als ein wenig beklemmend empfunden, was ich aber überhaupt nicht schlimm fand, ganz im Gegenteil.
Mit der Insel ist Laurel Snyder wahrhaftig ein einzigartiges Setting gelungen. Die Insel wird wunderschön und sehr idyllisch beschrieben, strahlt zugleich aber auch irgendwie etwas Bedrohliches aus. Vor allem zum Ende hin, als sich die Merkwürdigkeiten und scheinbar übernatürlichen Dinge häufen, versprüht die Insel nicht mehr die paradiesische Aura wie zu Beginn. Die Story erhält dadurch einen leicht mystischen Touch, was mir unheimlich gut gefallen hat.

Mit der Erzählweise konnte „Insel der Waisen“ ebenfalls bei mir punkten. Ich hätte es zwar eigentlich gar nicht schlecht gefunden, wenn wir die Handlung aus mehreren Perspektiven im Wechsel erfahren hätten, aber auch mit nur einer Ich-Erzählerin bin ich absolut glücklich.
Die Geschichte ist ausschließlich aus der Sicht von Jinny geschrieben. Jinny, muss ich zugeben, war mir nicht immer sympathisch und manche ihrer Entscheidungen konnte ich nicht gänzlich nachvollziehen, aber gestört hat mich das beim Lesen tatsächlich nicht. Ich mochte Jinny dennoch richtig gerne und fand es toll, dass sie (als Einzige) damit beginnt, die Regeln auf der Insel infrage zu stellen und nicht mehr als gegeben hinzunehmen.
Ich fand es ungemein interessant, Jinnys Denken und Fühlen zu verfolgen und zu beobachten, welche Entscheidungen sie trifft und wie sie handelt. Sie agiert oft ziemlich unüberlegt und auch egoistisch, sodass sie auf mich stellenweise noch einen sehr kindlichen Eindruck gemacht hat. Wie alt genau Jinny und die anderen Kinder sind, erfahren wir übrigens nicht. Auch da kann man als Leser also nur Vermutungen anstellen. Ich persönlich habe Jinny auf etwa 12 Jahre geschätzt.

Die anderen Kinder, die ebenfalls sehr authentisch ausgearbeitet wurden, mochte ich auch ausgesprochen gerne. Ich fand es spannend zu sehen, wie sie auf der Insel leben, sich selbst Nahrung beschaffen und kochen, wie sie zusammenhalten und einander helfen. Das Zusammenspiel der Figuren zählt zu meinen persönlichen Highlights. Es ist glaubhaft und faszinierend und macht dieses Buch wahrlich zu etwas ganz Besonderem.

Fazit: Eine außergewöhnliche und wunderbar zeitlose Geschichte, die noch lange in einem nachklingt! Mir hat „Insel der Waisen“ ein unvergessliches Leseerlebnis beschert. Das Buch erzählt eine wundersame Geschichte über das Erwachsenwerden und Entscheidungen treffen, über Verantwortung, Veränderungen, Abschied nehmen und Zusammenhalt. Mich hat die Handlung sehr bewegt und nachdenklich gestimmt. Sie hat mich durchweg an die Seiten gefesselt und mit vielen Fragezeichen im Kopf zurückgelassen. Ich hätte mir ein paar mehr Antworten gewünscht, mir persönlich war das Ende etwas zu offen. Ansonsten bin ich aber hellauf begeistert von meinem ersten Werk aus der Feder von Laurel Snyder. Ich kann „Insel der Waisen“ absolut empfehlen und vergebe sehr, sehr gute 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 21.09.2020

Eine Geschichte über Verantwortung und Erwachsen werden

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Auf einer Insel irgendwo im Nirgendwo leben neun Kinder, ganz alleine. Jedes Jahr, nachdem eine Glocke ertönt, taucht ein grünes Boot auf und in diesem sitzt ein Kleinkind. Während dieses Kleinkind vom ...

Auf einer Insel irgendwo im Nirgendwo leben neun Kinder, ganz alleine. Jedes Jahr, nachdem eine Glocke ertönt, taucht ein grünes Boot auf und in diesem sitzt ein Kleinkind. Während dieses Kleinkind vom neuen Ältesten der Insel betreut wird, muss der zuvor Älteste die Insel mit dem Boot verlassen. So geht es Jahr für Jahr und in diesem Jahr ist Jinny die neue Älteste und muss ihre Aufgabe annehme, das kleine Mädchen Ess zu betreuen und dieser das Leben auf der Insel zu erleichtern. Jinny fällt es schwer, sich auf die Erziehung der kleinen Ess zu konzentrieren, denn ihre Gedanken kreisen ständig darum, dass sie schon bald die Insel verlassen soll. Doch was wäre, wenn sie einfach bleiben würde?
Meine Meinung
Ein wunderschönes, sehr auffälliges Cover machte mich neugierig auf den Inhalt des Buches und der Klappentext erinnerte mich an eine moderne Form von Herr der Fliegen. Der Einstieg fällt hier ebenfalls sehr leicht, denn Laurel Snyder versteht es, ihre Leser direkt auf die ferne Insel zu versetzen. Sie schreibt leicht und gut verständlich und auch für die Zielgruppe ab zwölf Jahren dürfte es hier keinerlei Verständnisprobleme geben.
Zu Beginn lernen wir Jinny kennen und erleben gleich die Ankunft des neuen Kindes und nehmen Abschied vom Ältesten Deen. Auch wenn Deen versucht hatte, Jinny auf ihre neue Rolle als Mentorin eines Kleinkindes einzustimmen, fällt es dieser zunächst alles andere als leicht, diese überaus verantwortungsvolle Rolle zu übernehmen. Diese Darstellung ist der Autorin sehr glaubhaft gelungen, denn als Mutter weiß man, wie schwer es manchmal ist, in jeder Lage für ein kleines Kind Verantwortung zu übernehmen. Wie schwer das für ein junges Mädchen, dessen Alter ich auf ca. 12 Jahren schätze, ist, wird hier sehr gelungen gezeigt.
Ansonsten ist die Insel und ihre Bewohner sehr gut beschrieben. Jeder hat hier tägliche Aufgaben, die den Alltag erleichtern sollen und müssen. Die Kinder müssen sich aufeinander verlassen können und so manches bekommt von ihnen sogar eigene Ausdrücke, wie z. B. die Früchte der Insel. Doch Lauren Snyder lässt dem Leser eine ganze Menge Fragen offen. So hat man keinerlei Hinweise, warum die Kinder überhaupt auf der Insel sind oder ob sie wirklich Waisen sind. Nur ein paar alte Bücher, die einst einem Mädchen namens Abigail gehörten, erzählen vom Leben ausserhalb der Insel. Doch auch wenn genau diese Frage immer wieder in meinem Kopf herumspukte, gab es auch noch genügend andere Dinge, die man hier erlebte.
So erzählt die Geschichte von Verantwortung, sich selbst aber auch anderen gegenüber, von Vertrauen und Mut, von Freundschaft, aber auch vom Abschied nehmen. All diese Punkte werden hier in erster Linie durch die Protagonistin Jinny gezeigt, die hier deutlich im Mittelpunkt steht. Als Leser verfolgen wir Jinnys Gedanken und Gefühlen und beobachtet, welche Entscheidungen sie trifft. Diese kommen oftmals aus dem Bauch heraus und gerade bei Jinny spürt man deutlich, dass sie noch gar nicht so weit ist, wirklich die “Älteste” und somit die Verantwortliche zu sein.
Jinny machte mich nachdenklich, denn sie sollte noch Kind sein und doch muss sie oft wie eine Erwachsene handeln. Im Laufe der Geschichte beginnt aber auch Jinny zu reifen und auch wenn nicht immer alle Entscheidungen, die sie trifft, vernünftig sind, so sind durchaus nachvollziehbar. Neben Jinny gibt es natürlich noch die anderen Kinder auf der Insel, bei der vor allem der ruhige Ben einen bleibenden Eindruck hinterlässt und hier manches Mal älter wirkt als Jinny. Auch die kleine Ess, die völlig verstört und verängstig auf die Insel kommt, wird klar gezeichnet. Allerdings ist auch genau diese Zeichnung des Kleinkindes für mich die am wenigsten glaubwürdige, denn für das, was Jinny ihr auf der Insel beibringen soll, ist sie meiner Meinung nach einfach zu klein. Ob aber genau das der wichtige Punkt hier ist? Ich kann es gar nicht genau sagen. Aber irgendwie könnte ich mir, vor allem nach dem Ende, vorstellen, dass die Geschichte noch weiter erzählt werden könnte.
Mein Fazit
Eine sehr ungewöhnliche Geschichte über das Lernen von Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen, aber auch über Liebe dem nächsten gegenüber, Vertrauen, Freundschaft und Zusammenhalt. Insgesamt macht die Geschichte nachdenklich und lässt den Leser mit vielen Fragen zurück. Was und vor allem wer steckt hinter der Insel? Darüber wird sich der Leser wohl seine eigenen Gedanken bilden müssen.

Veröffentlicht am 20.09.2020

Insel der Waisen

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Herzlich willkommen auf der Insel der Waisen! Du hast einen schweren Abschied und eine mühsame Fahrt in diesem Boot hinter dir, aber hier wird es dir gut gehen. Auch wenn wir anderen Kinder etwas traurig ...

Herzlich willkommen auf der Insel der Waisen! Du hast einen schweren Abschied und eine mühsame Fahrt in diesem Boot hinter dir, aber hier wird es dir gut gehen. Auch wenn wir anderen Kinder etwas traurig darüber sind, dass deine Ankunft für uns mit einem schmerzhaften Abschied einhergeht. Denn wenn du das Boot verlassen hast, um zu uns auf die Insel zu kommen, muss ein anderes Kind sie wieder verlassen. Ein Kind, das hier viele Jahre verbracht hat und welches wir seit unserer Ankunft an unserer Seite hatten. Der Abschied wird nicht leicht für uns – gib uns ein paar Tage, dann werden wir dir zeigen, wie schön unsere Insel ist. Du wirst die wichtigsten Dinge lernen, die für deinen Aufenthalt wichtig sind. Und eines Tages wirst du es sein, der sich von dieser wunderschönen Insel verabschieden muss. Aber bis dahin, genieß die Zeit und die schönen Dinge, die dir das Leben und deine Kindheit hier versüßen werden.

Mit diesen Worten könnte jedes der neun Kinder auf der Insel empfangen worden sein. Auch Jinny, die wir Leser zu Beginn der Geschichte „Insel der Waisen“ in den dunkelsten Stunden ihres bisherigen Lebens kennenlernen. Als die Glocke ertönte, wusste sie, dass ihre schlimmste Befürchtung nun wahr werden wird. Denn – ein Junge und ihr bester Freund, der sie seit ihrer Ankunft begleitet hat – muss die Insel verlassen und sie wird als Älteste ein „Mündel“ erhalten. So war es immer und so wird es bleiben.


Neun Waisen auf einer Insel, allein auf der Welt. Einer mehr und der Himmel fällt …

Ich als Leserin durfte Jinny durch ihr vermeintlich letztes Jahr auf der Insel begleiten und erleben, wie sie ihre Aufgabe, sich um den Neuankömmling zu kümmern, meistert. So lernte ich die Insel und ihre Eigenheiten Stück für Stück kennen. Viel mehr noch lernte ich jedoch Jinnys Persönlichkeit und das Gruppengefüge der Gemeinschaft kennen. Für mich persönlich war es sehr erstaunlich, wie wenig Kinder benötigen, um geborgen aufzuwachsen: Eine sichere Umgebung, Nahrung (Süßigkeiten nicht vergessen!), Freunde und Bücher.

Die Handlung verläuft sehr bedächtig, jedoch habe ich mich in keinem Kapitel gelangweilt. Sehr gerne habe ich Jinny durch ihre verbleibende Zeit auf der Insel und in ihrem Prozess des Erwachsenwerdens begleitet. Sie sträubt sich dagegen, die Insel zu verlassen. Metaphorisch gesehen ist der Abschied von der Insel, ein Abschied von der eigenen unbeschwerten Kindheit. Und Jinny selbst möchte den Zeitpunkt bestimmen, wann sie zu diesem Abschied bereit ist.

Wer in dieser Geschichte auf der Suche nach konkreten Antworten ist, wird sie erfolglos beenden müssen. Vielmehr muss man zwischen den Zeilen lesen, philosophieren und vieles selbst interpretieren. Das kann für den einen oder anderen jüngeren Leser aufreibend sein. Jedoch werden sich alle Leser auf der „Insel der Waisen“ sehr wohlfühlen. Auch ich habe dort viele schöne Lesestunden verbracht und zusammen mit Jinny die Schönheit eines jeden Tags genießen dürfen.

https://kathrineverdeen.de/

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Veröffentlicht am 09.09.2020

Fantastische Inselwelt mit Schwächen

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Das Cover ist sehr schön gemacht und gibt schon ein Gefühl von tropischer Insel. Auf so einer Insel, ohne Wetterveränderung und gefährliche Tiere, leben 9 Kinder. Altersmäßig sind sie immer ein Jahr voneinander ...

Das Cover ist sehr schön gemacht und gibt schon ein Gefühl von tropischer Insel. Auf so einer Insel, ohne Wetterveränderung und gefährliche Tiere, leben 9 Kinder. Altersmäßig sind sie immer ein Jahr voneinander entfernt, immer abwechselnd ein Junge und ein Mädchen. Wie aus dem Nichts kommt jedes Jahr ein grünes Boot an, in dem Boot sitzt ein Kleinkind. Das älteste Kind, in diesem Jahr Denn, setzt sich dafür in das Boot und verschwindet. Damit ist Jinny nun die Älteste. Das angekommene Mädchen Ess ist ihr Mündel. Das bedeutet, dass Jinny für sie zuständig ist. Denn die Kleine muss innerhalb eines Jahres z.B. schwimmen und lesen lernen. Keine einfache Aufgabe, wenn man wie Jinny nicht immer bereit ist die Regeln der Insel einzuhalten. So gibt es einen Spruch „Neun Waisen auf einer Insel, allein auf der Welt, einer mehr und der Himmel fällt.“ Was wird geschehen, wenn sie nicht in das Boot steigt, wenn es nach einem Jahr kommt?
Der erste Teil der Geschichte erzählt vom Leben auf der Insel, alles wirkt wie im Paradies. Die neun Kinder lesen ohne Sorgen und Probleme. Aber Jinny hat manchmal Zweifel, ob die Kinder wirklich Waisen sind. Wer ist die geheimnisvolle Abigail, der die Bücher gehörten, die die Kinder lesen? Im zweiten Teil wird es spannend und wir erleben den Konflikt Jinnys, die ihre Probleme mit niemanden teilen kann.
Ich finde manche Dinge in diesem Buch nicht logisch, die kleinen Neuankömmlinge benutzen schon die Toilette, die gehen „Plätschern“, können aber sehr schlecht sprechen. Dagegen lernen sie schon in dem Jahr lesen und schwimmen. Da die Kinder wohl bei Geschlechtsreife gehen müssen, müssten die Kleinen ca. 3 Jahre alt sein. Kinder können aber wohl erst mit 5 Jahren lesen lernen. Zudem leben die Kinder in schrecklichen hygienischen Verhältnissen. Wenn sie sich riechen können, gehen sie mit Kleidung, die nachher am Körper trocknet, ins Wasser zum Säubern. Für mich sind viele Fragen unbeantwortet, aber wahrscheinlich ist das so gedacht.

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Veröffentlicht am 03.09.2020

Positive Überraschung

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Inhalt:

Jinny lebt gemeinsam mit acht weiteren Kindern auf einer kleinen paradisischen Insel.

Exotische Früchte hängen an den Bäumen, es gibt keine gefährlichen Tiere, jeder Bewohner hat seine Aufgabe, ...

Inhalt:

Jinny lebt gemeinsam mit acht weiteren Kindern auf einer kleinen paradisischen Insel.

Exotische Früchte hängen an den Bäumen, es gibt keine gefährlichen Tiere, jeder Bewohner hat seine Aufgabe, die zum täglichen Überleben der Gemeinschaft beiträgt. Kurzum: Ein kleiner Garten Eden, dessen Gesellschaft jedoch einmal im Jahr in ihren Grundfesten erschüttert - und gefordert wird.

An diesem einen Tag im Jahr legt ein grünes Boot mit einem Kind an Bord am Strand an. Das ist der Zeitpunkt, an dem es für einen der Inselbewohner – nämlich den Ältesten der Gruppe - Abschiednehmen heißt. Ein Austausch findet statt, bei dem ein neuer Ältester gekürt wird, der sich fortan um das in eben diesem Boot angespülte Kleinkind kümmern muss.

In diesem Jahr ist Jinny an der Reihe ihren Job als Mentor anzutreten. Als sie das erste Mal einen Blick auf das weinende Mädchen, das sich kurzerhand als Ess vorstellt, wirft, überkommen sie ihre Emotionen. Nicht nur, dass sie den Verlust ihres besten Freundes zu beklagen hat, auch muss sie nun, selbst noch ein Kind, die Verantwortung für eine andere Person übernehmen.



Meinung:

Laurel Snyder greift in ihrem Buch „Insel der Waisen“ einige sehr interessante Themen auf. Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Jinny, die von einem Tag auf den anderen lernen muss, wie es ist, sich um ein kleines Kind kümmern zu müssen. Die kleine Ess wirkt bei ihrer Ankunft verstört, verwirrt und verängstigt. Hinzu kommt, dass sie die wichtigsten Regeln, die jeder Inselbewohner kennen sollte, noch nicht verinnerlicht hat. Jinny muss dem Kind also einiges beibringen und gerät dabei nicht selten an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.

Der Fokus des Buches liegt ganz eindeutig auf der Thematik Kindererziehung. Jinny durchlebt während der Erziehung ihres Mündels jedoch ebenfalls eine innere Entwicklung. Sie lernt ihre eigene Ungeduld zu zügeln und somit zugleich auch über sich hinauszuwachsen. Das alles arbeitet Laurel Snyder schlüssig und gut nachvollziehbar heraus.

Laura Snyder beleuchtet das Motiv des „Abschied-Nehmens“ aus verschiedenen Perspektiven. So muss Jinny sich fragen, ob sie bereit ist, ihrem Mentor Deen (der Letzte, der gegangen ist) nachzueifern. Möchte sie die Menschen, die sie liebgewonnen hat, verlassen oder bleiben. Letzteres um den Preis, die vorgegebenen Regeln, die auf der Insel herrschen, zu durchbrechen. Welche Folgen könnte solch eine Entscheidung mit sich bringen? Jinny muss das Für und Wider ihrer Handlungsalternativen abwägen.

Während der Erziehung von Ess lernt Jinny, dass vor allem Freundschaft, Mitgefühl, Willensstärke und Teamwork wichtig für eine gute Gruppe sind. So wird Jinny stets von ihren Freunden begleitet, die immer dann einspringen, wenn das Mädchen an ihre Grenzen gerät.

Letztendlich überzeugen auch bei diesem Buch die sympathische Charaktere.

Die zielorientierte und pragmatisch denkende Joon, der stoische Ben. Und über allen, die kleine Ess, die vor allem durch ihren liebenswerten Charakter begeistert.

Mit dem Ende des Buches setzt Laurel Snyder ein Highlight, der das Buch zu einem Schatz im Bücherregal werden lässt.



Fazit:

Laurel Snyder schreibt mit „Insel der Waisen“ ohne religiösen Tenor eine moderne Variante der biblischen Vertreibung aus dem Paradies. Dabei schafft es die Autorin, nicht nur glaubhafte und sympathische Charaktere zu zeichnen, sondern auch authentisch Gruppendynamiken zu thematisieren.

Das Ende ist von unglaublicher Eindringlichkeit, die nachwirkt und festhält.

Für mich eine Empfehlung für Menschen, die sich für frühkindliche Entwicklung interessieren oder mit dem Thema Abschiednehmen konfrontiert sind.

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