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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.09.2020

Luftig!

Luftpiraten
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Diese Geschichte ist so unfassbar niedlich. Selbst die Ausrufezeichen waren gelungen. Okay, gegen Ende hin fand ich sie dann oft nicht mehr so passend, aber um die grummelige Art der Piraten zu verdeutlichen, ...

Diese Geschichte ist so unfassbar niedlich. Selbst die Ausrufezeichen waren gelungen. Okay, gegen Ende hin fand ich sie dann oft nicht mehr so passend, aber um die grummelige Art der Piraten zu verdeutlichen, einfach toll. Ich stelle immer öfter fest, dass die ersten Zeilen in einem Buch viel ausmachen, denn habe ich schon dort einen Moment, in welchem ich die Formulierung feier, so gehe ich viel besser gestimmt an die Geschichte. Hier holte mich der Autor definitiv mit seiner Erklärung zu den Behausungen der Luftpiraten und seinem Vergleich zu den Erdlöchern ab. Zu gerne hätte ich vor Vergnügen gequietscht.

Leider lies diese Art mit der Zeit etwas nach, kam aber immer mal wieder vor. Es war einfach herrlich zu lesen. Die Wortspielereien und -Kreationen, himmlisch. Die Länge der Kapitel fand ich absolut in Ordnung, wenngleich sie mir um einiges länger vorkam als bei anderen Kinderbüchern. Das mag vielleicht aber auch täuschen. Die Illustrationen fand ich sehr schön und die Message hinter der Geschichte einfach gut. Wenn ihr eine Geschichte sucht, über einen Jungen, der sich das Recht der Akzeptanz erkämpft und dabei eine ganze Kultur auf den Kopf stellt, dann kann ich euch dieses Buch empfehlen.

Ich bin förmlich durch das Buch geflogen, weil ich stets erfahren wollte, was Zwolle als nächstes passiert und wohin ihn sein Weg führt. Bei manchen Dingen bin ich jedoch kritisch und man sollte womöglich abwägen, ob das Kind mit Worten wie "Missgeburt" umgehen kann. Als Erwachsene verstand ich den Sinn dahinter und aufgrund des Genres waren mir gewisse Wendungen von vornherein klar, aber ich kann mir gut vorstellen, dass einige Kinder das vielleicht nicht so gut können, schon allein weil ihnen einfach die Erfahrung fehlt. Als Brillenträgerin seit Kindertagen und dem Hang gerne ein paar Kilo mehr mit mir herum zu tragen, weiß ich wie böse auch Kinder untereinander sein können und wie es auf manch einen wirken kann, wenn solche Worte fallen.

Fazti:

Ein unterhaltsames Kinderbuch mit schönen Wortspielereien und - Kreationen, das aber sprachlich sehr derb sein kann.

Veröffentlicht am 10.09.2020

Ohne Worte

Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete
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Ich hab keine Ahnung was ich zu diesem Buch sagen soll, oder wie ich es bewerten soll. Besonders das Nachwort der Autorin hat mir die Tränen in die Augen getrieben. Stefania hatte in ihrem Leben vermutlich ...

Ich hab keine Ahnung was ich zu diesem Buch sagen soll, oder wie ich es bewerten soll. Besonders das Nachwort der Autorin hat mir die Tränen in die Augen getrieben. Stefania hatte in ihrem Leben vermutlich mehr Glück als Verstand. So oft musste ich das Buch weg legen um wieder Atmen zu können, doch das hielt nicht lange, da ich stets wissen wollte wie es weiter geht. Es ging mir einfach durch und durch. Obwohl ich das Buch nun vor einigen Tagen schon beendet habe, könnte ich es gerade wieder in die Hand nehmen und darin lesen.

Sharon Cameron erzählt die Geschichte aus der Perspektive von Stefanie in dem Zeitraum von 1939 bis 1944. Wie das Mädchen damals mit etwa 12/13 Jahren in die Stadt zog, zur Frau wurde, der Krieg kam und blieb, wie auch der Hunger, die Angst, der Schmerz. Ich muss sicher nicht erwähnen, wie schwer es für sie war, in einer Zeit, in der man nicht mal seinem eigenen Schatten trauen konnte und die Wände Ohren hatten. Immer wenn ich dachte, dass es nicht mehr schlimmer kommen könne, schaffte es Stefania es sich in eine Situation zu katapultieren, die noch auswegloser erscheint oder ihr das Schicksal einen Strick dreht.

Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr mich dieses Buch bewegte. Diese Frau, meine Bewunderung für sie. Sicher gab es viele Helden und Heldinnen zu dieser Zeit. Sicher ist jede Geschichte es wert, dass man sie aufschreibt und nicht vergisst. Doch genauso sicher ist es auch, dass jede Geschichte auf ihre Art bewegt. Soll heißen, dass ich dieses Buch nicht als etwas besonderes im Vergleich anpreisen möchte, sondern, dass es einfach für sich besonders ist. Ein Buch, das man lesen sollte und nicht vergessen.

Einziger "Kritikpunkt" meinerseits wäre spontan, dass der Stil oft noch recht kindlich wirkte, obwohl Stefania alterte. Ob das so gewollt war weiß ich nicht. Nur teilweise ist die Art doch sehr erwachsen und dann wieder nicht. Das fühlte sich manchmal etwas komisch an und ich konnte die Charaktere nicht richtig greifen. Zudem bin ich mir nicht sicher, ob es wirklich so viele SS Leute gab, wie es beschrieben oder ob es einfach der Eindruck eines verängstigten Mädchens war. Ich glaube, dass einfach jeder Deutsche der SS zugeordnet wurde. Nicht schlimm, aber manchmal etwas seltsam beim Lesen.

Fazit:

Ein Buch, das man einfach gelesen haben sollte. Ein Buch, das unter die Haut geht und bewegt.

Veröffentlicht am 10.09.2020

Sehr unterhaltsam.

Der beste Notfall der Welt
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Jesses, hat mich das Buch Nerven gekostet. Also nicht, dass es mich genervt hätte, aber es war schon immer wieder sehr spannend. Zudem sind die beiden Jungen unterschiedlicher als Tag und Nacht. Gustav ...

Jesses, hat mich das Buch Nerven gekostet. Also nicht, dass es mich genervt hätte, aber es war schon immer wieder sehr spannend. Zudem sind die beiden Jungen unterschiedlicher als Tag und Nacht. Gustav ist ein regelrechter Haudegen, während Ben im Gegenzug doch mehr der Denker ist. Lustigerweise kam ich auch total oft durcheinander, weil ich die beiden vom Namen eher eher andersrum eingeordnet hätte. Doch man wurde beim Lesen gut daran erinnert wer jetzt wer ist. Ich muss gestehen, dass ich mit der Entwicklung der Geschichte so gar nicht gerechnet hatte; besonders das angedeutete Geheimnis um die Maus. Einfach herrlich, wenngleich gelegentlich auch etwas nervig. So konnten die Jungen auch lernen, dass beide Eigenschaften gut sind und je nach Situation entsprechend Vorteile verschaffen kann - mit dem Kopf durch die Wand, oder lieber ein Loch drunter durch buddeln.

Die Illustrationen in dem Buch sind einfach zauberhaft. Daran konnte ich mich überhaupt nicht satt sehen. So viele wundervolle Details. Die kurzen Kapitel ermöglichen auch ein schönes Vorlesen am Abend und überfordern das Kind beim selbst Lesen nicht. Zumindest wäre so meine Einschätzung, als Nicht-Mutter. Sehr gut gefiel mir, dass die beiden Jungs durch das Abenteuer und das Chaos schon fast Freunde wurden. Vermutlich würden sie das nie zugeben, und vielleicht stimmt es auch gar nicht, aber es war ein dennoch ein sehr unterhaltsames Leseerlebnis. Der Stil hat sein Übriges dazu bei getragen. Die Eltern waren autoritär, aber nicht einengend. Es gab Grenzen und Regeln, aber niemand kam zu kurz. Zudem gab es ganz viel zum Schmunzeln. Die Figuren wirkten auf mich sehr authentisch.

Fazit:

Was soll ich sagen?! Eine fantastische Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt mit einer Brise Humor sowie Augenzwinkern.

Veröffentlicht am 04.09.2020

Jazz, Voodoo und New Orleans Feeling

Dark Charm
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Anfangs war ich neugierig auf das Buch, als ich es dann begann war ich gefangen in der Geschichte. Selten suche ich nach Orten oder ähnlichem im Netz, aber hier kam ein absoluten New Orleans Feeling auf, ...

Anfangs war ich neugierig auf das Buch, als ich es dann begann war ich gefangen in der Geschichte. Selten suche ich nach Orten oder ähnlichem im Netz, aber hier kam ein absoluten New Orleans Feeling auf, sodass ich mich vergewissert habe, dass es wirklich ein fiktiver Ort ist; und das ist es wohl wirklich. Nichtsdestotrotz erinnert einfach so viel daran. Der Jazz, die Sümpfe, die Trennung von Adel und Lumpenpack (schwarz und weiß), einfach alles an dem Setting lies mich dies fühlen. Die düstere und drückende Atmosphäre sorgte zusätzlich für den passenden Nervenkitzel. Gegen Ende hin gab es zwar den einen oder anderen Logikfehler, aber das hinderte mich nicht daran mit dem Buch verwachsen zu bleiben.

Oft habe ich bei dünneren Büchern das Gefühl, das mir zu viel fehlt. Bei dickeren Bücher, dass zu viel Geschwafelt wird. Hier hat es mehr oder weniger gepasst. Sicher könnte man diverse Verschnaufpausen als Länge deklarieren, aber ich fand es einfach nur angenehm um den Puls wieder etwas zu beruhigen. Die Protagonistin konnte ich sehr gut verstehen, wenngleich man sich als Leser oft denkt: "Tu's nicht!"
Die Charaktere fand ich gelungen. Sie waren greifbar, aber auch geheimnisvoll, wie es zur Geschichte passt. Das Ende fand ich überhaupt sehr gelungen. Ein bisschen Kitsch, ein bisschen Drama und nicht nur heile Welt. Die Dialoge zwischen der Queen und Jude fand ich stellenweise auch sehr unterhaltsam. Sie haben die drückende Stimmung definitiv aufgelockert. Andererseits auch etwas befremdlich, weil man sich eine so mächtige Frau anders vorstellt.

Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm. Zudem war er auch sehr detailliert, was dazu führte, dass sich mir mehr als einmal der Magen drehte. Voodoo ist ja schön und gut, aber manche Dinge waren dann doch etwas bäh, aber es gehörte eben dazu. Schade fand ich, dass die Autorin nicht mehr auf die Geschichte von Judes Vater eingeht. Sicher kann man sein Verhalten nachvollziehen, aufgrund des Beschriebenen, aber manchmal hätte ich mir da etwas mehr gewünscht. Wobei ich glaube, dass es auch an meiner Verliebtheit in die die Geschichte lag und ich gern alles über jeden gewusst hätte. Ergo: Ein Buch, das mir einfach richtig gut gefallen hat.

Fazit:

Tolle Atmosphäre, geniales Setting und gelungene Geschichte.

Veröffentlicht am 04.09.2020

Nicht so richtig überzeugend.

Die Chroniken von Mistle End 1: Der Greif erwacht
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Also gut. Kleiner Junge kommt in ein verschneites Dorf, in dem ihm alles komisch erscheint, man ihm wohl nach dem Leben trachtet und dann noch ein Greif lustige Forderungen an ihn stellt. Soweit so gut. ...

Also gut. Kleiner Junge kommt in ein verschneites Dorf, in dem ihm alles komisch erscheint, man ihm wohl nach dem Leben trachtet und dann noch ein Greif lustige Forderungen an ihn stellt. Soweit so gut. Klingt auf jeden Fall super. Bei mir kam dann leider nach dem ersten Drittel ein Punkt, an dem ich mir die Haare raufen wollte. Ich bin niemand, der sich groß mit moralischen Aspekten oder ähnlichem in Büchern befasst. Meist versuche ich es zu nehme wie es kommt. Doch hier bekam ich schnell die Krise, denn das Verhältnis zwischen dem jungen Cedrik und seinem Vater fand ich einfach furchtbar. Auch dieses immer mit dem Finger zeigen unter den Protagonisten fand ich sehr anstrengend, zudem hatte das Buch gefühlt einige Logikfehler und an sich fühlte sich so vieles nicht wirklich rund an.

Irgendwann im letzten Drittel versuchte ich dann einfach die Geschichte hinzunehmen, aber trotzdem konnte sie mich einfach so überhaupt nicht mehr abholen. Immer wenn ich dachte, dass ich im Fluss sei, stolperte ich über irgendwelche Dinge, die zuvor anders beschrieben waren oder unstimmig klangen. Die Charaktere waren phasenweise sehr schön dargestellt, dann wieder sehr schwammig. Auch die Art, wie teilweise miteinander umgegangen wurde, stieß mir gelegentlich etwas auf. Zwar wurde mir gesagt, dass das so häufig in Kinderbüchern sei, und sicher habe ich solche Bücher auch schon gelesen, aber hier war ich einfach nicht wirklich zufrieden. Vielleicht war es für mich auch einfach der falsche Zeitpunkt für diese Geschichte, oder sie hat mich auf dem falschen Fuß erwischt.

Doch um auch etwas nettes zu sagen: Die Idee hinter der Geschichte und auch die Wesen fand ich sehr genial. Irritierend war es zwar im Sommer von Schnee zu lesen, aber das bin ich ja selber schuld. Das Besen reiten fand ich besonders lustig. Teilweise gab es ein paar Ebenen zu Harry Potter, Bibi Blocksberg und anderen Geschichten, die man so kennt, welche ich schön fand.

Fazit:

Ein Kinderbuch, auf das ich mich sehr gefreut hat, aber leider mit seinen Schwächen überwog um mich wirklich abholen zu können.