Ein poetisch erzähltes, kunstvolles Fantasy-Gemälde
Musenrausch besticht vor allem durch seinen warmen, bildhaften Schreibstil, der fast schon poetisch über die Seiten fließt. Malou Bichon schafft es, die griechische Mythologie elegant mit der Welt der ...
Musenrausch besticht vor allem durch seinen warmen, bildhaften Schreibstil, der fast schon poetisch über die Seiten fließt. Malou Bichon schafft es, die griechische Mythologie elegant mit der Welt der Kunst zu verweben: Das wirkt nie aufgepfropft, sondern organisch, als würden Mythen und moderne Kreativität schon immer zueinandergehört haben. Die Welt hat mich total gefesselt; die Schauplätze und die Atmosphäre sind liebevoll gestaltet und tragen die Geschichte tragen ohne zu überfrachten.
Wanda als Protagonistin ist nahbar und glaubwürdig. Ihre Entscheidungen und Gefühle konnte ich oft nachvollziehen, sie ist kein überhöhtes, sondern ein sehr „machbares" (bodenständiges) Ich, mit dem man mitfühlt.
Neo, die Muse, ist einer der spannendsten Charaktere: geheimnisvoll, faszinierend und mit einer Präsenz, die im Buch immer wieder kleine Funken schlägt. Die Beziehung zwischen Wanda und Neo funktioniert für mich hervorragend die Dynamik, das Knistern und die emotionale Tiefe haben mir richtig gut gefallen.
Auch die Nebenfiguren sind gut besetzt und geben der Geschichte zusätzliche Farben.
Einziger, größerer Kritikpunkt: Manchmal trudeln sehr schnell viele Informationen ein, Hintergrund-wissen, Mythenteile, Kunst-Bezüge - sodass ich zwischendurch kurz rausgerissen wurde und eine Sekunde brauchte, um wieder reinzufinden.
Glücklicherweise ergibt gegen Ende vieles Sinn und erklärt, warum diese Informationsfülle nötig war, aber an ein paar Stellen hätten weniger, dafür klarere Häppchen die Leseflüssigkeit verbessert.