Cover-Bild Penelope und die zwölf Mägde
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Goldmann
  • Themenbereich: Belletristik - Sonstiges
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 192
  • Ersterscheinung: 13.10.2022
  • ISBN: 9783442316809
Margaret Atwood

Penelope und die zwölf Mägde

Roman
Marcus Ingendaay (Übersetzer), Sabine Hübner (Übersetzer)

Penelope – die spartanische Prinzessin gilt als Sinnbild der treu liebenden Ehefrau und Mutter, die jahrzehntelang geduldig die Heimkehr des heldenhaften Ehemanns erwartet. So erzählt es die »Odyssee«, aber ist es auch die Geschichte, die Penelope selbst erzählen würde? Nein, findet Margaret Atwood. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen hält ihre Penelope Rückschau auf ihr Leben, berichtet von der gnadenlosen Konkurrenz mit der hübschen Cousine Helena, von der Zwangsverheiratung mit Odysseus, einem Mann, dem der Ruf vorauseilte, ein Aufschneider zu sein, und den Intrigen und Skandalen am Hofe Ithakas. Ergänzt wird Penelopes Erzählung vom Chor ihrer Mägde, die ihren Dienst mit dem Leben bezahlten und nun nach Gerechtigkeit verlangen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.08.2025

Odysseus neu erzählt

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In diesem Buch erzählt Penelope, die Ehefrau des berühmten Odysseus ihre Version der griechischen Sage. Dabei kommen weder ihre eigenen Eltern, noch ihre Cousine Helena und ihr Ehemann gut weg. Von der ...

In diesem Buch erzählt Penelope, die Ehefrau des berühmten Odysseus ihre Version der griechischen Sage. Dabei kommen weder ihre eigenen Eltern, noch ihre Cousine Helena und ihr Ehemann gut weg. Von der Mutter vernachlässigt und vom Vater fast getötet, wird sie schließlich mehr oder weniger an ihren Ehemann verschachert - auch hier scheint Helena die Hand im Spiel zu haben.

Die Ehe mit Odysseus verläuft zu Beginn sehr gut - bis er in den trojanischen Krieg ziehen muss und 20 Jahre nicht mehr nach Hause kommt. Hier zweifelt sie einige seiner Heldentaten an und gibt Helena die Schuld am Ausbruch des Krieges. In Odysseus Abwesenheit muss sie das Land verwalten und beginnt sich über das Schicksal ihrer Mägde Gedanken zu machen.

Ihre Geschichte erzählt sie tausende Jahre nach den Ereignissen - sie wandert durch die Unterwelt und zieht Parallelen zur heutigen Welt. Zwischendurch kommen auch die zwölf getöteten Mägde zu Wort - in Form eines Gesanges, in dem sie ihr leid klagen.

Ein gelungener und interessanter Roman mit neuer Sicht auf die Sagen des klassischen Altertums. Man sollte zumindest in Grundzügen die Geschichte kennen, um das Buch und Penelopes spitzen zu verstehen.

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Veröffentlicht am 10.03.2024

Unterhaltsamer und wichtiger Beitrag zu feministischer Literatur

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Margaret Atwoods "Penelope und die zwölf Mägde" ist eine faszinierende Neuerzählung des klassischen Epos von Odysseus, das Ethos und Pathos auf stilecht und trotzdem leichtgängige Weise vereint. Atwood ...

Margaret Atwoods "Penelope und die zwölf Mägde" ist eine faszinierende Neuerzählung des klassischen Epos von Odysseus, das Ethos und Pathos auf stilecht und trotzdem leichtgängige Weise vereint. Atwood gelingt es, die weibliche Perspektive der Erzählung zum Leben zu erwecken - so richtig zum Leben, mit eigenem Charakter, eigenen Vorstellungen, eigenen Meinungen, eigenen Kämpfen und Herausforderungen, eigenem aktiven Handeln - und dem Leser eine zeitlose Empathie für ebendiese zu vermitteln.
Klassische Stilelemente wie zB den rahmenden Chor bindet sie effektvoll und poetisch ein, erzählt eine mindestens genauso interessante und spannungsvolle Geschichte wie die von Odysseus selbst, schafft damit überraschend neue Interpretationsmöglichkeiten für die Odysseus Saga, und illustriert nebenbei durch die Sichtbarmachung weiblicher Heldinnen die Marginalisierung von Frauen in einer von Männern dominierten Erzähltradition.
Für mich ein absolutes Lieblingsbuch, ich habe es auch schon mehrfach an Freunde verschenkt.

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Veröffentlicht am 01.11.2023

Eine süffisante Sagengestalt erzählt aus ihrer Perspektive...

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Oft genug ist die Geschichte von Odysseus erzählt worden, seinem Listenreichtum im trojanischen Krieg, seiner Irrfahrt auf dem Weg zurück zu seiner Gemahlin nach Ithaka. Nun erzählt Penelope aus den Tiefen ...

Oft genug ist die Geschichte von Odysseus erzählt worden, seinem Listenreichtum im trojanischen Krieg, seiner Irrfahrt auf dem Weg zurück zu seiner Gemahlin nach Ithaka. Nun erzählt Penelope aus den Tiefen des Hades, und sie lässt kein gutes Haar an ihrem Mann!

Penelope, die nicht mit der vielbesungenen Schönheit ihrer Cousine Helena gesegnet ist, bleiben weniger Heiratsoptionen. Sie wird Odysseus zur Frau gegeben, den sie als kurzbeinigen Tölpel beschreibt, der nur zu allzu gern mit seinen Tricks prahlt. Überhaupt hält sich Penelope nicht mit Sarkasmus zurück, und zweifelt auch so manche Legende an. Denn der einäugige Zyklop, gegen den Odysseus angeblich gekämpft haben soll, ist sehr viel wahrscheinlicher der einäugige Inhaber einer Hafenkaschemme gewesen, in der ihr Gatte sich nicht zu benehmen wusste. Und überhaupt ist die ganze Bredouille nur Odysseus Schuld, denn während er aller möglicher Abenteuer auf den Meeren und dazwischen fröhnt, muss sie sich auf Ithaka der Freier erwehren, die sie durch sein Fernbleiben zu einer neuen Ehelichung nötigen und dabei die Vorratskammern leerfressen. Penelope, die selbst auch nicht auf den Kopf gefallen ist, hält die Buhler mit unlösbaren Aufgaben in Schach und gibt dabei das Bild der treuen Ehefrau.
Penelope muss in einer männerdominierten Welt ihren eigenen Weg finden zu bestehen oder sich den patriarchalen Strukturen ergeben, die an ihr zerren. Die Intrigen des Hofes von Ithaka kosten Penelopes zwölf treuen Mägde das Leben.

Und da sitzt sie nun im Totenreich und erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht mit einer betonten Coolness. Aber auch Penelope scheint keine objektive Erzählerin. Sie beobachtet durch die Jahrhunderte, wie Odysseus sich für Wiedergeburten entscheidet, einzig um den Mägden im Hades für eine weitere Lebenszeit zu entkommen, die ihn mit ihrer Anklage verfolgen. Aber wie sehr kann eine Frau, auch eine hochrangige wie Penelope, dem Patriarchat entkommen, ohne irgendwann vor der Entscheidung zu stehen andere Frauen dem eigenen Wohl zu opfern?

Veröffentlicht am 13.11.2022

Wie immer ... Atwood!

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Im Rahmen der “Canogate Myth Series” vom Herausgeber “Canogate Books” erscheinen neu interpretierte Mythen als Kurzgeschichte. Eine Reihe von Autoren hat bereits mitgemacht, darunter gehört das vorliegende ...

Im Rahmen der “Canogate Myth Series” vom Herausgeber “Canogate Books” erscheinen neu interpretierte Mythen als Kurzgeschichte. Eine Reihe von Autoren hat bereits mitgemacht, darunter gehört das vorliegende Buch von Margaret Atwood.
Sie hat es für die Reihe geschrieben und sich mit der Figur Penelope, der Frau von Odysseus befasst, aber auch mit den 12 Mägden, die jahrelang an ihrer Seite waren und ihr Leben lassen mussten.

Penelope ist tot.
Aber sie wandert, recht munter, durch das Totenreich und erzählt, wie es ist, tot zu sein, wie ihr Leben verlief und ganz wichtig, ihre Meinung.

Bei dieser Kurzgeschichte handelt es sich um eine Ich-Erzählung, die mit vielen Interpretationen arbeitet und den wenigen Infos, die es gibt. Man weiß wer Penelope war, was sie getan hat, aber was sie gedacht hat, bleibt eine offene Frage.
Die Autorin Atwood lässt sie hier gekonnt zu Wort kommen und versucht, diese romantische Sicht, die man über sie hat (die perfekte Ehefrau), zu verscheuchen.
Und auch Odysseus bleibt nicht verschont, denn sie erzählt unverblümt, wie ihr ach so toller Abenteuer-Ehemann war.

Im Stil der Antike lässt sie die 12 Mägde im Gesang, bzw. Chor auftreten und ihren Teil der Geschichte erzählen. Sie mixt diesen Stil mit der saloppen, unverblümten Art von Penelope, die keine Lust mehr hat zu schweigen und ausbricht beim Erzählen.
Das führte dazu, dass Penelope zu einem sehr greifbaren und nachvollziehbaren Charakter wurde. Eben eine Frau mit Ecken und Kanten, die einem es einerseits recht machen will und andererseits ihre Fehler macht, weil sie so ist, wie sie ist. Wunderbar!

Und dann kommt das Ende, wo die Autorin nochmal richtig in Fahrt kommt und Odysseus vor Gericht stellt, dabei wird die mystische Vorstellung von ihm als Helden beseitigt. Denn nach Penelopes Schilderung steht fest, der ach so schillernde Held ist in Wahrheit …

Das Buch lässt sich nicht vergleichen mit den anderen typischen “feministischen” Nacherzählungen der Antike, die gerade auf dem Buchmarkt sind. Margaret Atwood lässt sich nicht einfach in diese Schublade stecken mit ihrem Werk. Ihr Ziel war es nicht, eine starke Frauenstimme hier zu Wort kommen zu lassen, sondern eher zu entmystifizieren. Eine neue Wahrheit ans Licht zu bringen und / oder mal Klartext reden zu lassen.

Eindrücklich, spannend und mit ihrem typischen Sinn für Humor erzählt Atwood die Mythologie, wie sie es sieht! Empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 21.04.2023

Interessante neuinterpretation

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Margaret Atwood deren wohl bekanntestes Werk "Repord der Magd" den meisten zumindest dem Titel nach bekannt sein dürfte versucht sich in diesem Roman um eine neuerzählung der Odyssee aus Sicht Penelopes, ...

Margaret Atwood deren wohl bekanntestes Werk "Repord der Magd" den meisten zumindest dem Titel nach bekannt sein dürfte versucht sich in diesem Roman um eine neuerzählung der Odyssee aus Sicht Penelopes, Odysseus Frau.

Margaret Atwoods Penelope ist allerdings alles andere als die traöeubergebene, sehnsüchtig wartende Frau die sich nach ihrem Mann sehnt.

Sie sprüht nur so vor Zynismus und Gesellschaftskritischen Äußerungen. Sie ist spöttisch und frech was in meinen Augen zu einer Art "entstaubung" der Sage führt.

Ich weiß das "Own Voice" Erzählungen und neuerzählungen Mythologischer Texte aus Sicht von Frauen gerade sehr im Trend liegen und ich finde das ist ein Trend den ich begrüßen kann.

Für mich ein sehr interessantes Buch mit einem sehr spannenden Schreibstil der an die klassische Griechische Tragödie angelehnt ist und somit perfekt zum behandelten Stoff passt.

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