Cover-Bild Über Israel reden
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Sachbücher / Politik, Gesellschaft & Wirtschaft
  • Seitenzahl: 224
  • Ersterscheinung: 09.03.2023
  • ISBN: 9783462003512
Meron Mendel

Über Israel reden

Eine deutsche Debatte | Shortlist des Deutschen Sachbuchpreises 2023

Über kaum ein anderes Land wird in Deutschland so viel geredet und gestritten: Zu Israel hat jeder eine Meinung. Warum ist das so? Wieso hat der Nahostkonflikt eine solche Bedeutung? Und warum ist die Debatte so emotional – und oft so vergiftet? 

Als Meron Mendel vor zwanzig Jahren nach Deutschland kam, stellte er überrascht fest, welche Bedeutung sein Heimatland Israel hier im öffentlichen Diskurs hatte. Schon damals konnten nahezu alle, mit denen er sprach, klare Positionen zu Israel und seiner Politik formulieren.
Heute werden die Debatten noch heftiger geführt. Zuletzt haben sich Skandale aneinandergereiht – vom öffentlichen Streit um den antiisraelischen Philosophen Achille Mbembe im Jahr 2020 bis zur Documenta-Debatte von 2022. Einerseits wird eine Art „Freundschaftspflicht“ aufgrund der NS-Vergangenheit und dem andauernden Antisemitismus in Deutschland proklamiert. Andererseits stellt sich die Frage, wie Deutschland auf den sich verschärfenden Rechtskurs der Regierung in Jerusalem reagieren soll.

Meron Mendel schildert in diesem Buch, wie das Verhältnis zu Israel und zum Nahostkonflikt in Deutschland verhandelt wird, in der Politik und in den Medien, unter Linken, unter Migranten und unter Juden.

Deutschlands Verhältnis zu Israel steht vor großen Herausforderungen: Meron Mendel zeigt, wie wir ihnen mit Mut und Offenheit begegnen können.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.04.2024

Ein humanistisches Buch, das es gerade jetzt unbedingt braucht!

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So ein gutes, reflektiertes und humanistisches Buch darüber, wie sich Deutsche, besonders weiße, zu Israel äußern (sollten). Es wurde vor dem 7. Oktober 2023 geschrieben und ist gerade deshalb so aktuell. ...

So ein gutes, reflektiertes und humanistisches Buch darüber, wie sich Deutsche, besonders weiße, zu Israel äußern (sollten). Es wurde vor dem 7. Oktober 2023 geschrieben und ist gerade deshalb so aktuell. Meron Mendel verfällt kein einziges Mal in emotionale Einseitigkeit in einem Konflikt, der unendlich komplex ist. Stattdessen lehrt er, dass Empathie für eine Gruppe keine Abwertung der anderen Gruppe braucht und wie in Deutschland vor dem Hintergrund der geschichtlichen Verantwortung über Israel gesprochen und bspw. die rechtsextremen Tendenzen der israelischen Regierung kritisiert werden sollten. Die Kombination aus Anekdoten und vielen fachlichen Einordnungen macht das Buch verständlich und leicht lesbar.
Großartig und eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 15.04.2023

Kluger Beitrag zur Israe- - und Nahostdebatte

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Dass das deutsch-israelische Verhältnis ein ganz besonderes ist, ist angesichts der historischen Hintergründe wenig verwunderlich: Hier der Nachfolgestaat von Nazi-Deutschland, zu dessen historischem ...

Dass das deutsch-israelische Verhältnis ein ganz besonderes ist, ist angesichts der historischen Hintergründe wenig verwunderlich: Hier der Nachfolgestaat von Nazi-Deutschland, zu dessen historischem Erbe nicht allein der Mord an sechs Millionen deutschen und europäischen Juden gehört, sondern auch die Verantwortung all jener, die vielleicht nicht gemordet, aber zugelassen und weggeschaut haben. Dort der von Holocaust-Überlebenden gegründete Staat, der von Tag Eins an um das Überleben kämpfen musste, dessen Siedlungspolitik in den besetzten palästinensischen Gebieten und Behandlung der arabischen Minderheit im eigenen Land auch in Deutschland auf Kritik stoßen.

Dazu die wiederholte Äußerung deutscher Politiker, die Sicherheit Israels sei Teil der deutschen Staatsraison. Israel fasziniert, sorgt für Kontroversen, weit weg von Gaza und Ramallah werden auch in Berlin oder Frankfurt polemische Debatten mit verhärteten Fronten pro oder gegen Israel geführt. Wie also umgehen mit einem Land, das vier Flugstunden entfernt liegt und doch so viele Nerven berührt? Ein kluger, sachkundiger, zum Nachdenken anregender Beitrag zu der Debatte ist Meron Mendels vor wenigen Wochen erschienene Buch "Über Israel reden".

Es dürfte wenige Autoren geben, die hier mit so viel Sachkunde mitreden können wie der Historiker und Pädagoge: Meron Mendel ist gebürtiger Israeli, in einem Kibbuz aufgewachsen, seit seiner Jugend politisch engagiert. Als Direktor der Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank hat er die Einrichtung weit über die Grenzen Frankfurts bekannt gemacht. Die Bildungsstätte ist ein Ort von Diskurs und Diskussionen, von Demokratieförderung und Aufklärung, von Debatten über Antisemitismus, Rassismus oder Islamfeindlichkeit. Auch in der Debatte über Antisemitismus auf der documenta hat sich Mendel klar zu Wort gemeldet.

In seinem Buch beschreibt und analysiert Mendel die diversen Echoblasen der pro- oder antiisraelischen Gruppen, entlarvt antisemitisches Gedankengut und Stereotypen auch bei denen, die erklären, auf der "guten" Seite zu stehen. Doch was ist gut in Fragen, die auch die israelische Gesellschaft schon lange entzweien? Kann ein unkritisches, unverbrüchliches Bekenntnis zu Israel in der aktuellen politischen Situation des Landes womöglich gerade jene extremistischen Kräfte stärken, die Teil der neuen Regierungskoalition sind und etwa mit der umstrittenen Justizreform den einzigen wirklich demokratischen Staat im Nahen Osten schwächen können? Und ist - gerade in Deutschland - bei denjenigen, die Israel Apartheid oder gar einen Holocaust an den Palästinensern vorwerfen, nicht eine Flucht aus der eigenen historischen Vergangenheit mit dem Versuch einer Täter-Opfer-Umkehr zugange?

Ob BDS, unkritische Israel-Liebhaber oder ebenso mit Scheuklappen versehene Palästinenser-Versteher - Parolen und Herdenmentalität werden hier auf allen Seiten entlarvt. Zugleich ist das Buch eine Einladung zu einer offeneren und weniger von der jeweiligen Ideologie geprägten Debatte. Hier hat ein kluger Kopf ein kluges Buch geschrieben, das hoffentlich viele Leser findet - egal, wie sie zu Israel stehen.

Veröffentlicht am 07.04.2024

Sehr interessant zu lesen

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Ein sehr interessantes Buch, das mir vor allem deshalb gefallen hat, weil es einerseits gut geschrieben, andererseits überraschend differenziert ist.

Ein sehr interessantes Buch, das mir vor allem deshalb gefallen hat, weil es einerseits gut geschrieben, andererseits überraschend differenziert ist.

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Veröffentlicht am 13.03.2023

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Meron Mendel schreibt in seinem interessante Buch sehr reflektiert und gut durchdacht über das schwierige Thema Israelkritik.
Erwähnt werden die Möllemann-Äußerungen, das Günter Grass-Gedicht und
der ...


Meron Mendel schreibt in seinem interessante Buch sehr reflektiert und gut durchdacht über das schwierige Thema Israelkritik.
Erwähnt werden die Möllemann-Äußerungen, das Günter Grass-Gedicht und
der Autor bezieht so einige Aufreger der jungen Vergangenheit mit ein, zum Beispiel, der Antisemitismus-Skandal auf der Documenta in Kassel.
Oder die Ausladung des Historikers Achille Mbembe vom Kunstfestival Ruhrtriennale aufgrund seiner Nähe zum BDS.
Die BDS-Bewegung mit ihrer Forderung Boycott, divestment, sanctions
ist überhaupt ein ganz großes Thema in dem Buch. Und das ist sogar trotz des Ernstes der Thematik spannend gemacht.

Meron Mendl hat sein Buch offen und offensiv gestaltet. Das hat mir ganz gut gefallen.