Eine Hütte zu zweit
"Wenn man dir Steine in den Weg legt: Draufstehen, Balance halten, Aussicht geniessen, Lächeln, Weitergehen." (Pinterest)
Livs Leben als Eiskunstläuferin scheint beendet zu sein. Sie musste bisher immer ...
"Wenn man dir Steine in den Weg legt: Draufstehen, Balance halten, Aussicht geniessen, Lächeln, Weitergehen." (Pinterest)
Livs Leben als Eiskunstläuferin scheint beendet zu sein. Sie musste bisher immer fehlerfrei und diszipliniert in ihrem Sport sein und will das nun als Lehrerin im hiesigen Sportgymnasium an die Schüler weitergeben. Doch statt ihres gemieteten Chalets, erwartet sie eine einfache, einsame Hütte in den verschneiten Bergen. Und selbst von Einsamkeit ist hier nicht die Rede. Denn der verletzte Eishockeyspieler Noah und Erzfeind aus ihrer Kindheit hat sich in dieser Hütte breitgemacht. Noah muss sich von seinem Schock erholen, nicht mehr Eishockey spielen zu können. Doch muss es ausgerechnet Livs Unterkunft sein, in der er seinen Frust auslebt? Doch es kommt noch heftiger für Liv. Denn eine Lawine versperrt jegliches Wegfahren, sodass sie sich notgedrungen mit Noah und ihrer Vergangenheit auseinandersetzen muss. Dabei stellt sie fest, dass Noah gar nicht so schlecht aussieht.
Meine Meinung:
Das Cover deutet bereits subtil an, dass es um das Thema Berge und Schnee geht. Doch auch Sport spielt eine große Rolle. Zwei sportliche Hauptfiguren treffen aufeinander, wobei beide ganz verschiedene Charaktere aufweisen, die für eine Menge Abwechslung sorgen. Jeder von ihnen hat einen ganz individuellen Dickkopf, der in dieser Geschichte für viel Streit und Emotionen sorgt. Dort ist die smarte, selbstständige Liv, die schon in jungen Jahren lernen musste, für ihren Sport als Eiskunstläuferin hart zu arbeiten. Dabei wurde ihr nichts geschenkt. Ganz im Gegenteil, sie musste auf sehr vieles verzichten. Noah ist ganz schön angekratzt. Nachdem man ihm deutlich gemacht hat, dass er nach seiner Verletzung nicht mehr mit Eishockey fortzufahren kann. Natürlich ist er deshalb angefressen und wütend. Obwohl er noch immer gut trainiert ist, soll er ausgemustert werden? Wie soll es nun in seinem Leben weitergehen? Er kann doch nichts anderes als Eishockey spielen. Die Autorin beschreibt hier sehr gut, wie es Sportlern ergeht, wenn es mal nicht mehr so rund läuft und man einen neuen Sinn für sein Leben suchen muss. Da ist es vielleicht gar nicht so schlecht, auf jemanden zu treffen, dem es ähnlich ergeht und der mit seinen Fähigkeiten inzwischen einen Neuanfang als Lehrerin gefunden hat. Natürlich darf es an Humor nicht fehlen, der mich in einigen Szenen zum Schmunzeln brachte. Das Setting mit der einsamen Hütte, und dem Wintereinbruch, der sie notgedrungen dort einsperrt, hat mir gut gefallen. Ich konnte mir diesen Winter gut vorstellen, weil ich eine ähnliche Situation selbst schon in Südtirol erlebt habe. Dass sich beide schon als Kinder kannten und man dadurch Einblick in die Vergangenheit bekommt, war sehr aufschlussreich. Wie immer bei dieser Autorin sind das Setting und die Emotionen detailliert beschrieben. Manche unerwartete Situationen waren wirklich einfallsreich, humorvoll und haben mich zum Schmunzeln gebracht. Insgesamt handelt es sich um eine großartige Sportromanze mit einer einzigartigen Kulisse in den schneebedeckten Bergen der Dolomiten, die von mir 5 Sterne erhält.