Cover-Bild Die Bagage
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12,00
inkl. MwSt
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 160
  • Ersterscheinung: 20.08.2021
  • ISBN: 9783423148016
Monika Helfer

Die Bagage

Roman

»Ein Buch, das bleibt!« Denis Scheck in ›ARD druckfrisch‹

Josef und Maria Moosbrugger leben mit ihren Kindern am Rand eines Bergdorfes. Sie sind die Abseitigen, die Armen, die Bagage. Es ist die Zeit des Ersten Weltkriegs und Josef wird zur Armee eingezogen. Die Zeit, in der Maria und die Kinder allein zurückbleiben und abhängig werden vom Schutz des Bürgermeisters. Die Zeit, in der Georg aus Hannover in die Gegend kommt, der nicht nur hochdeutsch spricht und wunderschön ist, sondern eines Tages auch an die Tür der Bagage klopft. Und es ist die Zeit, in der Maria schwanger wird mit Grete, dem Kind der Familie, mit dem Josef nie ein Wort sprechen wird: der Mutter der Autorin. Mit großer Wucht erzählt Monika Helfer die Geschichte ihrer eigenen Herkunft.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.07.2025

Eine besondere Familienerzählung

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Die Bagage ist ein sehr besonderer Familienroman von Monika Helfer, in dem sie meisterhaft die Geschichte ihrer Großmutter erzählt.

Umgeben von Bergen und unter harschen Lebenskonditionen, sowohl klimabedingt ...

Die Bagage ist ein sehr besonderer Familienroman von Monika Helfer, in dem sie meisterhaft die Geschichte ihrer Großmutter erzählt.

Umgeben von Bergen und unter harschen Lebenskonditionen, sowohl klimabedingt als auch wirtschaftlich, und im zeitlichen Rahmen des Ersten Weltkrieges entwickelt sich der Alltag von Maria und ihrer Kinder. Die Tatsache, dass sie von den Dorfbewohnern als nicht dazugehörig betrachtet werden, und die Komplexität der menschlichen Beziehungen in diesem Kontext spiegelt Helfer in einem wundervollen Schreibstil wider, der sehr nah, spontan und leicht wirkt. Der Leser fühlt sich sekundenschnell in die Ereignisse hineintransportiert und involviert.

Die Autorin verwendet an manchen Stellen Zeitsprünge, wobei das Geschehen keinesfalls unterbrochen erscheint. Die Übergänge der verschiedenen Passagen ist dezent und harmonievoll.

Zu den Beschreibungen im Roman würde ich hervorheben, dass sie den exakten Umfang und Detail aufweisen: Der Leser wird nicht in ausführlichen, endlosen Darstellungen der Umgebung verfangen, bekommt jedoch genug Informationen, um sich selber ein realitätsnahes Bild der Situation zu machen.

Auch die Dialoge finde ich sehr gelungen. An ihnen kann man gut erkennen, wie die jeweilige Persönlichkeit der unterschiedlichen Charaktere zum Ausdruck gebracht werden.

Inhaltlich ist die Lektüre interessant und meiner Meinung nach ziemlich frei von Vorurteilen, obwohl es sich um die eigene Familie der Autorin handelt. In gewisser Weise lässt sich aber der Draht der Schriftstellerin zu ihrer Großmutter erkennen, und wie sie in ihrem Leben eine starke Verbindung zu ihr spürt.

Nichtsdestotrotz hat mir die Form viel besser als der Inhalt gefallen, nämlich wie die Erzählung fließt und wie die Autorin es jedes Mal schafft, mich in ihre Welt zu katapultieren.

Alles in allem ein empfehlenswertes Buch für diejenige, die eine ganz besondere Art von Erzählen erleben möchten.

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Veröffentlicht am 20.06.2023

Am Rande des Dorfes

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Die Familie Moosbrugger lebt auf der sonnenabgewandten Seite des Tals, ganz am Ende, weit weg von der Dorfgemeinschaft. Die wunderschöne Maria bleibt mit ihren Kindern allein, als ihr Mann Josef in den ...

Die Familie Moosbrugger lebt auf der sonnenabgewandten Seite des Tals, ganz am Ende, weit weg von der Dorfgemeinschaft. Die wunderschöne Maria bleibt mit ihren Kindern allein, als ihr Mann Josef in den Krieg ziehen muss. Der Bürgermeister soll auf die Maria Acht geben, während der Josef fort ist. Aber auch er kann mit dieser Schönheit einfach nicht umgehen. Einzig ihre Kinder halten zu Maria und besonders Sohn Lorenz kümmert sich und beschützt Mutter und Geschwister. Eines Tages kommt Georg aus Hannover ins Dorf und auf den Hof der Moosbruggers. Eifersüchteleien und Gerede stürzen die Familie weiter ins Abseits. Als Maria Grete zur Welt bringt, ist für alle klar, dass das Kind nur von Georg sein kann und nicht von Josef, der mehrmals auf Heimaturlaub da war. So wird Grete, die Mutter der Autorin, zu einem Kind, das der Vater nicht als das eigene ansieht, das er wortwörtlich gar nicht ansieht.

Monika Helfer hat die Geschichte einer im Abseits stehenden und lebenden Familie geschrieben, es ist in weiten Züge ihre eigene Geschichte. Karg, wie die Bergwelt und auf das Nötigste beschränkt, erzählt sie vom Leben in einem engen Tal, in dem ihre Familie nur die "Bagage" ist. Die Autorin trägt diese "Bagage", diese Gepäck, diese Familiengeschichte mit sich herum und schreibt sie erst mit über 70 Jahren auf. Der Schreibstil ist spröde, es gibt Zeitsprünge, plötzlich Bezüge zur Gegenwart und die Autorin tritt selbst immer mal wieder als erzählende Figur in ihrem Roman auf. Den tapferen kleinen Lorenz mochte ich sehr. Der Bürgermeister und noch mehr der Pfarrer sind einfach nur furchtbare Charaktere, die besonders deutlich machen, was die Familie von der Dorfgemeinschaft insgesamt zu erwarten hat.

Das ist kein Wohlfühlbuch, sondern die traurige Geschichte einer Familie, die mir sehr nahe gegangen ist

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Veröffentlicht am 25.09.2022

Die Geschichte einer Außenseiterfamilie zur Zeit des ersten Weltkriegs

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Monika Helfer beschreibt in diesem Roman die Geschichte ihrer eigenen Großeltern. Josef und Maria Moosbrugger sind „Die Bagage“, denn sie leben abgeschieden, außerhalb der Dorfgemeinschaft. Als Josef im ...

Monika Helfer beschreibt in diesem Roman die Geschichte ihrer eigenen Großeltern. Josef und Maria Moosbrugger sind „Die Bagage“, denn sie leben abgeschieden, außerhalb der Dorfgemeinschaft. Als Josef im ersten Weltkrieg eingezogen wird, vertraut er seine Frau und die Kinder dem Schutz des Bürgermeisters an. Während Josefs Abwesenheit kommt Georg aus Hannover in die Gegend und macht auch Marias Bekanntschaft. In dieser Zeit wird Maria schwanger. Sie erwartet ein kleines Mädchen, das die Mutter der Autorin ist. Nach dem Krieg wird Josef nie das Wort an die kleine Grete richten.
Die Ereignisse sind mit einfachen Worten erzählt. Die Autorin schreibt wie die Menschen wohl damals gesprochen haben, und doch hat ihre Erzählung etwas Poetisches. Dass ihre Großeltern Josef und Maria hießen, erscheint fast gleichnishaft. Die Geburt der kleinen Grete steht unter keinem guten Stern, und der Unterschied zu dem gleichnamigen Paar aus der Bibel ist, dass Josef Moosbrugger seiner Maria anscheinend kein großes Vertrauen entgegenbrachte. Er vertraute lieber auf den Bürgermeister. Die Wahrheit erkennt Josef zu spät, am Ende seines Lebens.
Der Roman hat Eindruck bei mir hinterlassen. Monika Helfer beschreibt das damalige Leben mit einfachen Worten und doch sehr plastisch. Zwischendurch gibt es immer wieder Zeitsprünge in spätere Jahrzehnte, die zeigen, dass die damaligen Ereignisse ihre Schatten bis in die Gegenwart werfen, denn innerhalb der Familie spielen sich noch einige Tragödien ab. Manchmal hatte ich kleinere Probleme, mich bei den Wechseln in den Zeiten zurecht zu finden, aber die Irritation war jeweils nur von kurzer Dauer, zu bewegend ist das, was Monika Helfer hier erzählt. Mit 160 Seiten ist dies ein kleines, feines Buch über eine außergewöhnliche Familiengeschichte aus alter Zeit.

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Veröffentlicht am 16.06.2022

Am Ende des Dorfes

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Am Ende des Dorfes wohnen die von der Bagage, die armen Leute. Josef und Maria Mossbrugger leben mit ihren vier Kindern leidlich zufrieden. Doch gleich zu Beginn des ersten Weltkriegs wird Josef eingezogen. ...

Am Ende des Dorfes wohnen die von der Bagage, die armen Leute. Josef und Maria Mossbrugger leben mit ihren vier Kindern leidlich zufrieden. Doch gleich zu Beginn des ersten Weltkriegs wird Josef eingezogen. Er bittet den Bürgermeister, auf seine Frau aufzupassen. Als dann der Georg aus Hannover auftaucht, der spricht wie geschrieben, gerät Maria unter Verdacht. Läuft da etwas? Das Dorf ist misstrauisch. Und der Bürgermeister kommt der Bitte Josefs auf sehr ungewöhnliche Art nach. Während seines Heimaturlaubs merkt Josef nichts und als Maria ihm schreibt, dass sie schwanger ist, freut er sich auf das Kind.

Bei der Erzählerin handelt es sich um die Enkelin Marias und die Tochter des Mädchens, mit dem Maria schwanger war. Grete, die den Familienfrieden aufgerührt hat. Die Zeit, in der Josef weg war, in der die Schönheit Marias nicht nur den Fremden durcheinander gebracht hat, sondern auch den Bürgermeister, der Josefs Bitte so eigenwillig auslegt, dass sich ihre Kinder genötigt sehen, die Mutter zu beschützen und zu verteidigen. Und der Verdacht ist da, zu seiner Tochter Grete wird Josef zu seinen Lebzeiten nie ein direktes Wort sagen und ihren Namen nicht aussprechen.

Die Autorin, deren Roman auch autobiographische Züge aufweist, hat eine beeindruckende Art zu erzählen. Sie ist es, die Recherchen anstellt zum Leben ihrer Großmutter und oft ist es die Schwester der Großmutter, die Auskunft gibt. Doch Monika Helfer gibt allen eine Stimme, lässt ihre Sicht der Dinge vor den Augen des Lesers erstehen. Eine Familie, die mit der Außenseiterposition im Dorf klarkommen muss, die Generationen braucht, um das zu schaffen. Eine Familie der Überlebenden, die ihre Geschichten genauso haben, wie die Verstorbenen. Das Leben war hart und manchmal kurz. Trotzdem wurde den Kinder so viel Liebe gegeben wie möglich. An anrührendes Buch, in dem deutlich wird, dass sich die Gegenwart aus der Vergangenheit erklärt.

Veröffentlicht am 02.10.2021

Ein eindrucksvolles Familiendrama

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Rezension zu Die Bagage von Monika Helfer

Dieses Buch wollte ich schon längere Zeit lesen, hab dann aber doch nie zugegriffen. Ausschlaggebend fürs doch-noch-lesen war mein Deutschprofessor (wir müssen ...

Rezension zu Die Bagage von Monika Helfer

Dieses Buch wollte ich schon längere Zeit lesen, hab dann aber doch nie zugegriffen. Ausschlaggebend fürs doch-noch-lesen war mein Deutschprofessor (wir müssen nämlich ein Portfolio dazu anfertigen)
Jedenfalls muss ich sagen: ich bin ihm ziemlich dankbar dafür, daß Buch ist nämlich wirklich gegen meine

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