Cover-Bild Diese glühenden Sonnen
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Gutkind Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 208
  • Ersterscheinung: 31.07.2025
  • ISBN: 9783989411005
Nincemon Fallé

Diese glühenden Sonnen

Roman | Zwischen Träumen und Wahrheit: Ein mitreißender Coming-of-Age-Roman über Freundschaft, Familie und den Aufbruch in ein neues Leben
Hanne Reinhardt (Übersetzer)

Eine aufregende literarische Entdeckung - ein warmer, energiegeladener Coming-of-Age-Roman

Iro kommt vom Dorf in der Elfenbeinküste in die brodelnde Metropole Abidjan. Doch schnell verbringt er mehr Zeit mit seinem selbstbewussten Kommilitonen Thierry als mit dem Studium literarischer Klassiker. Auf dem Markt verkaufen sie gemeinsam T-Shirts, träumen von einem Leben ohne materielle Sorgen und von einer Zukunft voller Licht. Als sein Vater stirbt, holt die Scham über die eigene Familie Iro ein: Ist sein Vater der Versager, für den er ihn immer gehalten hat? Oder gibt es noch eine andere Wahrheit?

Ein preisgekrönter Roman über die Suche nach dem Glück in einem Land im Aufbruch.

»Mit großer Sensibilität erzählt Nincemon Fallé von den Frustrationen der afrikanischen Jugend und von einer komplizierten Freundschaft.«  Nouvel Observateur 

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.08.2025

Starkes Debüt

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Iro hegt eine große Liebe für die Literatur. Für ihn ist klar, dass er diese auch studieren wird. Für das Studium zieht er von seinem Heimatdorf in die Hauptstadt Abidjan. Dort pendelt er zwischen seinem ...

Iro hegt eine große Liebe für die Literatur. Für ihn ist klar, dass er diese auch studieren wird. Für das Studium zieht er von seinem Heimatdorf in die Hauptstadt Abidjan. Dort pendelt er zwischen seinem Job als T-Shirt-Verkäufer und der Uni hin und her. Bald entwickelt er eine tief verbundene Freundschaft zu seinem Mitstudierenden Thierry. Als eines Tages Iros Vater stirbt, verlässt er die Uni und sieht seit langer Zeit seinen kleinen Bruder wieder. Dieser scheint stark verändert. Iro ist gezwungen, sich mit der Vergangenheit und seiner Familie auseinander zu setzen.

Thierry hat eine ähnlich schwierige Beziehung zu seiner Familie. Er hat sich von dieser ebenfalls seit einiger Zeit abgewandt. Das Ziel so wie Iro Literatur zu studieren, hat er nicht. Obwohl Thierry schon in jungen Jahren seine tiefe Passion entdeckte, hatte er nie die Chance sie zu verwirklichen.
Um welche Passion Thierry´s es sich handelt und welche Parallelen die beiden Freunde miteinander verbinden, müsst ihr schon selbst in "Diese glühenden Sonnen" lesen. Es lohnt sich. Versprochen.

Das Buch von Nincemon Fallé ist ein starkes Debüt, welches mich direkt von sich überzeugen konnte. Die Dynamik zwischen Iro und Thierry hat mir sehr gut gefallen. Durch ihre gemeinsamen Höhen und Tiefen wirkte diese nur noch realer und nahbarer.
Mir hat es sehr gut gefallen, dass ich viel über den Alltag in Abidjan, der Haupstadt der Elfenbeinküste, aus der Sicht von Studierenden erfahren konnte. Ich wusste beispielsweise noch gar nichts über die Unruhen an der Félix Houphouët-Boigny Universität und der Fenci.

Der Roman las sich mit seinen knapp 210 Seiten (leider) sehr schnell weg. Durch den zugängigen Schreibstil fliegen die Seiten nur so davon.
Ich bin sehr gespannt wohin uns Nincemon Fallés literarische Reise hinführen wird.

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Veröffentlicht am 06.08.2025

Bewegender und tiefgründiger Roman über junge Menschen in der Elfenbeinküste

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Iro zieht nach Abidjan, um dort Literaturwissenschaft zu studieren. Ursprünglich sollte er bei seinem Onkel wohnen, doch aufgrund einer Lüge der Kinder seines Onkels wurde er hinausgeworfen. Plötzlich ...

Iro zieht nach Abidjan, um dort Literaturwissenschaft zu studieren. Ursprünglich sollte er bei seinem Onkel wohnen, doch aufgrund einer Lüge der Kinder seines Onkels wurde er hinausgeworfen. Plötzlich steht er ohne finanzielle Mittel und Unterkunft da. Während seines Studiums lernte er Thierry kennen, der ihm nun in einem kleinen Studentenzimmer Unterschlupf bietet. Gemeinsam versuchen sie, Geld zu verdienen, indem sie T-Shirts verkaufen.

Iro ist sehr schüchtern und hat im Laufe seines Lebens gelernt, sich unsichtbar zu machen. Seine Beziehung zu seinem Vater ist kompliziert, geprägt von Scham, Hass, Verachtung und Liebe. Sein älterer Bruder, der nach Europa gegangen ist, hat sich seitdem nie wieder gemeldet, was Iro tief bewegt. Im Laufe der Geschichte erlebt Iro tragische Ereignisse, die ihn vor wichtige Entscheidungen stellen, die er treffen und verantworten muss. Er entscheidet sich für den Weg der Bildung und Moral. Auch Thierry steht an einem Scheideweg und muss Entscheidungen treffen, wobei er (wieder) ins kriminelle Milieu abzudriften droht.

Der Roman zeigt die Herausforderungen, vor denen junge Studierende in der Elfenbeinküste im Besonderen stehen, aber auch die Probleme junger Menschen im Allgemeinen. Er stellt zentrale Fragen: Wer bin ich? Was fange ich mit meinem Leben an? Wo möchte ich hin? Welchen Beruf möchte ich ausüben? Was gibt mir Kraft, was treibt mich an?

Die Entwicklungen der jungen Protagonisten sind spannend, fesselnd und sehr bewegend erzählt. Iros Gedanken und Gefühle sind gut nachvollziehbar und konnten mich persönlich berühren. Auch die Nebenfiguren sind authentisch dargestellt. Besonders interessant fand ich die Einblicke in die familiären Hintergründe von Iro und Thierry sowie die Darstellung der aktuellen Situation in der Elfenbeinküste.

Der Autor kritisiert offen die sozialen Missstände in der Elfenbeinküste, wo große Unterschiede zwischen Arm und Reich herrschen. Studieren ohne finanziellen Rückhalt ist nahezu unmöglich. Zudem werden die allgegenwärtige Gewalt, die als probates Mittel der Macht und Kontrolle eingesetzt wird, sowie die patriarchalischen Strukturen, die das gesellschaftliche Leben prägen, thematisiert.

Der Schreibstil ist direkt und ungeschönt, was die Lektüre manchmal schmerzhaft macht. Die Schilderungen sind traurig und melancholisch, aber auch kraftvoll und klug. Der Autor sucht nach Wahrheiten und Antworten. Seine Perspektive ist tief humanistisch geprägt, voller Hoffnung auf die Kraft von Freundschaft, Solidarität, gegenseitigem Verständnis und Vergebung. Das verleiht dem bewegenden Roman insgesamt einen optimistischen Ausklang.

Der Name Iro bedeutet „Sonne“ und dieses Leitmotiv taucht in verschiedenen Facetten im Roman auf. Die Struktur des Romans hätte ich mir insgesamt etwas runder gewünscht und gegen Ende empfand ich einen bestimmten Zufall als zu konstruiert. Dennoch schmälert das keineswegs den insgesamt sehr positiven Eindruck, den der tiefgründige Debütroman bei mir hinterlassen hat. Ich bin sehr gespannt auf weitere Werke!

Ich kann das Buch besonders Menschen empfehlen, die sich für die Elfenbeinküste sowie für die Lebenswege und Entscheidungen junger Erwachsener interessieren. Außerdem ist er sehr gut geeignet für junge Lesende die sich in genau dieser Lebensphase befinden.

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Zwischen Hitze, Hoffnung und Herkunft

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„Diese glühenden Sonnen“ von Nincemon Fallé (erschienen am 31.07.25 beim Gutkind Verlag) ist ein intensiver Coming-of-Age-Roman über Freundschaft, Verlust und die Suche nach Identität im modernen Abidjan. ...

„Diese glühenden Sonnen“ von Nincemon Fallé (erschienen am 31.07.25 beim Gutkind Verlag) ist ein intensiver Coming-of-Age-Roman über Freundschaft, Verlust und die Suche nach Identität im modernen Abidjan. Der Autor, Grafikdesigner aus der Elfenbeinküste, erzählt mit großer Sensibilität von einer Jugend zwischen Armut, Aufbruch und der Sehnsucht nach einem besseren Leben. Die französische Originalausgabe Ces soleils ardents erschien 2024 bei Lattès und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

Worum geht's genau?
Iro, ein junger Mann vom Dorf, zieht zum Studium in die Metropole – und findet dort alles außer Stabilität. Zwischen Marktständen, Literaturvorlesungen und seiner intensiven Freundschaft zu Thierry ringt er mit Scham, Männlichkeitsbildern und dem Vermächtnis seines Vaters.

Meine Meinung
Fallé schreibt mit einer Bildkraft, die atemlos macht: „Ich war auf der Suche nach einer Version meiner selbst, die abgeschlossen hatte mit den Lichtjahren meiner Zweifel, meines Leidens.“ (S. 18)

Mich hat besonders bewegt, wie feinfühlig der Roman von Verletzlichkeit männlicher Figuren erzählt: von Vatersöhnen, Brüdern, Freunden, die zwischen Härte und Sehnsucht schwanken. „Manchmal verliert man sich dazwischen, ohne zu wissen, in welche Richtung man gehen soll.“ (S. 54) Diese Ambivalenz zieht sich durch das ganze Buch: Wut und Liebe, Stolz und Scham, Hoffnung und Ernüchterung liegen hier dicht beieinander.

Fallé zeigt, wie politisch persönliches Erzählen sein kann; wenn Bildungsungleichheit, patriarchale Erwartungen und koloniale Nachwirkungen ineinandergreifen. Dabei bleibt seine Sprache poetisch und nah: „Mit jedem neuen Buch, das ich lese, werde ich ein anderer, ein Behältnis, das andere Leben in sich aufnehmen kann.“ (S. 20)

Fazit
„Diese glühenden Sonnen“ ist kein einfaches Buch, aber gerade deswegen so lohnend. Es fordert, erschüttert und wärmt zugleich. Ein Roman für alle, die literarische Stimmen aus Afrika entdecken wollen und sich mit Männlichkeitsvorstellungen im Patriarchat auseinandersetzen möchten. Danke an den Gutkind Verlag und an netgalley.de für das Rezensionsexemplar.

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Veröffentlicht am 16.08.2025

Leben in der Elfenbeinküste

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Iro lebt in einem kleinen Dorf in der Elfenbeinküste. Er verlässt das Dorf und seine Familie um in Abidjan Literatur zu studieren. Dort lernt er Thierry kennen. Zusammen verkaufen sie T-Shirts auf der ...

Iro lebt in einem kleinen Dorf in der Elfenbeinküste. Er verlässt das Dorf und seine Familie um in Abidjan Literatur zu studieren. Dort lernt er Thierry kennen. Zusammen verkaufen sie T-Shirts auf der Straße um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Thierry ist ein selbstbewusster, mutiger junger Mann, der nach einem besseren Leben strebt. Iro dagegen ist eher zurückhaltend und nachdenklich. Beide träumen sie zusammen von einem besseren Leben. Als Iros Vater stirbt, holt ihn seine Vergangenheit ein. Er sah den Vater immer als Versager, hat Angst selber so zu werden. Jetzt beginnt er alles zu hinterfragen.

Ein ruhiger, sensibler Roman, der uns tiefe Einblicke in die Sorgen und das Leben der Jugendlichen in der Elfenbeinküste ermöglicht. Sie leben in Armut, hoffen auf ein besseres Leben. Sprachlich ist das Buch sehr klar und bildhaft. Ich hab die Hitze gespürt, die Hoffnung und die Träume der Jugendlichen. Ein etwas anderer Coming-of-age Roman, in einem Land, das im Umbruch ist, noch auf der Suche nach dem, was es einmal werden soll. So geht’s nicht nur dem Land, sondern auch den Menschen. Hier gibt’s keine aufregende Handlung, sondern leise Töne, viel Gefühl und Einblicke in ein Land, von dem ich bisher kaum etwas wusste. Manchmal war mir der Roman etwas zu durcheinander, durch den Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Der Grundton bleibt trotz aller Schwierigkeiten optimistisch.

Insgesamt ein sensibler, poetischer Blick auf junge Menschen, soziale Ungleichheit und familiäre Konflikte. Allen Lesern, die dieses Thema interessiert, empfehle ich das Buch gern weiter.

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Veröffentlicht am 02.08.2025

Literatur aus Afrika

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Literatur aus Afrika ist interessant, weil es uns westlichen Lesern eine andere Welt zeigt. Bücher von der Elfenbeinküste sind selten.

Der Stil ist relativ einfach gehalten, wirkt elegisch. Trotzdem belibt ...

Literatur aus Afrika ist interessant, weil es uns westlichen Lesern eine andere Welt zeigt. Bücher von der Elfenbeinküste sind selten.

Der Stil ist relativ einfach gehalten, wirkt elegisch. Trotzdem belibt das Gefühl, einen Young Adult-Roman zu lesen. Und der junge Protagonist des Romans macht tatsächlich eine Entwicklung durch, z.B. durch die Erfahrungen an der Universität. Mit Thierrey gibt es eine wichtige zweite Erzählinstanz, die das Buch bereichert.
Der Tod des Vaters bedeutet einen Einschnitt.

Kein schlechtes Buch, aber auch kein großes!