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Veröffentlicht am 19.03.2026

Solider Coming-of-Age-Roman mit Internatssetting

Prep
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Lee Fiora versteht schon mit jungen Jahren, dass Ihre Familie sich nie ein großes Haus in einer wohlhabenden Gegend leisten kann. Kurzerhand entscheidet sie sich, ihr Glück selbst in die Hand zu nehmen ...

Lee Fiora versteht schon mit jungen Jahren, dass Ihre Familie sich nie ein großes Haus in einer wohlhabenden Gegend leisten kann. Kurzerhand entscheidet sie sich, ihr Glück selbst in die Hand zu nehmen und bewirbt sich auf verschiedene Stipendien privater Internate. Und tatsächlich wird sie an der renommierten Ault Schule angenommen. Dort angekommen, wird sie jedoch schnell merken, dass das Teenagersein einfach an jeder High School genau dasselbe ist. Auch an Ault gibt es die "Beliebten", die "Außenseiterinnen", "Streberinnen", etc. Alleine durch ihren Status als Stipendiatin fühlt sich Lee von Anfang an nicht ganz eingebunden in die Schülerschaft. Als sie Martha kennenlernt, soll sich dies jedoch ändern...

"Prep" war mein zweites Buch von Curtis Sittenfeld und es hat mir wieder sehr gut gefallen. Die knapp 600 Seiten lassen sich mit viel Nostalgie und Flashbacks an die eigene Schulzeit füllen. Mir war Lee nicht immer sehr sympathisch, einige ihrer Entscheidungen konnte ich wenig nachvollziehen und habe mir dabei immer wieder vor Augen geführt, dass ich als Jugendliche vermutlich (leider) ähnlich gehandelt hätte. Was "Prep" so anders macht, ist, dass Lee als Protagonistin nicht als etwas sehr besonderes dargestellt wird. Curtis Sittenfeld beschreibt hier ein "durchschnittliches" westliches Teenagerleben. Lee ist nicht die überambitionierte Heldin der Geschichte, aber es ist ihre Geschichte. Und vielleicht reicht das auch manchmal einfach. Die anderen Mitschüler
innen sind so gut gezeichnet, ich bin mir sicher, dass jeder Leserin Assoziationen zur eigenen Schulzeit haben wird.

Zwei Kritikpunkte habe ich aber leider dennoch. Zum einen hätte ich nichts dagegen gehabt, wenn das Buch 100 Seiten weniger gehabt hätte. Ein paar Längen gab es dann doch. Und der zweite Punkt bildet die vielen Beschreibungen, die Lee für ihre Mitschülerinnen hat. Mehr als ein Mal wurden Mitschülerinnen als "dick" oder "Klassenschwarzer" beschrieben. Das ist mir jedes Mal bitter aufgestoßen und muss wirklich nicht mehr sein. (Auch wenn das Buch aus dem Jahr 2005 ist, hätte man immerhin einen kleinen Disclaimer hinten ins Buch packen können.)

Trotz der Kritik kann ich "Prep" als soliden Coming-of-Age-Roman empfehlen, der durchaus Spaß macht.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Mütter und Töchter und das Erbe, Schönheitsidealen zu entsprechen

Das schönste aller Leben
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Vio durchlebt in ihrer Jugend den Drang, so wie eigentlich jeder Teenie, sich anzupassen. Bloß nicht auffallen oder anders sein als die Klassenkamerad*innen. Extra schwierig gestaltet sich dies jedoch, ...

Vio durchlebt in ihrer Jugend den Drang, so wie eigentlich jeder Teenie, sich anzupassen. Bloß nicht auffallen oder anders sein als die Klassenkamerad*innen. Extra schwierig gestaltet sich dies jedoch, wenn man 23 Stunden am Tag ein Stützkorsett tragen muss, um dem sich langsam entwickelnden Buckel entgegenzuwirken. Als Vio erwachsen ist, sieht sie sich erneut gesellschaftlichen Schönheitsidealen ausgesetzt. Doch diesmal geht es nicht um sie. Sie fürchtet sich davor, was Menschen über ihre kleine Tochter denken könnten. Die Kleine trägt seit einem Unfall sichtbare Narben im Gesicht. Vio kann sich seit dem Unfall selbst nicht verzeihen. Die Schuldgefühle holen sie immer stärker ein, sie scheint an ihnen zu zerbrechen...

In "Das schönste aller Leben" geht es neben den gesellschaftlichen Schönheitsidealen und deren Bedeutung für die einzelnen Frauen einer Familie auch um Schuld, (Über-)Leben und Traumata. Im Fokus stehen hier vor allem die Mutter-Tochter-Beziehungen, die schonungslos und intensiv erzählt werden.
Betty Boras erzählt leise, aber kraftvoll vom Leben ihrer Protagonistinnen. Die Geschichte hat mich zutiefst berührt und ich wollte gar nicht, dass das Buch endet. Die Autorin lädt dazu ein, selbst noch einmal die eigenen Schönheitsideale zu hinterfragen und in sich selbst hineinzuhören, was Schönheit eigentlich ganz individuell bedeuten kann.

Für mich ist "Das schönste aller Leben" jetzt schon ein Jahreshighlight und eines der stärksten Debüts 2026.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Unterhaltsam und witzig - bleibt jedoch hinter den Erwartungen

Fuckgirl
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Fuckgirl treibt sich in Großstadt herum und lebt dort ein mehr oder weniger erfülltes Leben. Sie ist verheiratet mit Mann und führt mit ihm eine einseitig offene Ehe. So erlebt sie zu Hause das gesellschaftlich ...

Fuckgirl treibt sich in Großstadt herum und lebt dort ein mehr oder weniger erfülltes Leben. Sie ist verheiratet mit Mann und führt mit ihm eine einseitig offene Ehe. So erlebt sie zu Hause das gesellschaftlich anerkannte Sicherheitsnetz, während sie außerhalb nach erfüllendem Sex und Bestätigung sucht.
Sie trifft sich mit dem bekannten Journalist und beginnt mit ihm eine Affäre, in der sie ziemlich schnell seine Wünsche bedient, ohne davon selbst vollends zu profitieren. Doch was ist mit ihr und ihren Bedürfnissen? Kann sie sich selbst treu bleiben?

Anfänglich habe ich mich gefragt, wieso sich die Autorin für diese Art Namensgebung entschieden hat. Zuerst wirkten die Figuren für mich dadurch nicht greifbar. Doch dann empfand ich sie immer mehr als eine Art Schablone, die jede*r Lesende mit eigenem Erlebten ausfüllen kann.
Ich bin beim Lesen nur so durch die Seiten geflogen. Der Schreibstil ist unterhaltsam, schnell und witzig. Und doch fällt es mir immer noch schwer, das Buch einzuordnen. Durch die Nähe der Erzählerin wirkt es stark autofiktional. Die kurzen Abschnitte über Fuckgirls Familie fand ich sehr spannend und sie haben der Figur zusätzliche Tiefe verliehen. Davon hätte ich mir aber tatsächlich noch etwas mehr gewünscht.
Alles in allem habe ich Fuckgirl gerne gelesen, es bleibt jedoch hinter meinen Erwartungen zurück.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Generationenroman über Ausgrenzung und die Stärke von Frauen

Parasiti
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Von einem Tag auf den anderen spricht Rinas Oma nicht mehr. Sie wirkt plötzlich hart und reagiert nur noch auf wenige Impulse. Die Veränderung ihres Gemüts scheint durch das Eintreffen eines Briefes ausgelöst ...

Von einem Tag auf den anderen spricht Rinas Oma nicht mehr. Sie wirkt plötzlich hart und reagiert nur noch auf wenige Impulse. Die Veränderung ihres Gemüts scheint durch das Eintreffen eines Briefes ausgelöst worden zu sein. Valli, Rinas Tante, vernichtet diesen jedoch umgehend und ignoriert den unübersehbaren Schmerz der Großmutter. Zumindest versucht sie es. Rina kann das Verhalten ihrer Tante nicht begreifen. Sie beginnt nach Einzelheiten aus der Vergangenheit und der Familiengeschichte zu fragen. Nach und nach entsteht für sie ein immer klareres Bild vom Leben in Novosibirsk in den 1960er-Jahren und Rina erkennt, dass in ihrer Familie die Leben und Schicksale der Frauen unwiderruflich miteinander verwoben sind…

Ich habe „PARASITI“ von Alisha Gamisch so gerne gelesen und das, obwohl einige Passagen schwer auszuhalten sind. Der Druck, dem die einzelnen Frauen in Rinas Familie ausgesetzt sind, ist enorm. Sie erleben Ausgrenzung, Armut und Vertreibung, um nur ein paar Punkte zu nennen. Dennoch gelingt es Alisha Gamisch, die Frauen nicht in der Opferrolle erscheinen zu lassen. Sie gibt ihnen ihre eigene Stimme (zurück) und ermächtigt sie damit, ihre eigene Geschichte zu erzählen.

„PARASITI“ ist eine Ode an die Resilienz der Frauen. Eine absolute Herzensempfehlung.

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Kurze Geschichte, große Themen

This Winter
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This Winter ist eine schöne, kurze Story aus dem Heartstopper-Universum und begleitet für einen Tag Tori, Charlie, Nick und Oliver. Die Geschichte spielt sich am Weihnachtsabend ab und wir sehen Charlies ...

This Winter ist eine schöne, kurze Story aus dem Heartstopper-Universum und begleitet für einen Tag Tori, Charlie, Nick und Oliver. Die Geschichte spielt sich am Weihnachtsabend ab und wir sehen Charlies Familie, Nicks gegenübergestellt. Dabei wird jedes Kapitel aus der Sicht einer anderen Figur geschildert. Im Fokus steht neben den weihnachtlichen Festivitäten Charlies Erkrankung und auch, wie diese Tori und den Rest der Familie betrifft. Für eine so knappe Geschichte (die Hörzeit lag bei einer Stunde, das physische Buch hat 112 Seiten) ist es wirklich bemerkenswert welche Tiefe und Ernsthaftigkeit durch Charlies Anorexie erzeugt wird. Mein Lieblingscharakter ist hier ganz klar Tori. Sie beeindruckt mit ihrer klaren, trockenen Art und ihrer bedingungslosen Liebe zu Charlie.

Für Fans der Heartstopper-Reihe eine absolute Lese- bzw. Hörempfehlung. Für mich sehr rund und kurzweilig. Einzig, das Kapitel aus Olivers Sicht hätte ich nicht unbedingt gebraucht.

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