Solider Coming-of-Age-Roman mit Internatssetting
PrepLee Fiora versteht schon mit jungen Jahren, dass Ihre Familie sich nie ein großes Haus in einer wohlhabenden Gegend leisten kann. Kurzerhand entscheidet sie sich, ihr Glück selbst in die Hand zu nehmen ...
Lee Fiora versteht schon mit jungen Jahren, dass Ihre Familie sich nie ein großes Haus in einer wohlhabenden Gegend leisten kann. Kurzerhand entscheidet sie sich, ihr Glück selbst in die Hand zu nehmen und bewirbt sich auf verschiedene Stipendien privater Internate. Und tatsächlich wird sie an der renommierten Ault Schule angenommen. Dort angekommen, wird sie jedoch schnell merken, dass das Teenagersein einfach an jeder High School genau dasselbe ist. Auch an Ault gibt es die "Beliebten", die "Außenseiterinnen", "Streberinnen", etc. Alleine durch ihren Status als Stipendiatin fühlt sich Lee von Anfang an nicht ganz eingebunden in die Schülerschaft. Als sie Martha kennenlernt, soll sich dies jedoch ändern...
"Prep" war mein zweites Buch von Curtis Sittenfeld und es hat mir wieder sehr gut gefallen. Die knapp 600 Seiten lassen sich mit viel Nostalgie und Flashbacks an die eigene Schulzeit füllen. Mir war Lee nicht immer sehr sympathisch, einige ihrer Entscheidungen konnte ich wenig nachvollziehen und habe mir dabei immer wieder vor Augen geführt, dass ich als Jugendliche vermutlich (leider) ähnlich gehandelt hätte. Was "Prep" so anders macht, ist, dass Lee als Protagonistin nicht als etwas sehr besonderes dargestellt wird. Curtis Sittenfeld beschreibt hier ein "durchschnittliches" westliches Teenagerleben. Lee ist nicht die überambitionierte Heldin der Geschichte, aber es ist ihre Geschichte. Und vielleicht reicht das auch manchmal einfach. Die anderen Mitschülerinnen sind so gut gezeichnet, ich bin mir sicher, dass jeder Leserin Assoziationen zur eigenen Schulzeit haben wird.
Zwei Kritikpunkte habe ich aber leider dennoch. Zum einen hätte ich nichts dagegen gehabt, wenn das Buch 100 Seiten weniger gehabt hätte. Ein paar Längen gab es dann doch. Und der zweite Punkt bildet die vielen Beschreibungen, die Lee für ihre Mitschülerinnen hat. Mehr als ein Mal wurden Mitschülerinnen als "dick" oder "Klassenschwarzer" beschrieben. Das ist mir jedes Mal bitter aufgestoßen und muss wirklich nicht mehr sein. (Auch wenn das Buch aus dem Jahr 2005 ist, hätte man immerhin einen kleinen Disclaimer hinten ins Buch packen können.)
Trotz der Kritik kann ich "Prep" als soliden Coming-of-Age-Roman empfehlen, der durchaus Spaß macht.