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Veröffentlicht am 29.12.2025

Düsteres Märchen

Don't Let The Forest In
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DON’T LET THE FOREST IN von CG Drews war ein echter Mood Reed. Nachdem ich um das Buch zunächst ein wenig herumgeschlichen bin, ging es mir dann plötzlich nicht mehr aus dem Kopf. Ich wollte es unbedingt ...

DON’T LET THE FOREST IN von CG Drews war ein echter Mood Reed. Nachdem ich um das Buch zunächst ein wenig herumgeschlichen bin, ging es mir dann plötzlich nicht mehr aus dem Kopf. Ich wollte es unbedingt haben und sofort lesen und habe mich mit Feuereifer in die Geschichte hineingestürzt.
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Darum geht’s: Andrew und Thomas sind Schüler an der Wickwood Academy. Andrew schreibt düstere Märchen. Thomas haucht ihnen mit gruseligen Bildern Leben ein. Gefährlich wird es, als die Monster zum Leben erwachen…
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Dieses Buch ist viel und deshalb schwer in Worte zu fassen. Es ist poetisch, märchenhaft, düster und bis zum Schluss rätselhaft. Der Verlag beschreibt diesen besonderen Mix als „süchtig machenden Jugendbuch-Horror mit Dark Academia Feeling.“ Für mich persönlich gilt, dass ich hier mal wieder etwas gänzlich abseits meiner gewohnten Pfade gelesen habe. Etwas auf das ich gerade absolut Lust hatte. Und entsprechend gut hat mir das Buch dann auch gefallen.
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Schreibstil und Story haben mich regelrecht aufgesogen. Das Buch ist einfach faszinierend schaurig schön. Die darin enthaltene Lovestory habe ich mit jeder Faser meines Körpers gefühlt. Die Bildhaftigkeit ist kraftvoll. Die Poesie sanft. Das Ganze in Verbindung mit atmosphärischem Grusel-Horror war für mich eine ganz neue Leseerfahrung. Zwischendurch haben mich vielleicht ein paar gefühlte Wiederholungen, Hinauszögerungen und dadurch entstehende Längen gestört. Aber dann kommt dieses Ende, dass irgendwie wiederum auch kein Ende ist und jede Menge Spielraum lässt. Das Buch hat mein Herz jedenfalls gleich auf mehrere Arten schneller schlagen lassen. Ich könnte DON’T LET THE FOREST IN sicherlich noch unzählige weitere Male lesen und würde jedes Mal etwas Neues darin entdecken und die Geschichte anders interpretieren. So etwas liebe ich einfach!

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Veröffentlicht am 25.12.2025

Das Problem mit der Länge

Sturmschreie
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Ein grausamer Mord, ein Mädchen auf der Flucht und die Frage, was ein Menschenleben wert ist. STURMSCHREIE Band vier der Reihe um die schwedische Kommissarin Idun Lind. Ich bin ja grundsätzlich ein Fan ...

Ein grausamer Mord, ein Mädchen auf der Flucht und die Frage, was ein Menschenleben wert ist. STURMSCHREIE Band vier der Reihe um die schwedische Kommissarin Idun Lind. Ich bin ja grundsätzlich ein Fan skandinavischer Krimis und Thriller und auch in diese Reihe war ich anfangs mit großer Begeisterung gestartet. Schade ist nur, dass Tina N. Martin mich jetzt als Leserin zunehmend zu verlieren scheint. Der neue Fall hat mir jedenfalls nicht sonderlich gut gefallen. Das liegt nicht am Schreibstil der Autorin. Den mag ich weiterhin sehr gerne. Und zu Beginn des Buches hatte ich auch Hoffnung, dass die Geschichte mich wieder packen kann. Das konnte sie dann aber nicht.
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Darum geht’s: Im Fluss bei Harads wird eine verstümmelte Leiche gefunden. Die Spur führt in das nahe gelegene Flüchtlingslager…
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Hier hat sich wieder das Problem aufgetan, dass ich schon beim dritten Band der Reihe hatte: Die Länge. Wenn sich bei an die 600 Seiten dann noch erzählerische und handlungstechnische Längen auftun, zieht es sich halt wie Kaugummi. Genau das ist hier der Fall. Nach etwa einem Drittel habe ich das Interesse verloren und bin zunehmend nur noch durch die Seiten gehuscht. Die anfänglich vorhandene Spannung war wie weggeblasen. Die Story in der Gegenwart hat mir noch gefallen. Die Rückblenden auf das Schicksal eines Mädchens im kriegsgebeutelten Syrien haben mich dagegen nicht gepackt. Diese Passagen sind aber zentral für die Handlung. Und damit ist das Buch bei mir dann halt durchgefallen. Irgendwie hat mir hier das Besondere gefehlt. Der Funke ist einfach nicht übergesprungen. Für mich war der Handlungsverlauf größtenteils und langweilig und langatmig. Auch die Ermittlerfiguren und ihre Weiterentwicklung fand ich diesmal uninteressant.
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Fazit: STURMSCHREIE ist für mich der bislang schwächste Teil der Reihe. Ich bin mir noch unsicher, ob ich den nächsten Teil noch lesen werde.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Spiel mit Identitäten

Das Böse nebenan
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Sharon Bolton & ich sind eigentlich immer ein Match. Nachdem ich die britische Autorin längere Zeit unerklärlicherweise aus den Augen verloren hatte, bin ich jetzt seit ein paar Jahren wieder drin im Game ...

Sharon Bolton & ich sind eigentlich immer ein Match. Nachdem ich die britische Autorin längere Zeit unerklärlicherweise aus den Augen verloren hatte, bin ich jetzt seit ein paar Jahren wieder drin im Game und lese ihre Bücher seitdem wieder mit großer Freude. Deshalb musste auch ihr neuer Thriller DAS BÖSE NEBENAN direkt bei mir einziehen. Und ja, es hat erneut alles gepasst. Ich liebe ihre Bücher einfach.
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Darum geht’s: Anna Brown will in der englischen Kleinstadt St. Abel’s Chapel einen Neuanfang wagen. Aber in dem Ort geschehen seltsame Dinge…
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Mehr verrate ich nicht. Lest selbst. Und lasst euch von Sharon Bolton erst mal maximal verwirren. Das hat sie nämlich drauf, wie keine Zweite. Fast 100 Seiten lang hatte ich das Gefühl, dass ich hier rein gar nichts checke. Aber weil Bolton so toll schreibt und ich ja mittlerweile weiß, dass Verwirrung bei ihr Programm ist, bin ich diesen Weg wieder mitgegangen. Irgendwann lichtet sich der Nebel dann auch und man denkt, dass man jetzt weiß, wie der Hase läuft. Aber weit gefehlt. Ich weiß es zumindest nie. Und so ist es Sharon Bolton auch diesmal wieder gelungen, mich nach allen Regeln der Kunst an der Nase herumzuführen. In DAS BÖSE NEBENAN spielt Bolton mit den Identitäten ihrer Charaktere und der Wahrnehmung ihrer Leserinnen. Und das macht sie für meinen Geschmack wahnsinnig gut. Ich habe wirklich geglaubt, den Lösungspfad recht klar vor Augen zu haben. Dabei hätte ich wissen müssen, dass es bei Bolton nie so einfach ist und eben nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
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DAS BÖSE NEBENAN entwickelt sich fast beiläufig zu einem Pageturner, den man kaum aus der Hand legen kann. Die Story hat verschiedene Aspekte, die ich unbedingt unter einen Hut bekommen wollte. Aber daran bin ich bei Bolton mal wieder kläglich gescheitert. Sie hat mich einmal mehr mit spielerischer Leichtigkeit und einfach gekonnt auf falsche Fährten gelockt. Irgendwann kam der erste Twist, der mich atemlos gemacht hat (auch, wenn ich mich hier an eine Wendung in einem anderen Buch erinnert gefühlt habe) und ab da ging es dann wirklich Schlag auf Schlag. Das letzte Drittel des Buches ist unglaublich tempo- und wendungsreich. Eine Pause einlegen? An diesem Punkt absolut keine Option!
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Bolton baut die Handlung für meinen Geschmack sehr stark auf und schlägt einen tollen Spannungsbogen. Letztendlich überschlagen sich die Ereignisse fast und entladen sich in Twists, die ich persönlich wirklich gelungen finde und die mich atemlos gemacht haben. Beim Ende warne ich euch mal ein bisschen vor, denn hier wird nicht jeder 100% befriedigt das Buch zuklappen. Da lässt Bolton uns Leser
innen einen gewissen Spielraum. Für mich hat aber auch das gepasst.
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Es war mir ein Fest! Sharon Bolton schafft mit DAS BÖSE VON NEBENAN den Sprung in die Region der Top-Thriller – und das fast schon mit lässiger Selbstverständlichkeit. Ich hüte mich ja eigentlich immer vor allzu großen Erwartungen. Bei Bolton darf man sie aber noch haben, ohne enttäuscht zu werden.

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Veröffentlicht am 13.12.2025

Ein grandioses Überraschungs-Highlight

Sophie L.
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Im vergangenen Jahr habe ich ANNA O. von Matthew Blake gelesen. Ein Buch, dass ich zu diesem Lesezeitpunkt zwar interessant, aber auch schwierig zu lesen fand, was am Ende auf eine mittelprächtige Bewertung ...

Im vergangenen Jahr habe ich ANNA O. von Matthew Blake gelesen. Ein Buch, dass ich zu diesem Lesezeitpunkt zwar interessant, aber auch schwierig zu lesen fand, was am Ende auf eine mittelprächtige Bewertung hinausgelaufen war. Trotzdem muss ich in dem Buch irgendetwas gesehen haben, was mich jetzt nach kurzem Zögern dazu gebracht, Blake mit seinem neuen Thriller SOPHIE L. eine weitere Chance zu geben. Auf den ersten Seiten habe ich schon gemerkt, dass die Chemie zwischen mir und dem Buch stimmt. Das ist auch durchgehend so geblieben. Am Ende stand sogar die Erkenntnis, dass ich hier kurz vor Jahresschluss nochmal ein echtes Highlight lesen durfte.
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Darum geht’s: Olivia Finn ist Gedächtnisexpertin an einem Londoner Krankenhaus. Dann wird sie zu einem familiären Notfall nach Paris gerufen. Ihre Großmutter Josephine ist in dem berühmten Hotel Lutetia aufgetaucht, hat behauptet jemand ganz anderes zu sein und als junge Frau einen Mord begangen zu haben. Wenig später wird die scheinbar verwirrte Seniorin ermordet…
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Matthew Blake fährt in SOPHIE L. raffinierte Psychospannung vom Allerfeinsten auf. Wie schon bei ANNA O. kann man auch hier wieder über das dem Buch aufgedrückte Thriller-Label diskutieren. Das mag bei einigen Lesern andere Erwartungen wecken. Allerdings wüsste ich auch nicht, welchem Genre man SOPHIE L. alternativ zuordnen sollte. Und gerade das Ende hat mich so mitgenommen und außer Atem gebracht, dass ich die Bezeichnung Thriller dann doch wieder passend fand. Und dabei bleibe ich jetzt der Einfachheit halber auch mal.
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SOPHIE L. ist überwiegend ein Thriller der leisen Töne. Gleichzeitig aber hochgradig intensiv und granatenstark geschrieben. Womit Matthew Blake mich gleich auf seiner Seite hatte, ist das Setting in Paris, das er unglaublich toll zum Leben erweckt hat. Dann kam ein Zeitsprung im Geschehen, der mich zunächst ernüchtert hat. Matthew Blake hat mich ans Ende des 2. Weltkrieges zurückgeführt und mit Themen konfrontiert, mit denen ich mich beim Lesen zum puren Zeitvertreib und zur Zerstreuung nun mal einfach nicht gerne auseinandersetze. Aber irgendwas muss Matthew Blake hier goldrichtig gemacht haben, denn dieser Handlungsaspekt hat mich nicht abgeschreckt, sondern eine eigentümliche Faszination ausgeübt und mich immer tiefer in die Geschichte hineingezogen. Es gibt noch eine weitere Zeitebene in der näheren Vergangenheit und zwei weitere Perspektiven, die für Verwirrung aber auch gleichzeitig Spannung sorgen. Und wie Matthew Blake letztendlich alle Punkte zusammenführt und auflöst … holla, die Waldfee … das ist großes Kino.
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Ich kann für mich nur sagen: Was für ein Buch!!! Ja, man muss Zugang dazu finden, man muss sich darauf einlassen und man muss offen für eine andere Art von Thriller sein. Ich war gerade anscheinend in allen Punkten bereit für dieses Buch, denn SOPHIE L. hat mich einfach komplett begeistert. Die Atmosphäre, die Charaktere, die Intensität, die Story, der Handlungsverlauf – alles zusammengenommen und wie Matthew Blake es hier angeht und umsetzt hat SOPHIE L. für mich zu einem Überraschungserfolg gemacht. Damit hatte ich in keinster Weise gerechnet. Ich kann diesen Thriller einfach nur als atemberaubendes Highlight der ganz besonderen Art bezeichnen.

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Veröffentlicht am 10.12.2025

Wie aufgewärmter Kaffee

The Woman in Suite 11
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THE WOMAN IN SUITE 11 ist der neue Thriller von Ruth Ware. Wie man am Titel unschwer erkennt, knüpft das Buch an THE WOMAN IN CABIN 10 an. Das mochte ich damals, als es erschienen ist, sehr. Mittlerweile ...

THE WOMAN IN SUITE 11 ist der neue Thriller von Ruth Ware. Wie man am Titel unschwer erkennt, knüpft das Buch an THE WOMAN IN CABIN 10 an. Das mochte ich damals, als es erschienen ist, sehr. Mittlerweile erinnere ich mich aber Null an die Handlung. Hätte ich nach einer gefühlten Ewigkeit jetzt also noch eine nachgeschobene Quasi-Fortsetzung gebraucht? Die Antwort lautet ganz klar: Nein! Und Ruth Ware konnte mich auch nicht vom Gegenteil überzeugen.
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Darum geht’s: Zehn Jahre sind die Ereignisse auf dem Kreuzfahrtschiff her. Jetzt treffen wir Lo Blacklock wieder, die seitdem geheiratet und zwei Kinder bekommen hat. Weil sie ihr Hausfrauendasein als unbefriedigend empfindet, spielt Lo mit dem Gedanken, wieder in ihren Beruf als Reisejournalistin zurückzukehren. Lo folgt der Einladung zur Eröffnung eines Luxushotels in der Schweiz. Sie begegnet alten Bekannten wieder und wird in ein tödliches Katz-und-Maus-Spiel hineingezogen…
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Viel Zeit geht in WOMAN IN SUITE 11 dafür drauf, die Erinnerung der LeserInnen wieder aufzufrischen sowie Handlung und Personen mit der Vorgeschichte zu verknüpfen. Einerseits hatte ich genau das zwar dringend nötig, andererseits ist diese ständige Herstellung einer Verbindung aber auch ziemlich ermüdend. Die Namen der verschiedenen Charaktere, die hier wieder ins Spiel gebracht werden, habe ich mir mühsam gemerkt, nur um dann festzustellen, dass sie im Handlungsverlauf einfach wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Das ist ernüchternd und hat mich auch ziemlich geärgert. Auch das anfangs noch vielversprechend aufgebaute Setting und die damit verbundene Atmosphäre wird nicht über die Distanz gerettet. Das alles verpufft irgendwo. Stattdessen musste ich eine Protagonistin ertragen, die mich mit ihrer grenzenlosen Naivität und ihrem schlichtweg dummen und nicht nachvollziehbaren Verhalten an den Rande des Wahnsinns getrieben hat. Außerdem ist der Handlungsverlauf nicht wirklich überraschend. So geht jeglicher Hauch von Spannung in purer Genervtheit und Langeweile auf.
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THE WOMAN IN SUITE 11 ist eine einzige große Enttäuschung. Das Buch macht auf mich von vorne bis hinten den Eindruck, als hätte es Ruth Ware einfach an neuen Ideen gefehlt. Die Story wirkt gewollt und konstruiert. Es ist, als hätte man einen alten Erfolg auf Teufel komm raus nochmal auffrischen und Profit daraus schlagen wollen. Der Versuch ist zumindest in meinen Augen aber gehörig nach hinten losgegangen. Der Thriller ist aufgewärmter Kaffee – und der schmeckt nun mal einfach nicht. Das hätte man sich lieber schenken sollen. Nach diesem Voll-Flop tendiere ich aktuell sogar dazu, Ruth Ware von meiner Leseliste zu streichen.

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