Eine ungewöhnliche Kriminalgeschichte mit Gesellschaftskritik
Giftiger Grund„Giftiger Grund“ ist ein Buch, dass im Buchladen direkt auffällt. Passend zum Buchtitel präsentiert es sich in einem leuchtenden Giftgrün. Ein schwarz abgesetzter Scherenschnitt zeigt Bäume oder Sträucher ...
„Giftiger Grund“ ist ein Buch, dass im Buchladen direkt auffällt. Passend zum Buchtitel präsentiert es sich in einem leuchtenden Giftgrün. Ein schwarz abgesetzter Scherenschnitt zeigt Bäume oder Sträucher und eine menschliche Figur. Diese Gestaltung gefällt mir richtig gut und ich finde sie auch nach dem Lesen immer noch sehr passend.
Im Buch treffen wir drei Personen an einer alten verlassenen Tankstelle. Joran hat die letzten Jahre im Jugendknast verbracht und kehrt nun an den Ort seiner Straftat zurück. Er hatte mit zwei Komplizen die Tankstelle überfallen. Statt seiner versteckten Beute findet Joran aber die Leiche eines Komplizen. Aber auch Charu wird von der Tankstelle angezogen. Sie fotografiert Lost Places und will sich mit dieser Tätigkeit ein Leben aufbauen. Ganz fehl am Platz erscheint dagegen Edda, ein kleines Mädchen im Schlafanzug, das sich mitten in der Nacht an diesem einsamen Ort aufhält.
Im Laufe der Geschichte erfahren wir immer mehr über diese drei ungleichen Menschen und sie auch gegenseitig übereinander. Diese Entdeckungen sind im Buch sehr spannend verpackt. Ich hatte an keiner Stelle das Gefühl, dass sich die Geschichte in die Länge zog. Wir erfahren viel über alle drei Figuren und ihre Motive.
Neben den menschlichen Charakteren spielt vor euch die alte Tankstelle eine Hauptrolle. Die Atmosphäre wird durch den Schreibstil wirklich lebendig. Wer sich für Lost Places interessiert, wird daran sicher seine Freude haben. Für mich war das auch einer der Pluspunkte des Romans.
Etwas irritiert war ich darüber, dass in diesem Krimi keine klassische Detektivarbeit vorkommt. Wir erfahren im Laufe der Geschichte immer mehr über die Verbrechen, die sich an der Tankstelle ereignet haben. Polizisten oder Detektive tauchen aber nur ganz am Rande auf.
Trotzdem hat mich die Geschichte in „Giftiger Grund“ mitgerissen und mich zum Nachdenken angeregt. Der Roman bringt auch viel Gesellschaftskritik mit sich. Eine echte Empfehlung für alle, die Geschichten über die Abgründe der Menschen und der Gesellschaft mögen.