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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.10.2020

Fehlende Handlung verworren beschrieben

Malé
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„Malé“ von Roman Ehrlich aus dem Fischerverlag rangiert im Jahr 2020 auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. Der Autor betrachtet einen Zeitpunkt in der Zukunft, zu dem der steigende Meeresspiegel ...

„Malé“ von Roman Ehrlich aus dem Fischerverlag rangiert im Jahr 2020 auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. Der Autor betrachtet einen Zeitpunkt in der Zukunft, zu dem der steigende Meeresspiegel die Malediven fast vollständig verschluckt hat. Lediglich die heruntergekommene Hauptstadt Malé bietet noch Platz, doch statt dem ehemaligen Tourismus haben sich hier vor allem Aussteiger niedergelassen.

Zum Inhalt ist leider gar nicht viel mehr zu sagen. Viele Charaktere und ihr persönlicher Hintergrund geraten immer mal wieder in den Fokus der Erzählung, eine richtige Handlung ist allerdings nicht zu finden. Weder begleitet man diese Personen bei einem Erlebnis, noch bei ihrer Selbstfindung oder auch nur irgendeinem anderen roten Faden, der die Leser/innen mitreißen und zum Weiterlesen anregen könnte. Es ist eher wie ein Daumenkino, indem allerdings jede Seite ein anderes Standbild zeigt – was den Sinn eines Daumenkinos ad absurdum führt. Diese flüchtigen Einblicke machen keinen der zahlreichen Charaktere greifbar.

Die aufgrund dessen schon schwer aufzubauende Stimmung wird durch einen hoch komplexen Sprachstil noch abstrakter. Der Autor neigt zu monotonen Wiederholungen, vor allem um Personen zu verschlagworten. Immer wieder gibt es außerdem zeilenlange Auflistungen von Tieren, Pflanzen, Treibgut, Waren und ähnlichem, die den Leser/innen nicht nur gar keinen Mehrwert bieten, sondern die zum Teil monströsen Schachtelsätze auch noch verlängern. Dieser monotone und verworrene Schreibstil hat mir den Lesefluss und den -spaß gleichermaßen genommen. Ich bin nicht vorangekommen, habe mich durchgequält und diese knapp 300 Seiten haben sich gezogen, als wären es doppelt so viele.

Das „Problem“ in diesem Genre ist für mich, dass man auf Kritik immer erwidern kann „Das war Absicht“, „Genau das wollte der Autor erreichen“, „Du versteht einfach die Intention nicht“. Das mag alles wahr sein und würde auch erklären, wie dieser zähe Roman für den Buchpreis nominiert werden konnte. Es ändert aber alles nichts an meinem Eindruck und dem Gefühl, das ich beim Lesen hatte – und das kann ich mindestens innerhalb des Genres vergleichen.
Zusammenfassend komme ich zu 2 von 5 Sternen. Die Sprache war beim Lesen fast schon körperlich unangenehm und hat keinerlei Handlung begleitet. Ich hatte mir so viel erhofft: Postapokalypse, ein tolles Setting, ein wenig Mahnung an uns zu unserem Umgang mit der Erde. Das Potenzial war da! Was ich allerdings bekommen habe war paradoxerweise Lust auf Strandurlaub, sobald es wieder und solange es noch möglich ist. Das wollte der Autor sicher nicht erreichen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.10.2020

Ein emotionaler Sog

Bad At Love
6

„Bad at love“ ist der neue New Adult Roman von Morgane Moncomble aus dem Lyx Verlag. Es handelt sich um einen Einzelband und zudem um das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe.

Azaléa hat vor ...

„Bad at love“ ist der neue New Adult Roman von Morgane Moncomble aus dem Lyx Verlag. Es handelt sich um einen Einzelband und zudem um das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe.

Azaléa hat vor vier Jahren ihre Heimatstadt verlassen und wollte nie wieder zurückkehren. Zu furchtbar sind die Erinnerungen an ihre Vergangenheit. Der Tod ihrer Mutter zwingt sie jedoch zu einem Besuch. Dabei lernt sie ihren Nachbarn Eden kennen. Dieser lässt sie an ihren beiden Entschlüssen zweifeln: zum einen, möglichst schnell wieder zu verschwinden, zum anderen, keine echte Beziehung einzugehen.

Das Cover ist eher künstlerisch und abstrakt, was seit einiger Zeit im Trend liegt. Obwohl mir Cover mit Bezug zum Inhalt besser gefallen, ist dieses trotzdem schön gestaltet. Mir gefällt der hohe Grauanteil und dass es nicht so bunt und quietschvergnügt aussieht – alles andere wäre Hohn bei so einem ernsten Thema. Die goldenen Flocken, die nach oben und unten vom Titel wegbrechen, setzen farblich einen schönen Akzent. Die schmutzig-schwarze Schrift lässt goldene Buchstaben durchblitzen. Eine Anspielung auf den Inhalt?

Azalée ist ein wundervoller Charakter. Sie hat schreckliche Dinge erlebt und bei der Beschreibung ist mir richtig schlecht geworden. Ihr bissiger Humor ruft neben einem ersten Lachen auch immer einen faden Beigeschmack hervor, weiß man doch genau, dass sie nur ablenken will. Auch Edens Vergangenheit war nicht immer strahlend. Doch er macht sich frei von Vorurteilen und Gerüchten, ist äußerst sensibel, geht meistens sehr gut auf Azaléa ein und ist einfach der beste Partner, den die Autorin für ihre Protagonistin hätte erfinden können.

Das ist mein erster Roman von Morgane Moncomble und endlich verstehe ich, woher die Schwärmereien über ihre ersten beiden Bücher kommen. Ihr Schreibstil ist wirklich mitreißend und sehr gefühlvoll. Ich hatte zum Teil selbst Gänsehaut, so gut konnte ich mir die Umgebungsgeräusche, Stimmen und Situationen vorstellen.
Nach einem schnellen Einstieg in Azaléas Leben und ihre Vergangenheit war ich bereits vollkommen sprachlos. Eine tolle Abwechslung, dass die Leser/innen direkt mit den vergangenen Erlebnissen der Protagonistin konfrontiert werden und kein langes Rumrätseln der anderen Charaktere ertragen müssen, wobei man selbst ab Seite 20 weiß, was los ist. Dennoch muss man das Gelesene erstmal verarbeiten. Bitte beachtet, dass das Buch Triggerwarnungen zu verschiedenen Themen enthält.
Doch Morgane Moncomble belässt es nicht bei der Bewältigung traumatischer Kindheitsereignisse. Die Geschichte erhält zudem einen spannungsgeladen Handlungsstrang in der Gegenwart, der mich sehr gefesselt hat, aber gleichzeitig auch Azaléas Unbehagen auf mich übertragen konnte. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte sich beim Lesen ein Strudel aus vielen verschiedenen Emotionen gebildet, ein verhängnisvoller Sog, den ich so gut spüren und ihm nicht entkommen konnte und der mich vollumfänglich mitgerissen hat. Dieser explosive Cocktail entlädt sich zum Höhepunkt des Romans mit einem Knall, der mich eiskalt getroffen hat. Ich hatte von Beginn an das Gefühl, dass ich diese Geschichte nicht ohne Tränen hinter mich bringen könnte und das ist in Ordnung.
Es ist nicht leicht mit einigen Wahrheiten konfrontiert zu werden, aber ich bin froh, dass Morgane Moncomble nichts beschönigt. Genauso, wie sie schreibt, ist auch die echte Gesellschaft und jeder kann eine Lektion aus dieser Geschichte mitnehmen und für sich selbst reflektieren. Fast schon nebenbei lässt die Autorin noch das Thema Feminismus mit kurzen und gut platzieren Kapiteleinleitungen einfließen.

Zusammenfassend komme ich zu 5 von 5 Sternen! Es war eine emotionale Achterbahnfahrt mit kleinen Erfolgen und großen Rückschlägen, Liebe und Freundschaft. So einen Tiefgang findet man selten in dem Genre! Morgane Moncombles nächstes Buch, „Back to you“ (ET 26.03.2021; ebenfalls ein Einzelband) werde ich mir definitiv kaufen und auch ihre „Never“-Reihe nachholen, aber meine Erwartungen sind jetzt unermesslich hoch!

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 08.09.2020

Positive Überraschung im NA-Genre

It was always you
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Nikola Hotel debütiert im Endlich Kyss-Verlag by rowohlt mit „It was always you“, dem ersten Band der Dilogie über die Blakely Brüder Asher und Noah. Protagonistin ist Ivy, die Stiefschwester der beiden. ...

Nikola Hotel debütiert im Endlich Kyss-Verlag by rowohlt mit „It was always you“, dem ersten Band der Dilogie über die Blakely Brüder Asher und Noah. Protagonistin ist Ivy, die Stiefschwester der beiden. Vor vier Jahren hat ihr Stiefvater sie nach dem Tod ihrer Mutter in ein weit entferntes Internat abgeschoben. Jetzt will er sie plötzlich sehen. So fliegt Ivy zurück nach Hause und kämpft dort gegen viele Erinnerungen… genauso wie gegen den gleichermaßen anziehenden wie unausstehlichen Asher.

Dies war mein erster Roman von Nikola Hotel und ich muss ehrlich zugeben: vielleicht hätte ich ihn mir ohne die Signieraktion bei der Buchhandlung Graff gar nicht bestellt. Nun bin ich aber sehr froh, dass ich mich von dieser Aktion habe ködern lassen, denn ich bin positiv überrascht und habe Band zwei direkt hinterher bestellt.

Die Geschichte ist vollständig aus Ivys Perspektive beschrieben. Der Autorin gelingt es dabei gut, den Zwiespalt zu beschreiben: Ivy sehnt sich nach einer Familie, die negativen Erinnerungen bereiten ihr aber auch Bauchschmerzen. Diese Gefühle nehmen in der Erzählung sehr viel Raum ein, was mir aber zu keinem Zeitpunkt negativ aufgefallen wäre. Viele Momente werden darüber hinaus in Schlüsselsätzen in ganzseitigen Handletterings von Carolin Magunia dargestellt. Insgesamt über 20 dieser Seiten lockern das Schriftbild auf und sind einfach schön anzusehen. Für mich absolut kein Kaufargument, aber trotzdem eine interessante Methode, dem Buch etwas Besonderes zu verleihen.

Nikola Hotel hat eine Gruppe wunderbarer Charaktere geschaffen. Ivy, Asher, Noah und ihre Freunde sind jeder für sich individuell und tragen auf ihre eigene Art zum Gelingen der Handlung bei. Natürlich sind es Typen, wie man ihnen auch in anderen New Adult Romanen begegnet: Der anziehende Junge mit Geheimnis, der Bad Boy, der vielleicht doch einen weichen Kern hat, die gute Freundin. Dennoch hat die Autorin jedem dieser Charaktere etwas Einzigartiges verliehen, sodass sie mir nicht langweilig oder austauschbar erschienen.

Besonders gut gefallen hat mir allerdings die Handlung selbst. Es gibt unerwartete Ereignisse, spannende und humorvolle Szenen und diese ganze Abwechslung fließt perfekt ineinander. Nikola Hotel zeigt, dass man sich nicht für eine Stimmung entscheiden muss, die ein ganzes Buch beherrscht. Sie bildet stattdessen alle emotionalen Ränder ab und fügt sie zu einem lebendigen Strang zusammen. Es ist nicht einfach der klassische Verlauf eines Liebesromans, sondern Auf und Abs folgen dicht aufeinander und lassen mich so immer zum nächsten Kapitel greifen.

Zwei Aspekte haben mir nicht so gut gefallen und zu dem leichten Punktabzug geführt. Zum einen Ivys gute Freundin Aubree. Sie soll Ivys Rückhalt in New York abbilden, tritt allerdings kaum in Erscheinung. Ich hatte das Gefühl, dass sie vor allem für den zweiten Band eingeführt wurde und über Band eins künstlich am Leben erhalten wird. Zum anderen bin ich nicht ganz zufrieden mit dem Ende. Es erschien mir etwas zu einfach und zudem werden kleine Aspekte offengelassen. Hier hoffe ich aber noch auf die Fortsetzung.

Insgesamt hat mich Nikola Hotel wirklich positiv überrascht und meinen Vorsatz, New Adult hinter mir zu lassen, stark ins Wanken gebracht. Sie hat der Geschichte eine Tiefe verliehen, die mir so häufig in dem Genre gefehlt hat. Dem Ende des Buchs hat diese Tiefe leider gefehlt, sodass ich zu 4 von 5 Sternen komme. Neben Nikola Hotels toller Story hat mich aber auch der Charakter „Noah“ absolut eingefangen, sodass ich mich schon sehr auf den zweiten Band („It was always love“; ET 15.09.2020) freue.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.09.2020

Bekenntnis zur spannenden Story

Silver Crown - Forbidden Royals
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„Silver Crown“ ist der Auftakt zu Julie Johnsons „Forbidden Royals“-Trilogie. Emilia lebt seit ihrer Geburt unter dem Namen Lennox ein bürgerliches Leben. Als ihr Vater jedoch unerwartet zum König gekrönt ...

„Silver Crown“ ist der Auftakt zu Julie Johnsons „Forbidden Royals“-Trilogie. Emilia lebt seit ihrer Geburt unter dem Namen Lennox ein bürgerliches Leben. Als ihr Vater jedoch unerwartet zum König gekrönt werden soll, wird sie als sein einziges, wenn auch uneheliches, Kind die Thronerbin der Familie Lancaster. Das Leben als Prinzessin ist allerdings ganz und gar nicht märchenhaft und insbesondere Carter Thorne, der Sohn ihrer Stiefmutter, macht es ihr nicht leicht. Emilia fühlt sich dennoch von seinen düsteren Blicken angezogen.

Das Cover ist ein atemberaubender Blickfang. Die weiß-grauen und silbernen Farbtöne dominieren klar und spiegeln so den Titel „Silver Crown“ hervorragend wider. Hier gefällt mir die Mischung aus dem handschriftlichen Wort „Silver“ und dem klaren, gradlinigen „Crown“ sehr gut. Es sind zwei Gegensätze, die aufeinandertreffen, sich aber miteinander vereinen müssen – wie Emilias privates, bürgerliches Leben bis heute und ihr zukünftiges, öffentliches und zu einem großen Teil fremdbestimmtes Leben. Das absolute Highlight ist natürlich das elegante Diadem im Vordergrund. Es ist so detailgetreu herausgearbeitet, dass es einen Glanz verströmt, nach dem man meint greifen zu können. Es steht für all die hübschen, oberflächlichen Dinge an die man denkt, wenn es darum geht, eine Prinzessin oder Königin zu sein. Doch das Diadem zieht auch eine dunkle, schmutzige Partikelwolke hinter sich her. Diese überschattet alles, was vorher war und verdunkelt auch das Strahlen der Krone, denn die Position bringt nicht nur Freude und schöne Dinge mit sich. Diese Wahrheit, die uns das Cover bereits zeigt, wird Emilia vermutlich noch auf schmerzhafte Art lernen müssen.

Das Buch ist ausschließlich aus Emilias Perspektive geschrieben. Mittlerweile empfinde ich das als Ausnahme, weiß es aber sehr zu schätzen, da es den Lesefluss fördert und man sich voll und ganz auf Emilia konzentrieren und in sie hineinversetzen kann. Emilia ist mir sympathisch, weil sie sehr mitfühlend ist. Das Schicksal der Königsfamilie nimmt sie stark mit, auch wenn sie es nicht wahrhaben will. Sie ist sensibel und erscheint zunächst etwas zu zart und lieb um am Königshof bestehen zu kennen. Zu erleben, wie sie an dieser Herausforderung wächst, war sehr eindrucksvoll.

Dass Julie Johnson einen ganz besonderen Schreibstil hat, zeigt bereits das Vorwort. Sie schafft es, neugierig zu machen ohne etwas von der Handlung zu verraten. Ihre Überleitungen wirken sehr natürlich und nahbar, was mir gut gefällt. Auch das Durchbrechen der Vierten Wand im Prolog, zieht die Leser*innen sofort in die Geschichte hinein. Julie Johnson verrät hier ebenfalls wenig und facht die Neugier noch stärker an. Als die Handlung dann tatsächlich beginnt, ist mir sofort aufgefallen, wie intensiv die Autorin Emilias Gefühle beschreibt. Ihre eigene Beklemmung bis hin zur leichten Panik, genauso wie ihre Wahrnehmung der Stimmung gaben mir das Gefühl, selbst dort zu sein. Verwirrung, Verzweiflung, Sorge – alles fühlte sich ganz real an. Eine tolle Fähigkeit von Julie Johnson und ich bedauere, dass ich nicht schon früher mal ein Buch von ihr gelesen habe.

Gut gefallen hat mir, dass die Autorin manche Klischees aus Young-Adult Liebesromanen aufgebrochen hat. So ist beispielweise Emilia diejenige, die zum Teil verletzende Worte von sich gibt, anstatt diesen zum Opfer zu fallen. Auch gibt es viele schöne Szenen, die man so nicht schon dutzende Male in anderen Romanen gelesen hat, ohne abgedroschene Gesten, sodass mich diese Ereignisse in ihrer Einmaligkeit wirklich berührt haben.

Ein Pluspunkt ist außerdem, wie viel Wert die Autorin auf die Story legt. Es dreht sich nicht alles um Emilia und Carter, um Liebe und Sex, sondern im Mittelpunkt steht immer Emilias Schicksal, wie sie damit hadert und wie jeder Charakter versucht, seine Ziele zu erreichen. Es ist keine Aneinanderreihung romantischer oder dramatischer Szenen, aber es liegt eine konstante Spannung in der Luft, die in einem unerwarteten Finale gipfelt. Man spürt die ganze Zeit, das etwas passieren muss, gerechnet habe ich mit diesem Ausgang allerdings nicht.

Weniger gut zu lesen waren manche Dialoge. Gerade das erste Treffen zwischen Emilia und Carter ist sehr aufgeladen, körperlich intensiv und leidenschaftlich beschrieben. Das steht in starkem Kontrast zu dem künstlichen, unglaubwürdigen Dialog, den sie dabei führen. Diese Gegensätzlichkeit – Gesprochenes versus Gefühl – hat manchmal verhindert, dass sich die Stimmung einer Situation auf mich übertragen konnte.
Ähnliches gilt für einen Konflikt des Buches: An manchen Stellen hat man das Gefühl, das Thema „Verbotene Beziehung“ soll aufgegriffen werden. Es wird gesagt, man solle oder dürfe etwas nicht tun, aber gleichzeitig fehlte mir die ganze Zeit die Begründung dafür. Ich konnte nicht nachvollziehen, woraus dieser Konflikt resultiert und mich so nicht in das Problem einfühlen. Dadurch empfand ich das Drama zuweilen als übertrieben.

Was man beim Lesen leider auch sehr gut merkt, ist, dass dieses Buch eine Einleitung für die Geschichte der nächsten zwei Bände ist, was ich schade finde. Band eins legt inhaltlich den Grundstein für die folgenden Romane, ist aber für sich alleine nicht aussagekräftig – das geht bei Trilogien durchaus auch anders.

„Silver Crown“ hat vieles sehr gut und vor allem besser als andere Bücher des Genres gemacht: Der Fokus liegt klar auf der Story, welche zudem spannend ist und die romantischen Szenen sind kreativ und neu. Es gibt zwar einige Aspekte, die mir nicht gefallen haben, aber das sind vor allem Kleinigkeiten, sodass ich insgesamt zu 4 von 5 Sternen komme. Band zwei, „Golden Throne“ (ET 27.11.2020), und Band drei, „Diamond Empire“ (ET 26.02.2021) werden von mir mit Spannung erwartet und sofort verschlungen.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 27.08.2020

Ein zäher Start mündet in ein rasantes Finale

Breakdown - Sie musste sterben. Und du bist schuld
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Cass fährt während eines Gewitters über eine einsame Landstraße. Als sie ein parkendes Auto sieht, steigt sie nicht aus, um Hilfe anzubieten, sondern fährt nach Hause. Am nächsten Tag erfährt sie, dass ...

Cass fährt während eines Gewitters über eine einsame Landstraße. Als sie ein parkendes Auto sieht, steigt sie nicht aus, um Hilfe anzubieten, sondern fährt nach Hause. Am nächsten Tag erfährt sie, dass die Frau in ihrem Auto ermordet wurde - und Cass kannte sie! Sie quälen Schuldgefühle und als sie immer mehr stumme Anrufe erhält fürchtet sie, der Mörder sieht in ihr sein nächstes Opfer.

Vor zwei Jahren habe ich mir dieses Buch geholt, da B.A. Paris durch ihr Debüt "Saving Grace" bei Thriller-Fans in aller Munde war. Gelesen hatte ich es noch nicht, aber ich dachte mir, mit der Autorin kann man sicher nichts falsch machen. Und ich hatte recht.

Dabei sah es zunächst gar nicht gut aus: die erste Hälfte war sehr zäh, ich musste mich ein wenig durchquälen, dann nach dem guten Start, herrscht lange Eintönigkeit. Cass leidet unter ihren Schuldgefühlen und unter den Anrufen und diese Gefühle sind sehr eindringlich und nachvollziehbar beschrieben. Aber wirklich handfeste, bedrohliche und spannende Ereignisse haben mir gefehlt. Doch es hat sich mal wieder gelohnt, am Ball zu bleiben.

Das Ende habe ich in Teilen schon so vorhergesehen. Dennoch hat mich die Rasanz, mit welcher die Autorin davon erzählt, einfach mitgerissen. Plötzlich geht alles Schlag auf Schlag, man kann gar nicht so schnell lesen, wie man wissen möchte, was passiert. Das Finale ist ein wahrer Knall und man schließt das Buch, ohne offene Fragen zurückzubehalten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere