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Veröffentlicht am 10.10.2021

Zu zäh und zu einfach

The promises we made. Als wir uns wieder trafen
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„The Promises we made – Als wir uns wieder trafen“ ist der neue Stand-alone-Roman von Simona Ahrnstedt erschieben bei Forever Ullstein. Wie der Titel vermuten lässt, handelt es sich um eine Second-Chances-Geschichte, ...

„The Promises we made – Als wir uns wieder trafen“ ist der neue Stand-alone-Roman von Simona Ahrnstedt erschieben bei Forever Ullstein. Wie der Titel vermuten lässt, handelt es sich um eine Second-Chances-Geschichte, die hier noch mit einer Bodyguard-Romane kombiniert wird.

Zwischen Dessie und Sam war es die ganz große Liebe, als sie Teenager waren. Doch ein schrecklicher Abend hat sie vollkommen entfremdet. Jahre später ist Sam Chef eines Hotelimperiums und benötigt einen Bodyguard. Dass Dessie jetzt als Sicherheitsexpertin arbeitet und das ausgerechnet in dem Unternehmen, welches Sam beauftragt, bringt beider Leben vollkommen aus dem Gleichgewicht.

Wie auch viele andere Liebesromane, ist „The Promises we made“ mit einer guten Portion Geheimnissen gewürzt. Nicht nur die Trennung von Sam, sondern auch private Erfahrungen von Dessie sind zu Beginn verschleiert und sollen die Neugier der Leser*innen wecken. Innerhalb von zwei (!) Seiten wird von „DEM EREIGNIS“, sowie „dem Ereignis“ gesprochen, was, anstatt mich neugierig zu machen, eher schon genervt hat. Denn welche Person codiert ihre Gedanken vor sich selbst? Es wirkt sehr künstlich und nicht wie Dessies authentische Überlegungen.

Ein Handlungsstrang, der auch maßgeblich für die Story ist, wird viel zu leicht aufgelöst, eher im Vorbeigehen und auch grundsätzlich hatte ich das Gefühl, dass sich viele Probleme in Luft auflösen oder merkwürdiger Weise gar nicht erst entstehen.

Insgesamt war die Geschichte leider sehr zäh. Über lange Passagen hatte ich das Gefühl, dass nichts passiert und ich gar nicht vorwärts komme. Wie auch schon bei "Nur noch ein bisschen Glück" hatte ich hier ebenfalls ein paar Probleme mit der Übersetzung ("Er war desperat."), was vermutlich dazu beigetragen hat, dass ich an jeder Seite rund 23% länger gelesen habe, als bei vergleichbaren Büchern (Genre und Format).

Gut gelungen fand ich hingegen das überraschende und actionreiche Ende, welches noch ein paar Enthüllungen bieten konnte.

Zusammenfassend komme ich zu 3 von 5 Sternen. Die Geschichte war größtenteils zu langatmig und ich hatte nicht das Gefühl, dass die Charaktere wirklich an ihren Problemen arbeiten müssen. Ob das gelungene Ende ausreicht, um mich nach Simona Ahrnstedts nächster Neuerscheinung greifen zu lassen, kann ich nach zwei Enttäuschungen nicht garantieren.

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Veröffentlicht am 26.09.2021

Ganz gute Story, leider mit gestelzten Dialogen

American Royals - Wer wir auch sind
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„American Royals – Wer wir auch sind“ von Nichole Chase war eigentlich als der Auftakt einer Reihe im LYX-Verlag geplant. Der nächste Band, „Verbunden mit dir“, sollte wenige Monate später erscheinen, ...

„American Royals – Wer wir auch sind“ von Nichole Chase war eigentlich als der Auftakt einer Reihe im LYX-Verlag geplant. Der nächste Band, „Verbunden mit dir“, sollte wenige Monate später erscheinen, dazu kam es aber nicht. Seinerzeit hat der Verlag dazu Stellung bezogen – da ich diese Mitteilung im Original aber bei meiner Recherche nicht mehr finden konnte, möchte ich auch keine Halbwahrheiten über die Gründe verbreiten.
In der Originalsprache gibt es noch eine Trilogie, die in der Zeitleiste vor „Wer wir auch sind“ anzusiedeln ist. Der Roman kann aber komplett unabhängig gelesen werden und es gibt auch kein offenes Ende.

Madison ist die Tochter des Präsidenten der USA und möchte die Welt verbessern – und das auf die eher unüberlegte Weise. Als sie nach einer schiefgegangenen Rettungsaktion für Labortiere von der Polizei mitgenommen wird, brummt ihr Vater ihr Sozialstunden auf. Sie soll Jake Simmon beim Bau von Häusern für Veteranen unterstützen. Mit dem Sohn der Vizepräsidentin ist sie früher ständig aneinandergeraten, doch seit er im Krieg verwundet wurde, hat er sich verändert.

Die Ausgangssituation der Geschichte hat mir gut gefallen: Die American „Royals“ sind eine schöne Abwechslung zu den Liebesgeschichten rund um tatsächliche Monarchien und gerade die Präsidentenfamilie kann wohl noch am ehesten als das transatlantische Äquivalent der europäischen Königshäuser beschrieben werden – vereinfacht gesagt mit weniger Fokus auf Erbfolge und Traditionen.

Begeistern konnte mich die Story rund um das soziale Projekt: Häuser bauen für versehrte Veteranen, die nach ihrer Rückkehr teilweise vor dem Nichts stehen. Das gesamte Thema der sozialen und psychischen Folgen eines Kriegseinsatzes empfand ich als (für einen Liebesroman!) gut aufgegriffen.

Zunächst hatte es den Anschein eines Enemies-to-Lovers-Plot, aber weder die Feindschaft noch der Übergang zu Freundschaft oder Liebe war für mich genug herausgearbeitet oder emotional nachvollziehbar. Ein böser Satz, dann ein vernünftiges Gespräch und schon konnte die „Feindschaft“ abgehakt werden. Sehr schade, denn ich liebe Enemies-to-Lovers-Geschichten!

Leider bin ich bis zum Ende nicht so gut mit Nichole Chase Schreibstil klargekommen. Dialoge und „erotische“ Szenen wirken sehr gestelzt und unnatürlich.

Zusammenfassend komme ich zu 3 von 5 Sternen. Die Story ist eigentlich ganz gut (auch wenn ich mir anderes erhofft habe), aber fehlende Natürlichkeit in Gesprächen und intimen Momenten macht es nicht zu einem Titel, den ich weiterempfehlen würde.

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Veröffentlicht am 12.09.2021

Wunderbare Kleinstadt, aber zu hastig erzählt

Someone like you
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Zurück nach Moonflower Bay: “Someone like you” ist vorerst das Finale der Dilogie von Jenny Holiday, erschienen bei Forever Ullstein. Warum „vorerst“? Auf der Homepage der Autorin ist ein dritter Roman ...

Zurück nach Moonflower Bay: “Someone like you” ist vorerst das Finale der Dilogie von Jenny Holiday, erschienen bei Forever Ullstein. Warum „vorerst“? Auf der Homepage der Autorin ist ein dritter Roman zu sehen, der endlich die Liebesgeschichte erzählt, die seit zwei Bänden unterschwellig die ganze Zeit brodelt. Also, lieber Verlag, bitte, bitte holt euch und uns diese Story auch noch!

Jake Ramsey ist wohl der stillste und zurückgezogenste Bewohner von Moonflower Bay. Kein Wunder bei dem Verlust, den er erlitten hat. Doch als Dr. Nora Walsh in die Kleinstadt zieht – für sie eine Zwischenstation um einen Neuanfang zu starten – verändert sich sein Leben schlagartig. Er hilft ihr, in dem kleinen Ort anzukommen und ihre Praxis zu eröffnen, doch auch er selbst braucht Hilfe, irgendwo anzukommen.

Ich war zunächst etwas perplex, denn man wird direkt ohne viel Federlesen in die Geschichte hineingeworfen: keine Einleitung, keine Charaktervorstellung, direkt los. Liebe auf den ersten Blick auf Seite eins! Auf der anderen Seite brauchte es auch nicht mehr als 20 Seiten, bis ich wieder in Moonflower Bay angekommen war, die schrulligen, wundervollen Persönlichkeiten getroffen habe und mir das erste Lächeln im Gesicht stand. Ich liebe den Charme dieses Orts, den Zusammenhalt, die Traditionen – während das Einmischen in das Leben anderer Leute natürlich eine Gratwanderung ist, die Jenny Holiday meiner Meinung nach jedoch sehr gut beschreitet.

Ähnlich wie der hastige Beginn geht es leider auch weiter. Die Zeit im Buch rast, Monat folgt auf Monat, Festival auf Festival und es wird so schnell von einem zum nächsten Event gesprungen, dass ich das Gefühl hatte, zwischendurch ginge ganz schön viel verloren. Dies ist auch mein größter Kritikpunkt. Die Charakterentwicklung und die Beziehung, sowohl zwischen den Protagonisten, als auch zwischen Nora und den anderen Einwohner*innen, konnte ich nicht miterleben und nicht richtig spüren.

Ein absoluter Pluspunkt war für mich hingegen Nora. Sie ist herrlich direkt, nicht nur im Umgang mit den Gefühlen von anderen Leuten, sondern auch darin, direkt zu sagen, was sie will. Jake sagt über Nora: „Sie hatte keine Angst, auszusprechen, was sie dachte.“ Und genauso ist es. Sie ist selbstbewusst, gerade heraus und definitiv ein Charakter, mit dem ich mich am Lake Huron gerne umgeben würde.

Analog zu Band eins gefällt mir auch hier, dass die Autorin neben der heilen Kleinstadt-Welt ein paar dunkle Gefühle und Erinnerungen zulässt. In Band zwei behandelt sie diese schon etwas ausführlicher als im Vorgänger und hebt sich so von anderen Büchern des Subgenres ab.

Zusammenfassend komme ich zu 3 von 5 Sternen. Ich bleibe Fan des Settings, aber diesmal war die Geschichte zu hastig erzählt. Für Band drei (bitte unbedingt einkaufen, lieber Forever Verlag!) erhoffe ich mir wieder ein ruhigeres Tempo, auch wenn die beiden Charaktere eine energiegeladene Story versprechen.

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Veröffentlicht am 06.09.2021

Ein grandioser zweiter Band um Frauenrechte und Freiheit

Die Rebellinnen von Oxford - Unerschrocken
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In Evie Dunmores „Rebellinnen von Oxford“-Trilogie, erschienen im LYX-Verlag, ist „Unerschrocken“ der zweite Band. Die einzelnen Bände sind in sich abgeschlossen – Vorwissen ist nicht erforderlich – dennoch ...

In Evie Dunmores „Rebellinnen von Oxford“-Trilogie, erschienen im LYX-Verlag, ist „Unerschrocken“ der zweite Band. Die einzelnen Bände sind in sich abgeschlossen – Vorwissen ist nicht erforderlich – dennoch rate ich zur richtigen Reihenfolge. Und warum auch nicht? Beide Teile empfehle ich uneingeschränkt und zähle sie zu meinen Jahreshighlights.

Lucie Tedbury ist die Ortsgruppenleiterin der Frauenbewegung in Oxford. Ihr neuster Clou sieht vor, tausende Leserinnen gesetzter Frauenzeitschriften für ihre Ziele zu gewinnen. Doch ausgerechnet der skandalumwitterte Frauenheld Tristan Ballentine macht ihr einen Strich durch die Rechnung. Er würde sich zurückziehen – im Austausch für eine Nacht mit Lucie. Unverschämt! Typisch! Absolut ausgeschlossen! … Oder?

Wie bereits in ihrem Debüt begeistert mich Evie Dunmore mit dem gelungenen Gleichgewicht aus Liebesroman und Historie. Die Widrigkeiten im Kampf um die Frauenrechte sind hervorragend und nachvollziehbar erläutert, genauso wie die schockierenden Situationen in denen sich manche Frauen damals durch die gesetzliche und gesellschaftliche Lage befanden.

Lucie habe ich direkt in mein Herz geschlossen und bewundere sie gleichzeitig! Sie hat sich mit brennender Leidenschaft der Bewegung verschrieben und opfert dafür alles. Von Anfang bis Ende bleibt sie sich treu, steht zu ihren Idealen und verstellt sich nicht. Im ersten Band empfand ich noch eine Distanz zu ihr, doch nach wenigen Seiten in „Unerschrocken“ war davon nichts mehr zu spüren.

Tristan ist ein außergewöhnlicher Charakter – für einen historischen, genauso wie für einen Liebesroman. Ich liebe zudem seine sensible Seite, seine Cleverness und teilweise auch seine Kaltschnäuzigkeit. Ein harter Kampf, ob ich ihm oder Sebastian mehr zugeneigt bin!

Erneut sehr gelungen: Das kurze aber präzise Nachwort zum historischen Kontext, inklusive interessanter Quellen und Anmerkungen zur Inspiration der Autorin.

Zusammenfassend komme ich zu 5 von 5 Sternen und somit zu einem meiner Jahreshighlights. Die mehr als 500 Seiten waren im Handumdrehen gelesen – ein grandioser Spannungsbogen, der mich nicht losgelassen hat. Wie soll ich die Zeit nur bis zum dritten Band („Furchtlos“; ET 23.12.2021) überstehen und noch viel wichtiger: Wie können wir Evie Dunmore noch zu einem vierten Teil überreden? Denn neben Hattie wollen wir doch auch wissen, wie es für Catriona weitergeht!

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Veröffentlicht am 15.08.2021

Ein kunstvoller zweiter Band

Try & Trust
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„Try & Trust” ist nach „Fly & Forget” der zweite Band von Nena Tramountanis „Soho-Love“-Trilogie aus dem Penguin-Verlag. Jeder Teil erzählt voneinander unabhängig die Liebesgeschichte von einer von drei ...

„Try & Trust” ist nach „Fly & Forget” der zweite Band von Nena Tramountanis „Soho-Love“-Trilogie aus dem Penguin-Verlag. Jeder Teil erzählt voneinander unabhängig die Liebesgeschichte von einer von drei Studentinnen, die in einer WG in London wohnen. Vorwissen aus Band eins ist nicht erforderlich.

Mathilda hat den Männern vor Langem abgeschworen: Keine festen Beziehungen, nur One-Night-Stands. Dass ihre beste Freundin von dem Künstler Anthony nur ausgenutzt wird, ist ihr klar. Er ist jedoch einverstanden, Briony in Ruhe zu lassen – unter einer Bedingung: Mathilda lässt sich von ihm nackt malen. Ihren Körper zu zeigen, damit hat sie kein Problem. Nur an ihre Seele lässt sie niemanden ran. Auch wenn die Sitzungen schmerzhaften Erinnerungen und vergessene Träume wieder hervorholen.

Während Liv, die Protagonistin in Band eins, mir etwas konturlos erschien, hatte ich große Hoffnungen auf Mathilda gesetzt. Und das kann man ihr definitiv nicht vorwerfen: Sie ist präsent, sie ist laut, sie weiß, was sie will und fegt wie ein Wirbelsturm durch das Leben ihrer Mitmenschen und das Buch. Auch das Zusammenspiel mit Anthony fand ich stimmig, selbst wenn ich ihn ein ums andere mal für seine Geduld, sein Verständnis und seine Fähigkeit zu verzeihen bewundert habe.

Sehr gut gefallen hat mir außerdem das Thema „Kunst“. Man erfährt genug über Anthonys Arbeiten und die seiner Kolleg:innen, die Schwierigkeiten und die Branche, dass es einen interessanten, authentischen Hintergrund bildet. Während der Modell-Sitzungen mit Anthony wurden viele unterschiedliche Gefühle transportiert und als Leser:in konnte man den Wandel in Mathilda hautnah mitverfolgen. Wie die Kunst dafür genutzt wurde, empfand ich passend.

Anthony und Mathilda sind ein tolles Duo, die sich gemeinsam entwickelt haben und sehr gut zusammen funktionieren. Das ganz große Herzklopfen hat mir aber noch gefehlt.

Zusammenfassend komme ich zu 4 von 5 Sternen. Dieser zweite Band hat mir noch etwas besser gefallen, als der erste. Der künstlerische Hintergrund und die sehr persönlichen Gefühle setzen die Entwicklung der Charaktere in einen passenden Rahmen. Lediglich die Liebesgeschichte hätte noch etwas intensiver sein können. Ich freue mich aber sehr auf den dritten Band („Play & Pretend“; bereits erschienen), denn Briony ist mir jetzt nochmal ein ganzes Stück mehr ans Herz gewachsen und ich glaube, dass viel Potenzial in ihrer Geschichte steckt.

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