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Veröffentlicht am 27.04.2026

Eine warmherzige Wichtelgeschichte über Freundschaft und den Mut, Vorurteile zu hinterfragen

Der kleine Grimlin und das ganz große Herz - Eine Freundschaftsgeschichte
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Grimlin ist ein liebenswerter kleiner Wichtel, der gemeinsam mit seinen Freunden ein ruhiges und gemütliches Leben außerhalb des Dorfs führt. Als der neue Wichtelzauberer Tjelle wegen seines ungewöhnlichen ...

Grimlin ist ein liebenswerter kleiner Wichtel, der gemeinsam mit seinen Freunden ein ruhiges und gemütliches Leben außerhalb des Dorfs führt. Als der neue Wichtelzauberer Tjelle wegen seines ungewöhnlichen Aussehens und der seltsamen rosa Rauchwolken aus seinem Kamin von den Dorfbewohnern misstrauisch betrachtet und schließlich vertrieben wird, beschließt Grimlin, sich nicht von den Meinungen der anderen leiten zu lassen. Er macht sich selbst auf die Suche nach Tjelle und lernt dabei nicht nur ihn besser kennen, sondern setzt sich auch mit seinen eigenen Ängsten und Vorurteilen auseinander. Am Ende erkennt er, wie wichtig es ist, offen auf andere zuzugehen, und trägt dazu bei, die Vorbehalte im Dorf abzubauen.

Die Geschichte vermittelt auf einfühlsame und kindgerechte Weise wichtige Werte wie Freundschaft, Mut und den reflektierten Umgang mit Vorurteilen. Besonders schön ist, dass Grimlin selbst nicht perfekt ist, sondern immer wieder merkt, wie schnell man in alte Denkmuster verfällt – und genau daraus lernen kann.

Die Sprache ist stellenweise etwas anspruchsvoller, insgesamt aber gut verständlich. Für meine 4- bis 5-jährigen Kinder war es an einigen Stellen dennoch etwas herausfordernd, dem Text vollständig zu folgen, und auch die Aufmerksamkeitsspanne in diesem Alter ist noch begrenzt. Wir haben das Buch daher am liebsten in kürzeren Abschnitten gelesen, was dank der gut gewählten Kapitellängen auch gut möglich ist.

Die liebevollen, farbenfrohen Illustrationen unterstützen das Verständnis zusätzlich und machen das Buch zu einem schönen Vorleseerlebnis. Insgesamt eine warmherzige Geschichte, die sich besonders gut für etwas ältere Kinder oder mit ein wenig Begleitung beim Vorlesen eignet.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Düster, roh, verstörend

Hurting Shadows
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Gleich der Anfang ist so düster und unheilverkündend, dass mich das Buch sofort in seinen Bann gezogen hat. Nichts wird beschönigt – stattdessen wird einem schonungslos die Realität eines zutiefst gestörten ...

Gleich der Anfang ist so düster und unheilverkündend, dass mich das Buch sofort in seinen Bann gezogen hat. Nichts wird beschönigt – stattdessen wird einem schonungslos die Realität eines zutiefst gestörten Menschen vor Augen geführt. Es hilft definitiv, vorher „Following Ghosts“ gelesen zu haben, da dieses Buch einen auf genau diese verstörende Tiefe vorbereitet.

Gleichzeitig ist es auf eine gewisse Weise faszinierend, die Geschichte aus Shadows Perspektive zu erleben und dieses Verbotene mitzuvollziehen. Besonders fand ich, dass die Protagonistin nicht dem typischen Bild von „perfekt“ oder „wunderschön“ entspricht – etwas, das in Büchern und Filmen leider viel zu selten ist. Elizabeth ist durch einen Brand gezeichnet, doch genau das macht sie in Tanners Augen schön. Diese Sichtweise gibt ihrer Verbindung etwas sehr Eigenes und Besonderes.

Tanners Vergangenheit – insbesondere der Missbrauch durch seine Mutter – ist schwer zu ertragen. Mehr als einmal habe ich gemerkt, wie belastend sich diese Einblicke anfühlen, obwohl es „nur“ eine fiktive Geschichte ist. Auch Elizabeths Schicksal ist auf seine Weise brutal: Sie sieht sich selbst als Monster, obwohl sie das eigentliche Opfer ist. Beide Charaktere eint, dass sie nie echte Liebe erfahren durften – und genau das macht ihre Dynamik so tragisch.

Das Buch zeigt eindrucksvoll, wie unterschiedlich Menschen mit traumatischen Erfahrungen umgehen: Manche zerbrechen daran, andere versuchen daran zu wachsen. Tanner ist so tief gebrochen, dass er sich selbst verletzt, um sich „rein“ zu fühlen – seine inneren Qualen wirken dabei erschreckend real.

Die beiden finden eine Art Heilung, indem sie sich von gesellschaftlichen Normen lösen und ihre dunklen Fantasien ausleben. Was für Außenstehende toxisch wirken mag, ist für sie ein Weg, mit ihrem Schmerz umzugehen. Genau das macht die Geschichte so unbequem, aber auch so eindringlich.

Insgesamt ist es ein Buch, das noch lange nachwirkt – schwer, intensiv und emotional belastend. Es ist roh, düster und gewaltvoll und definitiv keine klassische Liebesgeschichte, ganz so, wie es die Autorin selbst beschreibt.

Einen Stern ziehe ich allerdings ab, da mir einige Passagen – besonders Tanners gefühlvolle Monologe – zu verschachtelt und schwer zugänglich waren. Die poetische Sprache hat mich stellenweise aus dem Lesefluss gerissen, weil ich Sätze mehrfach lesen musste, um sie vollständig zu verstehen. Das ist nicht grundsätzlich negativ, hat für mich aber die emotionale Intensität in manchen Momenten etwas abgeschwächt.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Stark. Düster. Süchtig machend

Fourth Wing – Flammengeküsst
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Ich bin sofort in die Welt Navarres eingetaucht und habe angefangen, sowohl die Pro- als auch die Antagonisten zu lieben. Die Charaktere sind so lebendig und detailliert beschrieben, dass ich direkt klare ...

Ich bin sofort in die Welt Navarres eingetaucht und habe angefangen, sowohl die Pro- als auch die Antagonisten zu lieben. Die Charaktere sind so lebendig und detailliert beschrieben, dass ich direkt klare Bilder vor Augen hatte – ich habe mitgefühlt, mitgefiebert und jede Szene regelrecht gesehen. Ob das College oder die verschiedenen Schauplätze: Alles wirkt greifbar und atmosphärisch dicht.

Besonders beeindruckt haben mich die Einleitungen zu jedem Kapitel. Sie sind so durchdacht und passend, dass ich sie oft mehrmals gelesen habe, um mich noch tiefer auf das kommende Kapitel einzustimmen. Diese kleinen Einblicke tragen enorm zur Gesamtstimmung bei.

Violet ist für mich eine unglaublich starke Protagonistin. Ich bin froh, dass sie nicht dem typischen naiven Muster folgt, indem sie Dains Verhalten rechtfertigt. Stattdessen erkennt sie ihren eigenen Wert – und genau das macht sie so besonders. Sie akzeptiert ihre Schwächen, wächst daran und macht das Beste daraus. Auch ihre Gefühle für Xaden verleugnet sie nicht, obwohl sie weiß, dass sie sie eigentlich nicht haben „sollte“. Diese innere Stärke macht sie für mich zu einer der überzeugendsten Figuren.

Dain hingegen ist für mich ein Feigling. Seine Entscheidungen und sein Verhalten haben mich oft frustriert. Umso mehr habe ich Tairn ins Herz geschlossen: Seine sarkastische, aber gleichzeitig liebevolle und beschützende Art bringt mich immer wieder zum Schmunzeln. Jeder seiner Sprüche sitzt perfekt.

Die Atmosphäre des Buches ist durchgehend packend. Jeder Charakter hat etwas Eigenes, ohne dass es überladen wirkt. Die Beschreibungen der Orte sind so klar, dass man sie sich mühelos vorstellen kann. Die Kämpfe und Verluste sind hart und emotional, aber nie unnötig blutig oder übertrieben dargestellt.

Auch die kleinen Hintergrundgeschichten – wie die Legende der drei Brüder oder die Entstehung der Wyvern und Veneni – haben mich jedes Mal aufs Neue fasziniert. Obwohl sie oft nur als Einleitung dienen, tragen sie eine magische, beinahe schmerzhafte Tiefe in sich.

Das Finale hat mich schließlich völlig überwältigt. Die Schlacht ist düster, intensiv und atmosphärisch so dicht, dass mir teilweise die Worte gefehlt haben. Besonders Liams und Deighs Tod haben mir das Herz gebrochen.

Und dieses Ende… dieser Cliffhanger… einfach wow. Ich war sprachlos – und habe sofort zum zweiten Band gegriffen.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Zwischen Faszination und Unbehagen

Following Ghosts
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Die Geschichte von „Following Ghosts“ hat mich von Beginn an gepackt. Ich konnte sofort Empathie für die Protagonistin Hailey entwickeln und ihre Gedanken sowie Gefühle wirkten authentisch und ihrem Alter ...

Die Geschichte von „Following Ghosts“ hat mich von Beginn an gepackt. Ich konnte sofort Empathie für die Protagonistin Hailey entwickeln und ihre Gedanken sowie Gefühle wirkten authentisch und ihrem Alter entsprechend. Besonders gelungen fand ich die eingebauten Chatverläufe – sie sorgen für Abwechslung und lassen die Handlung gleichzeitig direkter und intensiver wirken.

Gerade zu Beginn ist es erschreckend, wie Hailey von „Ghost“ manipuliert wird. Er verdreht die Situation so, dass sie sich selbst die Schuld gibt, obwohl sein Verhalten als deutlich älterer Mann absolut grenzüberschreitend ist. Diese Dynamik ist unangenehm realistisch dargestellt und zeigt, wie leicht sich junge Menschen in gefährliche Situationen hineinziehen lassen. Haileys innere Monologe unterstreichen dabei ihre jugendliche Naivität und machen ihre Figur glaubwürdig.

Etwa zur Mitte des Buches wird es zunehmend schwierig zu lesen, vor allem aufgrund des Altersunterschieds zwischen Hailey (16) und Ghost (32). Das Buch schafft es, genau dieses Unbehagen hervorzurufen, ohne dabei durchgehend düster zu sein – vielmehr bleibt ein konstantes Gefühl der Beklemmung. Die Darstellung macht deutlich, wie problematisch solche Beziehungen sind, insbesondere wenn eine minderjährige Person involviert ist.

Die Hintergrundgeschichte von Ghost ist emotional und düster erzählt und hat mich wirklich berührt. Im Gegensatz dazu wirkt ein anderes Element der Handlung weniger gelungen: Der Tod von Haileys Mutter wird nur beiläufig erwähnt und hätte entweder mehr Tiefe gebraucht oder ganz weggelassen werden können. Auch die Tatsache, dass keine Anzeige erfolgt, obwohl alles bekannt ist, schwächt die Glaubwürdigkeit der Geschichte.

Im späteren Verlauf, wenn Hailey erwachsen ist, entwickeln die Dialoge zwischen ihr und Ghost eine gewisse Leichtigkeit und sorgen stellenweise sogar für humorvolle Momente. Der Schlussabschnitt ist emotional und fesselnd, kommt jedoch etwas zu abrupt. Gerade als die Geschichte an Intensität gewinnt, endet sie relativ schnell mit einem Happy End, das sich etwas zu hastig anfühlt.

Insgesamt ist es ein Buch, das starke Emotionen hervorruft, wichtige Themen anspricht und trotz einiger Schwächen im Plot nachhaltig im Gedächtnis bleibt.

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Veröffentlicht am 03.04.2026

Zwischen Nostalgie und Enttäuschung

Sound of Hearts
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„Sound of Hearts“ schafft es zunächst, ein vertrautes und nostalgisches Gefühl zu wecken. Es ist schön, wieder in die eigene Kindheit einzutauchen und sich an das Märchen von Arielle erinnert zu fühlen. ...

„Sound of Hearts“ schafft es zunächst, ein vertrautes und nostalgisches Gefühl zu wecken. Es ist schön, wieder in die eigene Kindheit einzutauchen und sich an das Märchen von Arielle erinnert zu fühlen. Gerade weil die Namen der Charaktere stark an das Original angelehnt sind, fällt es leicht, eine Verbindung aufzubauen – wenn auch eine völlig neue.

ACHTUNG SPOILER

Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir das Lied, das Aquarella singt. Es hat eine düstere, fast bedrückende Stimmung, die sich festsetzt und einen nicht so schnell loslässt. Leider bleibt das nicht durchgehend auf diesem Niveau. Die Namensgebung der Figuren wirkt insgesamt eher einfallslos, was gerade im Fantasy-Genre enttäuschend ist. Hier hätte man kreativer sein können, um die Welt glaubwürdiger und einzigartiger zu gestalten. Das ist besonders schade, da Themen wie Umweltverschmutzung durch Plastik oder das Sterben von Meerestieren durch Fischernetze und Piraterie eigentlich viel Tiefe und Relevanz bieten.

Unangenehm fällt außerdem auf, wie schnell Elric Ariella körperlich nahekommt. Dass er sie direkt an die Taille fasst und an sich zieht, obwohl sie sich gerade erst kennengelernt haben – und sie zudem nackt aus dem Meer gerettet wurde und vermutlich ein traumatisches Erlebnis hinter sich hat – wirkt unpassend und wenig sensibel.

Auch die Übersetzung ist stellenweise holprig, sodass man Sätze mehrfach lesen muss, um ihren Sinn zu verstehen. Das stört den Lesefluss erheblich.

Arsula ist für mich der interessanteste Charakter. Ihre kühle, aber gleichzeitig liebevolle Art macht sie greifbar und nachvollziehbar. Umso unbefriedigender ist es, dass Ariella sich zeitweise lieber mit Elric beschäftigt, anstatt ihrer Schwester zu helfen. Generell wirkt die Beziehung der beiden oft unausgereift. Wenn sie bereits nach kurzer Zeit über eine mögliche Schwangerschaft nachdenken, nimmt das der Geschichte jegliche glaubwürdige Erotik und lässt die Figuren eher naiv und fast lächerlich erscheinen.

Ein großes Manko ist zudem der Mangel an detaillierten Beschreibungen. Weder das Meer, noch das Schiff oder die Umgebung werden so ausgearbeitet, dass eine lebendige Atmosphäre entsteht. Das Setting bleibt eintönig, da sich die Handlung größtenteils auf dem Schiff abspielt – welches selbst kaum greifbar beschrieben wird. Gerade im Fantasy-Bereich sind solche Details essenziell, um eine Welt lebendig wirken zu lassen.

Auch inhaltlich gibt es Brüche: Arsula, die zuvor noch Elrics Tod wollte, gibt ihm später plötzlich recht gewöhnliche Beziehungsratschläge – das wirkt widersprüchlich und wenig durchdacht.

Gegen Ende wird das Lesen zunehmend anstrengend. Die Geschichte verliert an Reiz und wirkt eher wie lieblos abgearbeitet. Insgesamt empfinde ich das Buch leider als Zeitverschwendung, da das vorhandene Potenzial nicht genutzt wurde. Vielleicht liegt das auch daran, dass die Geschichte zu stark an das Original von Arielle angelehnt ist, ohne dabei etwas wirklich Eigenständiges zu schaffen.

Schade – denn die Grundidee hätte deutlich mehr hergeben können.

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