Zwischen Geysir, Gänsehaut und gemeinsamen Aha-Momenten
DUMONT Bildatlas IslandKein Reiseführer, der mit erhobenem Zeigefinger erklärt, wo man hinmuss, sondern eher einer, der sich neben einen setzt, Kaffee einschenkt und sagt: Schau mal, wie verrückt schön diese Insel ist. Genau ...
Kein Reiseführer, der mit erhobenem Zeigefinger erklärt, wo man hinmuss, sondern eher einer, der sich neben einen setzt, Kaffee einschenkt und sagt: Schau mal, wie verrückt schön diese Insel ist. Genau so fühlt sich der DUMONT Bildatlas Island an. Aufgeschlagen, hängen geblieben, weitergeblättert, wieder zurück. Und plötzlich ist man nicht mehr auf dem Sofa, sondern irgendwo zwischen Geysir und Gletscher.
Beim ersten Durchblättern blieb der Blick an den Fotos hängen, dieser Mix aus Weite, rauer Schönheit und Farben, die fast unecht wirken. Ein leises „Boah“ von der Couch nebenan, Finger zeigt auf eine Doppelseite mit dampfenden Quellen. Kurze Diskussion, ob das Wasser da wirklich so blau ist oder ob jemand übertrieben hat. Spoiler: Island darf das.
Was besonders Spaß macht, ist dieses gemeinsame Entdecken. Hier ein Fjord, dort Reykjavík, zwischendurch Islandpferde. Laut vorgelesene Bildunterschriften, spontane Fragen, warum es da kaum Bäume gibt, Gelächter bei den typisch isländischen Eigenheiten im Kapitel Zur Sache. Kein trockenes Abhaken von Sehenswürdigkeiten, sondern Geschichten, die hängen bleiben.
Die Struktur ist angenehm klar, ohne streng zu sein. Regionen, Favoriten, Touren – alles da, aber nie belehrend. Immer wieder dieses Gefühl: Man könnte jetzt einfach losfahren. Oder zumindest den nächsten Urlaub gedanklich komplett verplanen. Besonders stark sind die Reportagen, die neugierig machen, ohne alles vorwegzunehmen.
Am Ende lag der Bildatlas geschlossen auf dem Tisch. Kurze Stille. Dann die Frage, ob Island auch im Winter geht. Und genau da wusste ich: Das Buch hat alles richtig gemacht. Fernweh ausgelöst, Gespräche gestartet, gemeinsam geträumt. Mehr kann ein Reisebuch kaum leisten.