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Veröffentlicht am 04.09.2025

Happy Life im Lesesessel – warum dieses Buch mich beerdigt und auferstehen lässt

Das glückliche Leben
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Mitten in Seoul in einer Fake-Beerdigung liegen, die Augen zu, der Sargdeckel geschlossen – und zack, plötzlich kapiert man, dass man sein Leben komplett gegen die Wand gefahren hat. Genau da packt mich ...

Mitten in Seoul in einer Fake-Beerdigung liegen, die Augen zu, der Sargdeckel geschlossen – und zack, plötzlich kapiert man, dass man sein Leben komplett gegen die Wand gefahren hat. Genau da packt mich David Foenkinos mit Das glückliche Leben. Dieses Buch ist so herrlich verrückt, dass man beim Lesen fast selbst Lust bekommt, die eigenen Beerdigungsklamotten aus dem Schrank zu ziehen – nur um danach wie Phönix aus der Asche aufzusteigen.

Éric ist ein Typ, der alles hat: Job, Stress, Müdigkeit, kaputtes Familienleben. Dann stolpert er in Seoul in ein Ritual, das einem zeigt, wie wenig Zeit man eigentlich hat, um das Wichtige zu leben. Und genau das hat mich erwischt. Zwischen den Zeilen flimmert so viel Leichtigkeit, Charme und auch Humor, dass man immer wieder grinst, obwohl es eigentlich um ein ziemlich ernstes Thema geht: den Mut zum Neuanfang.

Foenkinos schafft es, dass man sich nicht belehrt fühlt, sondern eingeladen. Da schwingt keine nervige Esoterik mit, sondern eine freundliche Ohrfeige, die sagt: „Mach schon! Trau dich!“ Ich habe beim Lesen permanent genickt, manchmal gelacht, manchmal geschluckt – und am Ende gedacht: verdammt, vielleicht sollte ich auch mal meine Routinen beerdigen.

Die Liebesgeschichte mit Amélie? Zucker, ohne Kitsch. Die Szenen mit seinem Sohn? Echtes Herzklopfen. Und dass das Ganze in Paris und mit einer Prise koreanischer Weisheit serviert wird, macht es noch runder. Für mich ein Buch, das gleichzeitig unterhält, inspiriert und anfeuert, sich nicht mit dem Mittelmaß abzufinden.

Kurz gesagt: Wer nach dem Lesen nicht wenigstens einen kleinen inneren Neustart hinlegt, hat wohl heimlich geschlafen. Ich feiere dieses Buch – und bin froh, dass man sich dafür nicht wirklich in einen Sarg legen muss.

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Universum, halt dich fest – jetzt wird’s geil!

Her mit dem geilen Leben
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Manchmal denkt man ja, man hat das Leben halbwegs im Griff – und dann knallt einem das Universum eine vor den Latz. Genau da setzt Claudia Engel an. Sie macht einem klar: Mittelmaß ist kein Schicksal, ...

Manchmal denkt man ja, man hat das Leben halbwegs im Griff – und dann knallt einem das Universum eine vor den Latz. Genau da setzt Claudia Engel an. Sie macht einem klar: Mittelmaß ist kein Schicksal, sondern eine Entscheidung. Und mal ehrlich – wer will sich schon mit „ganz okay“ zufriedengeben, wenn es auch geil geht?

Das Buch liest sich, als würde dir eine gute Freundin den Kopf waschen – charmant, frech, aber mit so viel Herz, dass du dich erwischt fühlst, während du gleichzeitig grinst. Da gibt’s keine langweilige Theorie, sondern direkt in die Fresse: Liebe, Job, Geld, Sinn und Gesundheit – die großen Baustellen, die man gerne mal ignoriert, weil Netflix einfacher ist. Claudia packt sie an, so dass man sich erwischt denkt: verdammt, da hat sie recht.

Am besten gefällt mir, dass es nicht ums „perfekte Instagram-Leben“ geht. Sondern darum, den Weg selbst zu feiern – auch wenn er mal schmutzig, chaotisch oder zum Haare raufen ist. Ihre Art zu schreiben ist wie ein Espresso-Shot für die Seele: kurz, stark, und danach bist du hellwach.

Ich habe beim Lesen mehrmals laut gelacht, dann wieder ernst genickt und mir heimlich kleine Notizen gemacht, was ich ändern will. Und genau das ist doch der Punkt: dieses Buch motiviert nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit einer Mischung aus Humor und klarer Ansage. Am Ende bleibt dieses Gefühl: Ja, verdammt, ich darf wirklich ein geiles Leben haben. Und das Beste daran – ich hab jetzt richtig Bock, dafür loszugehen.

Fazit: Pflichtlektüre für alle, die keinen Bock mehr auf Mittelmaß haben und lieber mit einem Augenzwinkern durchs Leben marschieren. Danke, Claudia, für die Ohrfeige im Geschenkpapier.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Blutiger Kater, verlorene Liebe und ein Haufen Fragen

In tiefster Nacht
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Blut, Messer, tote Frau – klingt wie der schlimmste Kater meines Lebens, nur dass bei mir am nächsten Morgen höchstens die Pizza von gestern auf dem Boden liegt. Bei Sami Kierce sieht das allerdings ganz ...

Blut, Messer, tote Frau – klingt wie der schlimmste Kater meines Lebens, nur dass bei mir am nächsten Morgen höchstens die Pizza von gestern auf dem Boden liegt. Bei Sami Kierce sieht das allerdings ganz anders aus: 2003 wacht er in Malaga auf, mit Mordverdacht deluxe, ohne Erinnerung und mit einer riesigen Lebenskrise im Gepäck. Zack, 20 Jahre später stolpert er in New York über ein Gesicht, das eigentlich gar nicht mehr da sein dürfte – Anna. Die Frau, die er angeblich umgebracht hat. Da kann man schon mal ins Grübeln kommen.

Harlan Coben wäre nicht Harlan Coben, wenn er nicht die Kunst beherrschte, aus einer simplen „Was zur Hölle ist hier los?“-Frage ein ganzes Kopfkino-Feuerwerk zu machen. Sein Markenzeichen: Tempo, Wendungen, Überraschungen, und das in einer Sprache, die direkt in die Magengrube knallt. Man liest, man denkt „okay, jetzt hab ich’s verstanden“, und im nächsten Absatz fällt der Teppich wieder unter den Füßen weg. Nervenkitzel? Check. Schlaflose Nächte? Doppelcheck.

Was mir gefallen hat: Das Spiel mit Erinnerung und Wahrheit. Dieser ständige Zweifel – hat Kierce damals wirklich gemessert oder ist das alles ein gigantischer Mindfuck? Ich war ständig zwischen „Glaub ich ihm“ und „Oh Gott, der Kerl ist komplett durch“. Dazu die Atmosphäre: von glühend heißen Nächten in Spanien bis zum kühlen Beton von NYC – das Setting passt wie Gin zum Tonic.

Ein kleiner Abzug: Manchmal drehen sich die Dialoge ein bisschen im Kreis und der eine oder andere Nebencharakter ist so blass wie mein Nachbar beim Schneeschippen. Aber hey – insgesamt ist das Buch ein Thriller-Brett, das einen richtig packt. Vier Sterne, weil ich immer noch leicht verwirrt bin, aber auf eine sehr angenehme Weise.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Wenn Pasta Ouzo küsst und Dakos Party macht

Kaliméra
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Urlaub auf dem Teller? Dieses Buch liefert genau das! Während andere Leute ihren Koffer packen und sich am Flughafen durchschlagen, reicht mir ein Abstecher in die Küche und schon weht die Ägäis durch ...

Urlaub auf dem Teller? Dieses Buch liefert genau das! Während andere Leute ihren Koffer packen und sich am Flughafen durchschlagen, reicht mir ein Abstecher in die Küche und schon weht die Ägäis durch mein Wohnzimmer. Meine Frau und ich sind echte Fans der mediterranen Küche – und genau hier wird geliefert, was wir uns immer erträumt haben: Sonne, Salzluft und Olivenöl in Buchform.

Die Rezepte sind ein Mix aus unkompliziert und raffiniert. Dakos-Häppchen? Zack, fünf Minuten Arbeit, zehn Minuten Genuss. Pasta in Ouzo-Soße? Klingt verrückt, schmeckt aber wie eine kulinarische Umarmung von Poseidon höchstpersönlich. Und das Beste: Man muss nicht drei Tage in der Küche schwitzen. Die Gerichte sind so leichtfüßig, dass selbst ich – bekennender Koch-Faulpelz – locker damit glänzen kann. Meine Frau behauptet inzwischen, ich sei der „Meze-König“. Ich beschwer mich nicht.

Das Layout? Knallig frisch, mit viel Sommerfeeling. Man blättert und bekommt sofort Lust, die Grillkohle anzuzünden oder einen eiskalten Retsina aufzumachen. Selbst wenn draußen Regen prasselt, holt das Buch die Sonne zurück. Es ist nicht einfach ein Kochbuch, es ist eine Einladung, den Alltag kurz mal zu vergessen und sich ein bisschen griechisches Lebensgefühl in die Küche zu holen.

Fazit: „Kaliméra“ ist wie ein spontaner Griechenlandtrip – nur ohne Sonnenbrand und überteuerte Liegen am Strand. Ein Buch, das man nicht nur liest, sondern isst. Oder besser gesagt: verschlingt.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Wenn Zylinderherren tanzen und Tote im Eis liegen

Die Schrecken der anderen
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Manchmal stolpert man über ein Buch und denkt: Was zur Hölle passiert hier eigentlich – und warum macht es trotzdem so süchtig? Genau so ging’s mir bei Die Schrecken der anderen. Martina Clavadetscher ...

Manchmal stolpert man über ein Buch und denkt: Was zur Hölle passiert hier eigentlich – und warum macht es trotzdem so süchtig? Genau so ging’s mir bei Die Schrecken der anderen. Martina Clavadetscher hat wieder mal tief in die Trickkiste gegriffen und ein literarisches Labyrinth gezimmert, das gleichzeitig verstört, fasziniert und zum Lachen bringt (ja, sogar das!).

Da ist dieser Tote im Eis – klingt nach Krimi, ist aber mehr so ein Türöffner in eine Geschichte, die permanent aus den Angeln springt. Plötzlich hängt man zwischen Zylinderherren, schrägen Archivaren, einer alten Frau im Wohnwagen und einem Mahnmal, das fast lebendiger wirkt als die Leute drumherum. Und mittendrin Kern, der schwerreiche Typ, dessen Augen nicht mehr mitmachen wollen. Klare Sicht? Fehlanzeige! Aber genau das macht’s genial: Der Leser sieht mehr als die Figuren, während man gleichzeitig spürt, dass man selbst auch nicht durchblickt. Mindfuck deluxe.

Was mich komplett weggeblasen hat, ist diese Mischung aus realer Geschichte, Mythos und feiner Ironie. Clavadetscher zieht die Schichten ab wie eine Zwiebel – nur dass einem dabei nicht die Augen tränen, sondern der Kopf glüht. Und sie haut einem so nebenbei die unbequeme Wahrheit um die Ohren: Dulden ist auch ein Verbrechen. Zack, sitzt.

Trotz aller Düsternis steckt in dem Buch ein wilder Funken Humor, so schräg und unerwartet, dass man ständig grinst, obwohl man eigentlich Gänsehaut haben sollte. Das ist kein Roman zum Wegsnacken vorm Einschlafen. Das ist ein Erlebnis. Ein literarischer Trip, der dich auf der Couch fesselt und nachts im Traum noch Zylinderherren vor dir tanzen lässt. Ich sag’s mal so: Wer mutig ist, liest das. Wer feige ist, verpasst das Abenteuer seines Lebens.

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