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Veröffentlicht am 21.10.2025

Rost, Rätsel und richtig gute Laune

Landkarten-Rätselreise Lost Places weltweit
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Verlassene Orte, geheimnisvolle Ruinen und halb verfallene Freizeitparks – klingt nach Gruselstimmung und Abenteuerlust pur! Dieses Buch hat mich direkt gepackt, weil es die perfekte Kombi aus Entdecken, ...

Verlassene Orte, geheimnisvolle Ruinen und halb verfallene Freizeitparks – klingt nach Gruselstimmung und Abenteuerlust pur! Dieses Buch hat mich direkt gepackt, weil es die perfekte Kombi aus Entdecken, Staunen und Rätseln liefert. Schon nach den ersten Seiten wollte ich am liebsten selbst in den nächsten Flieger steigen, um irgendwo zwischen Betonstaub und Rostromantik nach Spuren vergangener Zeiten zu suchen. Stattdessen sitze ich gemütlich auf dem Sofa, schlage die nächste Doppelseite auf – und zack, geht’s ab auf Rätselreise.

Was mir besonders taugt: Das Buch ist kein klassischer Bildband, sondern lässt mich mitraten, mitdenken, manchmal sogar laut fluchen (auf die charmante Art). Die Mischung aus Infos, Geschichten und Quizfragen funktioniert super – man lernt tatsächlich was, ohne das Gefühl zu haben, sich durch trockene Geschichtsdaten zu quälen. Manche Fragen sind echt tricky, andere eher zum Durchatmen – die Balance passt.

Natürlich ist nicht jede Seite ein Volltreffer. Ein paar Orte hätte ich gern ausführlicher vorgestellt gesehen, und manchmal wünschte ich mir mehr Rätselvielfalt. Aber das sind Luxusprobleme, wenn man bedenkt, wie schön dieses Buch gestaltet ist. Die Fotos sind stimmungsvoll, die Texte kurzweilig und die Atmosphäre – irgendwo zwischen Entdeckergeist und Gänsehaut.

Für alle, die alte Gemäuer lieben, sich gern auf imaginäre Weltreisen begeben und ein bisschen Kopfkino mögen, ist das Teil ein echter Volltreffer. Kein Kitsch, kein übertriebener Rätselstress – einfach eine Reise durch die Schönheit des Verfalls. Und wer danach nicht wenigstens einmal „Lost Place Urlaub“ googelt, hat eindeutig zu wenig Abenteuerlust im Blut.

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Veröffentlicht am 20.10.2025

Briefe, Biss und britischer Humor

Die Briefeschreiberin
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Wer hätte gedacht, dass das Lesen von Briefen einer 73-jährigen Frau so fesselnd sein kann? Sybil van Antwerp, diese leicht ruppige, aber unfassbar charmante Dame, hat mich beim Lesen durch ein Wechselbad ...

Wer hätte gedacht, dass das Lesen von Briefen einer 73-jährigen Frau so fesselnd sein kann? Sybil van Antwerp, diese leicht ruppige, aber unfassbar charmante Dame, hat mich beim Lesen durch ein Wechselbad der Gefühle geschickt – von herzhaftem Lachen bis zu leisen Momenten, in denen man kurz die Luft anhält. Diese Frau schreibt, wie andere atmen: ehrlich, spitz, manchmal grantig, aber immer voller Leben. Und irgendwie erkennt man sich in ihren Gedanken öfter wieder, als einem lieb ist.

Virginia Evans hat hier einen Briefroman hingelegt, der nach Papier, Tinte und Leben riecht. Zwischen Witz und Wehmut erzählt sie von einer Frau, die alles hatte – und trotzdem auf der Suche blieb. Ich mochte besonders, wie ungeschönt Sybil ist: kein weichgespültes Altersidyll, sondern eine Frau mit Geschichte, Ecken, Macken und Herz. Ein bisschen wie die Lieblingsoma, die einem beim Kaffeeklatsch unbequeme Wahrheiten um die Ohren haut – und genau deswegen unvergesslich bleibt.

Einziger kleiner Wermutstropfen: Zwischendurch verliert der Roman etwas Tempo. Manche Briefe hätten ruhig einen Tick weniger Philosophie und einen Tick mehr Handlung vertragen. Aber dann haut Evans wieder so eine Beobachtung über das Menschsein raus, dass man das Buch grinsend zuklappt und denkt: „Mist, das war echt gut.“

Unterm Strich: Ein leises, kluges und überraschend witziges Buch über das Leben, das Altern und die Kunst, ehrlich zu sich selbst zu sein – und zu denen, die man liebt. Für alle, die Briefe noch mögen, bei denen die Tinte ein bisschen verschmiert und das Herz mitschwingt.

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Veröffentlicht am 20.10.2025

Magie, Mut und Gänsehaut im Galopp

Die Pegasus-Schwestern
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Kaum klappt man die letzte Seite zu, fliegt einem das Herz direkt hinterher – so ungefähr fühlte es sich an, als wir, meine Tochter und ich, den dritten Band der Pegasus-Schwestern beendet haben. Und ehrlich? ...

Kaum klappt man die letzte Seite zu, fliegt einem das Herz direkt hinterher – so ungefähr fühlte es sich an, als wir, meine Tochter und ich, den dritten Band der Pegasus-Schwestern beendet haben. Und ehrlich? Wir waren beide fix und fertig – im besten Sinne! Bernhard Kürzl hat uns wieder mit Vollgas in seine magische Welt katapultiert, wo Pferde nicht nur galoppieren, sondern ganze Welten retten. Und das mit ordentlich Drama, Chaos und einer Portion Eisharpyien-Schocktherapie.

Die Geschichte beginnt mit einer traumhaften Doppelhochzeit am Strand von Amrum (da hätten wir auch gern eine Einladung gehabt!), doch kaum denkt man: „Jetzt wird’s romantisch“, brechen die Flügelmonster aus der Fantasy-Hölle los. Bellerophon liegt im Sterben, Bella und Nora müssen in die Welt Armonas zurück – und ab da gibt’s kein Halten mehr. Meine Tochter war komplett drin, saß mit Decke überm Kopf da und hat mich ständig angebrüllt: „Papa, liest du weiter oder soll ich?!“

Was uns beide am meisten gepackt hat, war Bellas Entwicklung. Ihre neue Fähigkeit, das Leiden der Pferde zu spüren, hat sie (und uns) ganz schön durchgeschüttelt. Diese Mischung aus Schmerz, Mut und Erkenntnis – wow. Meine Tochter meinte irgendwann: „Das ist wie wenn man merkt, dass man anders ist – aber das ist gar nichts Schlechtes.“ Und da war sie wieder, diese Magie, die Bücher manchmal auslösen.

Kürzl schafft es, epische Fantasy mit echten Emotionen zu verweben, ohne dass es zu schwer oder zu kindlich wird. Ein paar Stellen waren uns fast zu intensiv, besonders wenn es um die Angst ging, aber genau das machte es auch so echt. Einziger Minuspunkt: Wir hätten gern noch mehr von den Pegasus-Szenen gehabt – die sind einfach pure Gänsehaut.

Kurz gesagt: Ein Buch, das fliegt, kracht, fühlt – und uns als Leseteam wieder ein Stück nähergebracht hat. Band 4 kann gar nicht schnell genug kommen. 🐎✨

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Veröffentlicht am 20.10.2025

Medienzirkus mit Schleudergang

Aufsteiger
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Karriere, Macht, Eitelkeiten – Peter Huth haut in Aufsteiger richtig auf den Putz. Diese Geschichte ist wie ein Espresso-Shot mit Pfeffer drin: scharf, wachmachend und irgendwie unangenehm ehrlich. Felix ...

Karriere, Macht, Eitelkeiten – Peter Huth haut in Aufsteiger richtig auf den Putz. Diese Geschichte ist wie ein Espresso-Shot mit Pfeffer drin: scharf, wachmachend und irgendwie unangenehm ehrlich. Felix Licht, einst goldenes Kind des Journalismus, steht kurz vor dem Ziel, als man ihm die Chefredakteursstelle vor der Nase wegschnappt. Und wer kriegt sie? Natürlich Zoe Rauch – jung, brillant, wunderschön und exakt die Frau, die ihm nie aus dem Kopf ging. So nimmt das Chaos seinen Lauf.

Huth zeichnet seine Figuren so scharf, dass man sich fast schneidet. Jeder will glänzen, keiner will verlieren – und am Ende verlieren sie alle ein Stück Würde. Das ist bitter, aber verdammt gut beobachtet. Der Autor weiß, wie Medienmenschen ticken, wie Eitelkeit sich tarnt und wie leicht Moral zur Pose wird. Dabei schreibt er mit einem süffisanten Witz, der oft weh tut, aber immer Spaß macht.

Manchmal dreht Huth etwas zu sehr auf – ein bisschen weniger Rasanz hätte der Story gutgetan, um den Figuren noch mehr Tiefe zu geben. Aber hey, wer will schon Tiefenbohrungen, wenn die Oberfläche so schön glitzert? Aufsteiger ist ein bissiger, sarkastischer Rundumschlag über die Medienwelt, den Selbstbetrug und das bittersüße Gefühl, wenn man merkt: Das Leben ist kein Leitartikel.

Kurz gesagt: ein modernes Gesellschaftsdrama, das mit Tempo, Witz und Abgrund unterhält – perfekt für alle, die ihre Satire gern mit einem Schuss Wahrheit trinken.

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Veröffentlicht am 20.10.2025

Abgründe aus Liebe und Scham

Der Absturz
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Ein Leben, das taumelt – zwischen Hoffnung, Scham und dem verzweifelten Wunsch, gesehen zu werden. Édouard Louis erzählt in Der Absturz nicht nur von seinem Bruder, sondern von einem ganzen Milieu, das ...

Ein Leben, das taumelt – zwischen Hoffnung, Scham und dem verzweifelten Wunsch, gesehen zu werden. Édouard Louis erzählt in Der Absturz nicht nur von seinem Bruder, sondern von einem ganzen Milieu, das vom System übersehen wird. Jede Seite ist durchdrungen von Schmerz, Zärtlichkeit und einer scharfen Beobachtungsgabe, die nichts beschönigt und doch tief mitfühlen lässt.

Wie Louis die innere Zerrissenheit seines Bruders beschreibt, hat mich erschüttert. Dieser Mann, gefangen zwischen Stolz und Versagen, sucht Liebe, wo nur Ablehnung wartet. Sein Fall ist kein plötzlicher Sturz, sondern ein langsames Gleiten in die Leere – getragen von verlorenen Träumen, Alkohol und der bitteren Erkenntnis, dass der Aufstieg aus der Armut fast unmöglich ist.

Gleichzeitig ist das Buch eine Liebeserklärung an das Erzählen selbst. Louis schreibt mit einer Wucht, die schmerzt, aber auch heilend wirkt, weil sie die Wahrheit nicht scheut. Zwischen den Zeilen leuchtet die Trauer über eine Familie, die von der Welt zermürbt wurde, und die Sehnsucht nach einem anderen Leben. Ein stiller, aber ungeheuer intensiver Abschluss seines autobiografischen Zyklus – ehrlich, roh, poetisch.

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