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Veröffentlicht am 07.07.2025

Vom Garagenpunk zum Rockstarwahnsinn – Mark Hoppus haut alles raus

Fahrenheit-182
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Ich hab beim Lesen dieses Buches mehrmals laut gelacht, melancholisch vor mich hingestarrt und danach spontan meine alten Bandshirts ausgegraben. Fahrenheit-182 ist keine glattgebügelte Rockstar-Märchenstunde ...

Ich hab beim Lesen dieses Buches mehrmals laut gelacht, melancholisch vor mich hingestarrt und danach spontan meine alten Bandshirts ausgegraben. Fahrenheit-182 ist keine glattgebügelte Rockstar-Märchenstunde – es ist ein ehrlicher, lauter, kaputter, aber auch verdammt herzlicher Trip durch das Leben von Mark Hoppus.

Der Typ nimmt einen mit zurück in die Garage, wo alles mit ein paar Akkorden, schrägem Humor und sehr viel DIY-Charme begann. Es fühlt sich an, als würde ein alter Kumpel bei Bier und Chips Geschichten aus der blink-182-Zeit raushauen – inklusive aller Höhen, Tiefen und WTF-Momente.

Mark schreibt, wie er redet: direkt, schnodderig, selbstironisch – aber nie oberflächlich. Zwischen Tourchaos, Plattenverträgen und MTV-Ruhm zeigt er auch die Schattenseiten: Ängste, Streit, Krankheit. Und das macht das Buch so verdammt gut. Es ist nicht nur „Hey, guckt mal, ich bin reich und berühmt!“, sondern eher „Holy Shit, was ist da eigentlich alles passiert – und wie bin ich da heil wieder rausgekommen?“.

Ich hab selten ein Musiker-Memoir gelesen, das so menschlich, komisch und gleichzeitig tiefgehend ist. Man merkt auf jeder Seite: Der Typ hat was durchgemacht, aber aufgegeben wurde nicht. Punk as f***, auch ohne Irokesenschnitt.

Für Fans sowieso ein Muss – aber auch für alle, die wissen wollen, was passiert, wenn Jugendträume plötzlich Welttourneen werden… und der Kopf trotzdem manchmal nicht mitkommt. Große Empfehlung. Fünf Sterne, ganz klar. Und jetzt entschuldigt mich bitte – ich muss dringend Enema of the State aufdrehen. Laut.

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Veröffentlicht am 07.07.2025

Ein Urlaub voller Absurditäten und Ehefragen

Der Duft des Wals
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Ein Buch, das nach tropischer Brise, Ehekrise und totem Fisch riecht. Klingt erstmal schräg, ist es auch. Die Ausgangslage: Judith und Hugo, ein Paar mit ordentlich Knacks in der Beziehung, checken in ...

Ein Buch, das nach tropischer Brise, Ehekrise und totem Fisch riecht. Klingt erstmal schräg, ist es auch. Die Ausgangslage: Judith und Hugo, ein Paar mit ordentlich Knacks in der Beziehung, checken in ein mexikanisches All-inclusive-Paradies ein, um ihre Ehe zu kitten. Spoiler: Der Wal stinkt schlimmer als ihre Probleme.

Was Paul Ruban hier abliefert, ist irgendwo zwischen Absurdität und Urlaubsprospekt geplatzt. Sprachlich fein übersetzt von Jennifer Dummer, das muss ich ihr lassen – aber manchmal war mir das Ganze zu sehr Theaterstück auf Speed. Ich mochte den schrägen Humor, die leicht klamaukige Tragik und diesen unterschwelligen Wahnsinn, der durch jede Piña Colada tropft.

Aber: Ich hatte Mühe, richtig reinzukommen. Die Figuren blieben mir irgendwie fern, als würden sie mit Sonnenbrille und Cocktail in der Hand immer ein bisschen an mir vorbeischauen. Und die ewige Metapher mit dem Walgeruch? Ja, originell, aber nach Seite 150 roch es dann auch ein bisschen nach Wiederholung.

Trotzdem: Ich musste mehr als einmal schmunzeln. Und die Idee, Verfall so charmant zu verpacken, ist originell. Es ist ein Buch wie ein verrückter Hotelgast: laut, ungewöhnlich, manchmal unangenehm – aber man erinnert sich dran. Für mich ein solider Dreier mit viel Luft nach oben. Und jetzt hab ich Lust auf Urlaub. Nur bitte ohne tote Meeressäuger.

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Glücklich alt werden ohne Langeweile – ein Buch wie ein Espresso fürs Leben

Sei glücklich, älter wirst du sowieso
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Ich habe das Buch aufgeschlagen und dachte erst, ich bekomme jetzt die übliche Ladung Gurkensaft-Tipps, Meditationsmantras und die alte Leier vom Jungbleiben durch Smoothies. Denkste! Diane Hielscher haut ...

Ich habe das Buch aufgeschlagen und dachte erst, ich bekomme jetzt die übliche Ladung Gurkensaft-Tipps, Meditationsmantras und die alte Leier vom Jungbleiben durch Smoothies. Denkste! Diane Hielscher haut hier ein Werk raus, das nicht nur charmant illustriert ist (danke Keiko Hoshino!), sondern auch wirklich mein Gehirn an genau den richtigen Stellen kitzelt. Zwischen Wissenschaft, Witz und einer Portion liebevoller Frechheit gibt’s hier nämlich keine Moralpredigt, sondern ehrliche Impulse fürs Leben – genau jetzt, nicht irgendwann im grauen Rentenland.

Was mir besonders gefällt: Die Autorin macht keine Angst vorm Altern, sondern schenkt mir Lust darauf. Sie nimmt mich mit auf eine Hirnreise durch die Neurologie, zündet kleine psychologische Erkenntnisraketen und serviert Achtsamkeit ohne Räucherstäbchen-Getue. Statt „sei achtsam“ steht da eher sowas wie „Komm klar mit dir – und hab Spaß dabei“. Ich hab mich in vielen Gedanken wiedergefunden – und in anderen wollte ich sofort was ändern. Sogar meine Beziehung zu meinem inneren Mecker-Opi wurde ein bisschen netter.

Die Übungen? Alltagsnah. Nicht überambitioniert, sondern machbar – sogar wenn man morgens erstmal eine Kaffeetherapie braucht. Und dieser ganzheitliche Blick aufs Leben im Hier und Jetzt: Ernährung, Bewegung, Denken, Fühlen, Träumen – alles spielt zusammen, aber ohne Druck. Mehr Flow, weniger Flop.

Fazit: Ein Buch wie ein guter Freund – ehrlich, inspirierend, ein bisschen verrückt, aber immer mit Herz. Wer glaubt, Altern sei ein langsamer Abstieg, wird hier aufs Schönste eines Besseren belehrt. Und wer sich fragt, wie man mit Stil, Hirn und Humor älter wird: Lies das Ding. Ernsthaft. Du wirst grinsen – und denken.

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Veröffentlicht am 05.07.2025

Vom Turnhallentalent zur Legende – Kobe wie man ihn noch nie gelesen hat

Kobe Bryant: The Rise – der Aufstieg des größten Basketball-Stars der Geschichte
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Hab ja schon viele Sportbiografien gelesen, aber was Mike Sielski da über Kobe Bryant abliefert, ist nicht einfach nur ein weiteres Basketball-Buch – das Ding hat Drive wie ein Fastbreak von Kobe höchstpersönlich! ...

Hab ja schon viele Sportbiografien gelesen, aber was Mike Sielski da über Kobe Bryant abliefert, ist nicht einfach nur ein weiteres Basketball-Buch – das Ding hat Drive wie ein Fastbreak von Kobe höchstpersönlich! Statt die x-te Wiederholung seiner Lakers-Jahre durchzukauen, zoomt Sielski knallhart auf die Zeit, als Kobe noch kein NBA-Superstar war, sondern ein dünner Teenie mit übergroßem Ehrgeiz und einer klaren Mission: Liga erobern, Welt beeindrucken. Und ja – Spoiler: Hat er geschafft.

Was mir besonders gefällt? Man bekommt hier nicht den glattpolierten PR-Kobe serviert, sondern den echten, manchmal unbequemen, hyperfokussierten Jungen, der seine Highschool-Gegner so gnadenlos abgezockt hat, als würde er schon damals in den Playoffs stehen. Sielski schreibt so, dass man beim Lesen das Knarzen der Turnhallenböden fast hört und den Schweiß riechen kann – okay, vielleicht nicht riechen, aber ihr wisst, was ich meine.

Das Buch nimmt sich Zeit für Details, ohne zu langweilen. Interviews, Stimmen von früheren Weggefährten, Eltern, Trainern – das Ganze liest sich wie eine gut gemixte Doku in Buchform. Ich hab stellenweise laut gelacht (Kobe konnte auch ziemlich frech sein!) und war dann wieder völlig baff, wie früh der Kerl schon wusste, was er will – und was er dafür alles opfert.

Kurz gesagt: „The Rise“ ist Pflichtlektüre für alle, die Kobe nicht nur als Ikone, sondern als Menschen verstehen wollen. Ich hab’s verschlungen wie Nachos beim NBA-Finale. Und ja, auch wenn man meint, schon alles über ihn zu wissen – dieses Buch belehrt einen charmant eines Besseren. 5 Sterne. Punkt. Mamba forever.

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Veröffentlicht am 04.07.2025

Drei Frauen, ein Tal und der ganz große Kampf

Das Echo der Sommer
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Na gut, dieses Buch hat mich mit einem leichten Rentiergeweih auf dem Kopf und nassen Füßen erwischt – „Das Echo der Sommer“ von Elin Anna Labba ist kein Roman, den man einfach mal eben wegliest. Nee, ...

Na gut, dieses Buch hat mich mit einem leichten Rentiergeweih auf dem Kopf und nassen Füßen erwischt – „Das Echo der Sommer“ von Elin Anna Labba ist kein Roman, den man einfach mal eben wegliest. Nee, das Ding hallt nach. Ich dachte zuerst: Natur, Sámi, Heimat – klingt nach stillen Seen und viel Moos. Aber zack, da kommt die Flut, und das ganze Sommerland geht baden. Und damit nicht nur ein paar Hütten, sondern gleich ein ganzes Stück Identität.

Die kleine große Heldin, stapft da mit 13 durch die nasse Tragödie ihres Lebens, während Mutter und Tante den Behörden zeigen, was eine Rentierkeule ist. Die Frauen sind zäh wie Trockenfleisch und gefühlvoll wie Rentieraugen im Morgengrauen. Kein Witz – selten hab ich Figuren so intensiv erlebt. Die Wut, die Hilflosigkeit, die Liebe zur Heimat – alles drin, ohne dass es pathetisch wird. Eher leise wütend. Und poetisch wie ein Schneesturm, der dir eine Ohrfeige gibt.

Was mir gefallen hat? Die Sprache! Hanna Granz hat hier keinen trockenen Brocken übersetzt, sondern was Lebendiges, das singt, beißt und leise jault. Was mir gefehlt hat? Ein bisschen mehr Tempo zwischendurch. Ich hab ein paar Mal gedacht: Okay, schön, aber darf’s jetzt mal weitergehen? Nicht schlimm, aber erwähnenswert.

Am Ende bleibt ein warmes Ziehen im Herzen – und die Frage: Wie viel kann ein Mensch (oder ein Volk) verlieren, bevor er sich selbst verliert? Große Fragen, leise Töne, starke Frauen. Ich zieh meinen (unsichtbaren) Hut. Vier Sterne, weil fünf schon wieder kitschig wären.

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