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Veröffentlicht am 18.11.2020

Stormsong

Stormsong
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Stormsong ist die Fortsetzung zu Witchmark und ich habe mich sehr darüber gefreut, dass auch dieser Teil auf deutsch erschienen ist.

Diesmal begleiten wir nicht Miles, sondern seine Schwester Grace Hensley. ...

Stormsong ist die Fortsetzung zu Witchmark und ich habe mich sehr darüber gefreut, dass auch dieser Teil auf deutsch erschienen ist.

Diesmal begleiten wir nicht Miles, sondern seine Schwester Grace Hensley. Die wirkte im Vorgänger ein wenig karrierebesessen und war dem Vater hörig, zumindest bis zum großen Knall am Ende. Umso schöner, dass wir den Rest der Geschichte nun aus ihrer Perspektive erfahren und nochmal eine ganz andere Seite an ihr erleben.

Wir starten nur kurz nach dem Ende von Witchmark. Grace spürt einen großen Sturm und kehrt gemeinsam mit dem geschwächten Miles, seinem Liebsten Tristan und den anderen Amaranthine nach Aeland zurück. Aber nicht nur das Wetter macht Probleme: das Aethernetzwerk ist zusammengebrochen und während Menschen ohne Licht und teilweise ohne Vorräte dastehen, laufen die Machtspielchen von Politik und Adel einfach weiter. Grace wird zur Kanzlerin der Königin ernannt und steht zwischen den Fronten.
Währenddessen ist Journalistin Avia Jessup kurz davor, die Wahrheit über das Aethernetzwerk und die Hexen aufzudecken.
Als dann auch noch eine wichtige Gefangene aus dem feindlichen Laneer ermordet aufgefunden wird, droht alles über Grace zusammenzubrechen...

Da es schon ein bisschen her ist, dass ich den ersten Band gelesen habe, musste ich erstmal wieder in die Story reinkommen.
Ich mochte Miles sehr (und habe mich auch hier über jeden Auftritt von ihm und Tristan gefreut), aber Grace ist ebenfalls eine tolle Protagonistin. Ihre Anspannung ist glaubhaft und nachvollziehbar, dadurch konnte ich sie besser verstehen und eine gute Bindung zu ihr aufbauen.

Die Romanze hat mir wirklich sehr gefallen und hätte für mich sogar noch etwas präsenter sein können. Avia mochte ich schon im ersten Teil und es passt perfekt, dass sie und Grace sich hier näherkommen.

Insgesamt ist die Gesichte wirklich toll und hat wieder diese ganz besonderen Stimmung - auch wenn sie mich nicht ganz so stark gefesselt hat wie Teil eins.
Einen Stern Abzug gibt es am Ende aber nur für den Schreibstil, denn bei so mancher Formulierung saß ich auch mal stirnrunzelnd da. Es liest sich nicht immer schön flüssig und leider vermute ich, dass das schon sehr an der Übersetzung liegt... Jedenfalls kann ich alle verstehen, die sich damit schwertun und nicht richtig reinkommen.
Trotzdem eine Leseempfehlung für alle, die Witchmark mochten!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.10.2020

The Last Day

The Last Day
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Die Erde steht still, ein Großteil der Menschheit hat es nicht geschafft, die Überlebenden kämpfen um ein Stückchen Normalität. Hopper ist Wissenschaftlerin und arbeitet auf einer Plattform im Meer, als ...

Die Erde steht still, ein Großteil der Menschheit hat es nicht geschafft, die Überlebenden kämpfen um ein Stückchen Normalität. Hopper ist Wissenschaftlerin und arbeitet auf einer Plattform im Meer, als plötzlich zwei Regierungsmenschen auftauchen und sie mit auf's Festland nehmen wollen. Ihr ehemaliger Professor liegt im Sterben und möchte sie noch einmal sehen. Leider bleibt jedoch keine Zeit mehr. Hopper hat lediglich ein paar wenige Hinweise und muss schon bald feststellen, dass der alte Mann ein großes Geheimnis hatte, an dem auch die Regierung interessiert ist...

Das klingt alles erstmal super spannend. Ich meine, ein Thriller um Geheimnisse in einer Dystopie, in der die Erde einfach aufgehört hat, sich zu drehen! Wie cool klingt das?

Die Ernüchterung kam aber schnell, denn schon der Schreibstil war leider überhaupt nicht meins. Alles ist so trocken und langatmig. Und absolut alle reden super förmlich miteinander: selbst Geschwister oder Ex-Eheleute klingen eher wie Geschäftspartner:innen. Ich weiß nicht, wie viel Schuld vielleicht bei der Übersetzung liegt, denn auch da fand ich einige Entscheidungen etwas merkwürdig. So wurden zum Beispiel die Anreden eingedeutscht, also Herr und Frau, was mit den englischen Nachnamen irgendwie seltsam klingt. Normalerweise bleibt man doch auch im Deutschen bei Mrs. usw. Das kann aber auch einfach Geschmackssache sein und ich empfehle bei der eBook-Version wirklich die Leseprobe, um sich da ein eigenes Bild zu machen und zu gucken, ob es passt.

Leider ist aber auch die Story nicht sonderlich spannend. Hopper rennt oder fährt über Seiten hinweg einfach nur von A nach B, befragt eine Person, durchsucht einen Raum (obwohl sie selbst nicht so richtig weiß, wonach... und doch findet sie immer wieder neue kleine Schnipsel). Zwischendurch bekommt sie Ärger mit den Regierungsleuten, wird auch mal verprügelt. Und das alles ist so trocken geschrieben, dass ich mich einfach nicht drauf einlassen konnte - und schlimmer noch: dass es mir egal war.

Am schlimmsten waren aber die Rückblenden, in denen man erfährt, wie Hopper den alten Mann kennengelernt hat. Diese Stellen waren so öde, dass mir immer wieder die Augen zufielen. Ähnlich erging es mir bei den Erklärungen zu aktuellen Lage der Welt nach dem Stillstand - etwas, bei dem ich eigentlich dachte, dass es super interessant wird.

Die Geschichte spielt größtenteils in England und dort scheint zumindest oberflächlich alles enttäuschend normal zu laufen (bis auf die Tatsache, dass die Sonne immer scheint und es eben nicht mehr dunkel wird). Es gibt weiterhin Häuser, Autos, Busse, Strom, Telefone, Fernseher, Geschäfte... irgendwie habe ich mir mehr Dystopie gewünscht.

Die Inhaltsangabe ist übrigens ein bisschen irreführend: Hopper liest den Brief nie und erfährt auch erst ganz zum Schluss, worum es sich bei dem großen Geheimnis handelt (und zumindest für mich war das jetzt leider kein überraschender Knaller).

Immerhin gibt es ein paar gute (wenn auch etwas halbgare) Stellen über Ethik, Moral, Ungleichheit, Fremdenfeindlichkeit usw. Dafür vergebe ich den zweiten Stern.

Ansonsten war das Buch leider nichts für mich, was aber natürlich nicht heißt, dass es kein spannendes Leseerlebnis für andere sein kann. Aber ein Thriller ist es wirklich nicht.

  • Cover
  • Erzählstil
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.09.2020

Vortex 1

Vortex – Der Tag, an dem die Welt zerriss
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Elaine lebt regelkonform, hinterfragt nichts und arbeitet hart für ihr großes Ziel: das Vortexrennen. Aber statt einfach nur eine große Distanz zurückzulegen, kann sie einen Vortex scheinbar nach ihrem ...

Elaine lebt regelkonform, hinterfragt nichts und arbeitet hart für ihr großes Ziel: das Vortexrennen. Aber statt einfach nur eine große Distanz zurückzulegen, kann sie einen Vortex scheinbar nach ihrem Willen biegen, seine Richtung ändern und sogar die Zeit manipulieren.

Sie gewinnt das Rennen, wird jedoch kurz darauf entführt und muss feststellen, dass nichts so simpel ist, wie sie sich das vorgestellt hat.

Der erste Band der Vortex-Reihe ist im Meer der Jugend-Dystopien überhaupt nichts Besonderes. Es finden sich viele Klischees neben typischen Tropes, aber das Buch ist immerhin solide geschrieben und ich glaube, mein 14-jähriges Ich hätte es gemocht.

Den Genremix fand ich eigentlich ganz cool: neben Sci-Fi finden sich auch Fantasy Elemente. Das Auftreten des ersten Vortex hat eine Vermischung von Lebewesen und Umgebung verursacht, dadurch entstanden sogenannte Splits, die mit den Elementen verschmolzen sind und besondere Kräfte haben. Als solche werden sie natürlich unterdrückt und als gefährlich eingestuft, es gibt immer wieder Berichte über Angriffe und sogar Morde. Ein bisschen hat mich das alles manchmal ehrlich gesagt an eine Legend of Korra Fanfiction erinnert, die Elemente-Nummer ist ja jetzt auch nicht so neu. Aber dennoch war's okay.

Die Romanze ist ebenfalls sehr typisch und hat mich - Überraschung - null abgeholt. Ich hab's einfach schon zu oft gelesen: sie starten auf dem falschen Fuß, stehen irgendwie auf unterschiedlichen Seiten, können sich eigentlich gar nicht leiden, er ist super arrogant, aber tief drin ja doch eine gebeutelte Seele, sie ist die Gute mit den tollen Fähigkeiten, total besonders. Bale ist vielleicht nicht so toxisch wie manch anderer "Held", aber ich habe bestimmte Romanzen einfach komplett über und kam da leider überhaupt nicht rein. Ein Twist am Ende hat mich total an den Film "Anastasia" von 1997 erinnert. Außerdem hat mich Bales Spitzname für Elaine ("Barbie") extrem genervt.

Die Nebenfiguren sind ab Elaines Entführung ziemlich spannend (und ich hätte oft lieber deren Geschichte gelesen, als die unserer naiven Protagonistin). Davor (und später) sind sie ein schamloses Klischee böser Rich Kids, allen voran Mia, die platinblonde Giftspritze mit den rosa Schuhen, die ständig "keift" und "schrill" ist und grade anfangs neben ihren Gemeinheiten überhaupt keine Persönlichkeit hat und mal wieder nur da ist, damit Elaine neben ihr besser aussieht - was nicht funktioniert, weil diese teilweise auch absolut ekelhaft zu Mia ist (oder über sie denkt).

Naja, am Ende bin ich auch einfach nicht mehr die Zielgruppe und es gibt durchaus sehr viel Schlimmeres in diesem Genre (wobei mir klar ist, dass die Latte hier sehr niedrig hängt). Ich ziehe trotzdem meinen Hut vor der Autorin, weil sie überhaupt eine Buchreihe geschrieben hat und das alles andere als einfach ist. Ich kann auch irgendwo schon verstehen, warum Vortex so gute Rezensionen hat und manchmal wünscht man sich ja auch genau die Tropes, die mich so nerven. In dem Fall ist man hier genau richtig!

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Veröffentlicht am 17.08.2020

Kein falscher Schritt

Kein falscher Schritt
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Tommy Jump ist Schauspieler, allerdings läuft es grade nicht mehr ganz so rund. Seine Verlobte Amanda, eine Künstlerin, eröffnet ihm außerdem, dass sie schwanger ist. Zum Glück läuft ihm da sein alter ...

Tommy Jump ist Schauspieler, allerdings läuft es grade nicht mehr ganz so rund. Seine Verlobte Amanda, eine Künstlerin, eröffnet ihm außerdem, dass sie schwanger ist. Zum Glück läuft ihm da sein alter Schulfreund Danny über den Weg, der mittlerweile beim FBI arbeitet und jemanden wie Tommy gebrauchen könnte. Er soll die Rolle eines Bankräubers mit Gewissensbissen übernehmen und sich im Gefängnis mit Mitch anfreunden, einem Banker, der Informationen hat, um eins der größten mexikanischen Drogenkartelle dranzubekommen. Leider möchte dieser seine Unterlagen nämlich nicht mit dem FBI teilen, aus Angst, dass ihm oder seiner Familie etwas passieren könnte. Tommy bekommt für seinen Einsatz eine ordentliche Stange Geld, die sich verdoppelt, wenn er Mitch zum Reden bringt. Aber ist alles wie es scheint? Oder bringt sich Tommy womöglich selbst in Gefahr?

Ich hatte ein paar Startschwierigkeiten mit Kein falscher Schritt, weil es erstmal ein bisschen langsam losgeht. Aber spätestens als Tommy dann im Gefängnis war, hatte es mich doch. Seine Parts sind in der Ich-Form geschrieben, was bei mir eine gewisse Nähe zu ihm ausgelöst hat. Generell mochte ich ihn sehr gerne, weil er mit gängigen Männlichkeitsklischees spielt und gleichzeitig bricht. So ist er z.B. ziemlich klein, dafür aber gut trainiert. Er spielt viel in Musicals, singt und tanzt, ist aber stockhetero. In seine Verlobte (die ist tatsächlich noch kleiner als er, was ich ein bisschen schade fand) ist er total vernarrt, er ist treu und freut sich absolut auf seine Rolle als Vater. Er hat kein Problem damit, in einer Stresssituation in Tränen auszubrechen, mag seine Mutter und hat so ein freundliches Wesen, dass er mir nur sympathisch sein konnte.

Alle anderen Parts sind aus der Sicht verschiedener Charaktere in der dritten Person geschrieben.

Tommys Verlobte Amanda hadert anfangs mit sich und weiß nicht recht, ob die Beziehung eine Zukunft hat. Neben dem Geld sind auch der Abstand und die ungewöhnliche Situation eine Motivation für sie, Tommy nicht davon abzubringen als Spitzel ins Gefängnis zu gehen. Ich habe sie als selbstständig und tough empfunden, was ein ganz kleines bisschen dadurch geschmälert wurde, dass der Autor extra betonen musste, dass es sich bei ihr (und Tommys etwas nerviger Mutter) um eine "starke Frau" handelt.

Dann gibt es noch Mitchs Frau Natalie, über die ich gerne noch ein bisschen mehr erfahren hätte, weil ich sie interessant, aber etwas zu blass fand.

Herrera dagegen gehört zum Kartell und wir begleiten ihn ein wenig bei seinen Aufgaben.

Das Buch ist dabei durchweg sehr gut geschrieben/übersetzt, der Lesefluss ist richtig schön natürlich, die wörtliche Rede klingt glaubhaft und ich bin nie über merkwürdige Formulierungen gestolpert.

Im Laufe der Geschichte gibt es einige Twists und Enthüllungen, die mir alle gefallen haben.

Ich ziehe trotzdem einen Stern ab, weil ich noch ein bisschen Kritik habe: Amanda wird relativ am Anfang im beruflichen Kontext sexuell belästigt. Die Szene ist zum Glück aus ihrer Sicht geschrieben und nicht aus der des Täters, dennoch fand ich sie unnötig, weil sie wenig bis gar nichts mit der restlichen Story zu tun hat. Ein wenig schade war auch, dass sie sich danach so schlimme Selbstvorwürfe macht ("hätte ich bloß nichts getrunken" etc.). Soweit ist das natürlich erstmal realistisch, aber mir hat einfach eine Stimme gefehlt, die dagegen hält und ihr (und den Lesenden) deutlich macht, dass sie natürlich überhaupt nichts dafür kann. Am allerbesten wäre es trotzdem gewesen, das alles einfach wegzulassen. Da sind noch weitere kleine Szenen, in denen Frauen begafft werden und einmal wird eine Vergewaltigung angekündigt (die zum Glück nicht stattfindet). Ehrlich gesagt brauche ich nicht in jedem Thriller misogyne Charaktere und Szenen von Gewalt gegen Frauen.

Dann sind da noch so Kleinigkeiten, wie die Tatsache, dass sich Natalie früher "alle zwei Wochen" blonde Strähnchen hat machen lassen (was will man da nach zwei Wochen färben... da ist noch nicht mal der Hauch eines Ansatzes vorhanden) oder dass mir beim Epilog (wie so häufig bei Thrillern) die Erwähnung einer Therapie, die die ein oder andere Person in anspruch nimmt, fehlte (immerhin müssen die Charaktere ja oft einiges durchmachen).

Ansonsten aber ein wirklich gutes Buch, das ich gerne gelesen habe. Ich gucke mal, was der Autor noch so geschrieben hat!

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Veröffentlicht am 26.07.2020

Find me

Find Me, Finde mich
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Obwohl der Schreibstil von "Call Me by Your Name" damals schon nicht ganz meins war, mochte ich das Buch. Aciman schaffte es, Jugend, Sommer und die erste Liebe so einzufangen, dass ich mich darin wiederfand. ...

Obwohl der Schreibstil von "Call Me by Your Name" damals schon nicht ganz meins war, mochte ich das Buch. Aciman schaffte es, Jugend, Sommer und die erste Liebe so einzufangen, dass ich mich darin wiederfand. Darum habe ich bei dieser Fortsetzung nicht gezögert - was wohl ein Fehler war. Ich hätte mich vorher über die Thematik informieren sollen.

"Find Me" hat drei Parts und startet mit Elios Vater, der im Zug eine viel (!) jüngere und natürlich wunderschöne Frau kennenlernt. Die beiden kommen auf merkwürdige und für mich nicht ganz glaubhafte Weise ins Gespräch. Es folgt eine Einladung zum Vater der Frau (auch irgendwie komisch, einen Fremden aus dem Zug mit zu seiner Familie zu nehmen), danach finden seitenlange, prä­ten­ti­öse ("Nichts konnte mich je richtig glücklich machen, ich komme nirgends wirklich an, ich lese Dostojewski, blablabla") und stinklangweilige Gespräche statt.

Die junge Frau ist natürlich eigensinnig und unabhängig, was man daran erkennt, dass sie lässig Zigaretten raucht. Und sie ist nicht so wie die anderen Frauen, weil sie sich nicht die Nägel lackiert. Ernsthaft. eyeroll Ich finde es ja sowieso schon problematisch, wenn Frauen immer als besonders begehrenswert und toll dargestellt werden, indem der Autor sie von anderen Frauen abgrenzt. Aber das ist einfach albern.

Wenn es bei der Langeweile und den Merkwürdigkeiten geblieben wäre, hätte ich dem Buch für den ein oder anderen schönen Satz vielleicht doch noch einen Stern mehr gegeben, aber es wurde leider auch noch richtig unangenehm. Ich stehe nämlich überhaupt nicht auf diese krassen Altersunterschiede und bei den Gedanken des alten Mannes ("Ich will ihren Hals küssen, ihre Schultern berühren, sie überall streicheln" etc.) haben sich mir die Zehennägel hochgerollt. Als es dann intimer zwischen den beiden wurde, bin ich in den Schnelllesemodus geswitcht, weil es für mich einfach nur "irks" war und sich wie eine typisch männliche Fantasie las.

Leider wurde es in Elios Abschnitt nicht besser, denn auch er lernt einen viel älteren Mann kennen. Die Gespräche sind ähnlich cringy und unnatürlich, dann gehen die beiden zusammen nach Hause. Der alte Typ (Michel) sagt, Elio erinnere ihn an seinen Sohn (sexy, nich'?), dann duschen sie gemeinsam, wobei sich Elio "wie ein Kleinkind" fühlt. Als er danach am ganzen Körper von Michel eingecremt wird, erinnert ihn das an seinen Vater, anschließend haben die beiden Sex. Ich weiß nicht, ob man da noch von Geschmackssache reden kann, aber sowas finde ich weder romatisch noch leidenschaftlich oder sexy. Im Gegenteil, ich hätte mich schütteln können.

Olivers Part ist dann wieder so langweilig, dass ich mich durchquälen musste und am Ende war ich so weit, dass ich mich für keinen der Charaktere, die ich im ersten Teil so unbedingt zusammen sehen wollte, überhaupt noch richtig interessierte.

Ach, ich bin einfach ziemlich enttäuscht... aber am Ende ist das wie immer nur mein persönlicher und rein subjektiver Leseeidruck.

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