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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.07.2025

Ein gelungenes Romandebüt!

Himmel ohne Ende
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Für die 15-jährige Charlie läuft alles gerade wie in einem falschen Film.
Ihr Vater hat nach seinem Weggang ein tiefes Loch hinterlassen, ihre Mutter kommt mit einem neuen Freund um die Ecke und ihre ...

Für die 15-jährige Charlie läuft alles gerade wie in einem falschen Film.
Ihr Vater hat nach seinem Weggang ein tiefes Loch hinterlassen, ihre Mutter kommt mit einem neuen Freund um die Ecke und ihre beste Freundin Kati hat Charlie einfach gegen das beliebteste Mädchen der Schule ersetzt und küsst obendrein noch ihren heimlichem Schwarm.
Und als es kaum noch schlimmer werden kann, erscheint Pommes auf der Bildfläche.
Er füllt die Lücken in Charlies Herz und fortan scheint das Leben wieder ein kleines bisschen in die richtige Richtung zu gehen.

Die Geschichte entfaltet sich ganz anders, als ich es zunächst vermutet habe und trifft damit bei mir genau den richtigen Ton: Sie ist melancholisch, klug und witzig – aber nie kitschig. Wie auch die Hauptprotagonistin.
Charlie denkt zwar erwachsener, als man es einer 15-Jährigen zusprechen würde – aber die Erzählweise passt erstaunlich gut.
Mit ihrem Charakter fühlt man sich von Beginn an verbunden und das in all ihren Lebenslagen. Und Pommes, der eigentlich Kornelius heißt, ergänzt diese tolle Story zusätzlich wie ein vergessenes Puzzlestück, das alles vervollständigt.

Ein wunderschöner, melancholischer Coming-of-Age-Roman über Freundschaft, Neuanfänge und den schwierigen Weg zum Erwachsenwerden.
Ganz klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Ein Volltreffer, wenn der Nickname nicht wäre…

The Game Changer – Die Liebe ist ein süßes Spiel
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Delilah’s Backshow im regionalen Fernsehen leidet unter schwächelnden Quoten, während der beste Freund ihres älteren Bruders, NHL-Profi Ian, seit einem Skandal mit einem Imageproblem zu kämpfen hat. Um ...

Delilah’s Backshow im regionalen Fernsehen leidet unter schwächelnden Quoten, während der beste Freund ihres älteren Bruders, NHL-Profi Ian, seit einem Skandal mit einem Imageproblem zu kämpfen hat. Um für positive PR und höhere Einschaltquoten zu sorgen, sollen sie sich zum Schein daten.

Eine vorhersehbare, aber super cute Fake-Dating-Story zwischen einer sympathischen Backfee und einem coolen Eishockeyspieler. Ihr Jugendcrush ist noch genauso anziehend wie früher und sie längst nicht mehr die kleine nervige Schwester seines Kumpels. Aus der sanften Annäherung vor den Kameras wird daher schnell ein heftiges Knistern und mehr…
Wer eine süße Sportsromance mit ordentlich viel, gutem Spice sucht, findet die auf jeden Fall hier! Was die Autorin nämlich absolut beherrscht, sind explizite Szenen und witzige Dialoge zwischen Protas, die nicht auf den Mund gefallen sind.
Die Hauptstory rückt manchmal ein wenig in den Hintergrund, dafür wird netterweise auf übertriebenes Liebesdrama verzichtet. Der einzige Aspekt, der mir bei der Geschichte auf die Nerven ging, war der Spitzname von Ian, mit dem Delilah ihn alle Nase lang angesprochen hat: „Cupcake“! - Fand ich absolut unpassend und peinlich.
Abgesehen von dem kleinen Kritikpunkt, bin ich ansonsten inzwischen ein echter Fan von Lana Ferguson, sie schreibt wirklich toll!

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Grab unter Palmen

The Surf House
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Nachdem Bea nach einem misslungenen Modeljob in Marrakesch das Handtuch wirft und spontan eine Auszeit nehmen möchte, wird sie auf der Straße ausgeraubt und steht plötzlich ohne Geld und Pass da. Ohne ...

Nachdem Bea nach einem misslungenen Modeljob in Marrakesch das Handtuch wirft und spontan eine Auszeit nehmen möchte, wird sie auf der Straße ausgeraubt und steht plötzlich ohne Geld und Pass da. Ohne hat sie keine Chance zurück nach Hause in London zu reisen und nimmt daher dankbar das Angebot von Marnie an, die ihr gegen die Angreifer zur Hilfe gekommen ist.
Zusammen fahren sie Richtung dem kleinen Surfhotel am Strand, das Marnie mit ihrem Freund betreibt und Bea einen Job übernehmen kann.
So verlockend dies alles klingt, merkt Bea spätestens vor Ort, dass die paradiesische Idylle täuscht.
Sie erfährt von Savannah, die vor einiger Zeit auch im Surfhaus gewohnt hat und plötzlich spurlos verschwunden ist. Zudem besteht die Gefahr, dass ein korrupter Polizist einen Vorfall in Marrakesch auffliegen lässt und schlussendlich wird auch noch ein toter Hotelgast am Strand angespült.

Obwohl durchweg eine leicht unterschwelligen Bedrohung zwischen den Zeilen mitschwingt, ist das Buch spannungstechnisch sehr weit von einem Thriller entfernt. So ganz ohne Nervenkitzel und Gänsehautmomente, passt es eher in die Kategorie Spannungsroman. Der liest sich zumindest flüssig und dank gelegentlichem Perspektivwechsel von Bea in der Gegenwart hin zu Savannah in der Vergangenheit. Trotzdem hat mich die Story nicht sonderlich vom Hocker holen können, da hatte ich mehr erwartet.
Ganz okay für zwischendurch, aber für eingefleischte Thrillerfans eher eine Enttäuschung.

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Veröffentlicht am 26.06.2025

Seelenvögel und Vaterfigur

Psychopompos
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Als Diplomatentochter wächst Amélie Nothomb fernab der belgischen Heimat, vornehmlich im asiatischen Raum auf. Gerade die ersten Jahre ihres Lebens, die sie mit ihrer Familie in Japan verbringt, wirken ...

Als Diplomatentochter wächst Amélie Nothomb fernab der belgischen Heimat, vornehmlich im asiatischen Raum auf. Gerade die ersten Jahre ihres Lebens, die sie mit ihrer Familie in Japan verbringt, wirken sich prägend auf ihre Faszination für die Vogelwelt aus. Diese wird Amélie auf den weiteren Stationen in ihrem Leben fortan begleiten und letztlich eine elementare Rolle in diesem Roman spielen.

Auf die zentrale Frage, was sich hinter dem Buchtitel verbirgt, geht die Autorin allerdings mit einer solch philosophisch anmutenden Intensität ein, dass ich mich vorübergehend dabei verloren habe. Der Vogel als mythologische Figur des Seelenbegleiters für Verstorbene, ist vielleicht nicht unbedingt mein Interessensschwerpunkt in diesem Buch, dafür haben mich die intimen, persönlichen Einblicke, die Nothomb in diesem Roman wieder einmal gewährt, um so mehr vereinnahmt. Neben den ungewöhnlichen Episoden aus ihrer Kindheit, sind das ein traumatisches Erlebnis in der frühen Jugend und die Anorexie, in die sie sich für Jahre flüchtet. Aber auch ihr Werdegang als Schriftstellerin und die Beziehung zu ihrem Vater, die erst mit seinem Tod an Tiefe gewonnen hat, sind wichtige Themen, denen sich die Autorin hier schonungslos offen widmet.

Es ist lesenswerter literarischer Drahtseilakt zwischen nüchterner Distanz und emotionalen Tönen, gespickt mit viel Persönlichkeit, einem Hauch Selbstironie und einer Spur Provokation.

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Veröffentlicht am 19.06.2025

Romantasy mit Tiefgang

A Fate Forged in Fire – Aus Flammen geboren
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Aemyra, eine junge Schmiedin und Hebamme, verfügt über eine mächtige und gleichzeitig verbotene Feuermagie. Seit Tir Teine fest in männerdominierter Hand ist, wird alles Magische verfolgt und Frauen systematisch ...

Aemyra, eine junge Schmiedin und Hebamme, verfügt über eine mächtige und gleichzeitig verbotene Feuermagie. Seit Tir Teine fest in männerdominierter Hand ist, wird alles Magische verfolgt und Frauen systematisch unterdrückt. Mit dem Tod des Königs hat Aemyra jedoch wieder eine Chance, ihren rechtmäßigen Anspruch auf den Thron einzufordern. Dafür muss sie sich jedoch an seinen furchteinflößenden, eigenwilligen Drachen binden - ein unmögliches Unterfangen. Ihre machtbesessenen Gegenspieler schmieden währenddessen im Hintergrund einen blutigen Komplott und so misslingt der Plan, das Reich von der Tyrannei zu befreien. Ihr bleibt nur ein Ausweg und das ist ausgerechnet eine Bündnisehe mit dem verhassten mit Thronanwärter, Prinz Fiorean. Dieser entpuppt sich von Anfang an als unberechenbare Charakter-Wundertüte. Ebenso seine Mutter, die das Patriarchat freiwillig unterstützt, oder etwa doch nicht?!
Am besten gefällt mir auf jeden Fall Aemyra. Sie ist zäh, mutig und steht für ihre Überzeugungen ein. Mit ihrer queeren Einstellung macht sie keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern - Ein Schachzug, den ich von der Autorin wirklich großartig finde!
Generell hat mir die Story ziemlich gut gefallen, obwohl ich ohne meine Notizen zu den zahlreichen Protas vermutlich verloren gewesen wäre. Der Schreibstil ist dafür flüssig und das Wordbuilding passt ebenfalls. Und wenn man nicht gerade Fan der Serie „House of Dragons“ ist kann man sogar vollkommen unvoreingenommen und spoilerfrei in die Story abtauchen.
Für mich war es deshalb ein aufregender neuer Ausflug in die magische Drachenwelt, mit spannenden politischen Machtkämpfen, einem romantischen Slow-Burn und richtig fiesen Plottwists!
Ob ich jetzt der Fortsetzung entgegenfiebere - Ja, definitiv!

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