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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.12.2025

Bildgewaltig und atmosphärisch

Der Weg des ewigen Winters
3

Niilo Sevänen ist nicht nur Autor dieses spannenden Fantasy-Auftakts sondern auch Sänger einer erfolgreichen finnischen, melodischen Death-Metal-Band. Und ich finde, dass man das durchaus merkt, denn er ...

Niilo Sevänen ist nicht nur Autor dieses spannenden Fantasy-Auftakts sondern auch Sänger einer erfolgreichen finnischen, melodischen Death-Metal-Band. Und ich finde, dass man das durchaus merkt, denn er versteht es außerordentlich gut, eine starke düstere Atmosphäre zu schaffen und diese mit viel Mythologie und Symbolik aufzuladen.

Als Leser wird man direkt ins Geschehen geworfen, durch die bildhaften Schilderungen und die Sprache wird das Setting sehr lebendig und lässt einen gleich mit Halla mit Orpheus mitfiebern.

In diesem ersten Band werden die Charaktere eingeführt. Es gibt die reale sowie Hallas Traumebene. Zweitere greift die verschiedenen Parteien auf, allerdings in Form von Tiergestalten, was die Zuordnung nicht immer leicht macht und einem immer wieder das Gefühl gibt doch sehr im Unklaren zu sein. Insgesamt wird die Motivation der Handelnden nicht unbedingt an allen Stellen aufgeklärt, so dass man noch mit einigen Fragezeichen zurückbleibt.

Besonders gefallen haben mir die Charaktere, allen voran Orpheus. Er ist kein Held, er ist ein Trunkenbold und feige. Er will eigentlich mit der ganzen Sache gar nichts zu tun haben, versteckt sich lieber als zu helfen und hat doch das Herz am rechten Fleck. Er ist ein durchweg authentischer und menschlicher Charakter, der sich entsprechend der Bedrohungen nachvollziehbar verhält. Das fand ich sehr erfrischend.

Das Zusammentreffen nordischer, griechischer und römischer Mythologie fand ich sehr spannend. Mir hat das Buch viel Freude bereitet und ich warte jetzt gespannt auf die Forrsetzung.

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Die Magie der Musik

Magic Music, Band 1 - Der rätselhafte Rückwärtszauber
0

Ich habe dieses Buch gemeinsam mit meiner 9-jährigen Tochter gelesen und es hat uns beiden sehr gefallen.

Das Buch ist altersgerecht geschrieben und auch gestaltet, mit etwas größerer Schrift und süßen ...

Ich habe dieses Buch gemeinsam mit meiner 9-jährigen Tochter gelesen und es hat uns beiden sehr gefallen.

Das Buch ist altersgerecht geschrieben und auch gestaltet, mit etwas größerer Schrift und süßen Illustrationen in schwarz-weiß. Dies hat meine Tochter etwas bedauert, aber ich denke auch das ist dem Lesealter entsprechend angemessen und führt langsam hin zu Büchern ohne Illustrationen im Text.

Die Charaktere sind ganz bezaubernd, es ist eine schöne, abenteuerliche Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt. Die Prise Magie, die durch das kleine irische Städtchen weht, hat der Geschichte ihren besonderen Charme und Humor verliehen.

Besonders hat uns die Bedeutung der Musik gefallen, die hier in den verschiedensten Situationen und Ausprägungen eine Rolle spielt. Wie Musik verbindet und eine gemeinsame Sprache der Freude und Liebe sein kann, wurde sehr schön aufgezeigt.

Wir freuen uns jetzt schon sehr auf Band 2. Meine Tochter, weil ihr die Geschichte so super gut gefallen hat. Und ich, weil meine lesefaule Tochter, die lieber vorgelesen bekommt, hier ganz viel selbst gelesen hat … und das aus eigenem Antrieb.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Anstrengend

Trophäe
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Das war leider so gar nicht mein Buch. Zwar gab es einige spannende und interessante Informationen über Afrika und seine Kultur, aber überwiegend empfand ich Abscheu und Entsetzen und habe mich für den ...

Das war leider so gar nicht mein Buch. Zwar gab es einige spannende und interessante Informationen über Afrika und seine Kultur, aber überwiegend empfand ich Abscheu und Entsetzen und habe mich für den „Weißen Mann“ geschämt. Diese ganze Welt des Jagens und der Versuch der Rechtfertigung ist mir einfach zuwider.

Sicherlich geht es der Autorin darum zu provozieren, das Thema radikal auf die Spitze tu treiben und vielleicht auch zu polarisieren, aber für mich war das leider nichts. Auch dadurch, dass mir das Buch am Ende zu handlungsarm und - so absurd es klingt - langweilig war. Ich habe es eher überflogen als gelesen und war froh, als es geschafft war.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Starker Romance-Anteil

These Ancient Flames 1: Awake
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Zu Beginn habe ich mich mit diesem Drachen-Fantasy-Auftakt etwas schwer getan. Für meinen Geschmack lag der Fokus anfangs zu sehr auf dem Romance-Anteil, was sehr auf Kosten des Spannungsbogens und der ...

Zu Beginn habe ich mich mit diesem Drachen-Fantasy-Auftakt etwas schwer getan. Für meinen Geschmack lag der Fokus anfangs zu sehr auf dem Romance-Anteil, was sehr auf Kosten des Spannungsbogens und der eigentlichen Handlung passierte. Zum Glück kam in der zweiten Hälfte dann doch etwas Schwung in die Geschichte, die mich zunehmend fesseln konnte und nun neugierig auf die Fortsetzung zurück lässt.

Die Charaktere finde ich sehr spannend - die Gegensätze der beiden Protagonisten und die düsteren Geheimnisse, welche sie verbergen üben durchaus ihren Reiz aus. Auch das Worldbuilding inkl. Magiesystem fand ich sehr gelungen - hier gibt es für die weiteren Teile sicherlich noch einiges ans Potenzial.

Besonders gefallen hat mir die Hörbuch-Umsetzung. Es wird sowohl aus der Perspektive von Mei als auch von Raven erzählt und entsprechend arbeitet die Hörbuch-Variante mit zwei Sprechern. Beide konnten mich mit ihrer Stimmfarbe und Textinterpretation überzeugen und fesseln. Die stimmliche Gestaltung der verschiedenen Charaktere wurde sehr treffend umgesetzt. Somit war es mir jederzeit möglich zu erkennen, wer gerade spricht - was ich sehr angenehm finde.

Insgesamt ein schöner Auftakt, von meiner Seite darf es gerne mit mehr Drachen und Abenteuern und etwas weniger Romance weitergehen.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Schonungslos

Adama
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In Adama erzählt Lavie Tidhar die Geschichte einer jüdischen Familie. Es ist eine Geschichte voller Gewalt, Schmerz und Entbehrungen - angesiedelt zur Zeit der Unabhängigkeitskämpfe und der Gründung Israels. ...

In Adama erzählt Lavie Tidhar die Geschichte einer jüdischen Familie. Es ist eine Geschichte voller Gewalt, Schmerz und Entbehrungen - angesiedelt zur Zeit der Unabhängigkeitskämpfe und der Gründung Israels. Beladen mit dem Trauma der Judenverfolgung unter Hitler ist es unter anderem der Versuch einer der Protagonistinnen, ein neues, freies Leben in einem Kibbuz aufzubauen.

Es handelt sich aus meiner Sicht eher um einen Generationenroman als um einen klassischen Thriller - auch wenn einem Gewalt und Tod auf jeder Seite begegnen. Erzählt wird in kurzen Sätzen sehr schonungslos direkt, dabei kühl und distanziert. Das muss man sicherlich mögen, aber aus meiner Sicht passt es sehr gut zur Handlung des Buches. Kaum einer der Charaktere wächst einem wirklich ans Herz, denn jeder hat seine Leichen im Keller. Die Distanziertheit der Erzählung verdeutlicht den Teufelskreis aus Gewalt und die Rechtfertigung derselben sehr eindrücklich.

Es ist ein Buch, das moralische Fragen aufwirft und erschüttert. Sicherlich keine leichte Kost, aber wert gelesen zu werden.

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