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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.02.2026

Intensives Leseerlebnis

Mit beiden Händen den Himmel stützen
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Die Lektüre dieses Buches empfand ich als wahnsinnig intensiv. Dabei war mein erster Eindruck, dass sehr nüchtern und distanziert berichtet wird. Und dennoch hat die autobiografisch inspirierte Geschichte ...

Die Lektüre dieses Buches empfand ich als wahnsinnig intensiv. Dabei war mein erster Eindruck, dass sehr nüchtern und distanziert berichtet wird. Und dennoch hat die autobiografisch inspirierte Geschichte mich gepackt, emotional angefasst, erschüttert und beschäftigt mich auch jetzt noch nachhaltig.

Vielleicht ist es die Unverfrorenheit, mit der das Leben von Lale - Tochter einer drogenabhängigen Mutter - in einer Männer-Kommune erzählt wird. Die Schutzlosigkeit des Kindes, das alles darf und keine Struktur vorgegeben bekommt, das aber auch viel ertragen muss und mit ihren Ängsten und Sorgen nicht Ernst genommen wird.

Vielleicht ist es auch die Tatsache, dass der Roman von realen Erfahrungen der Autorin beeinflusst ist ohne sich Autobiografie zu nennen. So sind die Grenzen zwischen Realität und Fiktion für den Leser nicht auszumachen - dennoch wird Lale dadurch realer und ihre Situation umso erschütternder.

Und vielleicht liegt es auch daran, dass das Buch eine ganz andere Lebensrealität zeigt, als meine eigene als Kind. Lale und ich aber zur gleichen Zeit unsere Kindheit gelebt haben und ganz viel Zeitgeist der 1980er Jahre durchscheint.

Mir hat besonders gut gefallen, wie die Autorin immer wieder in die Zukunft geblickt hat. Auf diese Weise macht sie sehr deutlich, welche Auswirkungen die Kindheitserfahrungen noch auf das Erwachsenenleben haben und welche Verhaltensmuster und Ängste das Leben der Protagonistin bestimmen werden.

Ich kann nur sagen, dass dieses Buch mich tief berührt hat. Es war eine sehr intensive Leseerfahrung, die ich gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Leider eher enttäuschend

To Cage a Wild Bird
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An „To Cage a Wild Bird“ hatte ich hohe Erwartungen, immerhin werden hier die Tribute von Panem referenziert und beim Lesen der Kurzbeschreibung kommen Prison Break Vibes auf.

Tatsächlich startet das ...

An „To Cage a Wild Bird“ hatte ich hohe Erwartungen, immerhin werden hier die Tribute von Panem referenziert und beim Lesen der Kurzbeschreibung kommen Prison Break Vibes auf.

Tatsächlich startet das Buch sehr vielversprechend. Düster und eindringlich wird das harte Leben von Protagonistin Raven im unteren Sektor von Dividium geschildert. So wird ein eindringliches, dystopisches Setting geschaffen, das mich schnell gepackt hat. Ihre Arbeit als Kopfgeldjägerin und ihre bedingungslose Liebe und Aufopferungsbereitschaft für ihren Bruder werden überzeugend beschrieben und lassen Raven als tiefgründigen Charakter sehr greifbar werden.

Leider lässt die Qualität der Geschichte mit der Handlung im Gefängnis Endlock massiv nach. Schnell rückt hier die Romance in den Vordergrund und mehr und mehr reiht sich nur noch eine spicy Szene an die nächste. Diese lassen die Dystopie und die eigentlich mit viel Spannungspotential ausgestattete Handlung zu sehr in den Hintergrund treten. Noch dazu erscheint auf einmal vieles konstruiert und unlogisch. Viel Potential in Bezug auf Intrigen oder Gegenspieler im Gefängnis wurde meiner Meinung nach nicht ausgereizt.

Zwar spitzt sich die Story am Ende noch einmal schön zu und bietet viel Potential für eine Fortsetzung, aber insgesamt schaue ich doch etwas enttäuscht zurück.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Überzeugender Auftakt - toll gelesen

Tale of Sun and Night (Tale of Sun and Night 1)
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Dieses Buch hat mich komplett überzeugt und ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung.

Die Fantasy-Welt ist komplex, gut durchdacht und sehr originell. Dies schließt auch das auf Traumsand und Mandalas ...

Dieses Buch hat mich komplett überzeugt und ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung.

Die Fantasy-Welt ist komplex, gut durchdacht und sehr originell. Dies schließt auch das auf Traumsand und Mandalas basierende Magiesystem mit ein. Auf spannende Art werden hier diverse Zwielichtbiester wie Nachtmahr oder Phönix eingebaut, welche die Handlung durch ihre Fähigkeiten und mitunter die bissige Zunge bereichern.

Mit Lio haben wir eine sehr starke Protagonistin, die sich an den überwiegenden Teil ihrer Vergangenheit nicht mehr erinnern kann, was das Geheimnis- und Spannungslevel natürlich auf einem hohen Niveau hält. Sie und die anderen Charaktere haben mir sehr gefallen, die Geschichte ist logisch und hält einen überwiegend bei Atem, nimmt sich aber auch immer mal wieder Zeit, um der Welt, ihrer Historie und den Charakteren mehr Tiefe zu verleihen.

Sarah Dorsel hat dem Hörbuch ihre Stimme geliehen und das Buch sehr emotional, spannend und mitreißend zum Leben erweckt. Ein wahrer Hörgenuss, der mich von Anfang an gefesselt und im letzten Drittel gar nicht mehr losgelassen hat. Man muss gerade anfangs schon aufmerksam dabei sein, denn die Welt und ihre Geschichte sowie das Magiesystem sind komplex, aber es lohnt sich.

Ein toller Auftakt, für den ich das Hören des Hörbuchs wirklich jedem ans Herz legen kann, der gerne in spannende Fantasy-Welten abtaucht.

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Veröffentlicht am 24.01.2026

Spannend und voller Geheimnisse

The Ordeals
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„The Ordeals“ war eines dieser Bücher, die mich von der ersten Seite an fesseln konnten. Insbesondere die düstere Welt voller origineller Bedrohungen und das sehr spannende Magiesystem haben mich überzeugt.

In ...

„The Ordeals“ war eines dieser Bücher, die mich von der ersten Seite an fesseln konnten. Insbesondere die düstere Welt voller origineller Bedrohungen und das sehr spannende Magiesystem haben mich überzeugt.

In dieser mit vielen Geheimnissen gespickten Geschichte begleiten wir Sophia auf ihrem Weg durch einige tödliche Prüfungen. Diese empfand ich als sehr einfallsreich, da sie mit den verschiedenen Magiearten (Botanik, Alchemie, Illusion und Maskerade) spielen und diese auf sehr phantasievolle Art herausfordern.

Die Charaktere und auch die Romance der Protagonisten haben mir gefallen. Oft driften mir Romantasy-Romane zu sehr in Gefühlswirrwarr oder spicy Szenen ab und vergessen die Fantasyhandlung - die Gewichtung fand ich hier sehr gut gewählt.

Die handelnden Personen zeichnen sich insgesamt durch einen individuellen Charakter sowie unterschiedliche Fähigkeiten aus und man stellt doch auch immer mal wieder fest, dass nicht alles so ist, wie es zunächst scheint. Diese Unvorhersehbarkeit hat mir gefallen, denn ich dachte zwischendurch fälschlicherweise, ich wüsste genau worauf es hinausläuft.

Insgesamt konnte mich der Serienauftakt überzeugen und es gibt noch ausreichend Geheimnisse aufzudecken in diesem atmosphärisch düsteren Setting.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Großartige Gesellschaftssatire

Wie die Karnickel
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Der Einstieg in dieses Buch ist mir ehrlich gesagt nicht ganz leicht gefallen. Es ist schon anspruchsvoll und voller Bezüge und satirischer Spitzen, die den Finger genau auf die aktuellen Themen unserer ...

Der Einstieg in dieses Buch ist mir ehrlich gesagt nicht ganz leicht gefallen. Es ist schon anspruchsvoll und voller Bezüge und satirischer Spitzen, die den Finger genau auf die aktuellen Themen unserer Gesellschaft legen und dabei nachdenklich machen. Ob ich alles verstanden habe? Keine Ahnung.

In einem alternativen Großbritannien leben die Menschen neben einer Reihe vermenschlichter Tiere, die durch ein „Ereignis“ zu dem wurden, was sie sind. Während Füchse und Wiesel im Rechts- und Polizeiapparat ihren Platz finden, wird die Kaninchenpopulation mit Argwohn sowie offenem Rassismus beäugt und ausgegrenzt.

Auf unfassbar kreative Weise versteht es der Autor, die Mechanismen von Rassismus aufzuzeigen und überzeugt dabei mit scharfer Satire, trockenem Humor und durchaus auch sehr sympathischer Selbstironie.

Er beleuchtet so viele Dinge, wie die Willkür der Justiz, Geschlechterrollen, Mitläufertum, Ausgrenzung … auf eine geniale Art und hat mit dem Kaninchen hier ein stellvertretendes „Hassobjekt“ ins Zentrum gestellt, das auf überraschend passende Weise für eine ganze Reihe bekannter Vorurteile herhalten kann.

Das Buch erfordert schon Aufmerksamkeit - ist aber inhaltlich wirklich Wert gelesen und beachtet zu werden.

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