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Veröffentlicht am 16.08.2025

Stilistisch nicht mein Fall

Onigiri
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Das Cover habe ich tatsächlich erst verstanden, nachdem ich „Onigiri“ gegoogelt habe. Diese japanische Speise hat für die Protagonistin des Buches eine sehr wichtige Bedeutung und steht für ihre Kindheitserinnerungen, ...

Das Cover habe ich tatsächlich erst verstanden, nachdem ich „Onigiri“ gegoogelt habe. Diese japanische Speise hat für die Protagonistin des Buches eine sehr wichtige Bedeutung und steht für ihre Kindheitserinnerungen, aber auch für Trost und Sicherheit. Somit finde ich das Cover wirklich sehr gelungen.

Das Buch hat mir stilistisch aber leider gar nicht gefallen. Das ist schade, denn die erzählte Familiengeschichte und die Auseinandersetzung mit Demenz hatten viel Potential und fand ich insgesamt auch sehr interessant.

Als roter Faden wird die Japanreise von Mutter und Tochter erzählt. Die letzte Reise der demenzkranken Keiko zu ihrer Familie. Diese Handlung ist umgeben von vielen kleinen Erinnerungs-Episoden. Kurze Abschnitte mit wechselnden Erinnerungen aus dem Alltag und dem Leben der Familie aus Sicht von Tochter und Protagonistin Aki. Anhand dieser wird das Leben der Familie dargestellt: Es geht um die junge Keiko und wie sie nach Deutschland kam, deren Ehe, die Kindheit, Jugend und das Erwachsenenleben von Aki. Es geht um die Großeltern, um Akteptanz, kulturelle Unterschiede, Heimatverlust… also ganz viele spannende Themen.

Leider sind diese Erinnerungsschnippsel sehr sprunghaft. Es wird zeitlich gesprungen, so dass ich manchmal nicht ganz zuordnen konnte, wo man gerade ist. Sie sind aber auch inhaltlich sprunghaft. Ein Satz kann einen Gedanken aufgreifen, der nächste schon wieder einen ganz anderen. Auch arbeitet die Autorin mit langen Sätzen, in denen Gedanken per Komma aneinander gehängt werden. Auch wörtliche Rede wird ohne Anführungszeichen in diese langen Satzkonstruktionen mit eingebaut. Man kann sich einlesen, mir fiel es mit der Zeit leichter, aber irgendwie kam keine richtige Verbindung zu den Charakteren auf und ich hatte den Eindruck, der Text leiert sich so runter.

Durch diese kurzen Einblicke in die Erinnerung - was thematisch ja eigentlich eine Idee ist, die sehr gut zur Demenz und dem Verlust der Erinnerung passt - wurden viele Aspekte beleuchtet aber nicht so richtig tiefgehend ausgearbeitet. So baut sich nach und nach zwar ein Bild der Familie auf, die Charaktere blieben mir aber zu distanziert und ich eher ferne Beobachterin. Nichtsdestotrotz haben mir die Schilderungen der Demenz und der Umgang der Tochter mit ihrer Mutter gefallen.

Gut finde ich auch, dass die Autorin mit japanischen Begriffen arbeitet und diese in einem Glossar erläutert werden. Für E-Book Leser wären Erläuterungen auf der Seite einfacher, aber es sind welche da.

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Veröffentlicht am 15.08.2025

Absolutes Highlight

Asa
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Dieses Buch hat mich total begeistert - nachdem endlich die Zeit da war habe ich 3/4 an einem Tag gelesen, weil es einfach unfassbar spannend und einzigartig ist.

Stück für Stück werden vor dem Leser ...

Dieses Buch hat mich total begeistert - nachdem endlich die Zeit da war habe ich 3/4 an einem Tag gelesen, weil es einfach unfassbar spannend und einzigartig ist.

Stück für Stück werden vor dem Leser die perfiden Hintergründe einer jahrzehntelangen Tradition entblättert. Dabei begleiten wir Asa, eine auf der einen Seite gebrochene aber auch sehr kämpferische Frau mit einem starken moralischen Kompass und dem tief sitzenden Wunsch nach Rache, der sie erbarmungslos antreibt.

Stilistisch ist der Thriller wirklich anders als man es gemeinhin kennt und ich hatte anfangs Bedenken, ob ich mich mit der Erzählform anfreunden kann. Es gibt einen Ich-Erzähler, der auch hin und wieder als solcher auftritt. Überwiegend spricht er aber die Protagonistin Asa in der Du-Form an. Der historische Erzählstrang wiederum wird in der 3. Person erzählt. Die Du-Perspektive fand ich anfangs gewöhnungsbedürftig, habe mich aber erstaunlich schnell eingefunden und sie bringt eine interessante Nähe zu der Protagonistin mit sich.

Die Charaktere sind allesamt sehr gut und vielseitig ausgearbeitet. Jede Figur hat ihre Ecken und Kanten und bringt interessante Aspekte in die Handlung ein.

Diese wiederum ist unfassbar spannend, stimmig und gut durchdacht und bringt für den Leser einige Überraschungen mit sich. Es ist ein Rachethriller der besonderen Art, eine Familiengeschichte voller Tragik, Machtspiele und Gewalt und bietet einen tiefen Blick in menschliche Abgründe.

Wer sich auf den Stil einlassen kann wird hier mit einem rasanten Thriller belohnt. Ich kann ihn nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Feinfühliger Roman

Als die Wolken noch süß waren
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Nachdem mir das Buch „Die Körper, die sich bewegen“ des Autors so gut gefallen hat, habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut. Insgesamt haben mir die Erzählung und der Schreibstil gut gefallen - ich ...

Nachdem mir das Buch „Die Körper, die sich bewegen“ des Autors so gut gefallen hat, habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut. Insgesamt haben mir die Erzählung und der Schreibstil gut gefallen - ich denke nur, das etwas weniger große Themen und dafür eine etwas tiefere Auseinandersetzung der Geschichte gut getan hätten.

In dem Roman treffen wir auf Feyi - ein Mädchen mit einer deutschen Mutter und einem nigerianischen Vater - die mit nur wenig Kontakt zu ihrer deutschen Familie in Nigeria aufgewachsen ist. Als sie unerwarteter Weise das Haus ihrer Großmutter erbt, reist sie nach Deutschland und erfährt durch schriftliche Aufzeichnungen ihrer Oma mehr über ihr Leben und ihre Demenz.

Der Autor schreibt insgesamt sehr feinfühlig und versteht es, seine Gedanken in poetische Sprache zu übersetzen. Dadurch liest sich das Buch sehr gut und lässt einen oft nachdenklich zurück. Die Schilderungen der Demenz sowie die sehr natürlich eingeflochtenen kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und Nigeria haben mir gut gefallen. Ebenso wie die Auseinandersetzung mit Feyis Familiengeschichte.

Darüber hinaus hatte ich aber den Eindruck, dass der Autor ganz viele Themen hatte, die er gerne unterbringen wollte, die es nicht unbedingt gebraucht hätte, um die Geschichte zu stützen. Das Ende ist literarische sehr gut gelungen, hat für meinen persönlichen Geschmack aber noch zu viele Fragen offen gelassen.

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Veröffentlicht am 07.08.2025

Sehr komplex und überaus spannend

Felsengrund
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„Felsengrund“ ist nach „Meeresfriedhof“ der zweite Band der Falck-Trilogie und führt einen gleich wieder in eine Welt voller Intrigen, Machtspiele und Geheimdienstaktivitäten. Das Buch ist super spannend ...

„Felsengrund“ ist nach „Meeresfriedhof“ der zweite Band der Falck-Trilogie und führt einen gleich wieder in eine Welt voller Intrigen, Machtspiele und Geheimdienstaktivitäten. Das Buch ist super spannend mit vielen historischen und auch hochaktuellen Bezügen und sehr gut recherchiert. Die enthaltene Ahnentafel ist auf jeden Fall hilfreich, um bei den zahlreichen Beteiligten den Überblick zu bewahren.

Die Charaktere in den Buch sind alle sehr menschlich - es gibt keine strahlenden Helden, sondern jede/r hat seine Ecken und Kanten, seine Geschichte, Abgründe und seine (geheime) Agenda. So kann ich nicht sagen, dass ich einen Favoriten habe, aber das Gesamtkonstrukt und die immer wieder überraschenden Entwicklungen sind einfach unfassbar interessant und spannend.

Dabei sind alle großen Player im Spiel wenn es um Spionagetätigkeiten rund um Spitzbergen und die Auswirkungen für den „kleinen Mann“ geht.

Das Buch erfordert einiges an Aufmerksamkeit, um nicht nur in Bezug auf die Personen aber auch in Bezug auf die Handlung alles zu verstehen und gut nachvollziehen zu können. Aber das lohnt sich meiner Meinung nach und man erhält dafür aufregende Stunden voller brisanter Themen und menschlicher Abgründe.

Ich empfehle, mit Band 1 zu beginnen. Nicht nur, weil man dort schon in die verschiedenen Lager der Familie Falck eingeführt wird, sondern auch, weil die Handlung aufeinander aufbaut und „Meeresfriedhof“ ebenfalls ein super spannendes Lesevergnügen bietet. Was mich betrifft kann der dritte Band „Schattenfjord“ jetzt kommen - ich bin bereit!

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Gelungener Serienauftakt

Fae Isles − Der Henker der Königin
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Eine geheimnisvolle Protagonistin, ein sehr spannendes Magiesystem und eine gut durchdachte Handlung - Fae Isle konnte mich gut unterhalten und hat Lust auf die weiteren Teile der Reihe gemacht.

Emelin ...

Eine geheimnisvolle Protagonistin, ein sehr spannendes Magiesystem und eine gut durchdachte Handlung - Fae Isle konnte mich gut unterhalten und hat Lust auf die weiteren Teile der Reihe gemacht.

Emelin wird beim verbotenen Wirken der Farbmagie vom Henker der Feenkönigin erwischt. Er nimmt sie mit an den Feenhof und sie findet sich wieder in einem Reich voller Macht, Gewalt und Intrigen.

Emelin ist eine sympathische Protagonistin, die es nicht immer leicht hatte und gelernt hat, für sich einzustehen und ihre Meinung zu sagen. Das überrumpelt und gefällt Creos, dem Silent Death, und wir werden mit dem ein oder anderen Schlagabtausch und einem sympathischen Kommunikationsstil der beiden unterhalten.

Das Buch erklärt die Welt und das Magiesystem sehr gut - was unter anderem dadurch gelingt, dass wir Emelin beim lernen begleiten. Die Spannung baut sich in diesem ersten Band erst langsam auf, nimmt nach hinten raus aber ordentlich an Fahrt auf. Der offene Ausgang des 1. Bandes und auch die angerissenen Themen bieten auf jeden Fall noch viel Potential für die Folgebände.

Insgesamt hat mich das Buch voll überzeugt und ich freue mich auf die Fortsetzung. Ich persönlich hätte keine so ausufernden spicy Szenen gebraucht, aber das ist am Ende Geschmacksache.

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