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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.06.2021

Der Stern der Kaiserin

Die Totenärztin: Wiener Blut
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Wien, 1908. Fanny Goldmann ist Ärztin geworden und arbeitet nun als Gehilfin in der Wiener Gerichtsmedizin. Eines Abends wird ein toter Obdachloser eingeliefert. Niemand schenkt ihm einen zweiten Blick, ...

Wien, 1908. Fanny Goldmann ist Ärztin geworden und arbeitet nun als Gehilfin in der Wiener Gerichtsmedizin. Eines Abends wird ein toter Obdachloser eingeliefert. Niemand schenkt ihm einen zweiten Blick, außer Fanny. Sie ist der Meinung, dass er nicht eines natürlichen Todes gestorben ist und so obduziert sie ihn heimlich nachts. Eine gefährliche Entscheidung, denn nun steckt sie mitten in einer Verschwörung um einen Dieb und den verschwundenen Diamantsternen der toten Kaiserin Sissi. Fanny fängt an auf eigene Faust zu ermitteln und ahnt nicht wie sie sich selbst damit in Gefahr begibt.

"Die Totenärztin: Wiener Blut" ist der Auftakt in eine neue historische Reihe mit der Ärztin Fanny Goldmann.

Der Charakter Fanny ist dem Autor super gelungen. Sie ist schön ausgearbeitet und wirkt sehr sympatisch. Man begleitet sie die ganze Zeit auf ihrer Mördersuche, fühlt mit ihr, bekommt Angst und denkt sich manchmal auch "oh nein - mach das nicht". Aber auch die anderen Charaktere wurden sehr gut und lebendig ausgearbeitet.

Den Schreibstil finde ich sehr schön. Er ist der zeitlichen Epoche angepasst und man hat das Gefühl als wenn man beim Lesen in die längst vergangene Zeit reist.

Die Beschreibungen von Orten und Handlungen sind sehr bildlich. Ab und an ist es vielleicht mal nicht für Zartbesaitete wenn sie während der Obduktion die Leichenteile auseinander nehmen und dann auch mal was hängen bleibt. Aber auf eine gewisse Art und Weise wird das, was normal ein wenig eklig ist, sehr amüsant rüber gebracht. Selbst in gruseliger Atmosphäre war es noch sehr humorvoll. Ich musste das ein oder andere Mal ordentlich schmunzeln.

Die Medizingeschichte und die wahren Begebenheiten wurden toll recherchiert und sehr gut in die Story mit eingeflochten. Das hat das ganze noch ein wenig aufgelockert und es war interessant zu erfahren wie die Medizin damals so wahr.

Es war spannend bis zum Schluss. Es gab viele unerwartete Wendungen und viele Cliffhänger an den Kapitelenden. Die Cliffhänger waren immer fies, so konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Und der große Cliffhänger ganz zum Schluss ist natürlich gemein, denn jetzt heißt es warten auf den zweiten Teil.

Mein Fazit:
Eine super Mischung aus Witz und Spannung. Das Buch ist auf jeden Fall sehr lesenswert.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.05.2021

Alter Vermisstenfall

Nordwestzorn
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Anna Wagner ist nun mit der neu gegründeten Vermisstenstelle nach St. Peter-Ording gezogen. Sie nimmt sich den alten Vermisstenfall des vor 15 Jahren verschwundenen Jungen aus einem Sommercamp. Seine Leiche ...

Anna Wagner ist nun mit der neu gegründeten Vermisstenstelle nach St. Peter-Ording gezogen. Sie nimmt sich den alten Vermisstenfall des vor 15 Jahren verschwundenen Jungen aus einem Sommercamp. Seine Leiche wurde nie gefunden. Damals standen drei Männer als Tatverdächtige im Fokus der Ermittlungen. Der damalige Camp-Leiter wurde sogar angeklagt, aber freigesprochen. Weil schlecht über ihn geredet worden ist, ist er ins Ausland gezogen. Als er nun nach Jahren zurückkehrt und kurze Zeit später verschwindet ist der SOKO schnell klar, dass es mit dam alten Fall zu tun hat, den sie schnellstens lösen müssen.

"Nordwestzorn" ist der zweite Fall für die SOKO St. Peter-Ording. Er kann auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden, doch es empfiehlt sich mit Band 1 zu beginnen, da auch die persönliche Geschichte der Ermittler auf einander aufbaut. Falls man den ersten Teil noch nicht kennt, bekommt man alle notwendigen Informationen zu den Protagonisten in die Handlung eingewoben, ohne dass der Lesefluss gestört wird.

Die Story an sich ist sehr ruhig. Es passiert kaum etwas. Die SOKO nimmt den Fall des vermissten Florians wieder auf und geht die alten Ermittlungen durch und führen nochmals Befragungen mit den damaligen Beteiligten. Erst als der ehemalige Tatverdächtige verschwindet, nimmt es ein wenig Fahrt auf und die Spannung steigt auch durch unerwartete Wendungen.

Die Umgebung und die Atmosphäre wurde wirklich toll beschrieben. Ich hatte gleich wieder Bilder aus meinen letzten Urlauben vor Augen und wusste an welchem Ort die Handlung gerade gespielt hat.

Die Diaologe zwischen den Protagonisten waren sehr lebendig. Ich hatte immer das Gefühl, als wenn ich daneben stehe und es hautnah mit ansehe.

Auch die Protagonisten wirken durch ihre ganz eigene Geschichte sehr lebendig und authentisch. Durch ihre ganz persönliche Geschichte sind sie dem Leser ganz nah. Ich finde es schön, dass die Protagonisten ihre ganz eigene Geschichten haben, die sich stetig weiterentwickelt und nicht nur stocksteife Figuren in der Handlung sind. Die Hauptprotagonisten Anna Wagner und Hendrik Norberg und seine Famile habe ich jedenfalls in mein Herz geschlossen.

Mein Fazit:
Ein ruhiger, aber dennoch sehr lebendiger Cold Case-Fall. Schöner Schreibstil und tolle Umgebungsbeschreibungen. Ich bin schon gespannt auf weitere Teile mit der tollen SOKO SPO.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.05.2021

Messerwerfende Spreewaldgurke

Verfehlt
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Ihr Chef PH befindet sich gerade auf dem Weg zum Nordkap und deswegen vertritt Kommissarin Klaudia Wagner ihn. Ausgerechnet dann findet ein Mord auf dem Speewaldfest statt. Eigentlich sind Klaudia und ...

Ihr Chef PH befindet sich gerade auf dem Weg zum Nordkap und deswegen vertritt Kommissarin Klaudia Wagner ihn. Ausgerechnet dann findet ein Mord auf dem Speewaldfest statt. Eigentlich sind Klaudia und ihr Team auf dem Spreewaldfest eingeteilt um Betrunkene aus dem Verkehr zu ziehen und Streitigkeiten zu schlichten. Doch dann fällt der Schützenkönig tot ins Wasser. Während die Bergung des Toten aus dem Wasser läuft, verfehlt Schiebschick, Klaudias väterlicher Freund, ein Messerwurf und kurze Zeit später wird auch er an einem anderen Ort mit einem Messer im Rücken gefunden. Hängen die beiden Taten zusammen. Wer ist der Messerwerfer? Zeugen sagen, sie hätten eine messerwerfende Gestalt im Gurkenkostüm gesehen. Aber wo ist sie abgeblieben?

"Vefehlt" ist der 6. Teil der Spreewald-Reihe mit Kommissarin Klaudia Wagner. Er lässt sich auch ohne großartige Vorkenntnisse gut lesen. Der Fall ist in sich abgeschlossen. Nur die private Geschichte der Charaktere entwickelt sich weiter, wer drauf Wert legt, sollte mit Band eins anfangen, um nicht gespoilert zu werden.

Es ist ein angenehmer flüssiger Erzählstil, der sich schnell wegliest. Bei dem ein oder anderen Protagonisten wird der Erzählstil passend zum Charakter abgeändert. Es wird dann auch teilweise etwas schnoddrig.

Die Dialoge zwischen den Charakteren wurden sehr lebendig gestaltet. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, ich stehe mit in der Runde oder sitze mit im gleichen Raum und verfolge das Gespräch hautnah.

In die Handlung wurde auch schön der Lokalkolorit perfekt eingewoben, nicht nur die Umgebung sondern auch das kulinarische wie z.B. der Gurkenschnaps, von dem ich vorher noch nie was gehört habe. Die tollen bildlichen Beschreibungen lassen einen beim Lesen tief in den Spreewald abtauchen.

Die Charaktere haben ihre Ecken und Kanten und auch ihr eigenes Privatleben, das sehr gut mit in die Handlung eingebunden wurde. Das Privatleben hat nicht überhandgenommen, sodass der Kriminalfall immer noch im Vordergrund gestanden hat. Die Entwicklung der Charaktere hat ein offenes Ende, was auf einen weiteren Band mit Klaudia Wagner Hoffnung macht.

Mein Fazit:
Ich war echt begeistert von "Verfehlt". Es war spannend und fesselnd bis zum Schluss mit schönen Lokalkolorit, der einen in den Spreewald abtauchen lässt. Freue mich schon auf einen nächsten Band und von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.04.2021

Spannende Welt der Zahlen

Der Kryptologe
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In der Kanalisation unter der Semperoper wird eine Frauenleiche in einem Galakleid gefunden. In ihren Händen und Füßen wurden rätselhafte Zahlenkombinationen geritzt. Sie ist die Frau eines Sensationsreporters. ...

In der Kanalisation unter der Semperoper wird eine Frauenleiche in einem Galakleid gefunden. In ihren Händen und Füßen wurden rätselhafte Zahlenkombinationen geritzt. Sie ist die Frau eines Sensationsreporters. Ihre Tochter Liliana wird noch vermisst. Arne Stiller ist nach seiner einjährigen Suspendierung zurück im Polizeidienst und soll den Fall übernehmen. Das Besondere an ihm, er ist Kryptologe und soll die rätselhaften Zahlenkombinationen lösen. Handelt es sich um das Spiel eines Psychopathen oder hängt es mit einer Skandalinzenierung an der Oper zusammen. Arne Stiller muss die Zahlenrätsel lösen und das vermisste Kind finden bevor es zu spät ist.

"Der Kryptologe" ist der Auftakt in eine neue Reihe von Autor Elias Haller wieder mit einem recht schrägen und eigensinnigen Ermittler.

Der Schreibstil war wie gewohnt flüssig und durch die kurzen Kapitel schnell zu lesen. Der Spannungsbogen wurde bis zum Schluss gehalten. Immer wieder gab es rätselhafte und unerwartete Wendungen bis zum Schluss. Immer wieder hab ich gedacht, ich wüsste endlich wer es ist, aber dann wurde mir doch wieder ein Strich durch die Rechnung gemacht. Bis zum Schluss war ich also ahnungslos und immer wieder auf die falschen Fährten reingefallen. Das fand ich klasse.

Arne Stiller finde ich sehr faszinierend. Er ist schräg, eigenbrötlerisch und hat seinen eigenen Willen. Mir hat auch seine humorvolle Art gefallen. Ein ums andere Mal musste ich echt schmunzeln.

Das Abtauchen in die Welt der Zahlen fand ich ebenso faszinierend. Ich selbst kann auch gut mit Zahlen umgehen, aber bei weitem nicht so wie der Kryptologe Arne Stiller es kann. Deswegen fand ich es interessant auch gleichzeitig etwas über Taschenrechnerworte zu erfahren. Ich wusste zwar das es welche gibt, aber doch nicht so viele.

Die verschiedenen Handlungsstränge haben für Abwechslung und Spannung gesorgt. Die Erzählungen und Rückblenden zu Täter und Opfer und deren Erlebnissen und Gefühlen haben die Handlung auch sehr realistisch gemacht.

Mein Fazit:
Elias Haller ist hier wieder ein klasse Thriller mit einem schrägen neuen Ermittler gelungen. Humorvoll und spannend bis zum Schluss. Für Thriller-Fans auf jeden Fall ein Lesemuss.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.04.2021

Ein Cold Case wird aktuell

Blutnebel
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Terroralarm in Oslo. In der Silvesternacht ist am Rathauskai eine Mülleimerbombe hochgegangen. Viele Menschen wurden verletzt und es gibt auch einige Tote. Kommissar Alexander Blix zieht ein Opfer aus ...

Terroralarm in Oslo. In der Silvesternacht ist am Rathauskai eine Mülleimerbombe hochgegangen. Viele Menschen wurden verletzt und es gibt auch einige Tote. Kommissar Alexander Blix zieht ein Opfer aus dem Wasser. Dieses Opfer ist keine Unbekannte für ihn. Es handelt sich um Ruth-Kristine Smeplass, die Mutter der vor zehn Jahren gekidnappten Patricia. Blix ermittelte damals in dem Fall, doch seine Ermittlungen blieben erfolglos. Er spürt durch den Bombenanschlag eine neue Spur und fängt die Ermittlungen wieder hervorzuziehen. Zusammen mit Emma Ramm deckt er wieder ein Verbrechen auf.

"Blutnebel" ist der zweite Band mit Kommissar Alexander Blix und Journalistin Emma Ramm. Er lässt sich unabhängig vom ersten Band lesen, doch ich empfehle zuerst den ersten Band zu lesen, da dieser hauptsächlich Emmas Psyche prägt.

Sehr gut gefallen haben mir wieder die unterschiedlichen Handlungsstränge und Perspektiven der einzelen Protagonisten, die hier und da auf einander treffen. Das hat bei mir für Abwechslung und Steigerung der Spannung gesorgt, da ich immer wissen wollte was als Nächstes passiert.

Wenn man die beiden Bände miteinander vergleicht, finde ich, dass Band 2 das komplette Gegenteil zu Band 1 ist. Während Band 1 sehr temporeich und von Hochspannung geprägt war, steht hier in Band 2 die Ermittlungsarbeit des Cold Case "Patricia" im Vordergrund.

Die Ermittlungsarbeit war sehr interessant und spannend. Stück für Stück werden die einzelnen Puzzleteile zusammengesetzt bis ein klares Bild entsteht. Als Leser kann man dem sehr gut folgen und wird eingeladen mitzurätseln.

Die Charaktere Blix und Emma werden wieder weiterentwickelt und bekommen noch mehr Tiefe. Man bekommt ihre privaten Probleme und bei Emma ihre angeschlagene Psyche zu spüren, was beide Charaktere lebendig, natürlich aber auch sympathisch macht.

Mit dem angenehmen und flüssigen Schreibstil und den Beschreibungen hat das Autorenteam eine tolle düstere Atmosphäre geschaffen.

Mein Fazit:
Wieder ein sehr gelungener Band des Autorenteams. Düstere Atmosphäre, ein ungeklärter Cold Case und lebendige Charaktere. Eine sehr interessante Ermittlungsarbeit macht es spannend und sehr lesenswert.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere