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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.05.2017

Ein tolles Jugendbuch zwischen Fantasy und zwischenmenschlichen Gefühlen

Winterseele. Kissed by Fear
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Winterseele - Sie ist kalt. Sie fühlt nichts, keine Liebe, keine Trauer, kein Mitgefühl.

Elizabeth ist eigentlich ein ganz normales Mädchen. Nur ist sie so leer, wie man es nur sein kann. Sie empfindet ...

Winterseele - Sie ist kalt. Sie fühlt nichts, keine Liebe, keine Trauer, kein Mitgefühl.

Elizabeth ist eigentlich ein ganz normales Mädchen. Nur ist sie so leer, wie man es nur sein kann. Sie empfindet rein gar nichts und alle Gefühle halten sich von ihr fern; wortwörtlich.
Die Gefühle kann sie nämlich sehen. Schuld, Trauer, Reue, Liebe. Alle haben es aufgegeben etwas in ihr zu wecken, ihre Leere zu durchbrechen. Nur einer versucht es noch immer: Fear, also die Angst. Doch auch bei den intensivsten Berührungen und Illusionen, vermag er keine Reaktion hervorzurufen.
Er will dem auf den Grund gehen und herausfinden was mit ihr passiert ist und wer oder was ihr das angetan hat.

Inhaltlich kann der Roman wirklich punkten. Die Idee ist wirklich toll und einzigartig. Eine Prise Romance etwas Fantasy zusammen mit etwas Gespür für die Entwicklung und Darstellung der Charaktere. Die zwischenmenschlichen Gefühle kommen wirklich gut zur Geltung und hin und wieder entdeckt man auch sich selbst.
Sprachlich ist es natürlich recht schnell und simpel erzählt. Dies tut der Gesamtdarstellung aber nichts und man kann sich trotzdem gut einfinden.
Zwischenzeitlich hat es sich trotz allem etwas gezogen. Man konnte die Handlung hin und wieder vorhersehen und richtige Plot Twists gab es keine. Gegen Ende gab es auch das ein oder andere, was ich nicht ganz so rund fand.

Trotz allem ist das Buch sehr liebevoll erzählt und regt zum Nachdenken an.

Veröffentlicht am 08.05.2017

Ein Sachbuch zwischen Gefühlen und Humor

Das Buch der Gefühle
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Ein Buch über die Gefühle.
Und es weckt Gefühle, man findet sich selbst und denkt sich "Oh ja".
Hin und wieder bohrt es in eigenen Wunden, schafft so aber etwas Klarheit, um sich selbst in Klarem zu werden ...

Ein Buch über die Gefühle.
Und es weckt Gefühle, man findet sich selbst und denkt sich "Oh ja".
Hin und wieder bohrt es in eigenen Wunden, schafft so aber etwas Klarheit, um sich selbst in Klarem zu werden was mit einem los ist.
Hier werden Worte gefunden für Gefühle, die man nicht beschreiben kann, die man kaum zu fühlen fassen kann.
All dies wird aber nicht ohne eine gewisse Prise Humor getan. Die Autorin bringt einen zum Schmunzeln, zum Lächeln und manchmal auch zum herzhaften Lachen.
Simple Beispiele aus dem Alltag werden gefunden, aber auch tiefgreifendere und kompliziertere Beispiele werden angeführt, wie z.B. bedeutende literarische Werke aus allen Jahrhunderten (und Jahrtausenden), sowie historische Fakten und Kulturgut.

Die Sprache des Buches ist einfach gehalten, eben für den weniger gebildeten Bürger. Wer sich dennoch weiter bilden möchte, findet im Anhang das Verzeichnis der aufgeführten und genutzten Literatur und kann sich bei Interesse dort noch mehr Input holen.
Ansonsten ist es aufgeteilt wie ein Lexikon: Alphabetisch mit Inhaltsverzeichnis. Man muss es somit nicht chronologisch lesen, sondern kann es eben auch nach etwas Interessanten durchblättern und sich leiten lassen. Es werden immer wieder Bezüge zu anderen Gefühlen hergestellt, wodurch man auch bereits Gelesenes weiter verinnerlicht.

Insgesamt ist es eines der besten Sachbücher, die ich bisher gelesen habe. Es kombiniert die Vermittlung von Wissen mit Humor. Man entdeckt neue Seiten an sich selbst und lernt einige Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachen. Schlicht und ergreifend baut sich eine gewisse Empathie nicht nur für den Mitmenschen, sondern auch für einen Selbst auf.

Veröffentlicht am 30.04.2017

Ein spannender, kurzweiliger Jugendroman

Guides - Die erste Stunde
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Ein UFO stürzt ab, mitten in Minnesota.
Alice' Vater arbeitet bei der NASA und reist mit ihr gemeinsam zum Ort des Geschehens - mitten ins Krisengebiet hinein.
Ausnahmezustand - was befindet sich im UFO? ...

Ein UFO stürzt ab, mitten in Minnesota.
Alice' Vater arbeitet bei der NASA und reist mit ihr gemeinsam zum Ort des Geschehens - mitten ins Krisengebiet hinein.
Ausnahmezustand - was befindet sich im UFO? Friedlich oder vielleicht doch nicht?

Das soll es zum Inhalt sein, denn den Rest soll man schön selber lesen, denn es lohnt sich! Ein Roman zum Miträtseln.
Der Autor schafft es ungeahnte Wendungen und Grausamkeiten herbeizuführen, er fesselt den Leser bis zum Schluss.
Seine gesamte Geschichte hat er sehr gut recherchiert und Tatsachen zusammen mit Fiktion erzählt. Dabei kommt nicht nur moderne Raumfahrt zum Tragen, sondern auch uralte Traditionen und Mythen.
Die Sprache ist entsprechend einem Jugendroman: Simpel zu lesen, und temporeich. Dadurch wird der Roman etwas kurzweilig, aber keinesfalls schlechter.
Ich muss allerdings sagen, dass ich es stellenweise etwas naiv erzählt finde und auch das Ende konnte mich nicht ganz überzeugen.
Aber es ist nunmal ein Jugendroman auf 260 Seiten und dementsprechend ist er wirklich gut und ich möchte eine Leseempfehlung für alle Science-Fiction-Fans aussprechen, besonders die Jüngeren. Für sie sollte es genau das Richtige sein!

Veröffentlicht am 28.04.2017

Eine gelungene Fortsetzung

Schattenstürmer
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Die Reise geht weiter!
Garrett und seine Truppe ziehen weiter um nach Hrad Spine zu gelangen, um das Horn des Regenbogens zu bergen.
Mit den Wilden Herzen und einigen Elfen schläft sich Garrett durch neue, ...

Die Reise geht weiter!
Garrett und seine Truppe ziehen weiter um nach Hrad Spine zu gelangen, um das Horn des Regenbogens zu bergen.
Mit den Wilden Herzen und einigen Elfen schläft sich Garrett durch neue, ihm unbekannte Lande, wobei ihnen immer wieder Feinde den Weg kreuzen.

An sich eine gelungene Fortsetzung. Der Abenteuercharakter des Buches bleibt erhalten. Allerdings werden hier noch weitaus mehr Kämpfe und entsprechend auch Blut geboten. Man kommt nicht umhin den Autor zu verfluchen.
Den ersten Teil fand ich aber besser, wenn auch nicht so actionreich. Er enthielt mehr Mystic, mehr Rätsel und vor allem: mehr Garrett!
In diesem Teil wirkt er mir eher wie ein Mitläufer der Elfen und Wilden Herzen. In den Kämpfen muss meist er beschützt werden. Er kommt immer recht glimpflich davon, auch wenn es oft glückliche Zufälle zu sein scheinen. Der Roman verliert dadurch etwas an Reiz, weil immerhin Garrett der Protagonist ist, aber ich hoffe und denke, dass sich das mit dem dritten Teil wieder bessern wird.
Die Sprache ist hin und wieder etwas verwirrend: Was ist jetzt genau mit wem passiert? Wer kämpft, wer liegt am Boden und wer ist tot?
Zeitweise kommen so viele Personen gleichzeitig vor, dass es schwierig sein kann den Überblick zu behalten.

Trotz allem ist es ein gut gelungener zweiter Teil, der etwas schlechter als der erste Teil ist, aber dennoch sehr gut. Die Geschichte an sich punktet hier und auch die Erzählweise des Autors. Der Charakter um Garrett hat in diesem Teil leider etwas nachgelassen, wobei Kli-Kli immer sympathischer

Veröffentlicht am 21.04.2017

Science-Fiction und Gesellschaftsphilosophie auf moralischer Ebene

Die unbeschriebene Welt
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Paul wacht auf in einer neuen Welt, ohne Erinnerungen. Was ist passiert? Wer ist er?
Er trifft auf Will, einem Bürger aus dem nahen Dorf Memoria, in welchem er seine neue Heimat finden wird. Alle Bürger ...

Paul wacht auf in einer neuen Welt, ohne Erinnerungen. Was ist passiert? Wer ist er?
Er trifft auf Will, einem Bürger aus dem nahen Dorf Memoria, in welchem er seine neue Heimat finden wird. Alle Bürger in Memoria haben ihre Erinnerung an das vorher Geschehene verloren.
Sie leben in einer freien Gesellschaft - friedlich miteinander und Jeder bringt das ein, was er leisten kann. Keine Währung, keine Konkurrenz, kein Kampf. Doch Paul erlangt seine Erinnerungen plötzlich zurück und nichts ist mehr wie zuvor. Alte Werte, Gewohnheiten und Zweifel sowie Misstrauen kommen zurück an die Oberfläche.
Robert Hoffmann hat mit diesem Roman etwas geschaffen, dass zum Nachdenken anregt: Über unsere Wertvorstellungen, unsere Moralvorstellungen und unserer Vorstellungen über die freie Gesellschaft oder die Gesellschaft überhaupt.
Von Geburt an werden wir in dieser Gesellschaft großgezogen und zu einem produktiven, wettbewerbseifrigen Teil dieser erzogen.
So enstehen entschuldigende Aussagen wie "Das ist eben der Mensch" - "Das ist die Natur des Menschen". Doch was, wenn dem nicht so ist? Wenn das nur das Resultat dessen ist, was die Gesellschaft mit ihrem Konkurrenzdenken aus uns macht?
Dieser Frage wird hier auf den Grund gegangen, sie wird auseinandergenommen, Stück für Stück.

Trotz der philosophischen Ebene bleibt die Sprache stets gut verständlich, der Autor weiß, wie er das, was er sagen möchte, mit den richtigen Worten auf den Punkt zu bringen.
So wird auch die Geschichte, die er baut, nicht langweilig oder langatmig, sondern bleibt immer spannend.
Jedoch hat mich der Klappentext erst eine völlig andere Richtung der Geschichte erahnen lassen, somit möchte ich sagen, dass das Buch eine klare Leseempfehlung für Science-Fiction Fans ist!
Für Leser, die mit diesem Genre, aber eher weniger anfangen können, ist es vielleicht eher nichts.
Die Worte, die der Autor hier findet, um unsere so verrückte und komplizierte Welt zu beschreiben sind atemberaubend. Man hat urplötzlich das Gefühl, dass alles so einfach scheint, weil es in wenige Worte perfekt zusammengefasst ist.

Der Roman wird noch lange einen Nachklang haben und mich lange verfolgen. Viele Stellen werde ich mir häufiger zur Hand nehmen, denn sie strahlen schlicht eine Art Weisheit aus, um die Welt ein Stück besser zu verstehen.