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Veröffentlicht am 02.10.2023

Hidden Memories

Ein Fluss so rot und schwarz
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Desorientiert und ohne Erinnerung an sich selbst wacht ein Mann auf einem Militärboot auf. Seine Haare sind rasiert, er hat OP-Narben und auf seinem Handgelenk steht ein Name: Huxley. Zusammen mit ihm ...

Desorientiert und ohne Erinnerung an sich selbst wacht ein Mann auf einem Militärboot auf. Seine Haare sind rasiert, er hat OP-Narben und auf seinem Handgelenk steht ein Name: Huxley. Zusammen mit ihm befinden sich fünf weitere Personen auf dem Schiff, alle in derselben Situation, sowie ein toter Mann, der offensichtlich Selbstmord begangen hat. Nach und nach finden die Frauen und Männer heraus, dass sie sich auf einer Selbstmordmission ins zerstörte London befinden, auf einer Themse, in und an der es vor tödlichen Wesen wimmelt, die einmal Menschen waren. Nur ein Satellitentelefon begleitet sie und gibt automatische Anweisungen. Was ist passiert? Warum können sie sich nicht erinnern? Doch Erinnerungen sind tödlich ...

Ich bin ein großer Fan von Anthony Ryans Fantasyepen und so war klar, dass mich auch seine erste Dystopie/sein erster Mysteryhorror interessieren würde. Es ist ein typischer Vertreter des Genres, nicht wirklich etwas Neues, aber gut erzählt und mit einigen Monstern und Hintergründen, wie man es für eine Mischung aus den Glorreichen Sieben meets Walking Dead erwartet. Die Stimmung ist düster - nicht wirklich gruselig oder gar echter Horror, aber mit einer unterschwelligen Erwartung ständiger Gefahr trotzdem fesselnd und gut zu lesen. Von mir aus darf sich der Autor gern öfter in dieses Genre wagen.

Veröffentlicht am 01.10.2023

Es war einmal

Ever & After, Band 1 - Der schlafende Prinz
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Rain White ist eine Nachfahrin von Schneewittchen und als solche mit 18 Jahren verpflichtet, den schlafenden Prinzen zu küssen, wie alle jungen Frauen in dem Alter, die von Märchenfiguren abstammen. Der ...

Rain White ist eine Nachfahrin von Schneewittchen und als solche mit 18 Jahren verpflichtet, den schlafenden Prinzen zu küssen, wie alle jungen Frauen in dem Alter, die von Märchenfiguren abstammen. Der schlafende Prinz tut selbiges schon seit so vielen Jahren, wie die Magie verschwunden ist und mit seinem Erwachen soll zwar die Apokalypse, aber auch die Magie zurückkommen. Und sieben Prüfungen warten auf die Nachfahren und nur die Familie, die alle besteht, wird selbst weiterbestehen. Rain hat gar nicht richtig Lust auf die ganze Sache, aber mit ein paar Entführungen und Bedrohungen seitens der Älteren aus den Familien überwindet sie sich, den Totenschädel zu küssen. Leider hat das ungeahnte Auswirkungen - auf so ziemlich alles.

Ich mag Märchenfantasy und was der Autorin gut gelungen ist, sind ihre eigenen erfundenen Märchen. Sie entwickelt aus den Grimmschen Vorlagen eine Art Märchen meets Walking Dead, nur statt der Untoten die zehn Plagen der Apokalypse - falls diese die Heuschrecken gegen Wölfe ausgetauscht hätten. Es gehen extrem viele Leute auf ziemlich verstörende Weise drauf - lediglich die Protagonistin ist nicht halb so verstört wie erwartet, weil es da einen neuen Jungen in ihrer Umgebung gibt, bei dem sie selbst während gefährlicher Fluchten vor riesigen Wölfen, Ratten, Märchenfieslingen und sterbenden Bewohnern umgebender Dörfler noch genügend Zeit gibt festzustellen, wie heiß der eigentlich ist. Und zwischendurch auch zu überlegen, ob nicht ein alter Kindheitsfreund ganz schön scharf ist, weil er jetzt mit Waffen umgehen kann.

Was ich auch nicht so richtig nachvollziehen konnte, war die Ausgangslage. Jeder wusste, der schlafende Prinz ist the Evil One. Dennoch sind alle heiß darauf, ihn aufzuwecken, obwohl jeder weiß, dass dann die Apokalypse droht? Wäre das nicht ein bisschen so, als würde man versuchen den Österreicher mit dem Schnauzbart und der feuchten Aussprache von den Toten zurückzuholen in der Hoffnung, von ihm Polen geschenkt zu bekommen? Mir ist schon klar, dass einige blaue Wähler bei der Vorstellung feuchte Träume hätten, aber dass da alle diese Märchenfamilien diesen Unsinn mitmachen - zumal einige von denen eh reich und berühmt sind - erschließt sich mir nicht.

Auch nicht, dass einige ihre Nachfahren vernünftig trainiert werden für die Zombiedystopie, während andere ihre Kids einfach mal so im Unklaren lassen oder bestenfalls noch Märchen vorlesen. Klingt das irgendwie logisch? Für mich nicht so richtig. Man hätte die Geschichte auch ein bisschen straffen sollen und eventuell wären ein paar weniger Verletzungen der Protagonisten realistischer - zumindest für das, was sie danach noch mit ebenjenen Verletzungen ohne groß Nahrung und Ruhe anstellen konnten - aber es ist ja ein Märchen. Oder so. Immerhin hat mich das Buch weitaus besser unterhalten als das letzte Buch der Autorin, sodass ich fast schon Hoffnung habe, im zweiten Band gebe es eine interessante Auflösung des Ganzen.

Veröffentlicht am 26.09.2023

Höllenpflanze

Der Wald
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In aller Welt treffen sie ein: die kleinen Päckchen ohne Absender und nur mit ein paar seltsamen Samen. Wer sie einpflanzt, bereut es schon bald, denn sie wuchern, vermehren sich, verdrängen nicht nur ...

In aller Welt treffen sie ein: die kleinen Päckchen ohne Absender und nur mit ein paar seltsamen Samen. Wer sie einpflanzt, bereut es schon bald, denn sie wuchern, vermehren sich, verdrängen nicht nur die anderen Pflanzen, sondern verbreiten Krankheiten. Dann gibt es die erste Tote und sie wird nicht die Einzige bleiben. Als der Pflanzenneurologe und Autor Marcus Holland auf einer Leserese in den USA ist, passiert etwas Schreckliches: Zuerst versucht eine Frau, ihn umzubringen, dann wird er von den Behörden gebeten, ihnen bei der Bekämpfung der "Höllenpflanze" zu helfen. Bald findet sich Holland nicht nur auf einer fieberhaften Suche nach einem Gegenspieler wieder, die ihn nicht nur nach China und in historische Geheimnisse führt, sondern auch sein Leben und das der gesamten Menschheit bedroht.

Hier haben wir einen ökologischen Thriller vorliegen, der mit What-ifs spielt, deren Eintreffen gar nicht mal so unwahrscheinlich ist. Pflanzen, die miteinander kommunizieren (kennt man schon), Pilze, die eine Art unterirdisches Wood Wide Web bilden (kennt man auch schon), megaschlaue Ki (bestimmt nicht mehr so fern): Das wird in rasante Szenen mit einer Jagd um den Erdball verpackt, in viele kurze Kapitel, mit sehr guter Recherche und dem Verknüpfen verschiedener Erkenntnisse, die man bereits hat. Nicht ganz glücklich war ich mit einigen Actionszenen, die entweder James-Bond-like abliefen oder bei denen sehr unwahrscheinliche Zufälle aus der Patsche halfen. Gut hingegen hat mir der offene Schluss gefallen, in den man dann doch wieder selbst hineininterpretieren konnte, was man wollte. Alles in allem eine kurzweilige, spannende Lektüre.

Veröffentlicht am 21.09.2023

Wachkoma

Brynmor University – Geheimnisse
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Seit zehn Monaten liegt Samuels Bruder im Wachkoma. Seit er in diesem Zustand auf dem Campus der Brynmor University aufgefunden wurde. Samuel schwört, dass er herausfinden wird, was damals geschehen ist, ...

Seit zehn Monaten liegt Samuels Bruder im Wachkoma. Seit er in diesem Zustand auf dem Campus der Brynmor University aufgefunden wurde. Samuel schwört, dass er herausfinden wird, was damals geschehen ist, und er schreibt sich in Brynmor ein. Er verdächtigt eine geheime Studentenverbindung, etwas mit Philipps Zustand zu tun zu haben und versucht alles, um in diese Verbindung aufgenommen zu werden. Doch dann trifft er auf Connor und die beiden kommen sich näher. Aber nicht nur die Studentenverbindung verbirgt etwas, auch Connor hat seine Geheimnisse und je näher sich Samuel und Connor kommen, desto mehr stehen diese Geheimnisse zwischen ihnen.

Ja, ich weiß nicht, warum ich dachte, mit einer queeren Liebesgeschichte würde so eine Campusstory spannender oder weniger kitschig. Dem war nicht so. Auch Dark Academia war es eigentlich nicht. Es gibt zwar diese ominöse Studentenverbindung, die spielt aber tatsächlich eigentlich absolut keine Rolle. Und was Philipps Wachkoma ausgelöst hat, war auch sehr zeitig klar. Gut gefallen hat mir der unaufgeregte Schreibstil und dass von Anfang an Respekt zwischen Samuel und Connor herrschte - bei Heterobeziehungen wird der Typ ja gern mal als totales A... ch dargestellt. Was eine gute Message bringen sollte, aber auf Dauer beinahe Augenrollen bei mir auslöste, waren die ganzen ach-so-vernünftigen-und-verständnisvollen Personen, die rechts und links auftauchten und kluge Ratschläge gaben. So konnten kaum Konflikte auftreten, die irgendwie gelöst werden mussten. Alles in allem hat mich das Buch jetzt nicht ins Wachkoma fallen lassen, aber es war auch nicht so, dass ich es nicht jederzeit hätte weglegen können oder vor lauter Spannung meine Fingernägel hätten dran glauben müssen.

Veröffentlicht am 18.09.2023

Hexenakademie

Bronwick Hall – Dornengift
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Blaine Harrow ist die Tochter eines Rebellen, der vor zwölf Jahren gefasst und eingesperrt wurde. Die junge Hexe leidet noch immer darunter, denn niemand traut ihr wirklich, weder ihre eigene Familie noch ...

Blaine Harrow ist die Tochter eines Rebellen, der vor zwölf Jahren gefasst und eingesperrt wurde. Die junge Hexe leidet noch immer darunter, denn niemand traut ihr wirklich, weder ihre eigene Familie noch ihre Kommilitonen in Bronwick Hall. Sie versucht daher, immer ihre wahren Fähigkeiten zu verbergen und unter dem Radar zu bleiben. Das ändert sich abrupt, als ein neuer Professor die ehrwürdigen Hallen betritt. Henry Saints ist nur vier Jahre älter als seine Studenten, sieht extrem gut aus und durchschaut Blaine sofort. Als dann Blaines Verlobter von Rebellen vergiftet wird, müssen sie und Saints zusammen in die gefährliche Unterwelt, um ein Gegenmittel zu finden.

Puh. Wo fange ich an? Eigentlich finde ich Dark Akademia richtig gut - jedenfalls, wenn sie richtig gut aufgezogen werden. Das war hier nicht der Fall. Schon allein das Worldbuilding ergab überhaupt keinen Sinn. Blaine und Co sind Hexen/Hexer, die sich irgendwie in magischen Blasen abseits der Menschenwelt verstecken - warum eigentlich? Sie sehen aus wie Menschen, bewegen sich wie Menschen, denken wie Menschen - warum also den Stress des Versteckens auf sich nehmen? Dann gab es mal irgendwelche Titanen, mit denen sie in einer Unterwelt gelebt haben, die sind von einer bösen Hexe verraten worden, woraufhin sie sauer waren und alles zerstört haben. Die Titanen sind noch immer in der Unterwelt und wenn man aus der alten Heimat was braucht, muss man gefährliche Expeditionen starten. Scheinbar reicht alle Magie der Gesamtheit der Hexen/Hexer nicht aus, um sechs nervige Titanen zu erlegen oder wenigstens irgendwie zu neutralisieren.

In der magischen Uni gibt es Wächter mit Pferdeköpfen, weil ...? Vielleicht existiert zu viel Heu in der Hexenblasenwelt. Außerdem gibt es einen mächtigen Geschäftsmann, der sich ständig in der Uni rumtreibt, weil ...? Auf jeden Fall ist er der einzige, der anfangs immer nett zu Blaine ist. Statt eines sinnvollen Worldbuildings bekommen wir hier ein Mädchen, das zwar einerseits verständlicherweise gern unter dem Radar bleibt, andererseits aber irgendwie zur Elite der Uni gehört, weil ..? Auf den ersten Blick weiß der megaheiße, junge, neue Professor, dass er mit Blaine ein special snowflake gefunden hat, was sich auch gleich daran beweist, dass sie nicht nur die Beste in einer Magieform, sondern gleich allen sechs ist. Und zuerst ist der Professor extrem unhöflich und abweisend, und als ich mal blinzeln musste, war Blaine in ihn verliebt und er zeigt ähnliche Anzeichen. Das konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen. Allgemein war die ganze Geschichte dermaßen wirr und nicht nachvollziehbar, dass ich sie als anstrengend empfand, weil meine Fragen überhaupt nicht beantwortet wurden. Hier geht es allerdings auch nicht wirklich um Dark Akademia, sondern einfach nur um den Lehrer/Schülerin-Trope und irgendwelche romantischen Anwandlungen. Dazu bedarf es natürlich keiner Logik. Schade.

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