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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.03.2026

Mnemoskopie

Die Geister von La Spezia
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1822. Mary Shelley, die berühmte Autorin von Frankenstein, lebt im Exil in Italien. Ihr Mann Percy ist vor kurzem beim Segeln ertrunken und sie trauert, als plötzlich eine exzentrische Person bei ihr auftaucht: ...

1822. Mary Shelley, die berühmte Autorin von Frankenstein, lebt im Exil in Italien. Ihr Mann Percy ist vor kurzem beim Segeln ertrunken und sie trauert, als plötzlich eine exzentrische Person bei ihr auftaucht: Pat Colombari. Pat ist eine Spezialagentin und arbeitet tatsächlich an sehr speziellen Fällen und mit sehr speziellen Methoden. Dazu gehören Erinnerungsreisen, die Mnemoskopie, die sie mit wundersamen technischen Mitteln vollbringt. Dabei reist sie in und mit den Erinnerungen ihrer Klienten in die Zeit zurück, um herauszufinden, was wirklich passiert ist. Dabei lernt Pat nicht nur Lord Byron und dessen Freunde kennen, sondern auch, welche unheimlichen Ereignisse stattgefunden haben.

Ich mochte wirklich sehr die Atmosphäre, die der Autor die meiste Zeit heraufbeschwören konnte. Wie er die wahrscheinlich tatsächlichen Ereignisse am Genfer See mit seinen fantastischen Ausführungen verbindet, gefällt mir gut. Auch Pat selbst mochte ich, obwohl sie mir ein bisschen zu modern vorkam, selbst wenn man bedenkt, dass sie sich durch Mary im Dunstkreis von Lord Byron bewegt hat mit ihren Erinnerungsreisen. Und so sehr ich auch oft eine Art Sog beim Lesen verspürt hatte, so zog sich doch manches, gerade im Mittelteil des Buches, arg dahin, sodass ich nicht immer den unbedingten Willen zum Weiterlesen hatte. Alles in allem ist das Ganze ein guter Abstecher in einen modernen Schauerroman, dem ein paar Kürzungen oder zumindest Straffung gutgetan hätte. 3.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 07.03.2026

Filmriss

Revenge
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Eigentlich wollte sich Liv am Samstagabend nur schnell in der Tankstelle Nervenfutter für einen Lernmarathon besorgen und das Einzige, was sie sich fragen sollte, war: Schokolade oder Kekse? Hinter der ...

Eigentlich wollte sich Liv am Samstagabend nur schnell in der Tankstelle Nervenfutter für einen Lernmarathon besorgen und das Einzige, was sie sich fragen sollte, war: Schokolade oder Kekse? Hinter der Theke der Tankstelle steht Vince, ein Schüler im Abschlussjahr, den sie nur flüchtig kennt. Ausgerechnet, als dessen Freundin Sara ihn besucht, wird die Tankstelle überfallen und Vince angeschossen. Die beiden Mädchen sind Zeuginnen, doch was haben sie gesehen? Und wie wirkt sich diese Tat weiter aus? Beide haben Geheimnisse, die sie um jeden Preis schützen wollen, doch der Täter ist noch lange nicht fertig ...

Das Buch ist auf zwei Zeitebenen aufgeteilt, wobei die frischesten Ereignisse mit "Diese Nacht" betitelt sind und kursiv gestaltet. Auch wird Sara dort in der Ich-Form Präsens dargestellt, obwohl sie im Rest des Buches die ganze Zeit in der dritten Person Präteritum daherkommt, das ist vielleicht nicht jedermanns Sache. Die Geschichte selbst ist spannend und aktuell, ganz stark kommt hier die Metoo-Debatte zum Tragen. Wer da empfindlich ist, sollte auf jeden Fall die Content Notes beachten. Ein paar Sachen hätte ich gern noch genauer geklärt, zum Beispiel, was mit Livs und Leos Vater los war, wie es bei Sara weitergeht, was mit Vince Vater ist etc. Aber alles in allem war es ein sehr gut geschriebener und kurzweiliger Jugendthriller.

Veröffentlicht am 05.03.2026

Serienkillerin im Ruhestand

Betreutes Morden
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Wenn eine Serienkillerin in eigener Sache ermittelt, müssen vorher ziemlich skurrile Dinge passiert sein. Und so ist es auch. Carol ist nach 35 Jahren aus dem Gefängnis heraus und zieht in Sheldon Oaks ...

Wenn eine Serienkillerin in eigener Sache ermittelt, müssen vorher ziemlich skurrile Dinge passiert sein. Und so ist es auch. Carol ist nach 35 Jahren aus dem Gefängnis heraus und zieht in Sheldon Oaks ein, einer gehobeneren Seniorenresidenz. Was sie nicht weiß: Dort leben fast ausschließlich ehemalige ErmittlerInnen oder Leute aus dem Ministerium a.D. Was sie außerdem nicht erwartet hätte: Dass direkt vor ihrer Nase jemand ermordet wird. Und wer wird natürlich des Mordes beschuldigt? Sie, ganz klar. Allerdings hat Carol keine Lust, für einen Mord hinter Gitter zu wandern, für den sie nicht zuständig ist, also stellt sie eigene Nachforschungen an. Denn wer könnte sich besser in einen Mörder hineinversetzen als sie?

Ich habe das Buch gern gelesen. Es schwimmt natürlich ein bisschen auf der Donnerstagsmordclub-Welle mit und kann zwar nicht ganz mithalten, aber es bringt mit der ermittelnden Serienkillerin immerhin einen eigenen, originellen Aspekt mit rein. Da Carol mindestens 2/3 des Buches niemand über den Weg traut (Kunststück, immerhin konnten ihr sieben Morde nachgewiesen werden), ist sie eine Zeitlang allein unterwegs, aber es zeichnet sich schon gut ab, in welche Richtung sich das Ganze entwickelt, sollte eine Serie daraus entstehen. Und wisst ihr was? Ich hätte schon Lust, die Killerin im Ruhestand und ihre neuen Bekannten, die ErmittlerInnen im Ruhestand, weiter zu begleiten. Manchmal war es mit dem Humor ein bisschen drüber - ich kann über das Nachdenken, jemandem die Hand in den Mixer zu stecken, nicht lachen, aber solange das nicht zu oft vorkommt (oder am besten in den möglichen Nachfolgern gleich abgeschafft wird) kann ich drüber hinwegsehen. Zusammengefasst: Ein Einstieg, der Lust auf mehr macht.

Veröffentlicht am 04.03.2026

Katzen, Kaffee, Kleinstadtfeeling

Werecat Café
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Dorothy Murphy ist ein Drilling, magische Tierärztin und außerdem Hexe. Weil sie noch nie aus ihrem Kleinstadtleben ausgebrochen ist, will sie in Canterbury zum Friseur gehen. Auf dem Weg dorthin findet ...

Dorothy Murphy ist ein Drilling, magische Tierärztin und außerdem Hexe. Weil sie noch nie aus ihrem Kleinstadtleben ausgebrochen ist, will sie in Canterbury zum Friseur gehen. Auf dem Weg dorthin findet sie mitten auf dem Gehweg einen Katzenkorb samt Katze mit einer Adresse: der des in der Nähe befindlichen Katzencafés. Sie bringt die Katze dorthin und trifft dort auf den grummeligen Besitzer Elliot trifft, der prompt von der Katze gebissen wird und dadurch zu einem Werkater wird. Jetzt muss Dorothy nicht nur Elliot von diesem Fluch befreien, sondern ihm auch helfen, sehr viel Geld aufzutreiben, weil das Café durch die Vorbesitzerin hochverschuldet ist. Und von alldem darf der Hexenrat nichts erfahren, weil jegliches Involvieren mit einem Werfluch mit Gefängnis bestraft wird.

Ja, nun. Der Klappentext klang vielversprechend cosy und man bekommt auch richtig hübsche Katzen- und Cafévibes. Allerdings ergeben viele Sachen auch nicht wirklich Sinn. Fängt schon mit ein paar Gedankengängen an. Dorothy marschiert inkognito durch Canterbury, findet den Korb mit Adresse (das Café) und denkt hinterher ernsthaft: Oh, der Werbiss der Katze sollte garantiert meinem Hexenzirkel gelten! Dann gibt es diesen Schurken, der zwar zaubern kann, aber anscheinend zu blöd ist, sein wahres Opfer zu finden. Und Dorothy macht wochenlang nichts, um doch ihrer großen Liebe zu helfen - ich meine, Streit hin oder her, aber ist sie eine Hexe oder was? Da könnte man sich doch was einfallen lassen? Magischer Banküberfall oder gemeinsamer Hexenausflug, um den Schurken zu stellen oder so? Nooo, nicht Dorothy. Die sitzt als Princess Valium zuhause und jammert. Der Schuss ist auch eher unbefriedigend, weil nicht selbst von den ProtagonistInnen gelöst. Zusammengefasst: Wer Katzen, Kaffee und Kleinstadtfeeling mag, dazu eine Romance samt recht unnötiger und irgendwie weirde Spiceszene, und nicht allzu viel Wert auf Logik legt, der ist mit diesem Buch gut bedient. Außerdem gibt es hübsche Zeichnungen, deshalb habe ich meine Bewertung von 2.5 auf 3 Punkte hochgestuft.

Veröffentlicht am 02.03.2026

Gartenzeit

Blütenpracht und Ernteglück – Dein Weg zum Traumgarten
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Mit diesem Werk haben wir ein praktisches Handbuch vorliegen, das vieles richtig macht, an einigen Stellen aber auch ratlos zurücklässt. Man kann und sollte sich natürlich in dem Fall an anderer Stelle ...

Mit diesem Werk haben wir ein praktisches Handbuch vorliegen, das vieles richtig macht, an einigen Stellen aber auch ratlos zurücklässt. Man kann und sollte sich natürlich in dem Fall an anderer Stelle kundig machen, aber es bringt doch auch erst einmal ins Grübeln.

Doch vorneweg. Ich weiß, dass es einige Kritik am Aufbau des Buches gibt. Die teile ich nicht. Ich empfinde das alles als sehr übersichtlich und vor allem in vielen Dingen als informativ. Ob es jetzt darum geht, wo man welche Pflanzen am besten anbaut (sonnig, halbschattig oder schattig), wer sich mit wem verträgt oder die Grundlagen, mit denen man sich vertraut machen sollte, um erfolgreich zu gärtnern: Ich finde das sehr gut aufbereitet. Gerade die Tabellen mit den Nachbarn, die Fruchtfolge oder auch die Beispielbeete sowie den jeweiligen Zeitpunkt der Aussaat sind sehr nützlich. Das ist natürlich auch kein Buch zum Auswendiglernen, sondern eines, in dem man immer wieder nachschlagen und sich informieren kann.

Was mich ein bisschen gestört hat, sind zwei Dinge: Zuerst einmal - ja, die Fotos sind wohl durchweg sehr künstlerisch gestaltet. Ich persönlich hätte es jedoch lieber gehabt, wenn sie eher sachlich gewesen wären, sodass man einfach einen guten Blick auf alles hat. Mir nützt eine weichgezeichnete Nahaufnahme nichts, wenn ich mir ein Gesamtbild machen möchte. Und ich hätte auch gern mehr Blicke auf die Beete und den Garten allgemein geworfen, ohne dass die Autorin jeweils sehr prominent davor in Szene gesetzt wird. Und zweitens, ihre Erklärung, wie man aus Paletten ein Hochbeet baut. Egal, wo ich mich bisher im Netz kundig gemacht habe, da werden keine Paletten aufeinander gestapelt, je nachdem, welche Höhe man haben möchte, sondern sie werden im Viereck angeordnet. Sonst könnte man sie ja auch nicht füllen. Keine Ahnung, ob das einfach nur schlecht erklärt/ausgedrückt wurde, aber so wie hier im Buch beschrieben geht's jedenfalls nicht.

Alles in allem ist es jedenfalls trotzdem ein informatives Gartenbuch, das durchaus die ein oder andere Inspiration liefert.