Profilbild von Archer

Archer

Lesejury Star
online

Archer ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Archer über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.01.2026

Killmarth

The Ordeals
0

Sophia DeWinter hat nur eine Chance, ihrem Arbeitgeber, dem geheimnisvollen Sammler, an den sie magisch gebunden ist, zu entkommen. Sie muss es zu den Ordeals der Killmarth Academy schaffen. Mit viel Glück, ...

Sophia DeWinter hat nur eine Chance, ihrem Arbeitgeber, dem geheimnisvollen Sammler, an den sie magisch gebunden ist, zu entkommen. Sie muss es zu den Ordeals der Killmarth Academy schaffen. Mit viel Glück, etwas Trickserei und ihrer Fähigkeit, Illusionen zu erzeugen, gelingt ihr das auch. Was ihr nicht bewusst war: Die Ordeals sind magische Prüfungen auf Leben und Tod und von den etwa 50 Hoffnungsvollen, die Studierende werden möchten, werden es nur 20 schaffen, aufgenommen zu werden. Eigentlich soll jeder für sich kämpfen, doch Sophia schließt bald Bündnisse und sie verliebt sich in Alden Locke, ihren Konkurrenten. Doch gefährlicher noch als die Liebe und die Prüfungen sind gefährliche Wesen, die Jagd auf alle Magiebegabten machen ...

Ich habe das Buch wirklich gern gelesen. Der Schreibstil nimmt gleich gefangen, die Ideen sind mega, die Charaktere ansprechend. Die Ordeals - so eine Art Hungergames auf Hochschulniveau - waren gefährlich und fingernägelgefährdend. Ich mochte auch die Charakterisierung der vorkommenden Leute und dass Alden eine echte green flag ist. Was ich jetzt so im Nachhinein, nachdem ich die Ereignisse kenne, nicht so nachvollziehen kann, ist allgemein die Todesgefahr, der die Möchtegernstudierenden ausgesetzt werden. Warum die Leute töten? Man könnte sie bei der Gefahr, die den Magiebegabten droht, trotz allem noch irgendwo einsetzen - und wenn es nur als Kanonenfutter ist. Ich empfinde das als Verschwendung von Leben, Magie und Intelligenz. Auch dass sich scheinbar von Seiten des Lehrkörpers niemand um den Mörder auf dem Campus kümmerte, scheint mir unlogisch. Trotzdem hat das Buch Spaß gemacht und war ein mega Einstieg ins Lesejahr 2026 und ich bin gespannt, wie sich der 2. Band entwickeln wird.

Veröffentlicht am 31.12.2025

Unburnt Islands

All We Lost Was Everything – Deine Liebe brennt wie Feuer
0

River hat es nicht einfach. Ihre Mutter ist verschwunden, ihr Vater bei einem Wohnungsbrand ums Leben gekommen; sie hat nur knapp überlebt. Sie eröffnet ein Spendenkonto, um wenigstens die Begräbniskosten ...

River hat es nicht einfach. Ihre Mutter ist verschwunden, ihr Vater bei einem Wohnungsbrand ums Leben gekommen; sie hat nur knapp überlebt. Sie eröffnet ein Spendenkonto, um wenigstens die Begräbniskosten ihres Vaters bezahlen zu können - und plötzlich bekommt sie von einem anonymen Spender 2 Millionen Dollar. Sie könnte also reich sein, entschließt sich aber, das Geld nicht anzunehmen, sondern herauszufinden, von wem es kommt. Auf ihrer Suche kommt sie noch anderen Geheimnissen auf die Spur - ganz besonders dem ihrer Familie. Und dann ist da noch ihr Arbeitskollege Logan, in den sie sich verliebt, der ihr aber auch etwas vorenthält ...

Was ich mochte, war das Zusammenspiel aller Charaktere. Dass River nahe am Wasser gebaut ist, ist bei dem, was sie erlebt hat, klar. Und obwohl die Jungs - sowohl Logan als auch ihr Ex - Sch... gebaut haben, sind sie im Dialog mit ihr immer absolute green flags, die nicht mansplainen oder sie wie Dreck behandeln, sondern auf Augenhöhe. (Schlimm genug, dass ich das, was Standard sein sollte, als Pluspunkt hervorheben muss, aber so ist es.) Allerdings war die Geschichte auch sehr langatmig, es wiederholte sich vieles, einiges war vorhersehbar und mir persönlich gab es zu viel Spice, wobei es da zwar nicht hardcore zur Sache ging, aber die Handlung jetzt auch nicht unbedingt vorantrieb. Wieso die Person, die da die 2 Millionen überwiesen hat (und auch an anderer Stelle schon mal Millionen zahlen musste) überhaupt so mit dem Geld umherwerfen konnte, war mir auch nicht ganz klar. Ja, diese Personen verdienen schon echt gut, aber dass denen ein paar Millionen nicht wehtun, würde mich jetzt auch wundern. Das Buch hat damit einiges richtig gemacht, anderes jedoch war mir zu unlogisch.

Veröffentlicht am 29.12.2025

Der Ritter, der Schurke und der Spion

Baskerville Hall – Das geheimnisvolle Internat der besonderen Talente. Teil 2: Das Zeichen der Fünf
0

Nach den abenteuerlichen Erlebnissen der ersten Zeit in Baskerville Hall und den Weihnachtsferien, die er zuhause verbracht hat, kehrt Arthur zurück in das geheimnisvolle Internat. Er freut sich schon ...

Nach den abenteuerlichen Erlebnissen der ersten Zeit in Baskerville Hall und den Weihnachtsferien, die er zuhause verbracht hat, kehrt Arthur zurück in das geheimnisvolle Internat. Er freut sich schon sehr auf seine neuen Freunde, doch seine Freude wird schnell getrübt. Ein Ideenwettbewerb wird ausgerufen und jeder ist mit seinen Ideen beschäftigt. Sebastian Moran und das Kleeblatt scheint unterdessen schon wieder etwas zu planen. Und dann fallen die Professoren Holmes, Fox und Challenger in ein Koma - jemand versucht, ausgerechnet sie auszuschalten. Hat es noch immer etwas mit Grey und ihren Erfindungen zu tun? Arthur muss seine Freunde wieder zusammenhalten, um dieses Rätsel zu lösen.

Ich habe mich genauso wie Arthur darauf gefreut, nach Baskerville Hall zurückzukehren und der Sprecher hat auch wieder einen wirklich tollen Job erledigt. Unaufgeregt, ohne Übertreibung, aber dennoch gut charakterisiert er die Freunde und die auftretenden Personen. Allerdings muss ich sagen, dass ich die Geschichte dieses Mal nicht ganz so gut fand wie in Teil 1. Obwohl es anders dargestellt wird, hat mir Arthur immer viel zu lange gebraucht, bis er die Details zusammengefügt hat und auch Holmes kam ziemlich schlecht weg. Ich weigere mich zu glauben, dass er - gerade im Begriff, ohnmächtig zu werden - erstmal anfängt, Bildchen zu malen anstatt einen vernünftigen Hinweis zu hinterlassen. Und auch wenn ich weiß, dass der echte Conan Doyle ein Fan von Okkultismus und Geisterbeschwörung war, finde ich es nicht gut, dass viele Hinweise aus der Geisterwelt kamen, ohne einen realistischen Hintergrund zu erhalten. Auch das Nachwort war ärgerlich. Wieso konnte man nicht, gerade in Bezug darauf, dass es sich um ein Kinder/Jugendbuch handelt, dort darauf hinweisen, dass der Glaube an Geister eben nur das ist: ein Glaube?! Auch die Behauptung im Nachwort, mit "Die verlorene Welt" hätte Conan Doyle den ersten Science Fiction geschrieben, ist einfach falsch. Weitaus früher gab es "Frankenstein" (1818), aber klar, lassen wir wie üblich die Frauen unter den Tisch fallen. So habe ich zwar das Buch an und für sich gemocht und ich möchte auf jeden Fall Band 3 ebenfalls genießen, aber ich hoffe, dort kehrt die Autorin wieder zurück zu dem, was dem Erfinder von Sherlock Holmes am besten zu Gesicht steht: Abenteuer, Wahrheit und Logik.

Veröffentlicht am 28.12.2025

Heartsooth

Verlorenes Herz (The Last Bloodcarver, Band 1)
0

Nhika stammt aus einem Volk, das überfallen und vertrieben wurde, und sie ist eine Heartsooth, das heißt, sie kann mit ihrer Gabe Menschen heilen oder töten. Da Leute wie sie gejagt werden, ist sie vorsichtig ...

Nhika stammt aus einem Volk, das überfallen und vertrieben wurde, und sie ist eine Heartsooth, das heißt, sie kann mit ihrer Gabe Menschen heilen oder töten. Da Leute wie sie gejagt werden, ist sie vorsichtig - dennoch wird sie eines Tages gefangen. Die reiche Familie Congmi kauft sie frei - oder zumindest wird sie frei sein, wenn sie den Congmis helfen kann. Der Patriarch der Industriellenfamilie wurde ermordet und der einzige Zeuge liegt im Koma. Nhika soll ihn heilen, damit er erzählen kann, was passiert ist. Je länger Nhika bei der Familie lebt und versucht, den Mann zu heilen, desto tiefer gerät sie nicht nur in ein Mordkomplott, sondern nähert sich auch dem mysteriösen Arzthelfer Ven Kochin.

Fantasy plus Mordermittlungen plus Steampunk Vibes, womit im Klappentext geworben wurde? Call me in! Ich konnte es kaum erwarten, das Buch zu lesen. Leider erwies sich nach einem recht rasanten Einstieg, dass die Geschichte etwas langatmig wurde. Das liegt daran, dass wahnsinnig viel über medizinische Techniken - eben die Gabe des Heartsoothing - bzw. klassische Medizin geschrieben wird. Dann erwies sich auch recht schnell, wer der Täter sein musste, ohne dass es wirkliche Ermittlungen gegeben hätte. Was mich jedoch mehr störte, waren manchmal komische Übersetzungen wie zum Beispiel das "meißeln" für diese Gabe, aber auch Nhikas völlig irrationales Verhalten in der Mitte der Geschichte. Sie geht da mit jemanden mit, obwohl der gerade gedroht hatte, sie zu töten, nur weil er gewisse Fähigkeiten hatte, die der ihren ähnelten. Ein Mann, von dem sie bis zu diesem Zeitpunkt nur wie Dreck behandelt wurde und mit dem sie eine Minute zuvor noch auf Leben und Tod gekämpft hatte. Sorry, das finde ich völlig absurd und das hat mir dann auch viel verdorben am Lesespaß. Das Ende kam dann mit einem Knall und da es "The Last Bloodcarver 1" heißt, gehe ich von mindestens einem weiteren Teil aus, aber für mich hätte das auch ein richtiger Abschluss sein können und ich bin mir nicht sicher, ob ich die Reihe weiterverfolge.

Veröffentlicht am 25.12.2025

Dunkelbuch

Der Nachbar
0

Sarah Wolff hat eine unschöne Vergangenheit. Ihr Ex-Mann Ralph, ein Psychologe, stellte sich als ein gefährlicher Kindermisshandler heraus, der Säure in Kinderwägen schüttete. Jetzt kann sie nicht mehr ...

Sarah Wolff hat eine unschöne Vergangenheit. Ihr Ex-Mann Ralph, ein Psychologe, stellte sich als ein gefährlicher Kindermisshandler heraus, der Säure in Kinderwägen schüttete. Jetzt kann sie nicht mehr als Strafverteidigerin arbeiten und ist nach Berlin gezogen, wo sie mit ihrer Teenie-Tochter Ruby in einer ruhigen Gegend lebt. Doch so schön, wie es anfangs war, wird es ihr langsam unheimlich. Ihr fällt auf, dass immer wieder Dinge passieren, die eigentlich für sie positiv sind, für die aber jemand Zutritt zu ihrem Grundstück und Haus benötigt. Und dann bringt jemand Leute um, die sie in ihrem Tagebuch erwähnt hat - unter grässlicher Folter ...

Die Idee gefällt mir gut. Stell dir vor, du hast einen Stalker, der dir jedoch nichts Böses will, dafür allen anderen? Schon gruselig, oder? Dann noch ein paar andere Dinge, die eigentlich creepy sind. In dem Buch jedoch eher nicht. Fitzek hat einen sehr leichten, flüssigen Schreibstil, der so glatt ist wie ein Kieselstein und mit dem man über die Dinge drüberliest, die er behauptet. Er sagt, los, fürchte dich. Das tut man aber nicht, weil alles so oberflächig aufgebaut ist. Die Charaktere sind flach und schablonenhaft, sodass man wenig mit ihnen mitfiebert, die Ereignisse verlieren sich in Alltagsdramatik. Die Protagonistin kommt als flache, unzuverlässige Erzählerin rüber, die einem völlig egal bleibt, was auch immer geschieht. Was mich auch geärgert hat: Die vollkommene Omnipräsenz des Täters, die auch mit Wanzen oder Kameras nicht zu erklären ist. Der ist Tag und Nacht unterwegs und in der Nähe und niemand bekommt mit, wenn er in Häuser einsteigt oder in Autos oder sich sonstwo rumtreibt. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit in einer äußerst ruhigen Gegend?

Das Ende hat mich dann zwar überrascht, aber nicht unbedingt nur im positiven Sinne und ganz ehrlich? Den Epilog hätte er sich schenken können. Tatsächlich war am ganzen Buch die Danksagung noch am spannendsten.