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Veröffentlicht am 01.03.2022

Sprechende Kolibris

Legend Academy, Band 1 - Fluchbrecher
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Graylee kriegt zum wiederholten Male Ärger an ihrer Schule, weil sie sich eine außergewöhnliche Aktion (zum Beispiel Guerilla-Stricken) hat einfallen lassen. Deshalb muss sie den Sommer mitten im heißen ...

Graylee kriegt zum wiederholten Male Ärger an ihrer Schule, weil sie sich eine außergewöhnliche Aktion (zum Beispiel Guerilla-Stricken) hat einfallen lassen. Deshalb muss sie den Sommer mitten im heißen Texas an der Swanlake Academy verbringen - zumindest wurde ihr das so gesagt. Doch als sie ankommt, fällt sie aus allen Wolken, erfährt sie doch, dass an diese Schule nur Nachkommen von Mythen unterrichtet werden, und sie soll eine von ihnen sein. Noch bevor sie sich richtig einleben kann, verschwindet ein Mädchen und danach passieren immer mehr seltsame Dinge. Was wissen die indigenen Bewohner von Camp Superior? Bald gerät Graylee in Lebensgefahr, und niemand glaubt ihr - außer vielleicht der traurige Gorgonenschönling Hudson.

Bisher hat mich noch keines der Bücher der Autorin überzeugen können, aber ich fand die Prämisse so spannend, also musste ich diesem Buch eine Chance geben. Und wirklich hat sie hier auch viel richtig gemacht. Hogwarts nach Texas verlegt und ein bisschen mit Percy-Jackson-Feeling gemixt, dazu statt der Hauselfen sprechende Kolibris, die sich sofort in jedes Herz schleichen, das nicht völlig Vivienne ist. (Buchinsider, sorrynotsorry.) Und anfangs dachte ich auch noch, dass Graylee einfach mal nicht klischeemäßig dem Schönling verfällt, zumal sie selbst auch dauernd denkt: Also nein, wie klischeemäßig ist das denn? Nur um eine halbe Seite weiter Herzklopfen, tiefes in die Augen starren und ähnliches zu zelebrieren. Zumal der Typ sich teilweise echt so bescheuert aufgeführt hat - zeigt ihr völlig grundlos ständig die kalte Schulter, aber als sie sich mit einem anderen Typen trifft benimmt er sich, als hätte Graylee ihrer beiden Silberhochzeit versaut, indem sie einen ONS mit dem Brückentroll hatte. Dazu kommt, dass Graylee scheinbar völlig normal findet, dass sie ständig umgebracht werden soll, ihr aber keiner glaubt. Sie kommt auch nicht auf die Idee, ihre Eltern oder die Polizei oder meinetwegen den Tierschutz zu informieren (weiß ja nicht, ob mythische Wesen nicht darunter fallen). Das waren alles so Dinge, die mir den anfänglichen Spaß teilweise ganz schön verdorben haben, zumal es so unnötig war. Ja, ich möchte wissen, wie es weitergeht, nein, es ist kein Highlight.

Veröffentlicht am 24.02.2022

Bilderbuch-Bauernhof

Meine ersten Wörter - Bauernhof
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Mit diesem kleinen, quadratischen Büchlein mit recht stabilen Pappseiten legt Ravensburger etwas für die Allerkleinsten vor: Ein Buch zum Anschauen, Staunen, Lernen - und das quietschbunt mit Illustrationen, ...

Mit diesem kleinen, quadratischen Büchlein mit recht stabilen Pappseiten legt Ravensburger etwas für die Allerkleinsten vor: Ein Buch zum Anschauen, Staunen, Lernen - und das quietschbunt mit Illustrationen, die zum Verweilen einladen.

Die ersten Wörter vom Bauernhof beginnen da schon auf dem Cover: mit der Kuh, dem Huhn, der Gans und dem Pferd. Und dann kann man ja mit einem Schieber auch noch etwas bewegen: Sieht man die Bäuerin erst (natürlich Heile-Heidi-und Almöhi-Welt-mäßig) die Kuh melken, so kann sie, wenn man den Schieber bewegt, die Milch in die Milchkanne gießen (und ich weiß nicht mal, ob es die Dinger überhaupt noch gibt).

Es geht weiter mit Fahrzeugen, die man bei der Feldarbeit braucht, wie zum Beispiel den Traktor samt Anhänger, dem Pflug, der Ballenpresse (wobei ich da echt bezweifle, dass Klein(st)kinder damit was anfangen können).

Danach werden die typischsten Tiere auf dem Bauernhof vorgestellt: Kühe samt Kälbern, Pferde mit Fohlen, Hühner und ihre Küken und tatsächlich habe ich gelernt, dass die Kinder von Gänsen Gössel heißen (bei mir waren das bisher immer Gänseküken, aber was weiß ich schon, ich lebe ja nur auf dem Land).

Alles in allem ist es für Kinder sicherlich ein spannendes Buch zum Entdecken und Staunen, quietschbunt und vor allem robust. Und dass die Welt nicht ganz so heil ist, wie sie dargestellt wird, kann man den Kids ja erklären, wenn sie ein bisschen älter sind.

Veröffentlicht am 24.02.2022

Wein und Krieg

Kaiserstuhl
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1962: Henny Köpfer führt eine gut gehende Weinhandlung, die sie von ihrem Vater übernommen hat. Es sind die Wirtschaftswunderjahre, Deutschland unter dem greisen Adenauer geht es gut. Während Adenauer ...

1962: Henny Köpfer führt eine gut gehende Weinhandlung, die sie von ihrem Vater übernommen hat. Es sind die Wirtschaftswunderjahre, Deutschland unter dem greisen Adenauer geht es gut. Während Adenauer und de Gaulle demnächst einen Vertrag zur Deutsch-Französischen Freundschaft unterzeichnen wollen, holt Henny Köpfer ihre Vergangenheit ein. Im 2. Weltkrieg war sie unbeabsichtigt dafür verantwortlich, dass eine Gruppe der Resistance von der Gestapo aufgespürt wurde, dabei spielte eine Flasche Champagner von 1937 eine große Rolle. Auch jetzt sind jede Menge Leute wieder hinter genau dieser Flasche her, unter anderem ein paar Altnazis und Paul, der elsässische Soldat, Weinkenner und Kinofan, in den sie sich kurz nach dem Krieg verliebt hat.

Normalerweise ist das überhaupt nicht mein Genre, aber bei der Autorin greife ich quasi blind zu. Sie hat das große Talent, Geschichte greifbar zu machen, sie anhand von Personen und Ereignissen so bildlich zu gestalten, dass man quasi mittendrin statt nur dabei ist. Man lernt während des Lesens noch einiges über die Vergangenheit der eigenen Nation/des eigenen Staates, und das geradezu mühelos und fesselnd, interessant und mit großer Sachkenntnis. Warum ich hier trotzdem nicht die volle Punktzahl gebe? Weil Glaser mit ihren anderen Romanen einfach die Latte zu hoch angelegt hat. Mir war es hier - gerade zu Beginn - ein bisschen zu hektisch und mir gefiel auch das Ende nicht wirklich, das mir zu viel offen ließ. Ansonsten ist das ein Buch, das ich jedem, der auch nur einen Hauch von Geschichtsinteresse hat, ans Herz legen kann.

Veröffentlicht am 20.02.2022

WhisperWhisper

#London Whisper – Als Zofe ist man selten online
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Zoe ist eine 15jährige Deutsche, die für ein Austauschjahr in England lernen darf. Sie hat auch schnell Anschluss gefunden und fühlt sich wohl. Bei einer Party passiert eines Nachts etwas Seltsames: Sie ...

Zoe ist eine 15jährige Deutsche, die für ein Austauschjahr in England lernen darf. Sie hat auch schnell Anschluss gefunden und fühlt sich wohl. Bei einer Party passiert eines Nachts etwas Seltsames: Sie wird irgendwie über 200 Jahre in die Vergangenheit geschleudert, in die Regency-Zeit. Plötzlich findet sich Zoe als Zofe wieder und muss sich in diesem seltsamen Leben zurechtfinden. Sie kommt zu der schüchternen Miss Lucy, die ihre erste Ballsaison hat und die dank Zoes Forschheit profitiert. Doch dann erfährt Zoe, dass sie nicht die einzige Zeitreisende ist und vor allem, dass der Aufenthalt in der Vergangenheit begrenzt ist: Findet sie keinen Weg zurück, wird es ihr auf Dauer schlecht ergehen.

Anfangs war ich noch gar nicht so überzeugt. Gerade auf der ersten Seite war das Ganze noch ziemlich holprig und in der heutigen Zeit war mir Zoe auch nicht so sympathisch, sie war das typische Partygirl. Meine Meinung änderte sich, sobald sie in der Vergangenheit angekommen war. Klar könnte man ihr vorwerfen, sie hätte alles viel zu schnell hingenommen, aber mal ehrlich. Was sollte sie machen, schreien und heulen? Was hätte ihr das gebracht? Dieses den Stier bei den Hörnern packen gefiel mir sehr gut. Und wie sie mit ihrer modernen Art einfach mal die Damenwelt aufmischte, fand ich wirklich erfrischend. Nicht mal die Liebesbeziehung war sonderlich nervig, vorrangig deshalb, weil es nicht wirklich eine gab. Wenn ich überhaupt etwas zu kritisieren habe, dann, dass Zoe erst 15 war, das kam mir für ihre Coolness und Art dann doch ein bisschen arg zu jung vor; wenn man das ausblendet und sich einfach drauf einlässt, ist die ganze Geschichte einfach nur ein großer Spaß.

Veröffentlicht am 16.02.2022

Das Flüstern der Toten

Violet und Bones Band 1 - Der lebende Tote von Seven Gates
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Violet Veil ist in einer Leichenhalle geboren und wächst auf einem Friedhof auf. Ihr Vater ist der Totengräber vom Seven Gates Cemetery und von daher ist sie den Umgang mit Toten gewöhnt. Nicht gewöhnt ...

Violet Veil ist in einer Leichenhalle geboren und wächst auf einem Friedhof auf. Ihr Vater ist der Totengräber vom Seven Gates Cemetery und von daher ist sie den Umgang mit Toten gewöhnt. Nicht gewöhnt ist sie, dass besagte Tote plötzlich aufstehen und über den Friedhof taumeln, doch genau das passiert mit einem Jungen, der am nächsten Tag beerdigt werden sollte. Oliver - an seinen Namen erinnert er sich - hat keine Ahnung,, was ihm passiert und wie er hier gelandet ist, doch Violet erkennt sofort, dass es einen Zusammenhang geben muss zwischen ihm und den Männern, die in letzter Zeit mit derselben Wunde geliefert wurden wie er. Jemand hat versucht, ihn zu ermorden! Zusammen mit Bones, dem Hund, machen sie sich auf, den Fall zu lösen und Violets Vater vor der Schlinge zu retten.

Hier liegt ein wirklich gut geschriebenes Jugendbuch vor, das uns ins Ende des 19. Jahrhunderts entführt, wo Mädchen nicht frei wählen durften, was sie werden wollten, immer gehorsam und still zu sein hatten. Violet ist ein Freigeist, der sich diesen Regeln nicht beugen möchte und vor allem alles dafür tut, um ihrem neuen Freund zu helfen und ihren Vater zu befreien. Es hätte gern noch ein paar andere Verdächtige geben dürfen als die Person, die es schlussendlich war, und der Hund war eindeutig zu clever, aber die Geschichte selbst hat sich schön lesen lassen und Spaß gemacht. Weitere Fälle von Violet, Bones und Oliver dürfen folgen!