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Veröffentlicht am 16.10.2019

Teenie-Apokalypse

Lovely Curse, Band 1: Erbin der Finsternis
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Aria ist sechzehn und hat ihre Eltern bei einem Unfall verloren. Deshalb zieht sie von New York nach Texas zu ihrer Tante auf eine Ranch. Das Leben im texanischen Kaff fällt ihr nicht leicht und auch in ...

Aria ist sechzehn und hat ihre Eltern bei einem Unfall verloren. Deshalb zieht sie von New York nach Texas zu ihrer Tante auf eine Ranch. Das Leben im texanischen Kaff fällt ihr nicht leicht und auch in der neuen Schule hat sie's schwer. Eine Mädchenclique um die örtliche Schulkönigin mobbt sie. Zum Glück gibt es gleich zwei Ritter in schimmernden Rüstungen, die sich sofort um sie bemühen: den absolut perfekten Sunnyboy Simon und den mindestens genauso perfekten Bad Boy Dean. Während Aria versucht, sich einzuleben, geschehen seltsame Dinge. Eine Alge vergiftet das Wasser und damit die Tiere, Arias Haare färben sich über Nacht, ein paar Leute sind der Meinung, sie müssten ihr unbedingt ihre tiefsten Geheimnisse anvertrauen. Die Apokalypse ist vorprogrammiert!

Dass der Untergang der Welt in Texas beginnt, war spätestens klar, als Bush senior an die Macht kam. Ich hatte allerdings nicht erwartet, dass er so banal und langweilig daherkommen würde und dass das größte Problem darstellen würde, sich zwischen zwei Jungs zu entscheiden. Der eine von beiden ist ein Christian-Grey-Abklatsch, der am liebsten das Mädchen 24/7 kontrollieren würde, der andere ein ganz, ganz schlimmer Bad Boy, der allerdings ständig zu Hilfe eilt und die Protagonistin mit Respekt behandelt. Natürlich ist er auch ein ganz, ganz schlimmer Frauenverführer, bei dem ein Blick aus seinen dunklen Augen genügt, die Knie weich werden zu lassen. Vielleicht muss die Protagonistin auch einfach mal einen Orthopäden aufsuchen, normal ist das nicht. Vielleicht bin ich auch einfach zu alt, um einen sechzehnjährigen Casanova ernstnehmen zu können. Ansonsten plätscherte die Geschichte mit den typischen Teenie-Dramen dahin, ohne auch nur Ansätze von Spannung zu erzeugen - es sei denn natürlich, man knabbert an den Fingernägeln, wenn man liest, wie jemand Kerzen herstellt. Die Protagonistin konnte mich auch nicht überzeugen. Sie ist eher der lethargische Bella-Swan-Typ (okay, bei der hat's ja auch mit zwei Jungs geklappt) ohne besondere Merkmale, die deutlich machten, warum sich die Helden um sie bemühten. Viele Dialoge klangen bemüht cool, als hätte sie sich vorher Sprüche auf Instagram angesehen und auswendig gelernt. Jedenfalls trieft das Buch vor lauter Kitsch und Klischees und langweilt auf 400 Seiten, bis auf den letzten 20 endlich mal was passiert. Kann ich nicht weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 14.10.2019

Die mit den Eulen tanzt

Die Eulenflüsterin
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Tanja Brandt ist eine ungewöhnliche Person. Nicht nur, dass sie mit zwei Hunden, vielen Eulen und Greifvögeln zusammenlebt, sie macht auch wahnsinnig gute Fotos und schreibt Bücher über ihr Leben mit den ...

Tanja Brandt ist eine ungewöhnliche Person. Nicht nur, dass sie mit zwei Hunden, vielen Eulen und Greifvögeln zusammenlebt, sie macht auch wahnsinnig gute Fotos und schreibt Bücher über ihr Leben mit den Tieren.

Dieses hier ist das neueste und man bekommt nicht nur Einblick in ihre Arbeit und die Energie, die sie in ihre Tiere steckt, sondern auch in ihr Leben. Und das war nicht immer leicht. Aufgewachsen in einer Familie, die mit ihrer zu zeitig gezeugten Tochter völlig überfordert war, war sie, wie sie selbst schreibt "ein ungeliebtes Kind". Die einzig erwachsene Bezugsperson, die sie bedingungslos liebte, war ihr Großmutter, zu der sie sich manchmal flüchten konnte. Zum Glück war sie auch von Anfang an neugierig und wandte sich Tieren zu.

Auch ihr Leben als Erwachsene war nicht immer einfach. Geprägt von den Schwierigkeiten ihrer Kindheit, fiel es ihr schwer, Vertrauen zu fassen oder falls doch, dann oft genug den falschen Leuten gegenüber. Sie machte verrückte Sachen, sie hat Rückschläge einstecken müssen, doch sie bewahrte sich bei allem immer einen gewissen Optimismus, der es ihr erlaubte, weiterzumachen.

So bekommt man hier im ersten Teil des Buches das Porträt einer Frau, die nie aufgab und von sich erzählt, "wie ihr der Schnabel" gewachsen ist. Das wirkt manchmal unstrukturiert, aber immer authentisch. Im zweiten Teil berichtet sie von ihren Tieren - Lustiges, Trauriges, Nachdenkliches, aber immer mit viel Liebe.

Für Leute wie mich, die Tanja Brandt schon lange auf Instagram folgen, mag es gerade im zweiten Teil nicht viel Neues geben. Interessant ist es jedoch auf alle Fälle und dank der mega Fotos ist das ein Buch, das man immer wieder durchblättern möchte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Thema
  • Geschichte
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 13.10.2019

Das Monster bin ich

King of Scars
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Nikolai Lantsov, der jüngste Spross der Zarenfamilie, hat den Krieg vor ein paar Jahren gegen den Dunklen überlebt und den Zarenthron bestiegen. Allerdings hat er mehr als nur ein paar Narben zurückbehalten ...

Nikolai Lantsov, der jüngste Spross der Zarenfamilie, hat den Krieg vor ein paar Jahren gegen den Dunklen überlebt und den Zarenthron bestiegen. Allerdings hat er mehr als nur ein paar Narben zurückbehalten - in ihm schlummert etwas Böses, ein Teil des Dunklen, und legt es darauf an hervorzubrechen. Ohne Zoya, Daniel, Genya und die Leibwächter-Zwillinge wäre er schon längst in Schwierigkeiten; also noch mehr als sonst. Immerhin bedrohen sowohl Fjerda als auch Shu-Han sein Land und Kerch hätte gern sein Darlehen zurück. Ein Heilmittel muss her und möglicherweise gibt es da etwas. Dazu muss Nikolai dorthin zurück, wo das Unheil seinen Lauf genommen hat: in die Ödsee. Bald wissen er und seine Vertrauten nicht mehr, wem sie vertrauen können ...

Zurück ins Grisha-Universum mit einem Hauch von Krähen-Feeling! Nikolai und Zoya fand ich ehrlich gesagt eh immer spannender als die mittlerweile heilig gesprochene Alina und ihren megaedlen Freund Mal, von daher bin ich begeistert, dass es mit dem Kerl weitergeht. Wie üblich tut er sich durch lässige Sprüche und interessante Handlungen hervor, doch auch Zoya lernen wir besser kennen. Dass jetzt auch Nina abseits der Krähen eine eigene Geschichte bekommt, ist klasse, auch wenn ich es irgendwie bedauerlich finde, dass sie sozusagen wieder im Dienst steht und nicht mit Kaz & Co herumzieht. Trotzdem habe ich mich von beiden Handlungssträngen sehr gut unterhalten gefühlt, obwohl Bardugo mal wieder etwas getan hat, was sie sehr gut beherrscht: mir das Herz zu brechen.

Eine Warnung möchte ich dennoch aussprechen: Dieses Buch ist absolut null für Einsteiger ins Grisha-Universum geeignet, auch wenn der Verlag in seiner Trumpschen Weisheit was anderes behauptet. Wer weder Grisha noch die Krähen gelesen hat oder auch Leute, die das zwar gelesen haben, aber nur ein Gedächtnis von zwölf bis Mittag haben und somit keine Ahnung mehr, wer hier wer ist, werden keinen Spaß an der Geschichte haben. Alle anderen: enjoy!

Veröffentlicht am 12.10.2019

Hier ist wirklich niemand widerlich

Die kleine Spinne Widerlich sagt Gute Nacht (Pappbilderbuch)
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Die kleine Spinne Widerlich ist die Titelheldin mehrerer Bücher, doch das ist das Erste, das ich von dieser Reihe für ein kleines Mädchen in der Familie teste. Es geht um ein Spinnenkind, das alles andere ...

Die kleine Spinne Widerlich ist die Titelheldin mehrerer Bücher, doch das ist das Erste, das ich von dieser Reihe für ein kleines Mädchen in der Familie teste. Es geht um ein Spinnenkind, das alles andere als widerlich ist, dieses hier ist sogar außerordentlich niedlich. Es ist müde und möchte ins Bett, allerdings nicht, ohne vorher auch andere Familienmitglieder besucht zu haben. So geht es zu Tante Igitte (über den Namen habe ich mich wirklich sehr amüsiert, auch wenn kleine Kinder das wohl noch nicht verstehen werden), Oma Erna und noch so einige andere interessante Leute.

Dabei gibt es zu jedem Besuch und jeder Figur wirklich mega niedliche Illustrationen. Was mir weniger gefallen hat, war, dass eigentlich immer dasselbe gesagt wurde - aber vielleicht brauchen kleine Kinder das als Ritual? So oder so, dieses Buch geht weiter zu dem kleinen Mädchen und ich hoffe, dass es dazu beiträgt, dass dieses Kind ohne die schon fast normale Spinnenangst/Ekel aufwächst, die leider viel zu oft von uns Erwachsenen verursacht wird. Ich denke, auch die restlichen Bücher der Reihe sind einen Blick wert und könnten dank der tollen Zeichnungen zu Klassikern im Kinderzimmer werden.

Veröffentlicht am 07.10.2019

Mission impossible

Oscar Wilde & Mycroft Holmes - Folge 23
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Mycroft Holmes ist stinksauer. Ausnahmsweise ist mal nicht er derjenige, der alle herumscheucht, sondern ein einflussreicher Finanzier darf ihm Befehle erteilen. Der Sohn des Finanziers ist verschwunden, ...

Mycroft Holmes ist stinksauer. Ausnahmsweise ist mal nicht er derjenige, der alle herumscheucht, sondern ein einflussreicher Finanzier darf ihm Befehle erteilen. Der Sohn des Finanziers ist verschwunden, auf einer Expedition ins Nordmeer. Wie es scheint, hat jemand eine neue Hochkultur auf Spitzbergen entdeckt - doch nun ist die Expedition verschwunden und der einzige Überlebende erzählt mysteriöse Dinge, die kaum glaubhaft sind. Holmes, der sich natürlich nicht selbst bewegt, schickt Wilde und Hawthorne auf eine Mission, die ganz schnell zu einer Selbstmordmission im tödlichen Eis werden könnte.

Die Sprecher waren wieder alle durch die Bank gut, der Wilde-Vertreter übertrieb es nicht zu sehr, wie er es manchmal tut. Viel wichtiger ist jedoch, dass diese Folge endlich mal wieder Spannung enthielt und nicht in sinnlose Action abdriftete, die vorne und hinten nicht passt. Ja, natürlich ist das Ganze ein bisschen weit hergeholt und ja, ich würde die Serie endlich mal zu Ende gebracht sehen, aber wenigstens habe ich mich dieses Mal weder geärgert noch gelangweilt. Bitte in dieser Qualität weitermachen! 3,5/5 Punkten.