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Veröffentlicht am 03.10.2019

Der weiße Schatten

Magus
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Bei der Rückkehr nach Kol wurden Ceres, Tarl und Magnus verraten und landen deshalb genau dort wieder, wo sie ausgebrochen sind. Und weil der alte Kaiser gestorben ist und neue Wahlen anstehen, werden ...

Bei der Rückkehr nach Kol wurden Ceres, Tarl und Magnus verraten und landen deshalb genau dort wieder, wo sie ausgebrochen sind. Und weil der alte Kaiser gestorben ist und neue Wahlen anstehen, werden die Kämpfe dort häufiger und heftiger als vorher. Selbst Gladiatoren, die eigentlich in die Freiheit entlassen werden müssten, werden gezwungen, weiterzukämpfen. Doch dann breiten sich in der ganzen Stadt Unruhen aus, die so heftig werden, dass ganze Viertel abgegrenzt werden müssen, weil sich die Menschen dort gegenseitig abschlachten. Tarl weiß dank seiner Geistverbindung mit den Bestien, wer dahintersteckt: der weiße Schatten. Doch niemand glaubt ihm und er hat auch keine Chance, etwas zu unternehmen. In der Zwischenzeit wird Balger nicht nur mit seinem alten Feind, dem Sklavenjäger konfrontiert, sondern auch mit den Rebelles, einer Gruppe Widerständler, die Kols Macht und Magie mit Hilfe von Technik und Fortschritt stürzen wollen.


Der erste Band war schon allein von der Grundidee her was Neues und Außergewöhnliches und vielleicht konnte diese Art von Novität nicht ganz im zweiten weitertransportiert werden. Vielleicht aber auch, weil es wieder so viele Kämpfe in der Arena gab; zwar auf andere Weise, aber der Ausgang war ja im Prinzip immer klar, wissen wir doch, dass es einen dritten Band geben wird. Was mich aber tatsächlich als Einziges so richtig nervte, war, wie die anderen Magnus behandelten: als Verräter und Mörder. Er hat sie schließlich nicht verraten und ermordet erst recht nicht, von daher war ihre Reaktion völlig überzogen. Ansonsten gefiel mir die Spannung, der Sprecher und die Richtung, in welche sich das Buch bewegte ganz gut; allerdings könnte ich langsam mal darauf verzichten, dass sich jeder junge Mann in Ceres verliebt. Sie ist schon toll, aber so umwerfend dann doch nicht. Zum Glück hält sich das Liebesgesäusel in Grenzen, trotzdem wäre mir eine Konzentration auf wichtigere Sachen lieber.

Veröffentlicht am 30.09.2019

Willkommen zurück auf der Insel der Willkür

Die Schule der Alyxa. Morvans Erbe
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Finn kehrt zurück nach Alyxa (warum auch immer). Bevor sein Bruder und er wieder zur Insel fahren, besuchen sie mit ihrer Mutter das Grab ihres Vaters, wo er eine Vision von Morwan hat. In der Schule sind ...

Finn kehrt zurück nach Alyxa (warum auch immer). Bevor sein Bruder und er wieder zur Insel fahren, besuchen sie mit ihrer Mutter das Grab ihres Vaters, wo er eine Vision von Morwan hat. In der Schule sind wegen der Vorfälle im letzten Trimester Wachleute und Angehörige dieses ominösen Ordens zu finden, die alle Anzeichen des sechsten Sinns auslöschen wollen. Natürlich behält Finn seine Erlebnisse mit dieser speziellen Gabe für sich. Trotz der verschärften Sicherheitsmethoden passieren seltsame Dinge: Finns Zimmernachbar wird von einem Skorpion angegriffen und hat seltsame Gedächtnislücken, schließlich werden selbst die Hüter angegriffen. Finn braucht seine Freunde, um sich dieser erneuten Bedrohung stellen zu können.



Okay, eigentlich möchte ich schon wissen, wie die Geschichte weiter- oder ausgeht. Sie ist also nicht unspannend. Leider ist das neben dem mega Sprecher so ziemlich der einzig positive Punkt, der sich hier finden lässt. Mal von reinen Lektoratsfehlern abgesehen - es wird mehrmals betont, dass es Herbst ist, aber dann schneit es wie wild (wohlgemerkt auf einer Insel bei England, nicht irgendwo in der Antarktis), bei dieser seltsamen Jagd trägt Finn jedoch anscheinend nur ein T-Shirt, denn die Schnüre des Netzes drücken sich tief in seine nackte Haut). Die Kinder werden wie Gefangene behandelt. Wenn sie nicht auf der Stelle kuschen, werden sie mit einer Art Stromstoß traktiert, der extrem wehtut und bis zur Ohnmacht führen kann. Der Dekan selbst schreckt nicht vor Mord zurück. Er verschleppt Finn in sein Büro, um ihn mal so eben mit einem Lügendetektor zu befragen (das ist allerdings so ziemlich das Harmloseste, was er anstellt). Ansonsten ist er permanent brutal: packt den Jungen hart an, drückt ihn gegen Wände, bedroht ihn ständig. Echt, mir ist absolut nicht verständlich, warum nicht alle Kinder mit ihren überragenden Fähigkeiten versuchen a) entweder ihre Lehrer zu beseitigen oder b) von dieser Nazi-Insel zu fliehen. Die Zustände da sind unhaltbar. Nachdem ich ohnehin von den Methoden des "Ordens" nicht begeistert bin, die ebenfalls einfach mal so Leute töten, die ihnen nicht in den Kram passen, bin ich höchstens überrascht, warum Morwan nicht viel mehr Anhänger hat.

Noch etwas fällt auf. Es gibt absolut keine Anhaltspunkte dafür, dass die Kinder irgendetwas lernen, was man als Erwachsener gebrauchen kann, außer vielleicht, wie man heftige Prügel mit einem Langstock einsteckt oder aus Angst um das eigene Leben Autoritätspersonen belügt. Der Autor hat leider auch null Ahnung vom Bogenschießen, machte sich aber auch nicht die Mühe, dieses zu recherchieren, obwohl es ab und zu eine Rolle spielt. Es gibt auffällige Parallelen zu Harry Potter, aber so schlecht umgesetzt, dass es lediglich zum allgemeinen Ärger beiträgt.

Veröffentlicht am 27.09.2019

Teen Monsterhunter

Jack, der Monsterschreck, und die Zombie-Apokalypse
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Jack ist ein Waisenjunge, der von Familie zu Familie gereicht wird und nirgendwo heimisch ist. Doch in dieser Stadt hier hat er zum ersten Mal einen echten Freund gefunden, Quint. Das ist auch ganz gut ...

Jack ist ein Waisenjunge, der von Familie zu Familie gereicht wird und nirgendwo heimisch ist. Doch in dieser Stadt hier hat er zum ersten Mal einen echten Freund gefunden, Quint. Das ist auch ganz gut so, denn gegen den Rowdy Dirk kann man kaum allein bestehen. Das alles wird hinfällig, als plötzlich alle zu Zombies werden - und als wäre das nicht genug, tauchen auch noch schreckliche Monster auf. Jack, der gerade mal dreizehn ist, muss sich eine Weile allein durchschlagen und er hat dafür einige gute Strategien entwickelt. Zum Glück wird er mit seinem Freund wiedervereint, der Rowdy Dirk entpuppt sich als mega Verbündeter - und dann ist da noch Jacks heimliche Liebe, die er unbedingt retten muss ...

Obwohl ich gerne Comics, Mangas und Graphic Novels lese, muss ich zugeben, dass ich ein wenig Einstiegsprobleme in dieses Buch hatte. Es war manchmal gar zu übertrieben, was bestimmt lustig sein sollte, mir aber eher auf die Nerven ging. Nach einer Weile legte sich das aber und es wurde zu einer unterhaltsamen Geschichte, die mich einige Male zum Lachen brachte. Wenn man nicht allzu genau darüber nachdenkt, warum plötzlich überhaupt keine Erwachsenen mehr vorhanden sind und wie zum Beispiel Jacks Freundin überleben konnte, wenn sie das Schulgebäude lediglich ein einziges Mal innerhalb von Monaten verlassen hat, um Nahrung zu suchen, dann ist das ein toller Auftakt einer Reihe, die ich gern weiterverfolgen werde.

Veröffentlicht am 25.09.2019

Ein Mädchen namens Jane

Little People, Big Dreams – Jane Austen
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Im Jahre 1775 wird ein Kind geboren, dessen Name auch heute noch bekannt ist: Jane, aus der Familie Austen. Sie ist die Zweitjüngste, hat noch sechs Brüder und eine Schwester, Cassandra, die sie sehr mag. ...

Im Jahre 1775 wird ein Kind geboren, dessen Name auch heute noch bekannt ist: Jane, aus der Familie Austen. Sie ist die Zweitjüngste, hat noch sechs Brüder und eine Schwester, Cassandra, die sie sehr mag. Ihre Familie war für die damalige Zeit sehr fortschrittlich: Obwohl Mädchen eigentlich nichts anderes machen sollten als sich darauf vorzubereiten, eine gute Ehefrau zu werden, werden die beiden Mädchen unterrichtet und Janes Freude am Schreiben und Lesen unterstützt. Schon früh schreibt sie Theaterstücke, die sie dann für die Familie aufführt und einige Erlebnisse aus ihrem eigenen Leben finden sich dann später in ihren Büchern wieder ...

Ich stehe ja total auf gute, kindgerechte Sachbücher, aber dieses ist wirklich das Erste, das eine Biographie enthält. Die Zeichnungen, gerade auf den ersten Seiten, entführen direkt in die Filme "Stolz und Vorurteil" oder "Sinn und Sinnlichkeit". Trotzdem wurden sie sehr kindlich umgesetzt, sodass auch Kleinere ihren Spaß haben dürften und gern auf Entdeckungsreise gehen. Wie sahen früher die Sachen aus? Wie lebten diese Menschen? Ich glaube schon, dass das die Neugier weckt. Einen kleinen Kritikpunkt habe ich trotzdem: Ich finde die Informationen, auch wenn es für Kinder ist, ein bisschen zu knapp gehalten, ein paar Seiten mehr hätten es gern werden dürfen. Trotzdem ist diese Reihe eine tolle Sache und ich werde mir auch die weiteren Bücher einmal näher ansehen.

Veröffentlicht am 24.09.2019

Es war einmal ... ein Dornröschen

Märchenfluch, Band 1: Das letzte Dornröschen
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Flora ist Halbwaise, aber ansonsten ein ganz normales Mädchen, das mit ihrer Mutter in relativ ärmlichen Verhältnissen lebt. Eines Tages erhält sie einen seltsamen Brief, der sie auffordert, sich in einer ...

Flora ist Halbwaise, aber ansonsten ein ganz normales Mädchen, das mit ihrer Mutter in relativ ärmlichen Verhältnissen lebt. Eines Tages erhält sie einen seltsamen Brief, der sie auffordert, sich in einer Mühle zwecks einer Art Praktikum zu melden. Als sie dort ankommt, teilt man ihr mit, dass sie einer Märchenlinie entstammt, die man für ausgestorben hielt - den Dornröschen. Nach anfänglichem Unglauben akzeptiert Flora ihre Herkunft und wird zu einer Fabula. Diese sind dafür verantwortlich, schwarzmagische Artefakte aufzuspüren und vor normalen Menschen in Sicherheit zu bringen, damit diese nicht daran sterben. Noch während sie sich in ihrem neuen Leben zurechtzufinden versucht, ist jemand auf der Jagd nach älteren Damen, die auch nicht sind, was sie scheinen und plötzlich befinden sich Flora und ihre neuen Freunde in höchster Gefahr.

Das Buch hat sich mordsmäßig schnell lesen lassen und war unterhaltsam. Ohne die üblichen Klischees - wunderschöne Mädchen, mega gut aussehende, heldenhafte Jungs - und das prompte Dahinschmelzen beim Anblick eines bestimmten love interests hätte es sogar ganz großes Kino werden können. Tatsächlich haben mich diese Klischees weniger gestört als dieses kategorische "Du musst hier die nächsten Jahre bei uns arbeiten, ob du willst oder nicht, auch wenn du eh nicht geeignet bist". Ach ja? So schnell hätten die gar nicht gucken können, wie ich da wieder weg gewesen wäre. Was sollten die denn machen? Das Mädchen entführen? Einsperren? Zum Tode verurteilen? Wäre interessant gewesen zu erfahren, wie sie das in der Zeit von Überwachungskameras und Drohnen durchziehen, Magie hin oder her. Überhaupt hätte ich gern mehr über die Magie erfahren. Und mir kam Flora manchmal arg langsam im Denken vor - gefühlte hundert Stunden lang spricht sie mit ihren neuen Freunden über die Gefahren der schwarzmagischen Artefakte, sieht aber nicht, was direkt vor ihrer Nase liegt. Mehrmals. So was stört mich, besonders wenn eine Protagonistin als sehr schlau beschrieben wird. Trotzdem wird es bei den Jugendlichen sehr gut ankommen und auch ich werde die Nachfolger lesen, denn wie anfangs erwähnt: Es war sehr unterhaltsam. 3,5/5 Punkten.