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Veröffentlicht am 17.05.2019

Sergeant Teddy meldet sich zum Dienst!

Hidden Legacy - Wilde Schatten
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Nevada hat zum Ende des letzten Bandes beschlossen, dass es eigentlich keine andere Wahl mehr gibt, als mit ihren Fähigkeiten und denen ihrer Familie an die Öffentlichkeit zu gehen und sich als Haus eintragen ...

Nevada hat zum Ende des letzten Bandes beschlossen, dass es eigentlich keine andere Wahl mehr gibt, als mit ihren Fähigkeiten und denen ihrer Familie an die Öffentlichkeit zu gehen und sich als Haus eintragen zu lassen. Ansonsten wird ihre fiese Großmutter nie Ruhe geben und versuchen, sie alle in ihre Dienste zu zwingen. Schon jetzt hetzt sie ihre Schläger auf sie. Damit nicht genug, taucht Rogans Ex ausgerechnet bei Nevada auf und will die Agentur engagieren, ihren verschwundenen Ehemann zu finden. Ganz nebenbei spielt noch ein Psychopath ein bisschen mit anderen Dimensionen und beschwört so das ein oder andere Monster herauf - ein anderer Irrer erschafft den schlimmsten Wirbelsturm aller Zeiten. Viel zu tun also ...

Wie üblich sind wieder einige krasse Ideen verarbeitet worden, wie zum Beispiel Sergeant Teddy, der eigentlich "nur" ein hochintelligenter Grizzly mit Neigung zum Umarmen ist oder Zeus, eine außerweltliche riesige Katze. Dazu wieder jede Menge Action und Kawumm wie in einem Comic, was mir wahnsinnig gut gefällt. Nervig finde ich - vor allem aufdringlicher noch als in den letzten Bänden - das Liebesgedöns zwischen dem mir unsympathischen Rogan und Nevada. Dafür mag ich den Zusammenhalt in Nevadas Familie extrem gern, das macht jeden Unsinn von Rogan wieder wett. Alles in allem typisch solide Ilona-Andrews-Kost, die sich jedoch nicht abheben kann von Band 1 und 2.

Veröffentlicht am 15.05.2019

Mord ist das Wort

Ein perfider Plan
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Eine reiche Witwe geht zu einem Bestatter, regelt die Umstände ihre Beerdigung im Falle ihres Ablebens, kehrt nach Hause zurück und wird sechs Stunden später ermordet. Zufall? Nur eines steht fest: Der ...

Eine reiche Witwe geht zu einem Bestatter, regelt die Umstände ihre Beerdigung im Falle ihres Ablebens, kehrt nach Hause zurück und wird sechs Stunden später ermordet. Zufall? Nur eines steht fest: Der Gärtner war's nicht, sie hatte keinen. Dafür war sie fast zehn Jahre vorher schuld am Tod eines Jungen, den sie überfahren hat, und der permanenten Behinderung von dessen Bruder. Horowitz hat mit dem eigentlich nichts zu tun, er schreibt Belletristik, kein True Crime. Doch dann sucht ihn Hawthorne auf, ein ehemaliger Polizist, der jetzt als Berater für die Polizei arbeitet, und bietet ihm einen Deal an, den er nicht ausschlagen kann.

Nachdem Horowitz einige Sherlock-Holmes-Bücher geschrieben hat (und gar nicht mal übel), dachte er wahrscheinlich, es wird Zeit, selbst mal die Hauptrolle zu übernehmen. Also erfindet er einen Fall und einen Detectiv, der ja so gar nicht an Holmes erinnernt: blass, unsozial, selbst seine Fähigkeiten werden mit nahezu gleichlautenden Worten beschrieben, wie sie Watson für Holmes fand. Das hätte gut werden können, wurde es aber nicht. Horowitz wurde mir von Seite zu Seite unsympathischer. Anscheinenend versuchte er nicht nur, sämtliches Namedropping in diesem Buch unterzubringen (hey, ich arbeite mit den berühmtesten Regisseuren der Welt zusammen und alle berühmten Leute der Welt kennen mich sowieso und nennen mich beim Vornamen!), er stellte sich auch selten dämlich an. Vielleicht glaubt er, der Watsonpart muss minderbemittelt sein, aber dann sollte er seinen Conan Doyle noch mal vernünftig lesen, dann wüsste er, dass der gute Doktor genau das nicht ist. Nein, weder der Fall noch Horowitz' Selfinsert konnten mich überzeugen und sollten Horowitzt und Hawthorne noch einmal "ermitteln", müssen sie das wohl ohne mich tun. 2,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 12.05.2019

Licence to kill

Lazarus Bd. 1: Die Macht der Familien
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Eine nicht allzu weit entfernte Zukunft: Nur noch 16 Familien sind es, die die gesamte Macht und das gesamte Geld unter sich aufgeteilt haben auf der Welt. Diese teilen alle Menschen in Familie, Knechte ...

Eine nicht allzu weit entfernte Zukunft: Nur noch 16 Familien sind es, die die gesamte Macht und das gesamte Geld unter sich aufgeteilt haben auf der Welt. Diese teilen alle Menschen in Familie, Knechte und Abfall einsortieren. Um ihre Macht, ihre Anwesen zu schützen, halten sich diese Familien Supersoldaten, sogenannte Lazarusse. Deren DNA wurde genetisch verändert, Stammzellen geputscht, bis sie mehr leisten, mehr einstecken können. Sie sind fast unkaputtbar und kaum zu töten. Eine Lazarus ist Forever, die zur Familie Carlyle gehört. Das Problem mit ihr ist, dass sie anfängt zu fühlen, wie ein Lazarus nicht fühlen sollte ...

Das ist mal eine dystopische, düstere Geschichte. Gezeichnet ist sie sehr dunkel, die Szenen sind brutal und halten nichts zurück, Blut spritzt hier allerorten, Hoffnungslosigkeit breitet sich aus, wenn man sich bewusst macht, wie hier Menschen betrachtet werden. Ein Beispiel: Auf einem der Anwesen der Carlyles sind zu Beginn zwei Familienmitglieder, 513 Knechte (also Arbeiter, Angestellte, Soldaten und deren Angehörige) und 32 000 werden als Abfall bezeichnet - Menschen, die hungern, die nicht zum Anwesen gehören, die also mit Waffengewalt davon abgehalten werden einzudringen. Dass sich eine Person unter den Angestellten opfern muss, um die Familie davon abzuhalten, alle von ihnen umzubringen wegen eines vermeintlichen Verrats, ist bezeichnend. Denn dieses halbe Tausend könnte problemlos durch Leute vom Abfall ersetzt werden. Eine dystopische, spannende und gar nicht so realitätsferne Geschichte.

Veröffentlicht am 11.05.2019

Running Dead

Endzeit
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Als vor zwei Jahren Zombies in Deutschland auftauchten und Menschen reihenweise umbrachten, die dann auch wiederum als Zombies auferstanden, gelang es Weimar und Jena, sich mit einem Schutzwall abzuschotten. ...

Als vor zwei Jahren Zombies in Deutschland auftauchten und Menschen reihenweise umbrachten, die dann auch wiederum als Zombies auferstanden, gelang es Weimar und Jena, sich mit einem Schutzwall abzuschotten. Zwischen den beiden Städten fährt ein automatisierter Güterzug. Und obwohl es verboten ist, in ihm mitzufahren, begegnen sich dort zwei junge Frauen, Vivi und Eva. Als der Zug ausfällt, müssen die beiden zu Fuß weiter und versuchen zu überleben - gegen Zombies, die nicht so lahm sind wie im Film, sondern flink und schnell rennen können.

Ein ruhiges Buch, trotz des Themas und einiger brutaler Szenen. Es lebt auch weniger von dem gegenseitigen Abschlachten, sondern von den völlig unterschiedlichen Charakteren der beiden Frauen. Während Eva, die kurz vor Ausbruch der Zombieapokalypse in den USA Journalismus studieren wollte, mega tough ist, erscheint Vivi eher wie ein kleines Mädchen, unsicher, schüchtern, verängstigt und mit der gesamten Situation überfordert. In all dem Chaos hat sie sich eine Kindlichkeit und Unschuld bewahrt, die man unter diesen Umständen als hinderlich ansehen kann. Ich mochte die Zeichnungen, auch wenn sie eher untypisch für das Genre sind, andererseits ist eine Zombieinvasion in Deutschland auch ziemlich ungewöhnlich.

Veröffentlicht am 10.05.2019

Die Würfel sind gefallen

10 Stunden tot
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Ein kleiner syrischer Junge wird brutal ermordet, in einem Asylheim wird Feuer gelegt. Gleichzeitig sterben erst eine schwedische Geschäftsfrau, dann bringt jemand unvermittelt einen Fleischer um. Zusätzlich ...

Ein kleiner syrischer Junge wird brutal ermordet, in einem Asylheim wird Feuer gelegt. Gleichzeitig sterben erst eine schwedische Geschäftsfrau, dann bringt jemand unvermittelt einen Fleischer um. Zusätzlich ermittelt Fabian Risk in einem cold case, und es steht zu befürchten, dass einer aus dem Team mörderische Ambitionen hat. Als wäre das alles nicht genug, will sich Tuvesson einem Alkoholentzug unterziehen und Risk ist eigentlich noch im Urlaub. Personalmangel ist das Stichwort, weil auch gerade in ganz Restschweden so viele Verbrechen passieren, dass niemand Leute entbehren kann.

Nun ja. Ich fange mal mit dem Positiven an. Der Schreibstil. Flüssig, oft spannend, routiniert. Wobei mir aufgefallen ist, dass sich vieles wiederholt, wortmäßig, kann natürlich auch an der Übersetzung liegen. Gut finde ich auch die relativ klare Positionierung gegen Nazis und rechtes Gesindel. Aber der Rest ... sollte eigentlich Schweigen sein, aber ich bin nicht Shakespeare, also gehe ich näher drauf ein. Ahnhem präsentiert uns hier mal eben drei Fälle statt einem und lässt und einfach mal ungelöst hier stehen. Am Ende haben sie zwar mehrere Leute festgenommen, aber überzeugen tut mich davon keiner, zumal auch nicht irgendwie bewiesen wurde, dass einer der Festgenommenen zweifelsfrei verantwortlich ist. Ganz zu schweigen von dem cold case, der gewissermaßen schon im letzten Buch angeschnitten wurde. Hinzu kommt, dass einfach viel zu viel in die Privatprobleme der Ermittler gesteckt wurde - bei keinem von denen gibt's auch nur annähernd Normalität. Nicht nachvollziehbar fand ich auch das Verhalten von Lilja, die sich lieber von Nazis terrorisieren lässt bis hin zu sexueller Misshandlung, anstatt die anzuzeigen, weil "man ihnen nicht zeigen darf, dass man sie fürchtet". What?! Ja, dann. Also, Mädels, wenn ihr missbraucht oder gemobbt werdet, zeigt eure Peiniger ja nicht an. Wir wollen ja nicht, dass sie merken, dass ihr Angst hattet, oder?
Was für ein Bulls...
Enttäuschende Fortsetzung der Reihe. Im Übrigen sollte er lieber eine eigene Reihe um Dunja schreiben anstatt hier ab und zu Schnipsel zu streuen, die überhaupt nichts zur Handlung beitragen.