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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.04.2025

GeneticAlly

The Soulmate Equation – Sie glaubt an die Macht der Zahlen, bis er ihr Ergebnis ist
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Jess ist Ende 20, hat eine siebenjährige Tochter und ist selbstständige Datenanalystin. Ihre Tochter kommt für sie an erster Stelle, sie arbeitet hart und kümmert sich um ihre Großeltern, die sie aufgezogen ...

Jess ist Ende 20, hat eine siebenjährige Tochter und ist selbstständige Datenanalystin. Ihre Tochter kommt für sie an erster Stelle, sie arbeitet hart und kümmert sich um ihre Großeltern, die sie aufgezogen haben, weil ihre Mutter eine trinkende, drogenabhängige B... ist. Obwohl sie nicht mehr an die große Liebe glaubt, macht sie mit ihrer Freundin Fizzy zusammen bei einer neuen Datingagentur mit, die behauptet, perfekte Matches anhand der genetischen Bedingungen der Teilnehmenden herauszufinden. Wie es der Zufall will, matcht sie ausgerechnet mit dem arrogant erscheinenden Genetiker River, einem der Gründungsmitglieder der Firma - und ihr Match ist das höchste bisher erreichte. Kann es also wahr sein? Liebe auf den ersten Speichel oder die erste Blutprobe?

Dieses Buch ist eine reine Wohlfühloase. Obwohl Jess echt viel um die Ohren hat, ist sie mega freundlich und sympathisch, genauso wie ihre Großeltern und ihre beste Freundin. Wie sie mit ihren Mitmenschen umgeht, ist echt wohltuend. Auch River ist eine reine green flag; anständig, intelligent und natürlich mega gutaussehend. Ich bin ehrlich, ob die ganzen genetischen erwähnten Dinge in irgendeiner Form Sinn ergeben: keine Ahnung. War mir auch egal, es rahmte die Story schön wissenschaftlich ein. Dass sich ineinander verlieben ging mir für meine Begriffe etwas zu schnell, aber weil die Leute hier abgesehen von wenigen Personen, die keine Hauptcharaktere waren, so unglaublich nett und sympathisch sind, hat es mich fast nicht gestört. Wer einfach mal abschalten und durchatmen will, dabei einfach mit einem erleichterten Grinsen das Buch zuschlagen möchte: Hier seid ihr richtig.

Veröffentlicht am 17.04.2025

Seelenjägerin

The Legend of Lady Byeoksa
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Beim Austreiben von Geistern bleiben manchmal Seelenperlen zurück und wer 108 davon sammelt, kann sich einen Herzenswunsch erfüllen. Bin Seomoon ist eine Seelenjägerin und versucht, diese 108 Perlen zu ...

Beim Austreiben von Geistern bleiben manchmal Seelenperlen zurück und wer 108 davon sammelt, kann sich einen Herzenswunsch erfüllen. Bin Seomoon ist eine Seelenjägerin und versucht, diese 108 Perlen zu erlangen, um endlich ein normales Leben führen zu können ohne Geister, Dämonen und anderen Wesen aus dem Diesseits. Immer als Mann verkleidet begibt sie sich auf die Jagd - und trifft eines Tages auf Eunho. Eunho ist ein junger Beamter des jungen neuen Königs, der Intrigen des Premierministers untersuchen soll und außerdem der ehemalige Verlobte von Bin, der dank ihr eine tödliche Gefahr überlebt, aber sein Gedächtnis verloren hat. Gemeinsam kommen sie nicht nur der Intrige auf die Schliche, sondern einer weitaus größeren Gefahr, die von einer Göttin der Unterwelt droht.

Das klingt einfach so, so cool, oder? Dennoch schreckte mich quasi schon die erste Seite des Buches ab, weil der Schreibstil wirklich ... nun ... speziell ist. So klingen Fanfictions von jungen Mädchen, die ihre ersten Schreibversuche starten. Da verziehen Charaktere im ersten Satz das blasse Gesicht, nur um im nächsten als bleich, fast strahlend beschrieben zu werden. Ja, was denn nun? In einem Satz wendet sie den Kopf ab, nur um im nächsten dafür ausgelacht zu werden, zu intensiv zu starren. Okay? Mit abgewendeten Kopf? Stelle ich mir gruselig vor. Jemand anders hat ein unleserliches Gesicht ... Ich glaube ja, dass manches auf die Übersetzung zurückzuführen ist, aber hauptsächlich mache ich den Schreibstil der Autorin dafür verantwortlich. Ich fand auch weder zu der Geschichte noch zu den Charakteren irgendeinen Zugang und habe nur gehofft, dass es irgendwann spannend wird, die schrecklichen Dialoge vorbei sind und etwas Action passiert. Meistens hoffte ich vergebens und langsam glaube ich einfach, dass der Bramble Verlag und ich einfach nicht kompatibel sind. Empfehlen kann ich die Geschichte nur Leuten, die so sehr an koreanischen Mythen interessiert sind, dass sie über alles andere hinwegsehen können.

Veröffentlicht am 16.04.2025

Der Schöne und das Biest

The Fake Out – Sie will ihr Leben in den Griff bekommen ... aber ist er die Lösung?
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Mae hat eine kranke Mutter, eine spätpubertierende Schwester, eine infantile beste Freundin, einen assholigen Ex und einen Job in einer Kleinstadtbibliothek. Genau dort pennt eines Tages der heißeste Footballspieler ...

Mae hat eine kranke Mutter, eine spätpubertierende Schwester, eine infantile beste Freundin, einen assholigen Ex und einen Job in einer Kleinstadtbibliothek. Genau dort pennt eines Tages der heißeste Footballspieler der Welt, Chris Irgendwas. Sobald er die Augen öffnet und er Schneewittchen ... ich meine Mae entdeckt, fällt er hart und first. Als er mitbekommt, dass Mae solche Probleme hat, an Geld für die Arzneirechnungen ihrer Mutter zu kommen, zumal ihr Ex und gleichzeitiger Bürgermeister der Kleinstadt ihre Bibliothek am liebsten kürzen möchte, macht er ihr einen Vorschlag: Sie spielt für drei Monate seine Verlobte und erhält dafür 100 k Dollar.

Dank vieler Rezensionen hatte ich mich auf spritzige, witzige Wortgefechte gefreut, wobei es dann zwischen zwei intelligenten und green flaggigen Leuten funkt. Und ja, zum Glück war die einzig männliche red flag der Ex der Prota. Allerdings war mir Mae nach einer kurzen Einführung dann auch zutiefst unsympathisch. Sie war eigentlich ständig nur schnippisch und gehässig zu Chris. Anstatt dass sie einfach sagt: Ey, nett von dir, mich auf so liebenswürdige Art anzubaggern, aber hey, ist nicht. Ich hab keinen Bock auf dich ist sie auf unwitzige und uncharmante Weise ständig auf Kontra. Ich konnte also sie schon mal nicht leiden und hab auch nicht erkannt, was Chris in ihr sieht. Ich mochte auch ihre BFF nicht, die einen seltsamen Sinn für Humor oder Rache hatte. Und ich fand das Buch viel zu langgezogen, wobei mich wenigstens noch über detaillierte Beschreibungen aus dem Football interessiert hätten: Fehlanzeige. So konnte das Buch also nicht halten, was ich erwartete. 2.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 16.04.2025

Rotholzthron

Married into Magic: Deal with the Elf King
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Alle 100 Jahre marschieren die Elfen in Capton ein, suchen das einzige Mädchen dort aus, welches Magie besitzt und ziehen mit ihm wieder ins Elfenreich zurück, um sie zur Menschenkönigin zu machen. Nur ...

Alle 100 Jahre marschieren die Elfen in Capton ein, suchen das einzige Mädchen dort aus, welches Magie besitzt und ziehen mit ihm wieder ins Elfenreich zurück, um sie zur Menschenkönigin zu machen. Nur mit ihrer Magie und gemeinsam mit dem jeweiligen Elfenkönig können sie die ständig im Elfenreich herrschende Klimakrise abwehren; dabei wird die Menschenkönigin vom Thron so ausgelaugt, dass sie irgendwann stirbt. Luella ist die Heilerin von Capton und sicher. Glaubt sie. Denn als die Elfen diesmal kommen, ist der Elfenkönig dabei und er wählt sie aus. Dank ihres besten Freundes, der gleich beim ersten Auftreten eine red flag schwenkte, wurde ihre Magie jahrelang unterdrückt. Jetzt ist sie also Königin und hat keinen Plan, was sie tun soll, also macht sie einen Deal mit dem Elfenkönig: Sie versucht, einen Weg zu finden, die Menschenköniginnen unnötig zu machen und die Klimakrise zu beenden, dafür hören die Elfen auf, weiterhin Mädels mitzunehmen.

So weit, so gut. Hätte eigentlich ein spannendes Abenteuer werden können - vorhersehbar, aber unterhaltsam. Das scheiterte schon am Schreibstil der Autorin. Er ist lahm. Er strotzt vor Wiederholungen. Luella, die mit gerade mal 19 (!) die einzige (!) Heilerin in einer Stadt ist und das schon seit Jahren (!) sollte eventuell auch mal eine Heilerin aufsuchen. Ihre Gedanken kreisten permanent nur um "Ich muss meine Pflicht meiner Stadt gegenüber erfüllen", "die haben so viel für mich geopfert" (was eigentlich? Da hat eine ganze Stadt zusammengelegt, damit sie ausgebildet werden kann und sie endlich mal medizinische Versorgung haben. Was hat es sie gekostet? Jeden einzelnen das Äquivalent eines Cents oder weniger? Krasses Opfer der Stadt!). Das kann jedenfalls nicht gesund sein, immer dasselbe zu denken. Dann der krasse Elfenkönig. Sein Name ist Eldas und ungefähr genauso spannend war der Kerl. Die Vibes zwischen Luella und Eldas waren so prickelnd wie eine Valium auf der Zunge.

Die Lösung des Problems war am Ende genauso inspiriert und mitreißend wie das gesamte Buch. (Mit anderen Worten, man musste sich bemühen, nicht dabei einzuschlafen.) Einige Rezensierende haben Hook, den Schattenwolf, gelobt. Würde ich ja auch machen, da er mit dem jungen Elfenheiler zusammen die einzig halbwegs interessanten Person darstellte, aber Hook hatte so gar keine Funktion, außer zu zeigen, wie besonders Luella ist. Unser kleines special snowflake musste natürlich auch einen special Schattenwolf haben, der sich von ihr sinnlos in der Gegend herumscheuchen ließ. Warum? Ach, egal. Ist cool. Was man für diese Lektüre nicht behaupten kann. Als nebenwirkungsfreies Valium gut zu empfehlen, ansonsten eher nicht.

Veröffentlicht am 08.04.2025

Expats

Das Ministerium der Zeit
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In einer nahen Zukunft wird unsere namenslose Protagonistin angeheuert, um im Ministerium der Zeit sozusagen Verbindungsoffizierin für einen Zeitreisenden - einen sogenannten Expat - zu werden. Dank einer ...

In einer nahen Zukunft wird unsere namenslose Protagonistin angeheuert, um im Ministerium der Zeit sozusagen Verbindungsoffizierin für einen Zeitreisenden - einen sogenannten Expat - zu werden. Dank einer hochmodernen Technik gelingt es, Personen aus ihren Zeiten zu entfernen, die ohnehin gestorben wären (um ein Zeitparadoxon zu verhindern) und in die heutige Zeit zu bringen. Es gibt viel Geheimhaltungsgemauschel, aber schließlich wird ihr der Offizier und Polarreisende Graham Gore aus dem Jahr 1847 zugewiesen, während andere Leute aus verschiedenen Jahrhunderten ebenfalls ankommen. Je mehr Zeit sie mit Graham verbringt, desto näher kommen sie sich. Doch das Ministerium hat diese Leute nicht aus Herzensgüte aus ihrer Zeit geholt und überhaupt sind Zeitreisen ein zweischneidiges Schwert, wie sie alle irgendwann erkennen müssen ...

Eine spannende Idee, das gebe ich zu. Und Commander Gore war mir mit einigen Abstrichen, die wohl seiner zeitlichen Herkunft zuzuordnen ist, hochsympathisch. Das traf nicht für seine Betreuerin zu. Um ehrlich zu sein, ging mir die Ich-Erzählerin nach einiger Zeit ordentlich auf den Keks. Wie sie eine psychologische Begutachtung für einen solchen Job hinter sich bringen konnte, wurde zwar spätestens am Schluss klar, aber okay war sie für mich nicht. Beinahe von Tag 1 an schmachtet sie ihren Schützling an, was einem Viktorianer ganz sicher ebenfalls ordentlich auf den Keks gegangen wäre. Sie schien manchmal die einfachsten Zusammenhänge nicht zu begreifen und war auch so in meinen Augen meistens inkompetent, was sich bis zum Schluss nicht besserte. Meistens gefiel mir der Schreibstil, auch wenn gelegentlich so seltsame oder unpassende Metaphern eingeflochten wurden, dass ich stoppen und den Satz noch mal lesen musste. Was ich auch schade fand, war, dass scheinbar keiner der Expats groß Probleme mit der Anpassung hatte.

Wenn ich sehe, dass die Lady aus dem 17. Jahrhundert von heute auf morgen zum Hippie mutiert oder Graham, der Viktorianer, mal so eben durch sämtliche technischen Details inklusive Pässe und ähnliches durchsteigt, betrachte ich das schon gelegentlich ein bisschen zweifelnd. Was die Vorgesetzte der Protagonistin betrifft, hatte ich schnell eine Ahnung und war fast enttäuscht, als sie zutraf. Insgesamt gesehen finde ich die Idee und das Konzept wirklich spannend, allerdings konnte die Umsetzung dabei nicht mithalten. 3.5/5 Punkten.