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Ari_Morrison

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.11.2020

Ein spannendes und informatives Jugendbuch

Verraten
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Inhalt:

Als seine Großmutter ins Altenheim muss, zieht Sebastian zu seinem Vater, der die Familie verlassen hat, als er noch ein Kind war. Nichts verbindet ihn mit diesem Mann, der eine Haftstrafe verbüßen ...

Inhalt:

Als seine Großmutter ins Altenheim muss, zieht Sebastian zu seinem Vater, der die Familie verlassen hat, als er noch ein Kind war. Nichts verbindet ihn mit diesem Mann, der eine Haftstrafe verbüßen musste und kaum mit ihm spricht.
Aber immer noch besser, als wieder in diesem schrecklichen Heim zu landen, in das er zunächst von der Jugendhilfe gebracht wurde - und aus dem Katja geflohen ist, um die er sich jetzt heimlich kümmert.

Doch eines Tages taucht ein Mann in seiner Schule auf und drängt ihn, Lehrer und Mitschüler zu beobachten. Er macht ihn zum IM der Stasi und bringt ihn dazu, seinen eigenen Vater zu bespitzeln._

Meinung:

Der Schreibstil von Grit Poppe ist flüssig und wirklich leicht und schnell zu lesen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und musste einfach immer weiterlesen. Alles wird so bildhaft beschrieben, dass man das Gefühl hat, man wäre nicht nur der Leser, sondern im Geschehen mittendrin. Das war für mich besonders spannend, da ich die Zeit der DDR bisher nur aus dem Geschichtsunterricht kannte.

Die Geschichte wird aus Sicht der beiden Protagonisten Sebastian und Katja erzählt. Gleich zu Anfang lernt man den 16-jährigen Sebastian kennen.
Dieser muss einige grausame Schicksalsschläge verkraften und landet zuerst in einem Jugendheim und danach bei seinem Vater, der die Familie vor Jahren verlassen hatte. Sebastians schlimme Erfahrungen machen ihn zu dem perfekten Opfer für die Staatssicherheit und nun soll er seinen eigenen Vater ausspionieren.
Sebastian wird von allen Seiten so sehr unter Druck gesetzt, dass ich manchmal echt Mitleid mit dem armen Kerl hatte. Dabei hat er das gar nicht nötig. Sebastian ist ein unglaublich starker Charakter, der nach jedem Rückschlag einfach wieder aufsteht und weiter macht.
Das hat mich wirklich beeindruckt. Außerdem macht er eine enorme Charakterentwicklung durch, was bei den Dingen, die er erlebt, nur verständlich ist.

Auch Katja ist eine interessante Figur. Sie ist immer wieder aus Heimen ausgebrochen und wird nun von Sebastian auf dem Dachboden versteckt. Katja ist temperamentvoll und wild, sie lässt sich nicht unterdrücken oder bevormunden, wodurch sie mir sofort sympathisch war.
Die Entwicklung ihrer Beziehung zu Sebastian und ihre eigene Charakterentwicklung gefallen mir auch sehr gut.

Die Geschichte ist unglaublich rasant geschrieben und gleichzeitig so informativ. Es ist wirklich toll recherchiert und man lernt eine Menge dazu. Gleichzeitig hat man aber gar nicht das Gefühl, etwas zu lernen, weil es total viel Spaß macht, das Buch zu lesen. Meiner Meinung nach sollte es Schullektüre werden!

Den Anhang sollte man sich übrigens nicht entgehen lassen; die Zeitzeugenberichte und Dokumente sind interessant und runden das Ganze nochmal ab.

Cover:

Das Cover gefällt mir persönlich nicht so gut. Ich mag Gesichter auf Covern generell nicht und dabei macht „Verraten“ leider auch keine Ausnahme.
Die Gestaltung an sich finde ich allerdings ziemlich gut; sie passt zu der Geschichte und dem historischen Kontext.
Auch die Farbgestaltung finde ich nicht schlecht, da man durch den auffälligen Gelbton sofort auf das Buch aufmerksam wird und es zwischen den anderen im Regal hervorsticht.

Fazit:

„Verraten“ ist ein toll recherchiertes und gut geschriebenes Buch, das jeder, der sich für Geschichte oder die Zeit der DDR interessiert, gelesen haben sollte. Man bekommt viele Einblicke in das Leben der Leute damals, weshalb man es meiner Meinung nach auch im Geschichtsunterricht durchnehmen sollte. Ein absolutes Must-Read!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.11.2020

Ein packender Thriller

Der Heimweg
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Klappentext:

Es ist Samstag, kurz nach 22.00 Uhr. Jules Tannberg sitzt am Begleittelefon. Ein ehrenamtlicher Telefonservice für Frauen, die zu später Stunde auf ihrem Heimweg Angst bekommen und sich einen ...

Klappentext:

Es ist Samstag, kurz nach 22.00 Uhr. Jules Tannberg sitzt am Begleittelefon. Ein ehrenamtlicher Telefonservice für Frauen, die zu später Stunde auf ihrem Heimweg Angst bekommen und sich einen telefonischen Begleiter wünschen, dessen beruhigende Stimme sie sicher durch die Nacht nach Hause führt - oder im Notfall Hilfe ruft.

Noch nie gab es eine wirklich lebensgefährliche Situation. Bis heute, als Jules mit Klara spricht.
Die junge Frau hat entsetzliche Angst. Sie glaubt, von einem Mann verfolgt zu werden, der sie schon einmal überfallen hat und der mit Blut ein Datum auf ihre Schlafzimmerwand malte: Klaras Todestag! Und dieser Tag bricht in nicht einmal zwei Stunden an ..._

Meinung:

Ich habe in den letzten Jahren alle neuen Bücher von Sebastian Fitzek gelesen und war jedes Mal aufs Neue beeindruckt. Auch dieses Buch hat mich trotz meiner hohen Erwartungshaltung vollkommen überzeugen können.

Der Schreibstil des Autors ist gewohnt flüssig und man kann der Handlung gut folgen. Die kurzen Kapitel, die abwechselnd aus Jules und Klaras Sicht geschrieben sind und alle mit einem Cliffhanger enden, sorgen dafür, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen kann und einfach immer weiterlesen muss.

Die Charaktere sind toll ausgearbeitet und authentisch. Klara war mir von Anfang an sympathisch und ich hatte Mitleid mit ihr. Sie ist eine so starke Frau und doch lässt sie sich von ihrem Ehemann Martin unterdrücken und missbrauchen.
Sie erlebt durch ihn verschiedenste Formen von Gewalt - sowohl physische als auch psychische – und möchte ihrem Leben ein Ende setzen. Ich finde es spannend, wie sich ihre Erfahrungen und Erlebnisse auf ihr Handeln auswirken. Im Laufe der Geschichte wird sie selbstbewusster und lernt, für ihre Ziele zu kämpfen.

Jules ist ein so vielschichtiger Charakter und ich habe ihn das ganze Buch über falsch eingeschätzt. Auch er hat schlimme Erfahrungen mit Gewalt machen müssen. Er wirkt sehr rücksichts- und liebevoll gegenüber anderen und setzt sich für diese ein.

SPOILER

Jules’ Vater war Alkoholiker und die Mutter regelmäßig seinen Aggressionen ausgesetzt. Diese traumatische Kindheit hat ihn nachhaltig geprägt und auch seine grausamen Taten begründet er mit der Sorge um die Frauen und ihre Töchter, die nach einer solchen Kindheit seiner Meinung nach ebenfalls zu unterwürfigem Verhalten neigen und sich ausnutzen lassen würden. Jules ist eine sehr komplexe Figur, die den Leser über viele hundert Seiten zu täuschen weiß. Erst ganz am Ende erfährt man, dass er der Kalender-Killer ist und trotz seines schwierigen Verhältnisses zu seinem Vater ahnt man nichts von solch großem Hass ihm gegenüber, der sogar soweit geht, dass Jules den Tod seines Vaters in Kauf nimmt beziehungsweise ihn sogar absichtlich herbeiführt.

SPOILER

„Der Heimweg“ ist meiner Meinung nach nicht nur das beste sondern auch der brutalste Buch des Autors. Sicherlich war beispielsweise „Der Insasse“ auch grausam und nichts für schwache Nerven, aber dieser Fitzek ist auf seine Art noch schlimmer. Die Handlung an sich ist zwar unrealistisch, allerdings gibt es wirklich viele Frauen, die dasselbe Schicksal wie Klara erleiden müssen – Tag für Tag. Dadurch hatte ich eine ganz andere Sichtweise auf die Geschehnisse und das Leseerlebnis war umso erschreckender.

Cover:

Das Cover ist vollständig schwarz und sieht wirklich hübsch aus und auch der schwarze Buchschnitt ist unglaublich schön. Die Gestaltung mit dem silbernen Papier und der Person ist eine tolle und kreative Idee, die die unheimliche Atmosphäre des Buches noch unterstützt.

Fazit:

„Der Heimweg“ ist wieder einmal ein packender Fitzek, der den Leser nicht mehr loslässt. Er ist erschreckend und grausam – besonders wegen der ernsten Thematik – und definitiv nichts für zart besaitete Leser. Trotzdem (oder gerade deshalb ) ein unglaublich guter Thriller mit Gänsehauteffekt und eines meiner Jahreshighlights!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.10.2020

Spannende Geschichte

Die Tribute von Panem 1
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Klappentext:

Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Kriege und Naturkatastrophen haben das Land zerstört. Aus den Trümmern ist Panem entstanden, geführt von einer unerbittlichen Regierung. ...

Klappentext:

Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Kriege und Naturkatastrophen haben das Land zerstört. Aus den Trümmern ist Panem entstanden, geführt von einer unerbittlichen Regierung. Alljährlich finden grausame Hungerspiele statt, bei denen nur ein Einziger überleben darf.

Als die sechzehnjährige Katniss erfährt, dass ihre kleine Schwester Prim als Teilnehmerin ausgelost wurde, meldet sie sich an ihrer Stelle freiwillig. Seite an Seite mit dem gleichaltrigen Peeta zieht sie in den Kampf. Wider alle Regeln rettet er ihr das Leben. Katniss beginnt zu zweifeln – kann es wirklich nur einen Sieger geben?

Meinung:

Der Schreibstil von Suzanne Collins ist flüssig und einfach zu lesen; ein typisches Jugendbuch halt. Nach ein paar Seiten ist man durch ihren lockeren Schreibstil in der Geschichte drin und fliegt geradezu durch die Seiten.Die Spannung steigert sich immer weiter und man kann das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

Die Geschichte wird aus Katniss` Sicht erzählt, wodurch der Leser sich gut in sie hineinversetzen kann. Immer wieder werden Teile ihrer Vergangenheit in Rückblicken erzählt und es wird immer klarer, wie mutig, stark aber auch sturköpfig sie sein kann.

Schon zu Anfang hat ihr Mut mich überrascht. Sie riskiert ihr eigenes Leben, um das ihrer Schwester zu retten. Das ist auf den ersten Blick wirklich erstaunlich, aber im Endeffekt hat Katniss all die Jahre nichts anderes getan, als sie jagen gegangen ist und ihre Beute auf dem Schwarzmarkt verkauft hat. Sie war schon daran gewöhnt, ihr Leben für das der anderen aufs Spiel zu setzen, was ihre Entschlossenheit in einem Moment erklärt, in dem jeder andere wohl gezögert hätte.

Peeta war teilweise recht unentschlossen und unsicher. Als er Katniss seine Liebe gestanden hat, habe ich zuerst überlegt, ob das nur eine Taktik ist, um die Hungerspiele zu gewinnen. Auch während der Spiele war ich mir nicht sicher, ob er Katniss nicht doch an Cato und die anderen verraten würde. Ich konnte ihn gerade dadurch, dass er einerseits unsicher und irgendwie verloren wirkte, andererseits aber genau zu wissen schien, was er tat, nicht richtig einschätzen.

Die Dreiecksbeziehung zwischen Peeta, Katniss und ihrem Jugendfreund Gale hat mich ein wenig genervt. Ich wusste über beide nicht genug, um wirklich Team Peeta oder Team Gale zu sein. Besonders über Gale weiß ich nach dem Lesen des ersten Bandes irgendwie kaum etwas.

Die Nebencharaktere hingegen finde ich sehr vielfältig und interessant. Über Effie, Haymitch, Cinna und die anderen Tribute hätte ich gern noch mehr erfahren. Das Abschlachten der Teenager hätte allerdings für den Leser fast schon traumatisierend sein können, wenn man zu den Namen auch noch eine Geschichte, einen vollständigen Charakter gehabt hätte, um den man hätte trauern können.

Der einzige Tod, der mich während der gesamten Spiele wirklich berührt hat, war der von Rue.
Alle anderen waren zwar oft brutal und abstoßend, aber ich habe nicht wirklich um den Charakter selbst getrauert (insofern das in Büchern möglich ist).

Fazit:

Eine spannende Geschichte mit viel Potential, das meiner Meinung nach aber nicht ganz ausgeschöpft wurde.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.10.2020

Eine berührende Liebesgeschichte

Die Frau des Zeitreisenden
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Klappentext:

Clare fällt aus allen Himmeln, jedes Mal aufs Neue, wenn Henry vor ihr steht. Denn Henry ist ein Zeitreisender. Plötzlich und unerwartet stürzt er los in eine andere Zeit, aber immer wieder ...

Klappentext:

Clare fällt aus allen Himmeln, jedes Mal aufs Neue, wenn Henry vor ihr steht. Denn Henry ist ein Zeitreisender. Plötzlich und unerwartet stürzt er los in eine andere Zeit, aber immer wieder landet er bei Clare, Clare als Kind, als Geliebte und Mutter der gemeinsamen Tochter Alba, Clare als alte Frau, aber da ist er schon lange tot. Seine Zeitreisen sind das Geheimnis, das die Liebenden mit jeder Trennung noch inniger vereint. Audrey Niffenegger ist es gelungen, über die Schönheit der Dauer und das Staunen der Sehnsucht zu schreiben, von der Liebe wie zum ersten Mal zu erzählen. Ein Roman zum Verlieben.

Meinung:

Der Schreibstil von Audrey Niffenegger ist meist recht leicht zu verstehen und lässt sich flüssig lesen, manchmal war er mir jedoch etwas zu detailliert. Manchmal bin ich durch die großen Zeitsprünge verwirrt gewesen, aber am Anfang eines jeden Kapitels werden das Datum und das Alter von Clare und Henry (oder auch mal mehreren Henrys ) angegeben, sodass man immer zurückblättern und nachlesen konnte, wann und wo in der Geschichte der beiden man sich gerade befindet.

Henry ist ein sehr interessanter Charakter mit einer spannenden Vergangenheit. Durch die ständigen Zeitreisen kommt er immer wieder in seltsame, peinliche oder auch lustige Situationen, die er meiner Meinung nach sehr gut handhabt. Wie ruhig und gelassen er damit oft umgeht, ist wirklich erstaunlich. Das liegt aber vermutlich daran, dass er sein Leben lang regelmäßig in der Zeit gereist ist, und sich langsam daran gewöhnt hat.

Auch Clare mag ich; sie ist eine sehr vielschichtige Figur. Manchmal wirkt sie etwas zerbrechlich und hilflos ohne Henry und ihr ganzes Leben scheint sich nur um ihn zu drehen, aber andererseits ist sie eine so starke, gebildete und selbstbewusste Person, die sich von niemandem unterdrücken lässt. Ich finde es spannend, zu sehen, wie Henry ihr Leben verändert. Sie macht im Laufe ihres Lebens eine so große Charakterentwicklung durch und wurde mir beim Lesen mit jeder Seite sympathischer. Clares Leben ist manchmal wirklich schwierig und es nimmt sie sehr mit, dass Henry nicht immer für sie da sein kann. Ich hatte ständig Mitleid mit ihr, weil sie ein so toller Mensch ist und so etwas nicht verdient hat.

Die Liebesgeschichte der beiden ist wirklich süß und der Leser leidet mit ihnen, wenn wieder einmal etwas schiefläuft. Wie Clare und Henry versuchen, ihre Liebe am Leben zu halten, obwohl sie immer wieder getrennt werden, ist wirklich toll und bewundernswert. Die beiden lassen sich nicht unterkriegen und kämpfen um ihre Liebe und einander, obwohl es manchmal hoffnungslos zu sein scheint.

SPOILER

Das Ende war sehr traurig und hat mich wirklich berührt. Ich bin mir noch immer nicht sicher, ob der Gendefekt für Henry nun ein Fluch oder ein Segen war. Er hat dadurch viel erleben können und hat durch das Zeitreisen Clare kennengelernt, aber andererseits hatte er deshalb viele Probleme und letztlich hat es ihn in den Tod getrieben.

Cover:

Das Cover gefällt mir gut. Es ist schlicht, durch die frostigen Äste und Blüten aber trotzdem wunderschön. Ob es wohl eine tiefere Bedeutung hat?

Fazit:

Eine berührende Liebesgeschichte - manchmal etwas langatmig, dafür aber an anderer Stelle umso spannender – mit starken Charakteren und einer angemessenen Portion Drama und Humor.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.10.2020

Nichts für zart besaitete Leser

Der Insasse
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Klappentext:

Zwei entsetzliche Kindermorde hat er bereits gestanden und die Berliner Polizei zu den grausam entstellten Leichen geführt. Doch jetzt schweigt Guido T., der im Hochsicherheitstrakt der Psychiatrie ...

Klappentext:

Zwei entsetzliche Kindermorde hat er bereits gestanden und die Berliner Polizei zu den grausam entstellten Leichen geführt. Doch jetzt schweigt Guido T., der im Hochsicherheitstrakt der Psychiatrie einsitzt, auf Anraten seiner Anwältin. Die Polizei ist sicher: Er ist auch der Entführer des sechsjährigen Max, der seit einem Jahr spurlos verschwunden ist. Die Ermittler haben jedoch keine belastbaren Beweise, nur Indizien. Und ohne die Aussage des Häftlings werden Max' Eltern keine Gewissheit haben und niemals Abschied von ihrem Sohn nehmen können.

Monate nach dem Verschwinden von Max macht ein Ermittler der Mord-Kommission dem verzweifelten Vater ein unglaubliches Angebot: Er schleust ihn in das psychiatrische Gefängnis-Krankenhaus ein, in dessen Hochsicherheitstrakt Guido T. eingesperrt ist. Als falscher Patient, ausgestattet mit einer fingierten Krankenakte. Damit er dem Kindermörder so nahe wie nur irgend möglich ist und ihn zu einem Geständnis zwingen kann.

Denn nichts ist schlimmer als die Ungewissheit.

Dachte er.

Bis er als Insasse die grausame Wahrheit erfährt ...

Meinung:

Der Schreibstil von Sebastian Fitzek ist flüssig und man fliegt geradezu durch die Seiten. Das hat natürlich auch mit der unglaublich spannenden Story und den unerwarteten Plot Twists zu tun, die Fitzek immer wieder einbaut. Die Story verliert auch im Laufe des Buches nicht an Spannung und man kann kaum aufhören zu lesen.

Vor einiger Zeit hatte ich „Flugangst 7a“ gelesen – meinen ersten Fitzek – und war schon überzeugt von dem Talent des Autors, sich fesselnde Geschichten auszudenken und diese zu einem großartigen Buch zu verarbeiten, doch nach diesem Buch bin ich wirklich sprachlos. Die Geschichte ist toll, die Charaktere sind authentisch und gut ausgearbeitet und die Spannung wird auch über mehrere hundert Seiten aufrechterhalten.

Die Geschichte ist aus der Sicht verschiedener Figuren geschrieben, sodass man alle besser kennenlernt und ihre Absichten verstehen kann.
Dadurch werden einem verschiedene Sichtweisen auf bestimmte Dinge aufgezeigt und diese bringen einen immer wieder zum Nachdenken. Natürlich helfen die Wechsel einem auch dabei, besser in die Geschichte eintauchen zu können, wodurch das Buch nur noch spannender wird.

Der Protagonist Till, Max´ Vater, möchte unbedingt herausfinden, was mit seinem Kind passiert ist. Till ist sich sicher, dass Guido Tramnitz seinen Sohn entführt und ermordet hat.
Um ein Geständnis von ihm zu bekommen, lässt Till sich als Patient einweisen.
Das zeugt schon von unglaublichem Mut und seine Entschlossenheit, den Mörder seines Sohnes zu überführen, finde ich erstaunlich.
Er war mir von Anfang an sympathisch und ich habe über das ganze Buch hinweg mit ihm gelitten.

„Der Insasse“ behandelt ein ziemlich emotionales Thema; die Ermordung von Kindern. Und Fitzek bringt die Gefühle des verzweifelten Vaters so realistisch rüber, macht sie so greifbar, dass das Buch selbst die hartgesottensten Leser nicht kalt lässt.

Der Schluss ist unglaublich überraschend und einfach genial. Teilweise ist es zum Ende hin jedoch ziemlich grausam und gewalttätig, also nichts für zart besaitete Leser.

Cover:

Das Cover ist wirklich toll gestaltet und passt perfekt zu der Geschichte. Der rote Buchschnitt der Limited Edition ist traumhaft schön; er harmoniert mit dem weißen Cover und der roten Schrift.

Fazit:

„Der Insasse“ ist ein super guter Psychothriller, der mich gefesselt und nicht mehr losgelassen hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere